Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-05-09 · 18 (9.5.1919) · p. Seite 262

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
18 (9.5.1919)
Date
1919-05-09
Page
Seite 262 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/3020846-3022353-3022371--27722-3053155
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

zeigt eilten Wirrer, der einen karikierten jüdischen Ka- .pitalisteu schweißtriefend auf dem Rückm schleppt. Die Wiener brauchen keine deutschnationale Belehrung und haben sich die Männer ihres Vertrauens selbst au§M? ffucht. Wenn man aber schon davon spricht, so wollen wir uns doch einmal die Leutschen Recken genauer frei* trachten, die sich bisher auf dem Kücken der armen Wählerschaft in die ös.'enilchen VerLreungskörper hineintragen ließen. Mar: hat im Parlament lange Jahrzehnte laug nichts gehört als fie^ .sie haben jede Regierung terrorisiert und schließlich wurde der ganze S.aat an/ ihrem Klublokal herausdirigiert. Was ist herLusgeiom" meu? Das Unglück und die Katastrophe für jedermann. Von ihnen stammt jene Politik, welche die slawischen Völker in offenen Aufruhr trieb, sie ^besorg en jene Verwaltung, welche uns .zugrunde -verwaltete, aus ihrer Mtigkeit stammt der Rur ÜwM'gkeit und L.ässiakei.-H den wir in der ganzen Welt besitzen. Man r.enue .uns doch den Mann von ihnen, der durch feine Führung unfo Haltung etwas für den S aar ge schassen .hat, man Leigeuns den Teutschnationalen, der. jemanden anderen begeistert hatals jeine S ammtischler auf der Bierbank. Der geistige Bankerott die.er Partei ist schon vor Jahren ausgeörochen und hat den Bankerort dH gan. en S.aatcs leider nach sich gezogen. Mit Heilö und §epyhepp für.« wir ja schon lange regiert worden und haben denn auch schließlich den SäMg über den Kopf bEommen, der uns «t Boden strecke. Und die Leine, die düs verschckdat haben, soll nun jemand auf jenem Rücken wie.er in die Regerungsgebaudei tragen und soll das al e Regime der K. H. Wolsi HumÄel, Groß. uiw. wieder, auf-- richten? Diese Zumutung muß jeder als Beleidigung .aufMe»- der noch euren Funken' von Versand .hat. Wahrlich, die Deut chuaZonalen bähen in ihrer Politik die eiserne Stirne ellresMannes, dar auf allen Linien seine UnMWelt gezeigt und Bankerott gemacht hat und der dgml seine Bewerbirng um die Füfatng e'meS.großjS.r nnwi^t'ae- ^nfsimts wieder ausstellt. Kann man das nicht „semitische" Frechheit nennen? Dem teuLschnationa'en. Organ toe'ben es w'eder einmal die Juden zu bMt. Diesmal siiH es die italienischen Juden mit Genaral Segre an der Sp'tze. Segre ist em häufiger italienischer^ Jn.-enname, w'.e bei uns Kohn — so sagt ups Deut — und es ist lächerlich,, wie sich die Wiener ßefjen ihn benehmen. Sie danke : ihm geradezu hündisch für sein Eirtgegenkommen in der Zebe^smittelsiage, statt sich wie aufrechte Männer zu gebärden. Wir können es Teut na.ü-ckich nicht verdenke ., daß »er sich Über Juden aufregt, denn das ist fefht Geschäft und daÄ Geschäft geht be: dem Geiz der teutschnationalen Kriegsgewimrer über alles! Wer wir möchten oeu aUige.egten Dtann daran erinnern, daß es Tage gab, an veuen wir os,ne Zwe'M vor dem Verhungern u.ä> vor seinen schrecklichen Folgen »standen mr-d.dqß wir damals.dem italienischen jüdischen General sehr verbunden waren, weil er ryts in Hchster Not tzst ^ilfe kam. Schließlich füslek wir uns ckber nicht dazu.'berufen, die Geschä te der Regierung zu besorgen und etwas darüber ßü Wen, wie sich die Blätter zu den Leuten verhal an sollen, Mn deren guten Wtllesi wir ckbhÄngen. Wir mochten bloß dem' teutschqr Organ einen Rat geben, ha es doch die Wiener stolz haben wiH soll nämlich die Wiener stolz machen, so daß.sie auf «bie italienischen SeudmMN nicht mehr angewiesen wären. Das könnte dam: eintrelen, .werm sie arridepe