Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 21 (30.5.1919)
- Date
- 1919-05-30
- Page
- Seite 318 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/3020846-3022353-3022374--27781-3053217- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Sette 384- „Tr. Bloch'K Wochenschrift" Nr. 21 Hn .VorWuld .Ler isrMlitische!^ Mtu^incinbc als auch «n. den Bereinsvorstand einliefen, tzHen davon ZeiMlis. daß die AusspeisunA tadellos funktionierte. Nur der unermüdlichen Tätigkeit des Vorstandes ist iK AnZuschreiberr, daß. dieses Moß angeleAe LiebM werk gelöst werden konnte. GariA besondere Verdienst? sich dcchei unser Vorstandsmitglied Herr Isidor Fromm er erworben, und wir Wlen-üns verpflichtet-' Herrn Fro m m e r öffentlich unseren Dank ausznsprechen. Es wäre nur wünschenswert, daß die Intentionen dieses»<munmehr seit 40 Jahren segensreich wirkender Vereins durch hochherziße Spenden gefördert und an§- gestaltet werden könnten. Die MtlüM der MM'mer und ÄultuMemeindr-, , augesteltten. Der BerdMd der Rabbiner Mährens urrd Schlesiens nachm am 4. d. M. seine durch den Krieg unterbrochene Tätigkeit wieder auf. In der in Prer.au ahgehalLener» Mllvers-ammlnng wurden Fragen religiöser,. nationaler mrd pädagogischer Natur zur' Diskussion gestellt. Aber auch die Sorge um das tägliche Brot, ein bisher ungenannter Bast bei unseren Beratungen, hat sich diesmal M Morte gemeldet. Die durch die allgemenre Teuerung Hervorgernfene schwierige Hage aller FeMv solöeten wurde bei unserem Stande noch dadurch schwie-, riger, daß manche Kultusbertretungen es unterlassen - HcLen, die B^Lge ihrer Beamten mir den Preisen der Wbensmittel auch nur halbweM in Einklang zu brin gen--Es hat mns schmerzlich berührt, .aus dem Munde verdienstvoller, in ihrem Berufe erbauten Kollegch; Worte Zu hören, so herb und hart, wie sich nur von Männern gebraucht werden, die das bittere Gefühl haben, ungerecht Und unwürdig behandelt worden zu sein. - ' .. Ein Mvoßer Teil he.O RaMner - unseres Verbandes leidet Bot. Diese wird' nicht kleiner dadurch, daß auch die tWrigen Beamten unserer .KuLtusgemeinden in derselben, mitunter noch weit schlimmeren Hage sich befinden. Geteiltes Heid ist in diesem Falle erhöhtes Leid. . Es soll hier dankbar anerkannt werden, daß zahlreiche Gemeindevertretüngen angesichts der schtvierig^n Hage der Hüter und Träger des Mischen Kultus, der Mischen Ueberlieferung und des jüdischen Volkstums den Grundsatz nicht verleuMet haben, daß sie rachamonim b'nei wchamonim sind- Nicht nur größere Gemeinden, sondern auch Zahlreiche Mittel- und Kleingemeinden haben ihren R-tbbinerri und Beamten Zulagen bewilligt, bei deren Bemessung nicht kälter Verstand, sondern ein wannfühlendes Herz den Rechenstist geführt hat. Es Zeigte sich auch diesmal,-daß dort, wo die^Schechinah sich offenbart, auch düs Kleine Großes Zu umfassen und Zu vollbringen VermM. '-Mn-diesem Hintergründe hebt sich um so finsterer das Verhalten anderer Gemeinden ab, die ihre Pflicht gegen ihre^ Angestellten nicht erfüllt haben. Wer da weiß, wie Mver es uns, den Männern idealer Lebensberufe, fällt, mit derartigen Fragen, vor die OeffenLlichkeit Zu treten, der wird es ernressen, rvelche Mühe rs uns geastet hat, uüs diesen Entschluß, diese Flucht in die Oeffentlichkeit a^uringen- Wenn man Mer hört, daß man MMhinern 300 und 500 K. jährliche Teuerungs- Zulagen gibt die.anderen Beamten folgen in gemessenem Abstande — dann muß der Idealismus verstummen und die Pflicht gebietet uns, unser Leid Zu MarÄe M tragen. Wenn wir dMei vor Scham erröten, wWM es'jene vevantworterß jbie dieses,,^Blutvergießen" verschuldet haben, jene Führer, „die nichts' wissen von dem Gerde der WeisenjüMe^. > . - . T"op alledem sind wir Idealisten und glauben, dgß es nur dieser einfachen Mühnmig, dieses Notschreies vor. der Oeffentlichkeit ' bedarf,' um - jene- Gemeindeoertre - tungen, die bisher ihre Pflicht nicht erMtt haben, daran zu gemahnen, daß sie ihren Rabbinern und Beamten düs' geben, ^vas