Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 6 (7.2.1919)
- Date
- 1919-02-07
- Page
- Seite 73 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr 6 v Dr. -MLoch'E.WschkN'rck-rik Seit« S9 Böhmer Meyer, Jadlowa bei Pitzno, Warng' 'Selig, PrzemysL, Minchagaffe 3.Meller Adolf. Sanok, Freifeld Josef, Jaroslaw, Opolskagasse 4, Hübscher Moses, Radautz, Harn ich Salomon, Radautz, Schächter Arnold, Czernowitz, Jüdeagasse 19, Chan es Harm Leib, Wiznitz. Freier Salomon, Sereth, Hall erSalomon, Mishova, Gottfried Leopold, Czernowitz, Seminargasse, Katz Karl, Czernofvitz, Bethausgasse 2, N i k o Arnold, Czernowitz, Stefanie, gaffe ,11, S chm e t t e r l i n g Isidor, Wien, II., Lessinggasse, H o r ing e r Josef, Wien, XX., Heinzelmanngasse 17/31, F r e i f e l d Jos. b. Emerling, Wien, II., Mathildenplatz 9, Rosenbaum. Emanuel, Teschen (Schlesien), Schächter Araold, Nürnberg, Innere Laufergasfe 22, Li eb er Siegmund, Dortmund (Westfalen), Nordmarkt 5/Il, W ei st Isidor, Berlin/Klodowitzistraße 3-r/I. MinifterWcat NaLisnalrai KuM-lda. Samstag abends ist nach längerer Krankheit das Mitglied des Nationalrates /Ministerialrat et: D. Kamill Kuranda im 69. Lebensjahre gestorben. Der Verblichene, ein Sohn des Begründers der ..Ostdeutschen Post" — Mitglied des Frankfurter Parlamentes und des ersten österreichischen Reichsrates — Dr. Ignaz K u - randa, kam nach Absolvierung seiner Studien^in jungen Jahren als Beamter in das Handelsministerirrm. in welcher Zentralstelle er in verschiedenen Departernenls tätig war. Später wurde er der Eisenhahnssktion drs^ Handelsministeriums zu geteilt und bei der - (Gründung des Eisenbahnministeriums in dieses"übernommen.'Kura nd'.a, der über eine ganz ungewöhnliche (Bildung und über ein vislseitges Wissen^erfügte, zahlte zu den hervorragendsten Funktionären desEstenbahnmintsteriuins. Seine ausgezeichneten Arbeiten, auch legislatorischer Art, fanden, die verdiente Würdigung. K u randa bekleidete zuletzt 'im Eisenbahnministerium die. Stelle eines Mistst sterialrates. Nachdem er aus' dem Staatsdienste ausgetreten war, wandte er sich der aktiven Politik zu und errang eimMandat, im Kaiviertel. Im Aögeordnetenhause 'betätigte er stich in sehr erfolgreicher Weise an den verschiedensten Arbeiten auf dem Gebiete des Eisenbahn-, des Steuerwesens, sowie auf dem Gebiete der Sozialpolitik.' Er war ein schlagfertiger, witziger Debatterund jederzeit der. Aufmerksamkeit des Hauses sicher, wenn er das Wort ergriff, denn er beherrschte die Materie stets kn vollendeter Weife. Mit seinen parlamentarischer! Arbeiten war aber der Umfang seines Wirkens nicht erschöpft, ebensowenig wie seine.büreautratischen Berufsarbeiten in früheren Jahren seinem Tätigkeitsdrang genügt hatten. Ec betrieb e bis in die letzte , Zeit tiefgründige wissenschaftliche Studien.' Er war einer der besten Kenner der Historischen und philosophischen. Literatur, und als charakteristisch für den Dahingegangenen sei hier nur angeführt, daß er seinerzeit .eine vielbemerkte Gedenkrede auf Theodor Mommsen hielt. Dabei war er ein treuer, aufrechter Jude, der für fein Judentum stets mutig in die Schranken trat. Jahrzehnte hindurch saß er in der Leitung der „2 f r. A l l i a n z", deren Aufgaben er sich. mit Hingebung widmete. Kuranda, der das glücklichste Familienleben geführt hatte, erlebte den großen Schmerz, daß fein, ältester hoffnungsvoller Sohn Rafael ein Opfer des Krieges geworden-ist. An seiner Bahre trauern seine Gattin Frau Else K u r a n d a und sein minderjähriger Sohn - Peter, sowie ein-großer "Kreis von Freundenden sich Kuranda im Laufe der- Jahrzehnte zu erwerben und fest- , zuhalten