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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-05-09 · 18 (9.5.1919) · p. Seite 267

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
18 (9.5.1919)
Date
1919-05-09
Page
Seite 267 (sequence 7)
Language
German
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M iS ..Ur Msch's W-HmfchM ■***•«» kömten, Laß ihr Wivum AanZ auLerS sich- Mstället - hat) als sie es in ihren kühnsten Träumen, erhoffe^ Christ! ichsoziale Mandatare und ihr Troß, die zu Begrün ' ihrer Parteimacht existenzlos waren,, ziehen sichheute . als vielfache Millionäre Zurück. Sie, die au^Mgen.sind, .das Großkapital zu vernichten, haben jetzt nur noch dis einzige Sorge, iviefo man die angehäusten Millionrn?.'- werte in sichere'Verwahrung bringt. Das Wiener Judentum erfüllt es daher mit GenNäiuunZ, daß, sich das Wiener Volk am 4« Mai von den bisherigen 'Machthabern irr S.,adt und Land lossagte, s diese Lossagung ist eure derart gründliche, daß wohl die Befürchtung.ganz ausgeschlossen erscheint, baß. jemals , wieder eine Partei von der Brutalität der Christliche sozialen in Wien zur Macht gelangen könnte. ' Wenn man das'ErgKnis der Wiener GemeinderaMwählen von dem Standpunkte der neuen WahlordnunA und Wahlgeometrie beurteilt, so müssen wir Juden .mH demselben zufrieden sein. Wohl zählte der abireiende Genreinderat neun jüdische MilMeder und entsprach diese Zahl halbwegs dem damaligen Prozentsatz der jüdischen Wähler,. diesmal sind nur vier Indengewählt wordenein Ausmaßdas irr gar keinen Ein'kla.lg -mit' der dermaligen Zahl der jüdischen Wähler zu bringen ist, Wür aber dürfen wir von den neunem Wien Männern und von denr vielfach erprobten bisherigen Gemeinde!' ^at Dr. Schwarz-Hill er .erwarten, daß die mannigi facherr Interessen des Wiener Judentums in der Gememoestube in ihnen die würdigen und e. ergichen Vertreter gesunden haberr. Mit jugendlichein Elan und volev Schneid >werden die neugewählten Gememderrie Dr.- Bruno Pollak-Parnau, Dr. Jakob Ehrlich und Dr. Leopold Wlaßchkes für alles, was das Wiener Judentum im Genreinderat berührt, eintreten, bei dieser ihrer Tätigkeit können und dürfen sie nicht die taktische und sachliche Mittät'gkeit des erfahrenen Dr.-Schwarz- Hiller. vermissen. Die unliKsamen ZwischenWle vor der Wahl dürfen keine KonsegnenFM auf ihre gemeinsame Tätigkeit in der Gemeindestrrbe ausüben. Ihre Abgabe dort ist keine leich e und diese sich selbst zu erschweren, könnte nur ihren jüdischen Wählern arn meisten schaden. Von 'der neu einziehen'den sozialdemokratischen MajoriÄt in d-e Gemeinde- und Landesftube wollen wir hoffen. daß sie sich von den manchmal zu sehr verlockcni den Rufen ihres Zentralorgans der „Arbei'er-Zeitung". emanzipieren und den Jstden gegenüber ei..en gerechten Standpunkt einnehmen wird. I. Grob Luch. . Gins HZrrchtig«vK hKO Rechts tmwaits Kr. Th. Gntmarrn jun. rn Krrtretung des Herrn GdsekÄBtses MsrKrusteeV. Wie jenen unserer gesch.