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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-06-06 · 22 (6.6.1919) · p. Seite 336

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
22 (6.6.1919)
Date
1919-06-06
Page
Seite 336 (sequence 12)
Language
German
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m#* m ’ .Qr/ thvden des. Archivs zu informieren. lieber die allgsmernen Grundlagen -moderner Organisationsqrbeit und über die Aufgaben der jüdischsn Erziehung sprich Dr. Hemrich Glanz. Er führte aus, daß die Inhalte der Wischen Erziehung durch gemeinsame Arbeit der Lehrerschaft, Jugendführerschaft, Kinderhelfer, Vorturner, Eltern und Mer pädagogisch Interessierten erst errungen Werden müssen. Er zeigte am Beispiele der ethisch-religiösen Erziehung des Sprachunterrichtes, des Bibel- und Literaturunterrichles, des Geschichtsunterrichtes, der Wischen Musik usw., wie die einzelnen Bildungszweige bes Judentumes so gar keine konkreten, modernen Formen besitzen und u>ie der Wische Erzieher der Gegenwart diesbezüglich mit Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Er deutete auch Versuche und Wege zur Ileberwmdung dieser Hindernisse an. Dozent Dr. Siegmund K o r n f eld führte als Aufgabe des dem Archive angefchlossenen eXperrmentellen Laboratorium aus, datz es die modernen wissenschaftlichen Methoden auch für die jüdische Erziehung fruchtbar .machen möchte. Er führte aus, datz gerade die Regeneration des Judentums nur durch wissenschaftliche Selbsterkenntnis jüdischen Charakters und seiner Bildungsmöglichkeit durchführbar sei- Er Hies nach, haß ein 'Hauptmangel in dieser Bezißhrü^^Mrch die Selbsttäuschung der Menschen erfolge^-i;DiStr,tzMeÜmen° tekle Psychologie bietet aber nicht irm# FeststMüng von Charakter und Begabung, - soydeFn Mfübet hmaus durch die BerrllseWMvMLE./AM X die künftige -ArWeit -ihr Wirtschaftsleben gefLÄteMED- Mgtew Noch vor einigen Jahren unterschatzW MEMentalpädagogik als die naturwissenschaftlich eraktr-MeDodik sich erwiesen hat. . Im Anschlüsse an die Ausführungen von Dozent Dr. Kornfeld schilderte Herr Professor MarGüttztttöitit seine Methoden der modernen Eugenik, der Lehre vmr der Höherzüchtung der Menschenrasse, die er schon Mt Jahrzehnten an der Wischen und nichtWischen Irgend Wiens durchführte, und kündigte an, daß er die Wischen Messungen nunmehr im Rahmen des Archives weiterzufuhren gedenke. Er zeigte am Beispiel der Wiener Wischen Verhältnisse, daß nur eine einheitlich organisierte Methode zum Ziele führen könne. Die Konstituierung einiger Arbeitsgruppen wurde besprochen, wobei der experimental-pädagogische llebungskurs des Herrn Dozenten Dr. K o r n feld angMtndigt wurde. Jsmrk. Fmus-^wohliätigkettsversin in Baden. Am 12. Müi hielt der Badener israelitische Frauew- WShliätigkeitsv'erem seine Generalversammlung ab, wobei auch eine Neuwahl der Vorstomdsdamen stattfand. Gewählt wurderr: zur Wräsidenttn die rühmkichst . bekannte Philanthropin Frau Luise Freiwillig, Vizepräsidentin Frau Hedwig Braun und . Kassaverwakterm Frau Elsa Kr'aus. Ferner wurden gewählt: .Frau Oberrabbiner Jetti M e ich, Sidonie R o s e n t h a l, Rosalie P o l - lak, Betti Ko hu; als Beirats, die Herren Präses Mexander B r a u it und Bernhard R o s n e t; als Schriftführer Herr Hugo Leitner. Frau Julie Leitner, die vi^le Jahre hindurch mit emsigem Eifer und voller Hingebung an dem Aufbau dieses herrlichen Vereines arbeitete, war genötigt, krankheitshalber