Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 6 (7.2.1919)
- Date
- 1919-02-07
- Page
- Seite 74 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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«äfc99 . n‘" Dr mmö W«SstsMrtstB %« •4w*&feemjlqt MüWalm fand in Budapest kn jüngster IM «ne^ von allen Konfessionen des Landes imposant HWicktä Volksversammlung statt, in der auch die HWer-ifraÄitische Religionsgemeinde und die Pest er aut.- orthodore Gemünde vertreten waren. Beide Vertreter *• ~ Gemeindevorstand Wilhelm Grau (Religionsgemeinde) und Ludwig Hartstein (orthodoxe Gemeinde) — nahmen im Namen des Judentums mit äll^ EntfHedenheit gegen das Bestreben der Radikalen StÄlung, und die Versammlung nahm einhellig einen Beschlußantrag an, der die Beibehaltung des obligatorischen Religionsunterrichtes fordert. BMmsaOme des ukrainischen Dtz^LoriuMs gegen Ke! Mmeome. 5 ILrich, 2. Februar. Die Pogrome in Berditschew und Zitomir, die neuere Berichte leider bestätigen, haben das ukrainische Direktorium bewogen, energische Maßnahmen gegen jede weitere Wiederholung von Erz essen -u ergreifen. Es wird aus Kiew berichtet, daß Lei dem Präsidenten des Direktoriums, W i n n i c z e n k o, eine gemischte Mdisch-ukrainische Deputation erschien. Ein Ukraine scher Führer, Nikowski, sagte, daß das Gewissen der Eainischen Demokratie durch die Pogrome aus das äußerste beunruhigt sei. Der Vorsitzende des jüdischen Natiynalsekretan'ats Demkin und Dr. Schwarzmann erstatteten einen ausführlichen Bericht über die -Vorgänge. W i n n i c z e nk o versicherte, daß die Regierung bereis energische Weisungen erlassen habe, um weitere antijüdische Exzesse zu verhindern. Unter anderem sei der vom Bahnhof in Baschmalsch her berüchügte PanditLnhauptmann Angiel gefangen worden: er wetßp MchAG^oerden. Seinx Bande sei entwaffnet.^ . - Me Schuldigen Mrtzen7v«häftet' und streng bestraft.' 1 Sodann besprach man die konkreten Maßnahmen^ gegen die Ausbreitung der Pogromwelle. Ts wurde beschlossen: Dys Direktorium wird eine Erklärung veröffentlichrn, in welcher es darauf Hinweisen wird, daß die TrLg« der Pogromagitation schwarze Banden llnd, welche hie Bevölkerung als Feinde der Ukraine betrachten müsse. Die Kommandanten'der Militärabteilungen und die Zivilbehörden werden für den Fall eines Pogroms verantwortlich gemacht. Die Schuldigen sollen sofort erschössen werden. Die Regierung setzt für Berditschew,"?Särgr uüd Obrucz drei Untersuchungskommissionen ein, ~in welche die Vorsitzenden des Obersten Gerichtshofes, Vertreter der militärischen Behörden und der ukrainischen und Mischen Gesellschaft.entsendet werden. . ' Die RegtzeuM für die Pogromvpfer. : iUe w, 2. Februar. Auf Veranlassung des Ministers für jüdische Angelegenheiten wies der ukrainische Mimsterrat drei Millionen Rubel für die Pogromopfer in Berditschew und Zitomir an. Das Geld wird durch ,- dre dortigen Wdischen Gemeinden unter Aufsicht des Mdischen Ministeriums verteilt werden.' mit> 'SHtirtrcimil.- '-V ’■: i * Ein Redakteur des „Daily Chronicle" hätte,. eine intereflante mit Marconi, dem Erfinder der drahtlosen Telegraphie.. Der geniale Ingenieur Äußerte sich Wer Krieg und Frieden, Politisches und Unpolitisches, Wer Völlerbund und Völkerhaß, Er gab . der Ueberzeugung Ausdruck, daß ein künftiger Krieg noch ' - viel gWuenvoller sein Würde, weil die Zivilbeo ölksMng 3^^#- daMütM zu leiden hätte. Wer er hofft .W- MegerMeste Volk, ']bg*...vWfM'.imn gelernt HM. 