Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 14 (4.4.1919)
- Date
- 1919-04-04
- Page
- Seite 203 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Stk u Dr. Blochks Wochenschrift totem Bänglich -er KriegsLeuerungszulagen lag dem! Plenum eine Resolution des VertreLerkyllegmms vor, Morin schon derzeit, die Notwendigkeit anerkannt wird, einen Teil' der. Kriegsteuerungszuläge auf die Dauer deren Bestandes in die Vemesfungsgrundlage der Versorgungsgennffe einzurechnm^ Der Gesamtvorstand nahm auch diese Resolution an und beauftragte das VertreterkollegiuM.mit der Stellung detaillierter. Anträge für 'die Plenarsitzung. Der Vorsitzende, Hofrat Dr. Rappaport, teilte gleichzeitig ‘tmt, daß vom Verbände der Angestellten der Kultusgemeinde in den letzten-Tagen — nach Baschlutzfassung des VertreterkollegiuMs — in einer gröberen Eingabe eine Reihe von Wünschen vorgebracht wurde, die über 'das Ausmatz der heute bewilligten Erhöhungen hinausgehen. Mit dieser Eingabe wird .sich zunächst das Vertreterkollegium befassen. Desgleichen wurden die vom VorstandsmitgHede Dr. A.uerbaich gestellten Anträge, betreffend Aufhebung der Ehebewikligung und Rückwirkung des geänderten Pensionsnormales dem VertreterkollegiuM zur Behandlung zügewiesen. > . . .!! \ \! Erster Sekretär Dr. Adler brachte dem Kultusvyrstand'e und dem < Referenten Hofrat G er stM an n für die Stattgebung der vorgebrachten Wünsche den Dank der Beamtenschaft zum Ausdrucke. ' ZuM .GDUffe wurde die. Wahl in /den > Vorstand vorgenonttneN und die Herren Wolf.Adler, Emanuel Ko h n/ Johann Kotanyi, Heinrich Le d erer^ Ludwig Pekarek, Ludwig S p i r a wiederdie Herren lipp K o h n und Dir. 'Bruno Werner neugewählt. Bei der am 24. Mard. -I. stättgefundenen konsti- .tuierenden Plenarsitzung wurde gum «Obmann Herr Woritz Müller zum Stellvertreter Herr Felix Lederer, als Schriftführer Herr Dr. Jakob K o h n, als Kassaverwalter MemmkUersimATung des TöMnger TemMverernes. Die diesjährige Generalversammlung des D ö b l i nger TeMpelvereines fand, am 16. März 1919 unter reger Beteiligung der Wijkgliedschaft und zahlreicher Ehrengäste 'Itatt und rechtfertigte wiederum das hohe Ansehen, dessen sichdieser ausgezeichnet geleitete Verein erfreut. . - . : ' Der Vorsitzende, .Herr Obmann Mül l e r, begrüßte das. Ehrenmitglied, Se. WrwKrden Herrn Rabbiner' Dr. Feuchtw ang, ferner Herrn Dr, Münz als Vertreter des Kultusvorstandes, Herrn Direktor Dr. Krenberger-als Obmann des Verbandes der Tempelvereine, Herrn Leopold H o fm a nn als PräsideMn desTempelvereines des 4.u. 5, Bezirkes, Herrn H. Po lka k als Vertreter des TeMpelvepeines f. d. 8. Bezirk, Herrn Glück als Vertreter des Tempelvereines für-den 9. Bezirk und Frau Dr. Sidonie Kahn Präsidentin des Frauenvereines Döbling.! j ' « - ^' Der vom Vorsitzenden erstattete Jahresbericht. entwirft ein anschauliches Bild von der erfreulichen ^Entwicklung des Vereines, der -sich nicht bloß auf die Pflege eines auf hoher künstlerischer Stufe sichenden Gottesdienstes beschränkt, sondern auch. - eine , eminent charita'tive KWamkei entW e''. Wo wurde im abgelaufenen Jahre dem Fonds zur -Unterstützung israelitischer Soldaten im Grirtzinger Kriegsspitale ein Betrag von weit über . 