ihr Mandat als Präsidentin zurückzulegen und wurde einstimmig zur Ehre-präsideniin ernannte Mne Wische Heilstätte in WtM. - Der Hilfsverbn fiür indische Lungen - kranke in der S ch wei& versendet den feiten Jahresbericht. Demselben entnimmt man . mit Genugtuung, das; die Heilstätte des Vereines in Davvs Mitte Juni eröffnet werden soll: ein Denkmal, errichtet MM Wöhle der leidenden Brüder uUd Mr Ehre des. Judentums. Die Heilstätte liegt direkt am Walde in der gesündesten und besten' Wage von Davos'; das Haus selbst, ein im Jahre 1913 erstellter Neubau, ist mit allen hygienischen Einrichtungen versehen und wird allen Anforderungen einer erstklassigen, nwdernen Heilstätte -gerecht. Dem Be- . richt entnehmen wir ferner nachstehende Ausführungen. „Die Bederckung der Wischen Heilstätte liegt nicht nur darin, daß, für die Verhütung der Tuberkulose^ fahr Lei der verhältnismiaM kleinen Anzahl von Juoen^ in der Schweiz gesorgt wird. Vielmehr soll unseren lungenkranken Brüdern auch in allen anderen Ländern! die Möglichkeit geboten werden, in Davos, dem Welikurort, die ersehnte Genesung M finden. Auch diesen unseren Stammesbrüdern M helfen und somit, die iü- - dische Solida-ÄM praktisch aüsüben ßu können, ist unser Zweck, laut dem Worte des Talmuds: ' ms nt wsnx .. . „Alle Juden bürgen füreinander." Der Geist, der. in unserer Heilstätte herrschen wird, wird ein echt Wischer sein. Die Wische Seele wird dort das finden können, nach dem sie immer bürstet. Die erhabenen Momente des Wischey Lebens werden dort Mr Geltung kommen. Der SckbbÄh und die Feiertage werden.ihrem/tiefen Sinne gemäß empfunden werden. Der Wische Heilungsuchende wird sich nicht fremd fühlen, er wird in einem Wischen Haufe sein. Die geistige. Anregung wird ihm nicht fehlen und unter der Obhut von Menschen, die nur das eine wünschen, ihn mit W ebe und Freundlichkeit M umgeben,' wirch seiNe Genesung beschleunigt werden. - . . / Bei der Gründung des Hilfsvereines für jüdische Lungenkranke in der Schweiz waren wir bestrebt, uns bei allen Aktionen vom sozialen Geiste der Thorä leiten M lassen. Diesem Streben werden wir auch weiter treu. nachtÄen. Der arme Kranke soll in uns nicht Wohltäter sehen, er soll nicht -den Eindruck haben, als ob er von uns. ein Almosen bekäme, sondern er soll uns als Brüder gnsehen, die ihm gegenüber ihre SolidaritätA- Pflicht erfüllen." - Bericht der Rttvakkommlüto». ' In der Vorstandssitzung des Hilssvereincs vom 30. Juni 1918 wurde die 'Ritualkommission gewählt, die' aus den Herren Dr. M. Asch er, Nastaly Erlan - g e r, Scrlly Guggenheim, Wräham Kimche und A. II. R o m besteht. Dieser Kommission liegt die Pflicht ob, dafür M sorgen, daß die diesbezüglichen Paragraphen 1 und 17 der Statuten eingehalten werden. Um 'dem Geiste der statutarischen Bestimmungen gerecht M werden, wurde, ein brieflicher Meinungsaus- - lausch Mischen den Mitgliedern der Kvmmission gepflogen- Als der Zeitpunkt der Eröffnung der 'Heilstätte näher rüKe, wurde die Kommission Mr Tagung einberufen. ' ' /' , In Mer Sitzungen — die eine fand in Basel, die andere in Zürich statt —wurden alle. Fragen, die Mr die Führung»einer Wischen Heilstätte in' Betracht kommen, behandelt, so daß die Versicherung abgegeben werden kann, daß die Heilstätte in traMionell-religiöser Weise geführt wird. ^' ' Nantens der Ritualchmmission: - . ' .Der Präsident: 1 ■; . Salch Gug gen bei m-

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