Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 22 (6.6.1919)
- Date
- 1919-06-06
- Page
- Seite 340 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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36L Är. SL Nichts würde mir versM, alles erwarb ich ohne Mühe unh Sorge, ohne Arbeit — sowohl Dinge, aks Menschen, Männer wie Frauen .. . Jeder schmeichelte mich, aber ich' besaß keinen einzigen Freund. Jede Hat mich umarmet — und ich liichte keine- JH erbte ein großes Vermögen und dieses vermehrte sich ohne mein Zutun- Ost sehnte sich' mein Herz nach Kummer-, gerne MLe ich gekämpft, gerne etwas geleistet, allein die Aerzte rieten mir SMziergänge, Sport. . . statt Leben, wirkliches Leben, bot man mir Sprrvgat, gefälschtes Leben und gefälschte Arbeit. . . Ich machte Woße Reisep, bÄvunderte viele schöne Gegenden, aber keine war mir teuer; ich sah viele Länder, Mer keines war mein ... - Ich sprach viele fremde Sprachen, leine einzige ging mir Aum Herzen- Völker und Sprachen tauschte ich wie Handschuhe. Die ganze Welt stand mir zu. Gebote, — nur ich verstand nicht, sie feslzuhalten, meine Arme waren zu kurz, um sie M umarmen- Eine Welt ^herrschen, konnte ich ni ch t... And was zu. beherrschen in meiner Macht war, dies alles fand ich schon vorbereitet, schön geordnet, mir Meb nichts mehr zu tun Wrig. Alles wurde für mich besorgt, alles für mich gekauft; das Lächeln des Freurckes, der Kuß von roten Kippen .'. . Alles, sogar der Kadisch für meinen „Vater. — Höchstens habe ich noch manches nachbezahlt; aber güben, schenken, wohltun, dies hat mich niemand ge- Das Kleine ward mir zu klein, das Große zu. groß — und einLebenWel war nicht vorhanden. ' Ich ste'M, weil ich ErWsig^bin, ich habe kein Lüben weder nach außen noch nach innen, weder pWisch noch geistig, ich lebe schon lange nicht mehr. Schon lange, daß ich an, nichts mehr Freude finde, aber setzt ist mir das Leben schon ganz zuwider. Das Arsenik steht auf . dem Tische, der letzte Labetrunk, der mich' berauschen, aus dem ich nicht mehr «wachen werde . . . . ' Solle ich weMn meines Vermögens etwas veranlassen? WoM? war ja mein Unglück. - Bin ich vielleicht jemandem zu Dank verpflichtet? Nein, ich hMe allen für alles! bezahlt . . . Auch für den letzten Trunk." Ms jchöusten Geschichte« Der Lagerköf. Ausgewählt und ein* f leitet von Walter von Mol o. Einbandzeichnung von 'Feiger. reis in vornehmem Pappband 3 Mark. Verlag Äon Albert Langen in München^ — Ein deutscher Dichter von hohem Rang, Walter von Molo, der besonders durch , seinen Schillerroman bekanntocraorben ist, hat den Drang empftmden, der großen schwedischen Dichterin seine Ve»hrung und Bewunderung dadurch au^udrücken, daß er die schönsten ihrer Geschichten gesammelt heraüsgab und Ihnen, eine..Wundervoll geschriebene Einleitung vorausschikte. Was .Ihn äd«r Besonders dazu äntrieb, war die-Absicht, Selma Lagerlöf. dem deutschen Volke in seinen weitesten Kreisen noch näher zu^bringvn, ' als sie chm schon heule rsteht. Der Verlag von Albert Langen hat diese Absicht mit großer Freude begrüßt und sie sich, auch seinerseits zu eigen gemacht. Er trug bafür Sorge, daß dieses schöne Buch in einer seines Inhalts „würdigen Form erschein^ die <s zum Schnucke jeder Bücherei macht. Die sch-nfhen htstorycherr S^LHIangen von Strindberg^ Deutsch von Emil Schering. AusgeuEHIt und emgeleitet von Walter von 'Ddrlo. Einband^ichnung von Heinrich Jost. Preis in vor- «Mirem «Papphanid S Markt. Verlag von Albert (Langen in München. —Der große Schwede -August Strindberg ist Mr uns so sehr der ..Dichter des Problems „Mann rund.'Weib" geworden. Der soeben «Weinende Band macht es sich zur Aufgabe, den geschichtlichen EtzMer Strindbeig den weitesten Kreisen zugänglich zu machen;.. In der Tat. verdienen h«se historischen Bilder .es, allgemein bekamit zu werden^ Ob Strindberg. bis in Iden Saaenstoff seiner nordischen Heimat zurückgrerft, oh "er uns die^griechischen PUlosophen auferstehen lägt, oder die frartzösische- Revolution-in einer letzten Auseinandersetzung zwischen Aristokrat und Proletarier