60M K. zugeführt; weiters -hat sich in letzter Zeit Mer Initiative des Obmannstellvertreters Herrn Felix Lebe- - re r Unter dem Vorsitze ides Herrn RaMinevs Doktor Feuchtchiang ein Komitee konstituiert, welches sich die Unterstützung darbender jüdischer HochschAer zur Auf- - gäbe stellt. Fürdiese großzügige Mion ist ein Budget von zirka 30.000 K. praliminiert, welches zum großen Tette schon jetzt durch Sammlungen hereingebracht ist. An -den mit gvoßem -Beifall aufgenommenen Jahresbericht kNiipfte sich eine interessante Diskussion, welche , hauptsächlich, von den Herren Dr.Mün z, Direktor Rat Simon Hell er, Mat Dr.;Kr enb'erg er. und dem Schriftführer -Jakob K ohn bestritten wird. Diese Diskussion berührte in fesselnder Weise äktuüle jüdische Fragen unh wurde von Mr Zuhörerschaft mit höchstem Interesse angehört. i i i WUUVH Ü: *YYf ö"-jyvv.p.« Max Beck und Ludwig Pekarek, einstimmig -gewählt. Dfe Lage der Mchtlinge hi Wien, / Die Zentralstelle der FürforgL dar Kriezsstüchtlingen, beziehungsweise für die Flüchtlinge aus Galizien und der Bukowina, sofern hiese nicht deutschösterre'.chischer Nationalität sind, hat mit dem 15. März l. I. ihren Betrieb — wie her sämtliche AjusHiruck lautet — eingestellt. Man hat den Eindruck, als hätte sich em ganzer Staat aufgÄost. Denn die erwähnte Zmtralstelle bildete durch viereinhalb Jahre einen Staat im Staate mit einer Bevölkerungszcchl hon etwa 300.000 See'en Unter der Leitung des unermüdlichen Herrn Doktor Rudolf v. S chw arz-H iller.;! '■ Die Katasterzahl schließt mit rund 70.000 Parteien und da -das Gros der. Parteien Ms Familien besteht, so kann man durchschnittlich irechnen, daß hier etwa 300.000 Personen in staatlicher-Unterstützung abwechselnd in kürzeren oder längeren Zeiträumen gestanden sind, und zwar nicht nur!in barem Gchde, .sondern Mch in Kleidern, Schuhen, Wäsche, Bettdecken, Polstern, Strohsäcken, ärztlicher. Hilfe, Arzneimitteln/ Prothesenz Schulbüchern, Schulgeldern, Rechtshilfe, betreD KrieMchäden, Unterhalts^iträgen und vieler anderer Angelegenheiten, Reisekarten,ünd Reisezehrung usw. usw. Die Frequenz in deri.Zentrcckßelle, ' wo jHet!'IWchh» ling verschiedene Angelegenheiten^ hatte, rann. auf. viele Millionen geschätzt werden. Die Audienzen beim Leiter pflegten sich bis spät -in die Macht hineinzuzieNn, WMal die Mute auch in Privaten Mgelegenheiten dessen HUe suchten und fcntden. , . ' - - - Nun ist es still ^geworden in der Zirkus>gasse und die hier noch weilenden nnterstützungAedürftigen MüchM^ die aus Mangel an Trarrsportzügen, wie gus Furcht vor dem Kriege und-den Pogrmnen dorthin nicht'zurück- VWen können, sind 'nun jeder Hilfe Vcw.-/-Hre-'Mot ' spottet jeder Beschreibung. Die Pon den Polen zugesägte Million Kronen, bchufs -Mnöglichnng der weiteren Unterstützung, läßt noch immer uns sich warten. Da setzt-die Prrvathilfe, die Wohltätigkeit wiederum tpacker Die ' Wohlläticffeitsakte gegenW er den Flüchtlingen war iminer -grandios. -Es bestand buchstäblich "ein Wetteifer an Wohltun, wie sie die 'Welt noch 'niemals sah. Wenn auch nur einzelne Sterne glänzen, welche nicht gerade ihr Geld, sondern, was noch wertvoller ist, ihre Kräfte, ihre .hohe Seele den Armen weihten, 'so gM 'es doch nicht Minder herzechte, Mlle Wohltäter — 'fcheliche schell Mäkom — wAche dem Worte ,,zedaka" alle Ehre Machen. Der sehnlichste Wunsch , be^r 'armen, heimatslosen Wtchtlinge!geht dahin, wieder einmal einen Klaren Hafen zu finden, der in noch so riebenswürdiger Weife etterlten Wohltctten zu entbehren, '-ruhig^ die Worte'unserer Weisen bewundern zü können: „Hn rcHnM af ata rachmn . hu chanum af ata. channn ... wie ihrer erhobenen Wohltätern in. gMhl^nder Meist W dmrken. / - ' y . r; f ' ■ "■ n — /