Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-04-04 · 14 (4.4.1919) · p. Seite 193

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
14 (4.4.1919)
Date
1919-04-04
Page
Seite 193 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/3020846-3022353-3022367--27649-3053078
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

^enttalorgan für ble gesamten Interessen des Zudentums ' , f- .8 . »- k Si. k. PsW»rr«H«a»; 8 | :. SLsarlng-BrkÄehr: 8!TL7tz § 1 ' : 6'& "■ ■. *; ' ÄÄ-LA» 8»» «ÄsE-K«: Z 1 . aie« * I . n/i, PrslersKatzr S S 1 Tsispinias 4S.S99. | I - L I aaaoBfffHaeti&aeesgaB&asaasBSBSM Q IIL "iT'lin Hl UJI l'liu' ii Meu, 4. April ISIS Srschedrk jede» Msiiaz Sii,;.rdr,ji!: Wie». Il/i, Pr-!-rPr»tz- 9 Birch's VechsÄjchE Wfsn. I ... BsgLZSPttiL - | 8 H,üjShr^ i* Srrsr» | | S»»B?hri, 39 Krs«?» | | «mr-r-xmvrr«-s Mer | | Tx^kzrL: Srt# Staat K-ft»«vs»e | | s-LitzrÜk LS H»Z». S f 1 4 ^mmwMa«aaiai»nni«ns)i Inhalt: Leitatt tf«l: Nochmals zur Orgelfrage. -» 18ont Iah tma t! r bti 31br ns; Glossen zur TageSgeschichte: Lutisemitische Preßlügen. — Die Juden und die Zukunft des Teschener Gebietes^ — Die Lage der Juden in der tschecho-stawakischen NepubM . — Eine Audienz bei Präsident Masaryk. — Wer beherrscht daS Wirtschaftsleben Europas? — Korrespondenzen: Die . - - Wahlreform in der Kultusgemeinde. — Plenarsitzung des Kultusvorstandes. .— Berbefferung der LersorgungSansprüche der . Beamten der israelitischen Kultu-geurrinde.Wien. — Generalversammlung de- DSblinger TempelvereineS. — Die Lage b« 'Flüchtlinge' in Wie». — Kolin. Gr«-. — Bermifcht«S. — Feuilleton: In einer Winternacht. — Briefkasten. — Inserates . - \ jtrr Orgelfeage. .rB«n.Pr»sessor./Sir»M..Sra«-.*) ' ^Das jüdische Gefühl ist gegen die Orgel!" So schrieb L. L öw im Jahre 1861, in einem MSmmungsberfchte aus Wien, mit -derselben Stimmung rechnete auch, ich in meiner Schrift „Zur Orgelfrage" (S. 31) und^ieselbe Stimmung variiert nun Herr Rabbmer Dr. DK G r un wa l d in-. einem groben . Artikel, der sich ' durch drei Rummeim von „Dr. Blochs Wochenschrift" hindurchzieht, mit großem Weiße, miss großem Geschick, mit großer Belesenheil,' Wie sich das. bei diesem Manns von selbst versteht. Aber mehr als Stimmungsmacherei ist das nicht- und mit bloßm Gefühlen kommt man!da nicht weiter. Ich verkenne die Macht des Gefühls namentlich inReligionssächcn durchaus nijHI, und zu Wiederholten .Malen haben wir,:ich uns meine Parteigenossen, ' erklürt, daß wir die Gefühle der Orgelgegner in keiner ^Weise verletzen Wollen, indem wirihnen genug Syn- ^agogen überlassen, in denen sie "nach althergebrachter Weise beten könnenaber verlangen können und,müssen wir, daß "auch die Gefühle jenerdie sich mA der heutigen Verfassung unseres Gottesdienstes nicht zufrieden geben, respektiert werden sollen. In meiner Schrift, Legw. in unserer Eingabe an den Vorstand der Kultusgemeinde' ist auch mit" keinem Worte gesägt worden — obzwar wir das Recht dazu hatten und viele Parteigenossen es wünschen —, daß wir uns gerade den Tempel'in der Leopoldstadt,*) Me Stätte der Wirksamkeit des Herrn Dr. G runwald, O.r die Orgel'oder über- " - *) Aus Gründen der Zweckmäßigkeit haben wir die Bürstenabzüge Herrn Dr.Grunwald übermittelt, damit ^«r seine eventuelle Erwiderung sofort beifügt, um ein endloses Fortfpinnen -der^PolMik^zu. -vermeiden/ - - - . l)- Daß auf den Leopoldstädter Tempel, abgezielt wird, ist aus. einem -in ,-,Dr., Blo^ Wochenschrift" abgedruckten Antrag eines Komitees bekannt." Die Herren erklären es auch Jäns unverhohlen, i . . Dr. GrunsaLd. Haupt für unseren „reformierten" Gottesdienst ausersetze» Härten, sondern nur soviel wurde gesagt, daß die ftufc tusgemeinde entweder in einem schon bestehenden oder. m mnem M'rzlich zu «bauenden Tempel auch ftr Ue Bedürfnisse der von uns bezeichnrten Kreise zu sorgen habe. .Meine Schrift hat Überhaupt keine praktm scheu Vorschläge zur Diskussion gestebt, sondern die Frage '.der Zulässigkeit der Orgel nur theoretisch erörtert, und da stelle ich mit^Vergnügen fest, daß von einem reti« -gionsgesetzlichen Verbot der Orgel such Grün wald nicht zu sprechen wagt. Bei dieser Lage der Dinge hätte sich G. das Wort ersparen könnem seine Erwiderung mußte so rasch erfolgenweil er „dem ersten Stoß des Angriffes sofort begegnen" wollte: wer hat ihn» wer seinen Tempel» wer die.konservatioe Partei überhaupt angegriffen? Ich erkläre schon Hier im Gngange meiner Entgegnung, daß ich selbstverständlich auch jetzt meinem* den angreifen will, auch an der Verteidigung mehnes Standpunktes ist mir nichts gelegen, und leitet mich lediglich der Wunsch, zur Klärung der einmal aufgeworfenen Frage einiges beizutragen. „Das jüdische Gefühl U gegen die Orgel!" Das ift das Um und Drauf der ganzen Grunwaldfchen Aus*, fühtung. Aber das jüdische Gefühl war auch dagegen, als Man statt des dumpfen Cheder die moderne Schule einführen woMe: es ist noch nicht lange her, daß gewisse „heilige" Rabbiner m Äerufalem alle von Europa aus und durch die Zionisten im HeUgen Lande bv» gründeten Schulen in Acht und Bann getan haben; das Budapester^ Rabbinerseminar, das zu seinen Lehrern weltberühmte Männer zahlte und das Judentum mit einer Schar vortrefflicher Männer beschenkte. stand bei seiner Eröffnung uüd steht heute noch 'unter dem Bannflüche der orthvdoren Rabbiner Ungarns, und noch M unserer Großväter Zeit galt es, nicht nur in .Polen, sondern auch hierzülande, als Todsünde, wenn ein Jude ein „Latsch Sefer" (deutsches Buch> in die Hand nahm. , Witt Dr. G r un w akd auch dref^^ „frommen" GeMle

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.