^ Leser, die für den wenig zeitgemäßen Orgelstreit sich interessieren, vielleicht noch in Erümerung sein durfte, hat Herr Oberkantor M o r -- g enstern öffentlich Mitteilen la.sen, daß sein Amtsgenosse Miykovsty, der publizistisch gegen die .. Orgelrefornr in. ziemlich starken Rede- Wendungen das Urteil gesprochen, für feinen eigenen Tempel in Odessa als Oberkantor die Einführung der Orgel „betrieben" hat. Da gegenwärtig mit Odessa jede Verbindung unterbrochen, der solcher Art Verdächtigte außer Lage ist, zu der Meldung des Herrn Morgenstern Stellung zu nehmen, und ich persönlich Herrn Oberkantor von Odessa als einen Mann von Bildung und Charakter kenne und schätze, habe ich mich veranlaßt gesehen, ihn gegen dir .Anschuldigung des" Doppelspieles und der -Doppelzüngigkeit m. Schutz zu nehmen und der Behauptung, daß dis Einführung der Orgel in; Tenlpel zu Odessa auf „Betreiben" Minkovskys erfolgt war, mit einem starken Zweifel zu begegnen. In b^ug hieraus sendet uns Hof- und Ssrichtsadvokat Dr. Theodor Gut mann jun., 1. Bez., Fleischmarkt 22—24, eine Zuschrift mit folgendem Wortlaut: ,/Zn Vertretung des Herrn Oberkantor Morgenstern erlaube ich mir. Ihnen den Inhalt eines Schreibens des Odsssaer Bürgers und Juden Samuel Postalow vom 29. April d. I. zur Kemstnis zu bringen. Dieses lautet: .„Ich bestätige, daß Herrn Oberkantor P. Minkovskys ilangvollr Stimme (Odessa, Broder-Sy aioge> durch die von ihm „eingeführte" Orgelbeglei» trrng — welches Instrument in der Synagoge stand — immer die beste und größte Freude für mich, wie auch für das gesamte Judentum Odessas war. Samuel Postalow m. p.* Mir hat Herr Postalow mündlich ebenfalls bestätigt, daß durch Minkovsky die Orgel im Odessaer Tempel eingeführt 'wurde. Es liegt mir ferner ein Originalschreiben des Herrn Menasche Krascylczyk aus Odessa mit folgendem Inhalt vor: „Ich erkläre hiermit, daß ich im Jahrs 1912 in Odessa den Herrn Oberkantor P. Minkovsky als Dorheter in der Brodysr Schn? mit kraftvoller Stimme unter Orgelbegleitung gehört habe: es fei noch hiezu bemerkt, daß ich ein gebürtiger Odessaer bin. - Menafche Krascylczyk m. II., Sit Pfarrg. 8." Es steht sowohl Ihnen, Herr R-edaklrnr, als auch jsdermam, der für dis Sach; Intrress; hat, fei, in die Originale dieser beiden Schriftstücke in meiner Kanzlei in den Nachmittagsstunden von 3 bis 5 Ahr Einsicht zu nehmen." —-— Mit dem Verstehenden haben wir dem Wunsche des Herrn Dr. Theodor Gut mann jun. entsprochen und enthalten uns jedes Arteilrs, inwiefern in den Leiden Zuschriften die Meldung ihre Bestätigung findet, daß die Entführung der Orgel in Odessa speziell auf .^betreiben" des dortigen Oberkantors erfolgt war. Mein Freund und Mitarbeiter Herr Dr. Sanruel Rappaport in Baden, der das russische Judentum und seine Geschichte ziemlich genau kennt, schrieb mir: „In den Synagogen zu Petersburg, zu Moskau und Kiew findet man keine Orgel, nur m Odessas in der „Brodyer Synagoge"; die Einführung erfolgte auf »Betreiben einiger sogenannter „Maskilim"; es waren' Großkaufleute, die in Berlin, in Kreisen der Reformer, erzogen, vermöge ihres wirtschaftlichen Ansehens und ihrer Stellung starken Einfluß ausübten." Soweit Herr Dr. Rappaport. Hoffentlich werden die politischen Verhaft risse es bald möglich machten, mit . Odessa in Verbindung zu treten, und Obsrkantor Minkovsky wird dann Gelegenheit haben. . sich selber über die gegen ihn erhobene Anschuldigung des Herrn Mörg en st ern zu äußern. Schließlich wirb in der Zuschrift im Namen des Herrn Oberkantors Morgenstern noch betont, daß es ihm „fernliegt, sich in den Kampf um dis Orgelfrags ernzulassen" — eine MiLte'lung, die mit anderen bei der Redaktion einla denden Mittelungen nicht gerade vollständig übereinstünmt. Trotzdem würde die Versicherung keinem Zweifel begegnen, wäre nicht zufällig der Schreiber des Briefes, der sie der OeffertlicAeit vermittelt — der erste und lauteste Ehorführer unter Iren

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