Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 8 (21.2.1919)
- Date
- 1919-02-21
- Page
- Seite 112 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Leite 1L8 GWzende 'SenrebilLer erhalten wir von öenweniger brannten» aber desto, interessanteren ungaMndischen Vertretern der Kabalh, dem „M^lyer ALessrassch wärmer", dessen. Seele nicht Ms-HimmelreM eiNZ^HL.r &ul, oevor der Messias gekoWnett// befonderS aber non / dem ^singenden Heiligen m NagrftalLö", der naO des^ Hirtenknaben Schalmei seine Mazzos , walkt, .und bäckt, und dessen von der ungarischen .J&itt: und Scholle durchtränkte Gestalt soeben auch der junge S z a b o l c s i zum. . Mittelpunft seiner „Drei ungarische Lhässidlegenden" gemacht hat. Mit Vorliebe schildert K a t a i aber den einfachen, ungelehrten Ätann aus dem Volke, den sogenannten „Prostak", dessen naiv-treuherziges Gemüt und Herzensgottesdienst mehr Wunder Mt, als.der Grötzlen.Gebet. Der Safeder Schneider, der „Anteil haben möchte an dem Leben, das Welten schafft und überall neue Welt sieht", und deshalb allwöchentlich zwölf Schaubrote .in die Bundeslade hineinschmuggelt, David, der alte Holzhauer/ der stets unverstandene Malmenbrocken murmelt, und dem der AZsalmist selbst Genugtuung verschafft, für ungewollte Berechigung, der sagenumflossene „Caddik-graf" Potocky, -dessen Märtyrertod selbst der Sandezer beneidet, oder MeieM „der nicht beten kann, dessen Verdienst aber die -ganze Gemeinde Erholung finden lätzt", „Als. er am heiligen Tage zuhörte, wie Israels Söhne beten, ergriff auch ihn die Schnsucht, das^ Verlangen, seine Seele vor Gott auszüschütten. Änd wßil er.seine.glühende -Inbrunst in Worten nicht ausdrücken konnte, so konnte er den Durst der. Seele nicht anders.stillen, als datz er in die Flöte blies . . . Und weil sein Vater ihn den ^ganzen Tag davon abhielt, gvard ^das Sehnen" immer brennender, verzehrender, und gks < es. -endlich mit. ganzer Kraft ausbräch dräng der Flöte Gebet geradeaus in den HWW^Hr---die.rGkoWnihstÜ^und. ritz, unser, aller Hebet HjtMKyM nWWEWstMnige erzählt der Heböst als Erklärung und Entschuldigung, Im grotzen ganzen also -das eine Motlv,- das Änatole .France im-„Harlekin -der Mtre Dame" ikäfsisch^ verkörperte, -und dessen Motto so. prägnant im Talmud ausgedrückt - ist: „Rachamono libbo boj^ r . - Die sogenannte „Moral" der Geschichte tritt beim Verfasser niemals in den Vordergrund, aberwir sehen und hören es Md wir -fMlen es mit, wie die Moefie Oer '-chMidiMnEiZähluttjgM/ die Mtai wohl wirkM mit der Muttermilcheingesogen, den inieltigenten, -modernen Menschen in ihren Bann zieht, und! — jder Merzeugte Verstandesmensch sieht in den scheinbar wundertätigen Helden plötzlich Idealgestalten, Ideale des Hebens, der echten, unverfÄfchten Menschenliebe und vor allem Helden der heiligsten Sittenreinheit und Seelengrotze! ,? . - ‘ -Doch Patai ware.'nichL selbst Boet und Belletrist, lietze er sich 'diese Gelegenheit entgehen, uns , auch mit dem äutzeren Milieu, den Sitten-und Gebräuchen fres Ehassidismus, öekanntzümachen. Da ist es einmal die öDrÄe Mahlzeit" oder das, „Königinmahl", dort der Abschied von der kabbalistisch geschmückten Laubhütte, in deren Beschreibung der Autor, schwelgt. .Er macht uns mit' den Vorbereitungen zu Meffach, aber auch mit den rigorosev Details, wie. R. Nachum zur Weihe, einer nmgefchriehenen Thorarolte rMet, bekannt. Wir Hören von den Geheimnissen der Schowuotznacht ünd von den Losen- Geistern, die. auf den morgens ungewaschenen Fingerspitzen ruhem Grandios wirft die Erorzation, der Bannfluch,- der inmitten der Synagoge, zwischen auslöschenden "Kerzen und schauerlichen Pösaimenstötzen, äus- 'MvWchM>r^d;^7lVär-mft-"d'er^ Stimmung der „Ta- Hätt" devvTotenwasche-und -bÄeidung, versucht er sich. Und dem Schreibkünstler , gelingt alles - Niefällt tx .aus dem Ton. Die Erzählungen, realistisch ersonnen m s und erziehend gedacht, -ergeben mit dem .irrationellen Th.ura und dem verschwommenen Charafterstil.doch stets eins einzige, ungestörte, poetlsche Harmonik Jede Novelle, vielleicht antiken Ursprungs, liest, sich wie die Novität der Moderne, doch — äpage. Satauas alles klingt