Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 17 (2.5.1919)
- Date
- 1919-05-02
- Page
- Seite 256 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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m i? Seite 278 „Dr.Bkoch^! : Äeber mein Befragen nannte mir der Zugsführer feinen' Namen und erklärte, daß er Alois M o i-sl Heiße und in seiner bürgec-ichen Stellung Gemeinderat der Stadt Wien sei. -Ich sche mich nun veranlaßt, diesen Sachverhalt zur Kenntnis zu bringen, nachdem die von Meinem Nechtsfrrunde in dieser Richtung gemachten Verbuche, die Angelegenheit auf andere Weise auszutragen und mir die entsprechende Genugtuung zu verschaffen, ohne Erfolg geblieben sind. Ich stelle die Bitte: -■ t Ms möge gegen Alois Mo iv l, derzeit Zugsführer beim k. u. ff. - Infanterieregiment Hoch- und Deutschmeister Nr. 4, das entsprechende Perfahren eingeleibet Werden, mdem ich als Prroatkläger den Strafantrag Wegen Verurteilung des Beschuldigten wegen Uebertretung gegen die Sicherheit der Ehre stelle. ' Joses Braun. Nachschrift der Redaktion: Vorstehende Mitteilungen brauchen keinen Weiteren Kommentar. Herr Mors! sollte in einem antisemitischen Wahlb^ir? kandidieren! EigzsiHtes Interesse sowoW als Mch Pflicht der Dankbarkeit HsLLrtsn jüdischen Wählern, im?$tm Bezirk Wr Herrn DL. Hai«, m der LeopoMtädt Wr Dr. SOMSEr-H iLFer die StinMe ^bzrrgebe.'i. Verein „Kindschedn". Im Saale der Humanitätsvereine B'nai B'rith fand am 10. April die diesjährige Generalversammlung des Vereines „Kinderhrim für verkrüppelte, schwäche und rekonvaleszente Kinder Mischer Konfession" unter dem Vorsitze des Präsidenten, Herrn Moritz B. Di tzler, statt. An derselben nahmen als Vertreterin des,Ersten Wiener Frauenvereines zum Schutze verlassener Kinder Frau Faimy Ko p perl, als Delegierter der Zentralstelle für jüdischfozialtz Fürstrrge Herr Felir Lederer, als Delegierter des Vereines „Gute Herzen" Herr Bernhard Spielmann und HerrAmtstziter Krauß vom Wohltätigkeitsamt der israelitischen .Kultusgemeinde teil. , Nach Eröffnung der Versammlung und Begrüßung der Gäste ^ad''4^MeHünmMg ''Tr«»er-KM Me im Berichtsjahoe dähingegangenen Vorstandsmitglieder Emil Ke leti und Ignaz F r. a nkl durch Erheben von den Sitzen Ausdruck. Dem hierauf zur Verlesung gelangten Jahresberichte entnehmen wir, daß die Heimstätte in Laa int Gegensätze zu änderen weit größeren und reicher fundierten Heilstätten und Horten das einzige derartige Institut war, welches seinen Betrieb bis auf eine kurze-Unterbrechung frotz Seuchengefahr, Lebensmittelmängel und Verkehrsstockung austechtzuerhalten vermochte. Allerdings erforderte dieses Durchhalten, welches von der Rücksicht aus den schrecklichen Daseinskampf der ärmsten Be- «ölkerungsschichtvn -mährend des Krieges und in der noch schlimmeren Nachkriegszeit geboten war, sehr bedeutende finanzielle Opfer/ , Während ^>ie Gesamtkosten des Haushaltes noch im Jahre 1917 für 50 Kinder rund 22.800 % Betrugen, . mußten im Jahre 1918 ’fflto di» Verpflegung von 54 Kindern der Betrag pon 30.700 K., also