Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 5 (31.1.1919)
- Date
- 1919-01-31
- Page
- Seite 64 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Dr. Mischt MvHxrrMkN ttwtzs LeListtsmittel mit nach Hause: Mehl, Gerste. Dohnen und «rdere VrLchte. In der Kile ging es zu Chanukka immer lebhaft zu.. Tag.und Nacht wurde gespielt. Die Männer beschäftigten sich mit dem Karten-. Frauen und Jugend beiderlei Geschlechts ödlagen mit Leidenschaft dem „Drrhnderlvulgo Trenderl"-Spiel. Daß der Ausdruck vom deuWen Worte „drehen" stammt, braucht nicht hervorgehoden zu werden. Es gab zwei Gattungen dieses „Drehnherl": die „bauchige", das sind die mi,t dem massiven Mittelteil, und die „Flugel-Drehnderl",-die also reinen Mittelteil, sondern vier Flügelstände zeigten. Die letzteren waren die teueren. .V Großmutter belehrte uns genauest über die Herstellung dieses beliebten Spielzeuges: Wie man die „Guß" machte, nämlich aus einem dicken Stück eines Holzstabes, der in vier Teile gespalten wird. Da werden mit einem Messer die Form! und die Buchstaben eingeschnitten, resp. eingegraLen. Die „Guß" wird dann zusammengebunden, zwischen Steinen oder Ziegeln aufrechtstehend befestigt, worauf das geschnrotzene Blei mit einem schnabelartig zugebogenen Blechloffel in die Oeffnung der „Butz" geleitet wird. Rasch wird dann etwas Waffer auf das Blei -gegossen, damit das Hotz bei der Hitze des Metalles nicht altzuviel leidet. Nunmehr wird die, wie ich nachträglich bemerke, mit einer Schnur stark zusammengehaltene „Guh" von den Banden befreit, die Hotzstüche werden auseinandergenommen und das Werk steht fertig da. Freilich nmtz es noch „geputzt^' werden. Der „Hals", das ist der oberste äks Drehgriff dienende Teil, der „Bauch" und besonders der „Fuß" das unterste Stück, werden sorgfMigst gereinigt. Und nach der „Ausprohierung" steht das „Drehnderl" zu Glück oher Unglück des Spielers bereite Mmr weiß es. ja allenthalben, was die vier Buchstaben des „Drehnderl" bedeuten: Das N besagt „nichts", der Spieler hat an der Kassa «nichts zu ziehen; das H ..halb", der "Halbe ^Einsatz "gehört Mm Sp ieler: das * Sch heißt soviel wie „Stellemk^ d. h. der Spieler hat einen Einsatz zu keiften in der Höhe des Kaffabestandes; G bedeutet, dir ganze Kassa gehört dettt Spieler. Die vier Buchstaben geben wiederholt Änlatz, sie auf mannigfache Weise $u deuten. Eines Tages gab es zwischen NoÜ kNathml) Schuster und Schlome Kappelmacher einen Vaufhaudet, wobei Schlome den Kürzeren gezogen hat. Sofort bemächtigten sich, die „Drehnderl"-Spieler der Sache und es hietz in der KAe: Rotl hat Schlome gepökscht. Ein andermal bestand in der Kile eine Liebesgeschichte. Da stand auch.ganz Chanukka unter der Devise: „Nuchem hat Schemdl gern." (Fortsetzung folgt.) Druckfehlerberrchthgung. In das Feuilleton „Die Geschichten meiner Großmutter" hat sich ein sinnstörender Druckfehler eingeschlichen. Statt „Wie man Halb ^talt". soll es.richtig Sitzen: ,,Wie man Halles talt." Mer-trrr. ÄLL btt sranßSsifchen Revolution.. Schüderrmgen und Berichts von Augenzeugen. Band L der Sammlung: Erlebtes und Erschautes. Verlag R. Doigtländer, Leipzig, Mk. 2.75. Das wirk-- siünste Mittel, um die Indianerbüchel zu verdrängen, ist dir von der Freien Lehrerpereinigung für Kunstpflege zu Berlin , herausgegebene Sammlung: „Erlebtes «und Erschautes". Unter den bish« erschienenen Händen geographischen und historischen Inhaltes zeichnet sich der S. Band sowohl in künstlerischer als auch in inhaltlich« D^iehung aus. >Den 'Inhalt bilden die Autzeichnungen Dr. Eschnernys „L-cher »die Revolution im Juli 17S9" und „lieber bfe 'Revolution .im Oktober ,7769", ferner das Tagebuch Clerys „Heber die Lremnisse im 'Turm des Tempels während der Gefangenschaft Ludwig »XVb 'imd 'seiner Familie". Die Buchausstattung ßourde ruyi Erich. iGruner,, Leupzig, «besorgt. Zwölf Stiche von, zeit- ^enössischen Künstlern Hilden Me «wertvolle Ergänzung zunr Inhalt, staunenswert, ist, Haß der 'Verlag unter den obwaltenden Amftänden «n solches Prachtwert lfür einen so minimalen Betrag liefern kann.;;l - | ■ Dr. a. M. Die, Mitteilung - hes' „IsraM" Nr. 51 aus Men (wiederholt in Nr. . 