verstanden hat. Moritz FtichMnder. Sonntag wurde in aller Stille - nach seinem Sinn und" Wunsch — ein bedeutender und . nanrhaster Gekehrter zu Grabe getragen, Dr. Moritz Fr i edkänder, in unserer breiteren'Oeffentlichkeit wenig gekannt, um! sopopulärer im Osten der gewesenen Won-' axHie, in Galizien und! der Bukowina, war. der. warmherzige Initiator und' Organisator der mustergültigen Schulen und Anstalten zur Heranziehung der jüdischen Jugend zu Ackerbauern und Handwerkern, welche durch die großzügige materielle Hilfe des Baron Hirsch die Möglichkeit der Verwirklichung erhielten und zum Segen ganzer Generationen des ostjüdifchen Proletariats wurden. und weiterhin sind. Nach dem Ausbau der Baron Hirfch'schen Anstalten und Uebergabe ihrer Verwaltung an ein großes internationales Kuratorium widmete'sich Fried!and er wieder wissenschaftlicher Tätigkeit. Auf dem Gebiete, neutestamentlicher Zeitgeschichte genoß er autoritäres Ansehen, selbst protestantische Theologen empfingen aus seinen Schriften vielfache Belehrung. Von seinen bedeutendsten Werken nennen wir.: „Patriot ische und LchlmudisHe Studien" (1-878): „Lessings .Nathan' der Weife" (1880): „Apion: ein Kulturbild aus dem ersten christlichen Jahrhundert" (1832); „Zur Entstehung des Christentums" (1894) : „Die drei Bester: ein Kulturbild aus Galizien" (unter dem 'Pseudonym -„Marek Firkowitz". 1894): „Das Judentum in der vorchristlichen griechischen Welt" (1397): „Der vorchristliche jüdische Gnostizismus" (1898): „Reifesrinnerungen aus Galizien". (1900): „Der Antichrist" (1902): „Geschichte der jüdischen Apologetik" (1923) und „Der Freiwillige des Ghetto: Kulturbilder aus Vergangenheit, und Gegenwart". Jstchlitischr KultussMernde Nikslsömg. Nikolsburg, 3. Februar 1919. '.An „Dr. Bloch's Wochenschrift" Wien, 2. Dez., Praterstraße 9. Ich ersuche um Aufnahme folgender Zeilen: „Unter der Aufschrift: „Ein Schandfleck des Judentums" ist in-Ihrem geschätzten Blatte vom 31. Januar 1919, Nr. 5. ein Bericht über das Nikolsburger Flüchtlingslager erschienen, der ,dem Prager „Zidovsky Zpra vy" entnommen wurde. Dorerst fei richtiggestellt, daß nicht Herr Deutsch, sondern der gefertigte Gustav Pisk Vorsteher der ist. Kultus gemeinde Nikolsburg ist. Für die in den „Zidovsky Zpravy" gerügten Zustände im Flüchtlingslager in Nikolsburg kann weder die Kultusgemeinde Nikolsburg, noch eins andere Privatperson verantwortlich gemacht. werden, da das staatliche Barackenlger in Nikolsburg stets unter Staatsaufsicht stand und der Gemeinde nicht die allergeringste Jngerenz auf die Vorkommnisse im Barackenlager gestattet wurde. Es ist allgemein bekannt. daß'die Kultusgemeinde Nikolsburg sowie alle ihre Mitglieder während der Flüchtlingsinoasion, die uns volle vier Jahre in Ansyruck nahm und bisher noch in Anspruch mmm-h sich voll und ganz in dert Dienst der Sache stelltest, und am. meisten von ollen Gemeinden Mährens mit Rücksicht auf den großen.Zuzug von Flüchtlingen zu leisten hatten und auch geleistet haben. Ich unterlasse es daher, die .in dem erwähnten Berichts gemachten weiteren Ausführungen zu erwidern, und weise nur die in demselben auch der Kultusgemeinde Nikolsburg zugefügten Anwürfe entschiedenst zurück. Ich danke im vorhinein für die Aufnahme dieser Zeilen und zeichne mit vorzüglicher Hochachtung Kultusvorstand der ist. Kultusgemeinde Nikolsburg. Der Kultusvorsteher: Gustav Pisk. Für dm eWgMorWrn Rctigisnsunrerricht. Die radikale Strömung hat auch in Ungarn die Frage aufgeworfen, ob der obligatorische'Unterricht . feer. Religion aus den Volks- und Mittelschulen, nicht gänzlich aüsgeschaltet werden solle. Gegen diese Förderung