ein Plus von rund L000 K., aufigewendät werden. Gegenüber dem letzten Friedensjahr, in welchem der Verein in Laa 120 Kinder beherbergen konnte, stieg der Verbrauch im , Ilchten Kriegsjcchr^ absolut gerechnet, um mehr als das Doppelte, unter Berücksichtigung der Zähl der verpflegten Kinder weit «über das Drejfäche. Der Bericht schließt mit einem eindringlichen Appell an alle sene glücklichen »Ehem, die für alle Leiden und Kümmernisse der Kriegsjcchre Trost in der, Gesundheit und kräfkützen' Lhüwicklung Ihrer eigenen Kinder finden, der armen, verkrüppelten uäd darbenden Kinder zu gedenken und mit fl«igebiger Hand deren Heilung und Erhaltung zu fördern. -Nach Erstattung des Kassaberichtes nahm Herr Felir Lederer das Wort, um im NäMen der ».Zentralstelk für südischsoziatz Fürsorge" seiner Genugtuung über die so überaus segensreichen Leistungen des Vereines zum Ausdruck zu dringen.' Das Kuratorium der Zentralstelle werde die Bestrebungen des Kinderheimes .auch wttterchm eifrig unterstützen. Herr Amtsleiter Krauß bezeichnet es als seine Herzens-- pflicht, dem Vereine „Kinderhrim" für seine ausgezeichnete -Tätigkeit zu danken, pnd gibt dem Wunsche Ausdruck, daß der Verein .sich Mmer krastiger entwickeln üüd fn der Lage sein möge, immer Reuen Kindern die Wdhttäten Heiner HeimMtte zugänglich zu machen. ^Präsident Eitzler spricht den Vorrednern den herzlichsten Wank Vorstandes für die von denselben geäußerte Anerk«v- «UW und srewrdliche/ Gesinnung aus. Antrag der Revisoren, dem Vorstande das Abjolutorium M erteilen, wird HierMf mit lebhrfler Bßffällsernstimm^keit an- Wv-WWAtz. . i " Akijl ‘ Sodann erstattet Herr G l ü ck in Vertretung des erkrankten Vizepräsidenten, »Herrn Generalkonsul Jacques Weih, Bericht über den derzeitigen Stand der Wirtschaft'. des Gutshofes in Laa und der Heimstätte. Gegenwärtig beherberge das KinÄerheint in Laa 17 KrüppeMnder, welche im März mit 428 Liter .Milcht 465 Eiern und 38 Kilogramm Fleisch, ferner mit genügenden Mengen an selbsterzeugtem Gemüse, Mehl und Brot versorgt würden. Luft, Sonne und Wald des ideal gelegenen Kinderheims tuen das übrige, um den Heilerfolg herbeizuführen. Allerdings müsse die Wirtschaft täglich 8 Liter Milch .zuhem geringen Preise von 64 Hellern abliefern, welches Quantum /gewiß unseren Kindern notwendiger wäre als der Bevölkerung von Neulengbach. Der Viehstand des Gutshofes beträgt gegenwärtig zwei Ochsen, sechs Kühe, ein Kalb, Zwei Stück Jungvieh und 41 Hühner. Der Ausbau unserer Heimstätte wird die nächste Aufgabe des Vereinsvorstandes fein, doch müsse hiesAr eine günstige -Zeit abgewartet werden, da die jetzige Verteuerung der Baumaterialien und der Arbeitskräfte jeder,Erweiterung Hinderlich sei. Die Heimstätte sei nicht nur aus die körperliche Besserung der Kinder, sondern auch aus deren geistige und sittliche Entwicklung bedacht. Die Kleinen genießen einen .ausreichenden Unterricht-und die Leitung des Heimes sorge durch Beschäftigungs- und Gesellschaftsspiele für geistige Anregung. Redner reflektiert auf eine Aeußerung in dem