Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 15 (11.4.1919)
- Date
- 1919-04-11
- Page
- Seite 209 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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M, 16 Or. Sloch’s 9&**"nvam Lentrslorgsn ffit die gesamten Interessen des Judentums s L. r. ^»MANLsZkLara . 'S o MrEK-Vrkkrtzr r slVLTtz § »-■ ' -s» » .» JStröa» «»* MBÄDrrSm,: * § ©i;a | I II/i, ^felwgjttt * i ß VsSs^-s», NK.SSS. | s ... .5 LZ aatKtaima«*sawM!jwBBPongMe»aH»« D Wirs, 11. April 1919 Erscheint ssSr» Fr«8», Brrrf'Adrrfir: Wie», L/1, Aralerstrstz« I %ile: Bloches Wschsufchrifl Wirk. £3 mmHSUQBOsMmwMMOMasma y 1 Bvzugs-rrisr | | Halbjährig &* gswak § | GsszjLhriz L2 Srssrs L 3 Emzeirzempls« 80 HÄ» » 2 a - My»tz«,r V»v 2»»r Z z 9£tU*sii*«»frfts. s * * « □ *gnB3»«saB«nfai?aaaa«amnaannoaop Leitartikel: Pesiach 1918». — ,J«ak»Ss Traum." — Vom Jahrmarkt des Lebe nS: Slsffeu z»r TageSgefchichte.' - - Nationalversammlung uni anderes. — Als Jude in englischer Gefangenschaft. — Die Stellung der Kantoren. — Zum 10. April 1919. — K» rrefp » » d , nzeur Plenarsitzung des Kultusvorstandes vo« 3. April. — Verein zur Wahrung der Interessen der orthodoxen Indern tunrs. — AuS der Züricher Weltksnserenz der Orthodoxie. — Verein zur Unterstützung armer, kranke, Israeliten, Wien. t Sonniu» verwendet sich für die jüdischen Flüchtlinge in Mien. — KultuSgemeindewahl n in Linz. — Was dir tschechischen Antisemiten wollen! — Ans einem Briefe aus Galiläa ü)er den dortigen Einzug der Engländer. — vermischtes. — Feuilleton: .Die Panier nnter römischer Herrschaft. — Literatur. — Vrvftasten. — Inserate. We£en des achttägigen Pessaekiestes wird die »äehsle Nummer von 8Dr. Blochs Wochenschrift** erst Freitag den 25. April ersehnnen. - ■ - - - - . Mich 1919 Üasso drnno elai käme miseir Sehainner mah milaiohj Schaum«• mah milel. Omar Schäumer ossoh bauker w’gam lojloh; im tiv’oiun Voju sehnen essoju. „Die Offenbarung von Dumoh: Mir ruft man zu. von Seir: Du, Wächter, wie isPs mit der Nacht, Wächter, wie ist's mit der Nacht? Es spricht der Wächter: Es ist gekommen der Morgen und auch die.Nacht; o 'das; ihr beten wolltet, betet, kehrt zurück, kommet!"(Jei'a-as 21, 11, 12.) ' - - . Biereinhalö Jahre hat das entsetzliche Morden 'im Weltkriege angedauert, und heute steht das noch aus tausend' Munden blutende Europa mittendrin in wahnsinnig e.r Selbstzerfleischung. Not und Kummer, Hunger und Elend nehmen kein Ende. Tiefsten Finsterküssen entsteigen im!mer neue drohende Gespenster und fragend wendet der Blick sich nach oben: „Wächter. wie siebtes um! die Nacht?" Stehen wir wirklich 'schon vor. der dritten Sintflut, die einst W. Raabe »(„Ein Frühling") prophetisch angeUndigt hat: „Zwei Sintfluten (die biblische unddie Völkerwanderung) hat das Geschlecht der Menschen erlebt; vor der dritten steht es." Soll das Gesicht des Weltweiten von Weimar jetzt Wirklichkeit werden: „Ich sehe die Zeit kommen, wo Gott keine. Frende mehr an der Menschhei 1 hät, und abermals alles zusammenschlagen mutz zu einer verjüngten Schöpfung"? Das schwerste Leid' trägt Israel, das Wutgeheul der snf ihn losstürmenden Hasser überschreit alle Älagv' rufe der Verhungerten und Verschmachtenden. Mörder und Plünderer überfallen , feine. Häuser, Frauen, Kinder, Greise erfahren keine Schonung, den wilden Horden fallen zahllose Märtyrer zum Opfer.. In solcher Stimmung rüstet das „ewige Volk", die Erinnerung an feine erste Befreiung zu begehen. * * * Zweierlei ist die Erlösung, welcher dis Hessachfrier gewidmet ist, eine Erlösung der Vergangenheit und eine Erlösung der Zukunft. Die Erlösung der Vergangenheit ist die aus Aegypten, Pessadi Mizrajim, die der Zukunft ist die. welche wir noch von Gott erhoffen» Pessaeh leossid. Der ersten sind die beiden ersten Tage des Peffachfestes geweiht, von der letzteren sprechen die beiden letzten Peffachtage. Die Ccbetordnung, und insbesondere die 'Hafthora, ist voll von Anklängen an das Pessaeh leo^id, an die freiung in der Zukunft. . Der Flügelfchlag der Iahrtaufends umrauscht uns. wenn wir uns an den Sedertifch setzen, um in stolze Erinnerungen an eine Zeit zu versinken, die weit, weit vor allem Geschichtsbeginn irgendeines anderen Volkes der Welt gekegen ist. Und wenn man dann bedenkt, datz im gleichen Moment Taufende von Brüdern dis an die fernsten Enden der Erde ebenfalls um . festlichen Tisch versammelt sind, ein Ereignis zu feiern, das an 3560 Jahre zurückliegt. — dann umhüllt uns bei aller Not der Zeit wie Lin Zauber das Mysterium, das ..Israel" heißt. . Das israelitische Haus wandelt sich in ein Heiligtum, und die Nacht vor dem Feste, wird wiederum zu einer „Wachefeier für den Ewigen**. In lebendiger Anschaulichkeit ziehen die alten Ereignisse, die Wunder der Volkserlöfung, an dem Geiste der versammelten Hausgenossen vorüber, wir vernehmen Stimmen aus uralter Zeit, sie erklingen um Mitternacht-von jenem