'KEMiWv'tzMk.' M'Äicht-qW^Wr^ gens wäre.eine Aeuorientierung m byug auf Deutsch' land sehr angebracht. Man könne die DeMchen Hüsten, sie verachten oder verfluchen, aber sie aus der Gemeinschaft der Menschen aUszusLoßen!, gehe doch nicht an. Das Hai man im Laufe der Weltgefchiichte nur einmal versucht, nämlich — nPt den Indem Und was war das Ergebnis? So off ein Christ in finanzielle Verlegenheit kommt, lauft er zum Juden. Und welch wunderbare Rasse sind diese Juden! Ueberal! findet man sie unter den Führern der Menschheit. So könnte man also, auch mit den Deutschen nicht so bald fertig werden. Man kann sie nicht töten, man darf sie nicht ins Vedderben stürzen oder Lum Wahnsinn treiben, man muß sie dazu eAehen, daß sie einen würdigen Platz im Rate der Völker einnehmen. Marconi erzählte, wrtf es Vergnügen es ihm bereitete, die deutschen, österreichischen, russischen Funksprüche aufzufangen. Wenn der Deutsche sprach, lauschte Marconi in der Stille des Aethers. und das war spannender als der schönste Roman. Denn di? W 'len des Aethers, meint Marconi, sind ewig. „Ich sandte Botschafter vor zehn Jahren' zu den Sternen, aber die konnten nicht einmal die nächstgelegenen Sterne erreichen. Ich glaube an den Verkehr mit "den Eterncn. Und daß? viele Planeten bedeutend älter sind als unsere Erde, so dürfen wir von ihren Einwohnern überaus wertvolle Informationen über unsere Vecgangruheit erhoffen. Es ist ganz verkehrt zu behaupten, laß die anderen Planeten, unbewohnbar feien, weil sie keme Atbmosphäre haben. Wenn sich im Meere keine. Fische befänden, würden wir sagen, das Leben im Meere fei unmöglich. Es ist auch unmöglich. — für Menschen. Was die Schwierigkeit, der Verschiedenheit, der Sprache anlclanat. läßt, sich auch diese beseitigen. Man.sendet .die Botschaft 2'^ % -- ^.Wd..MiHerAK | bis eins Bestätigung zurÄLkönimt. ein Jgwoxr, Mathematik muß doch, im ganzen Weltall gleich feim 'Durch dicke mathemät'schen Form ehr könnte man allmählich. zu einer gemeinverständlichen Sprache kommen." M a r c o n i behauptete oft. aus dem Äether ganz sonderbare Signale, br merkt zu haben, die nicht von der. Erde stammten und von irgendeinem Stern herkamen. Zum Schluss«; stimmte Marconi eine herrliche Hymne aus die Wissenschaft an. die das Gemüt jung erhält, die ihm die jDMte*i#n d'-r Natu^ eröffnet pnd die Schönheiten des Weltalls autdeckt. Marconi als Schwärmer und Phantast — eine nrue Erscheinung. Aber wie stets, anziehend und interessant.- ' . _; Die neueste „Lösung" der rumämschen Judenfrage. Das Kopenhagener Zionistische Bureau berichtet: Reuters Bureau veröffentlicht folgendes Telegramm des Bukarester britischen Gesandten: „Die Judenfrage kn Rumänien hat ihre g^etzmäßige Lösung gesunden. Durch ein soeben ausgestelltes Dekret wurde allen Fremden, die . in Rumänien wohnen und sich nickt als Ausländer erklären, das Embürgerungsreckt bewilligt. Ausgenommen von dieser Bestimmung sind nur diejenigen, die sich der Derräterei, Spionage oder Desertion schneidig gemacht haben." J Die rumänische Regierung bemüht sich mit aller Kraft, die rumänische Judenfrage nickt vor das Forum der Friedenskonferenz kommen zu lassen. Während der Drucklegung diese? Nummer unserer „Mitteilungen" erhielten Mir aus absolut zuverlässiger rumänischer Quelle folaendes Teleoramm^ das leider nur zur Genüge beweist, wie gerechtfertigt unsere oben ausgesprochenä Befürchtung ist. Das Telegramm hat-folgenden Wo^laut : _ ' „Dys stebeM erlassene Emanzipationsdekret kst' fM ' Ae MMnMen''Vudch /unanuWMM' d>ä der