sozusagen theoretisch abschließt, — immer wird uns -das' Bild der längst entschwundenen Flüche in gegenwartsklare Nähe gerückt. Tinen ganz besonderen,' erhöhten Wert» gewinnt der vornehm ausgestättete» dabei mohlfejle. Band durch die Einleitung Malters von Molo. . { , : . Stenographisches Dntier- und Aufgabenörrch. Emil Kramfall, Ilniversitätslekior für Stenographie, verwendbar für Stenographen aller deutschen 'Systeme. Methodisch geordnet und zum Gebrauch an Mittelschulen, verwandten Lehranstalten und stenographischen Kursen. D-eutschösterreicki.cher Schlllbüchewerlag, Wien. Letz Jisrael. Mitteilungen des.Hauptbureaus des jüdischen Nationalfonds. Den Haag, Heulstraat 5, In Kommission beim Jüdischen Verlag, Berlin. Heft 3, Mai 1919. Anhalt: Julius Simon: Das Kreditprvblem bei der Erbpacht. —-Prof. Doktor H. Alb recht: Kleinsiedlung in Deutschland mit Beschränkung des Eigentums an Grund und Boden. — sJng. Agr. I. O e t t i nger: Landpacht und Agrarkredit in Auftralirn und Neuseeland. — Dr. Artur Nu pp in: Die Nationalisierung des ©bbchs. Bodeneigentum oder Bodenpacht (aus dem Bericht , einer englischen Regierungskommissiön). — Äbchemia de Lieme: Koloni^tionslredit. — Dipl.-Ing. Salomon, Kaplan sky: .Kapitalbeschaffung. für Palästina. — I. O.; Zur iFrage der praktischen Vorbereitung. '—Buchbesprechungen. . Hjhsverei» für Mische Lungenkranke in der Schweiz. -Zweiter Jahresbericht 1913. -tz —:- . Drie Aron^ W. Das Jaffaer Gymnasium ist wieder in seinem' alten Gebäude untergebracht worden, das bisher von Iden Mi.i.är- Behörden als Hospital benützt worden war. Dir-Au strahme Ihres Sohnes dürste ohne Schwierigb.it erfolgen. — Schulen mit „jiddischer" Anterrichtssprache werden.in Palästina kaum zugelassen werden; höchstens für die ersten zwei Klassen dürfte vielleicht eine Ausnahme gefkattet sein. >. Wikhekm F. R. Der Abgeordnete. Mar Fr i,e dun a,p n ist der Sohn eines getauften Juden. '7 ' 7 7^/'7'. ' ' Notiz. "'7. Die frei« jüdix^ BoWbKhM sverarlstaltet Samstag, den;?. Juni, halb 3 Uhr 'nachmittags, jm- C a r l t y e a t e r ihre Eründungsvorftellung. Zur Aufführung.gelangt' das Drama von Peretz Hirschbein „Die Neweejle" in jiddischer Sprache. Kartenvorverkauf Buchhandlung Löwit, Rotenturmstraße22, Kärtenbüreau „Aida". Taborstraße 5, und im Vereinslokal „Cäfä Rembrandt", 'Untere Augartenstraße 11. - ' David urÄ AnLsLkrtts SHwLWWLmr-St'rftirüg. Aktzahl der Platze: Einer oder zwei im. Betrage von zusammen 700 Kronen. . ' Bewerbungsberechtitzt sind : a) In erster Linie : Arme israelitische Braute aus der Verwandtschaft des S-isters, Herrn David Schwarzmann s. A., oder dessen'Gattin. Frau.Antoinette, geborene Fliegelmann, insoferne diese Bräute von den El t p r n d es genannten Ehepaares oder von diesem Ehepaare selbst ab stammen. ~ 1 . v b) in Ermangelung solcher Bräute: Arme israelitische Personen aus dem gleichen Derwandtschaf.rskreise. . c.) Bei Abgang auch solcher: 1. Mit'dem stisterischeu Ehepaar nicht verwandte arme israelitische Bräute, oder 2. «israelitische verarmte Gewerbetreibende, oder 3. israelitische hilf^bedürsttze Witwen nach Gewerbetreibenden. > Grfuchsbeilagen: Für Bewerber sub.?>): Geburtsschein, Arrnutsgeügnis, Verwandtschastsnachweis, .Brautstand^eugnis und Sittenzeugnis. . ' , 7 ' i 7. Für Bewerber sub d) Geburtsschein, Armutszeugnis. Verwandtschaftsnachweis. . ■>. Für Bewerber sub c 1): Geburtsschein, Armutszeugnis; iBrautstandnachweis, Sittenzeugnis; sub p üi: Geburtsschein. Armutszeugnis, Gewerbeschein; sub e 3): ‘ Geburtsschein. Armrltszeugnts, Gewerbeschein und Totenscheüi des Gatten. Letzter Tag der Etm«Mngssrist: 30. Juni 1919. , Auszahlungstag: 27. Januar 1920 (7. Schebat).. EinreiHstelle: 1. Bezirk, Seitenstettengasse. 4, 2. Stock, (Tinreichungsprotokoll). 7 ' ' . . ' Bräute, welche vor der Verleihung Heiratsn, Haben.:kjtinen AusprUch.auf die1 iflung. l Wien, 1. Juni 1919. . 7 o , . V Der «Vorstand - : der israelitischen Äultusgemeinde Mi«rn, -. Herausgeber und v erarttwortl.cher Redaklcur : Lr. 3osc? S. Äkoch. — DruS von L. Beck L Sohn, Wien, Vll.