3): „.Uurrr Führung von Dr. Grunwald hat sich der Rabbinerrat mit Ausschaltung?des Oderrabbi.iers könstituiectz" .ist cine pure Erdichtung., Der Wiener Rabbinerverband bestand mehrere Jahre vor Berufung des Herrn Dr. EUajes; und «bildet eine-Sektion des Beamtenverbandss der israelitischen Kultusgemeinde. Iäwne. «Eingesendete 'Manuskripte werden nicht retourniert. Honorare werden bloß für bestellte Arbeiten bezahlt. O. L , Aussig. Im Wirtschaftsverband der Buchdruckereien befindet sich M einziger Jude, der in seiner «Stellung kaum Irgend einen Einfluß aüszuüben in der Lage ist. , W. 300. Sonnino stammt, von einem jüdischen Vater üb. Der gewesene Bürgermeister von Rom, Nathan, ist'Jude. s ReligioirsLehrtt S. Die /gewünschte Adresse ist: Verein der israelitischen Religionslehrer. Wien, st. Bezirk, Seitenstettengafse 4. I. Mannaberg. Der Dichter Perez ist tot. Seine V^rke erhalten Sie durch die Buchhandlung R. Könnt. Wien, 1. Bezirk Rotenturmsträße 22. -. Elsa B., MyctheMasft. Für Mener So^aldemokraten von der Sorte Austerlitz Genossen zu stimmen, ist für einen selbstbewußten, treuen Juden «in schweres, sehr-schweres Opfer.. Nicht wegen des sozialistischen .Programmes, vas an sich jüdich ist, sondern wegen ihres unsozialistischen /Verhaltens zur Iudenfrage. Die Artikel der „Arbeiter-Zeitung" zum Beispiel über die Lemberg«? Pogrome waren gine Schande. Bön allen sozialdemokratiAen Parteien der ganzen Wsitt sind die österreichischen und hrolnisthen Sozialdemokraten in bezug lauf die Juden die reaktionärsten. Nicht Kapitalsinteressen, sondern das politische Verhalten unserer sozialdemokratischen Renegaten. .die durch einen antisemitischen Jargon ihre Abstammung vergessen «machen wollen, hat in treuen, jüdischen. Kreisen Widerwillen jmb. Empörung geweckt. . .Seibstver«tLndlich darf keine Rede davon sein, für antisemitische Parteien fru Mimen. Allein, apch Mr die -AusterlH und Pick zu stimmen,, kostet ehr Opfer des Intellektes.; ZygrkMnd Brodaty, «Stockholm. Wir nchnren zur Kenntnis, , daß Sie entgegen der «Meldung eines von der «polnischen Liquidationskommission publtzirrten «Telegrammes «aus.Stockholm (vgl. Blochs „Wochenschrift" Nr. 51), die Lemöerger Pogrombericht? nicht für tendenziös erklärt haben, fondem nur die Notwendigkeit friedlichen ZusammeMberls zwischen «Polen And Juden fm neuen Polrnvsiche mit patriotischer EindlinglichLit betonen iwottten. > Oer Vorstuaä cker lerLslilisebeir tzultusgeweincks Men gibt blewit bekuLvt, äaö äls t'rivLtistenprükungeQ aus »rsslitisebsr Religion kür Lebülsr an Nitlslsebulsn ira l. Semester des Schul*’ ahres lnl8/19 Donnerstag, den 6. Februar 1919, von 4 bis 6 Uhr nachm. 1., Seitenstettengasse 2, II. Stock, durch Herrn Professor Dr. Heinrich PoUak stattfinden.' Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. Herr Lektor Dr. S. Rubin und Frau beehren sich hiemit allen ihren Freunden bekanntzugeben, daß die Barmizwa-Feier ihres jüngsten Sohnes Immanuel Samstag, d. 1. Februar, 9 Uhr vormittags, im Türkischen Tempel, II., Zirkusgasse 22, stattfinden wird. Stttdcilt der Medizin erteilt Unterricht in der — - - — hebräischen Literatur und Sprache. Auskunft bei Klinger, XX., Bäuerlegasse 36, Tür 5. Suche für meine 33 jährige, intelligente, fesche Tochter, kaufmännisch und musikalisch gebildet, mit Engrosgeschäit und größerem Barvermögen, einen gebildeten, gutsituierten Kaufmann. Kann auch Witwer mit Kind sein. — Anträge unter »Angenehmes Heim« an die Expedition' des Blattes. Posten in PrötIxme junger Mann aus feinem Hanse,, absolvierter. Untergymnas ast, lÜaschinscbreiber, Stenograph etc. bei freier Station eventuell Gehalt. — Gefällige Anträge erbeten unter ,OMenid“ an die Re> daktion des Blattes.; ' * ' *; verm»geber «rü> vttautvortücher »ebolttur: ®r. Ipfef G. BW- — D«ick vo» S. BrS » Sohn Wien, Vll.