hier weitz in weitz, keusch und inniP und gläubig. Das Geheimnis ihrer Wirkung aber? Das ewig Göttliche zieht uns an! Szekesfehervax (Stuhlweitzenburg). _ Dr. A. Fürst. L. Chazanowitsch: Die polnischen Judenpogrome. Tatsachen "und Dokumente, Verlag Judäa Stockholm. Der vor kurzem in Stockholm und Kopenhagen gegründete jüdische Verlag „Judäa" zwecks Herausgabe von größeren Werken und kleineren Monographien über die aktuellen Fragen des Judentums tritt Imit seiner ersten Schrift über die „polnischen Judenpogrome", von Q. Chazanoroitsch an die Öffentlichkeit. Ungeachtet der Eile, mit sder das Werk abgefaßt werden mutzte, erhebt es sich über das Niveau von Momentschristen weithinaus. Die Sammlung der Materialien 'ist mit großem Fleiß durchgeführt worden, und.bietet ein erschütterndes Bild sowohl' der Vorgänge selbst als auch über -die Stellung der polnischen Gesellschaft zu "den schimpflichen Pogromakten.- Mas insbesondere in den'beiden Kapiteln „Der polnische Pogromorkan" und „Die. Stellung der polnischen Gesellschaft" mit dokumentarischen Einzelheiten belegt wird, ist eine fürchterliche Anklage gegen jenes Polentum, das nicht nur die Pogrome geduldet, sondern sie selbst provoziert hat. Auch in den anderen Teilen des Werkes ist reichhaltiges -Material enthalten, das über das ganze Kapitel der polnisch -jüdischen Beziehungen recht instruktive Informationen und Eindrücke von Augenzeugen gewährt.' So ist diese Schrift über die polnischen Pogrome eine -ausgezeichnete Einleitung zu den verschiedenen Monographien, welche der- Verlag Judäa noch herauszugeben beabsichtigt. Unzweifelhaft wird aber' dieses Werk in erster Reihe dazu beitragen, die Welt davon in ^Kenntnis zuTjetzen. welche' Gefahren der polnische Chauvinismus in sich birgt, iuno zugleich die Polen im Anblick dieses Spiegelbildes darauf lauft Merksam zu machen, wohin das antisemitische. Treiben der Neuzeit in. Polen führt. . . ■ -; ■ ■- Jeruböal. Eine ZMHM.tzLeL.Mojschsii Jugend. R. Löwit, Verlag, Berlin—Wien, .Heft '.6.. September. 1918- . Heft.- T. Oktober 1913. ' " '. ' ' ' " ./' In M. Hickls Verlag. Wien—Brünn, erscheint in den nächsten Tagen das- Buch „Der Judenpogrom in Lemberg", von jJosef Bendow. auf Grund authentischer Protokolle, Urkunden und amtlichen Material. 'Das Buch, enthält Zahlreiche photographische Aufnahmen, ein sehr ergiebiges, statistisches Material und ist. (die erste erschöpsende - Darstellung der 'Judenmassakers in Lemberg. Alfred Lrmm: Der Weg der Deutschjuden. Eine Skizzierung. Der neue Geist., Leipzig, Verlag. ' Knopf-Museum' Heinrich Waldes. Sammlung von Kleiderverschlüssen. Prag - Wrschowitz. Durchführung und 'Ergebnis. Unter dem Protektorate ^Seiner kaiserl. und königl. Hoheit - Admiral Erzherzog Karl Stephan, vom 1.. Oktober" 1917 dis 80. April 1918, stattgehäbten Preisausschreibens. Zur Schaffung von Kleidungsstücken für Armamputierte. — Von Dr. Paula Wahle, Prag/ 1918 Selbstverlag des Knopf-Museum Heinrich. Wäldes, Prag. Kommissionsverlag R. Streller, Leipzig. L. M. Karl Liebknecht war ein- Nachkomme.Martin Luthers. Karl von Weinberg, Vorstandsmitglied der antiseminschen deutschnationalen Polkspartest ist ein getaufter Jude. , " F. W. Arnold Zweig schreibt in der Weltbühne" über Rosa Luxemburg: - ^Weniger sichtbar als Individuum,' unvergWich . als Typus, steht die. Geftaft Rosa Luxemburg in diesen Tagen. Sie war, sie ist. die jüdische Revolutionärin des'Ostens,-chir' bis kn jede Fiber antimilitariMche, der Gewaltfeindliche/ schließlich selbst der Gewalt verfallene, ein' Leben lang kämpfende Trägerin der Idee. - Jüdinnen "dieser Art, geweiht in ihrer Besessenheit -und ganz rein in ihrem Wollen, .haben-den Zarismus jgeslürztf. . sie, haben die Nagaika des Kosaken verlacht,- sie haben die Gewehre der Soldateu'. picht zu schon und -die. Splitter der von ihnen "selbst bereiteten und geschleuderten Bombe nicht zu fürchtest geruht; sie sind geradeaus gegangen,. wie der. logische Gedanke, dem sie sich verschrieben und. der sie zu töten, aber. sticht zu widerlegen .vermochte . V. . -ch Kasußökber und MsktNsrttich« Kedsk^ur: Lr. Zsfef E. B!sH — Dmck vm? L Beck & Gohs Wr«h Yll