ihnen zukornmt. Wir brauchen keine Namen nennen. Der Vorstand, der wissen will, ob unser Ruf an ihn gerichtet ist, kann sich die Antwort iw Budget seiner Gemeinde holen. Sollten. Zahlerr nicht deutlich sprechen, dann frage er bei jenen nach, als deren Sachwaller wir sprechen- - Wir betteln nicht, wir fordern, daß jene Gcuieinden, die es .noch nicht getan haben, ihren .Beamten TeuerurlgsZulagerr gewähren, die:.nicht...den. Eharakter eines mit Widerwillen gereichten Almosens tragen, die vielmehr sondern essen sind, daß sie es thrcn Beamte - ermöglichen, ein standesgemäßes Leben Zu führen und ihre Berussstslichten freudigen Herzens und mit sorgenfreiem Geiste zu erfüllen. Für den Verband der -NMbiner Mährens und Schlesierrs: Dr. L. Goldschmied, Proßnitz, derzeit Obmanni Dr. B. O p p e n h e i m, Olmütz, derzeit Obmann.ste.ll-? Vertreter, Dr. H. Schwenger, HurldettArrg. . derzeit . - 'Schristfichrer: Mrritz. (,,J üdischer O p feriag.) Die konstituierende Gencralversammlung des Vereines ,, Jüdischer Opfertag" fand am 13. d. M. unter Vorsitz des Proponenten Herrn Lobet t aubes statt. Aus dem vom Vorsitzenden erstatteten Bericht'über die bisherige Tätigkeit des Komitees des „Jüdischen Opfektages"!gehi folgendes hervor: Die Eingänge aus den. Sammlungen, zum weit größten Teil aus Galizien und devBukowma, beziehungsweise weise aus FlüchtUngskreistn, betragen etwa 300.000 Kronen. . Hievon sind 226.707.06 K. bar eingeflossen, wähLSLÄ ^in Betrag von mehr ' als 76^000 K. wohl avisiert, aber ' mfolge “1&5 gestörten Postvcrfeyrs bisher nicht abgeführt werden konnte. Die gesamten Verwaltungsausgaben für Propaganda,. Drucksorten, Porti», Bureausekrctariat. usw. betragen 25.197.36 K. .Zur Verwendung für die Zwecke des Opfertages gelangten bis jetzt folgende Beträge : für' die 'Aktion; jur . rinterhallung palästincnsifLer?Flüchilinge in Wien Md .Nikolsbürg 20.000 K.; jfür 'Kricgs-Waiscnfürforge in Krakau 13,000 K., in .Drohobycz 10.000 K., in Kolomea 5000 ft., für palästinensische Ftüchtliiige als Pesfachgabe 2000 ft,; ferner als Kredit für eine in Mauer ibei Wien, arbciiende Gemüscbaügruppe 2000 K. Auch wurde für weitere Zwei Arbeitsgruppen in Klosterneuburg und Hadersdorf ein Kredit von 4000 Kronen . bewilligt. Die Wahlen und Konstituierung des Vorstandes hatten folgendes Ergebnis: Präsident: Dr. Moritz P a ch t m a n n. Vtzepräsidenten: Heinrich B a r d und Nathan Tart a k o w e r; Kassier: Zakov Nowak; Sekretär: Löbel Taubes, ohne Funktion: HMel Badian, Ludwig Dato, Jfak Br an d stäkt er, Simcha' J a k o b, Anselm L az a r u's, Efcaim Lenz, Baruch L ö w, Anitta Müller, Erna P a t a k. Israel P e r l st e i n Dv. Leopold Plaschkes, Dr. David Rothblum, Dr. iMar Sprecher. Adolf Stand, Abgeordneter Robert St r i ck e r und Rudolf Tausfig: Einer Entschließung der Generalversammlung zu folge geht der Vorstand jetzt an'.die Errichtung eines Kriegswaisenheimes auf i Basis einer HLUSwirlfchafLsschule - für jüdische Mädchen. Es besteht der Plan, vorläufig £0 Kriegswaisen aus dem Osten in der zu diesem.Zwecke auzutaufenden Realität unLerzubringe-l" und sie zutüchtigen Hauswirtinnen und Kolv- , nistinnen für Palästina auszubilden. Mit der . Durchführung-dieses von Frau Erna Patak angeregten und entworfenen Projektes ' ist eine Kvnrmijsion. betraut worden, bestehend aus dem. Präsidium, der Antragstellerin und Herrn Ingenieur Llbner-Bad iau!. Hoffentlich findet dieses humane Antcrnehmen in' der jüdischen Oeffentlichkeit^ die gebühre-ude Förderung und ausgiebige Ilnterstützüngj. " .t Grttesdietkst am ScheVLsMAr im KANZLcthaussaatt, 3. P-tzixr, LsthriüLsrstt. 2i>, Md tzr her BibWhÄle, 2. Bchitk, Tentpekgaffe 3. - Airs Airlatz des diesjährigen -Schewuothfestes veranstaltet der Vorstand der israel. stultusgemeinde Wien - - gleichwie im. Vorjahre — 'an Stelle der infolge des seinerzeitigen Brandes des Leopoldstädter Tempels entfallenden. GsttssdMste folgende Andachten, nt tzw. : i 2m Mittlsren K o nzerthausfaale an folgen-