LMensmitiel hätten,/ etwa von den deutschen Bauern, welche wenigstens ihren deutschen Brüdern in Wien aus Grückden des Stolzes sind' der nationalen Ehre-etwas liefern - könnten. Wer es scheint, daß sie sich -Der die Leitartikel ihres gefinnungsgenösiischen Plattes zwar empöre::, Mer mchd' so stark, daß jie.. sich durchs eigene Sendungen von Nah-rur^ schädigen wollenamt!bie Wiener MWnMer dar: jüdischeu Welschen , stolzer zu machen. Der Lande-säusschuß hat etwas entdeckt. Oh,. Publikum, vernehme es Mir Grausen! Die verhaßten Galizianer haben ein Auskunstsmittel gefunden, um sich der drohenden Ausweisung oder Emsperrung m ein Jnterniertenlager zu entziehen. In unerhörter Frechheit wollen sie gcknz einfach.Wien nicht verlasse!:, um in ein Land zu fahren, in das sie nicht ei-.mml.Pässe bekommen und sie wollen auch nicht einfach aus deM Grunde Sträflinge in einem Lager werden, weil sie auf -der Welt sind. So stich sie einfach gegangen und haben sichdie Zuständigkeit *ti deutsch österreichichen Landgemeinden gekauft. Darüber ist die Landesregierung furchtbar erbost und will diese Korruption mit der WurzM ausrotten. Die Christlichsozialen, welche Korruption nicht dulden — ist das nicht neu? jedenfalls ccher chaben sie einen tosenden Lärm erhoben und.die galizischen Verbrecher vor der ganzen Well angeklagt. Was aber Hab sich herausgeftellt? Daß die Landgemeirrdeu mit Vergnügen auf t-as Geschäft eingegangen sind u.ch hie Juden zu Hunderten zuständig machen. Man könnte jetzt noch sägen, daß natürlich der Glanz des jüdischen Gelles dip biederen Landbewohner verblendet hat. Aber das ist doch heutzutage kein Grund, da doch das Gelo bei den christlichsozialen Bauern — dank ihrem Schlechhandel — kistenweise unter desn Betten steht. Es stellt sich also in der Wirklichkeit heraus, daß die betreffenden Tasisrn an nichts anderes denken,, als an ihren Vorteih daß sie nie genug Reichtum züsammenscharren können, daß ihnen höhere Interessen ganz gleichgültig, sind, daß sie H verstehen, durch»' rdie 'brstchendesi Gesetze bnrchzu" schlüpfen. Kurz, also der ganze.antisemitische Katechisl mus, 'den man gegen die galizischeür Inden herleiert und!der bei den niederösterreschi.chLn Bauern zutrifsts Es ist hart' für die Cl-riffllch.oziaien, das im Landtag selbst amtlich bestätigen zu müs.en. » ' » Ein Mittag- und ein AbenMatt der DeutschnaLm- - nalen verdächtig en wieder die 'Juden nn der Frage der MieriLrnischen Fleischeürfuhr. Aufkäufer .Schlechhändler — Wucher. Nun stellt sich heraus, daßnichts änderet vorlag als eine Berechnung der Valuta durch die Regierung. Wer die Tentschm lassen, ihre gemeinen Verleumdungen an den Juden - hängen. * » Unter den Wahrheiten,. welche den Christlich sozialen im offenen Gemeinde rat gesagt wurden, besa.-^d sich auch der Vorwurf, daß sie A.Kelküngen nur gegen ein politisches Glaubensbekenntnis bewilligten. Sie versuchten zu leugnen, -aber erinnert sich nicht! Wer Snit Schrecken der Tragödien, r'elche sie durch persönliche. Verfolgung ihrer andersgesinnten A-lgestell^en verschuldet haben. Säi sprechen von alltestamentarischen Haß bei anderen, den sie aber setbst entwickeln. Dlie Christlichsozialen int Radhaus haben in ihrem Machtbereich eine politische Schreckensherrschaft ausgeübt und nachdem sich: jetzt niemand mehr vor .diesen Kriegshetzern und Kriagsgewin-' nern fürchtet, ist auch chre Macht zu Ende, t » >» * Von einigen Offizieren werden zu.ErrveMzweckei-i siuch sStandeszeituMen herausgejgeöen, welche sich .mit den Jntereffens der * //oberen' Schich-Ärr" der Wehrmacht chefassen. Die Interessen sind furchchar geschädigt und es ist kein Zwieifel,ttda,ß-.'viÄ2ehresthaste 'und', höchst anständige Menschen für die Fehler ihrer Führer btchch:.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.