Referate des Dr. Bernfeld auf, dem jüngsten Iugendeiziehungstage. Dr. Bernfeld habe gewünscht, daß aNe Kiiiderheim« aufs Land verlegt werden, damit die Kinder mit landwirtschaftlichen Arbeiten beschäftigt werden können. Diese Forderung sei aber für kranke Kinder nicht durchführbar, denn Kinder, welche an Lüngenspitzenkatarrh oder.Verkrüppelung der Mieder leiden, können nur durch Lust, gute Nahrung und Faulenzen geheilt werden; .körperliche Arbeit sei direkt schädlich.,. Er könne im allgemenren nur konstatieren, daß unsere Wirtschaft' und unser Heim in Laa sehr gut situiert seien und bitte eindrjnglichst, der Aufforderung zur Propaganda zwecks Anwerbung neuer Mitglieder nach Möglichkeit zu entsprechen. (Lebhafter Beifalh-f <• Herr Dr. S är l'jun. berichtet namens feines Vaters Aber die vdn .letzterem unrernommenen Schritt« h.ehufs Erfolglassung des dem Vereine zufallenden Anteils an der Fuchsschen Hinterlasser'.Hchaft. Mit Worten herzlichsten Dankes an aä> Dkeduer erAärt sodann der Vorsitzende die Generalversammlung für geschlossen^ In der unmittelbar Aach der Generalversammlung stattgesundenen Sitzung des Vorstandes würde Herr Ignaz Glück unter allfejtiger AnerkennMg seiner vierdienstvollen Tätigkeit einstimmig zum Vizepräsidenten Und zum iObmanne des Erekutivkömitees gewählt. - Kansequente A-ntistmiten. Wir lesen im Jnnshrucker „W i der ha l l": „Ei, ei, wo bleibt.die Logik Ihres „nationalen" Denkens und Whlens, Ihr Herren Jnnsibrucker Alldeutsche? Das munterste am lautesten wiehernde Steckenpferd Ihres Herolds Dr. Straffner heißt ja: völtische Reinheit, hinaus mit den Juden? Wr leugnet ja deren Deutschtum, ihre Starnktesgleichheit, sie sind dach, wi« .ein Anhänger urMMt in einem Wuilleton-in Ihrem« -Blatte so reiKioll auMedvückt, „die Laus im Pel^ des DeutMtums"^. sie -siftd. .wie die-GchlMvvrte Ihrer Hartei heißen, die ,Mampirch die an seinem HerMut san- Wen", sie sind schuld am ZusammeMruch, sie sindschuld an den stetig, steigenden' Preisen, sie sirüd.. Bolschewisten und Ausbeuter, Sozialdemokraten und Unterdrücker, sie nehmen alle igeistijgen Posten ein!usrd sind doch nichW als „Perriäter am deutschen. Geiste"? Und nun lassen Sie einen Juden, Herrlt Dr. Ludwig Fulda, inr DeutschsMirol ^weMn? Wr eine deutsche, für eine „VLlkische" Sache? Alber meine Herren!' Besonnen- Hell, Rückgrat, Warakter, lWerzeujgun-g, Konsequenz, das scheinen doch Wquisiten %n seist, .hie ^Sie .nicht immer „auf Lager" hlch'en, aber.die Sie Mweilm untier.ddn- MM fallen lassen.? Das^ hieße sa vwWch^^ an der deutschen, an "der „völkischen" Sache verOveifeln, das hieße. Ihren einzig echfen Her^n'Rton in -eine Disharmonie anMingen Wen!, "das hieße doch einen der l e u ch de n dsten P r o g ra m m p u n k t e. verdunkeln! Ader, meine Herren!! , . - Brünnl Der vielgenannte und vielberufene „Geist der Zeifl" .macht; natjürlicheriveise auch seinen Einfluß aus unsere' Kuliusgemeinde .gelteM Stürmisch' klopft Jüng-iJuda: Nati-oitalisten, Zionisten, WdischsvAiale >und wie sie sich sonst nennen möMr, an - die Eingangs