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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-01-31 · 5 (31.1.1919) · p. Seite 49

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
5 (31.1.1919)
Date
1919-01-31
Page
Seite 49 (sequence 1)
Language
German
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S-Yr«»--. 7UMI Dr. Bloch’s Lentralorgan kür die gesamten Interessen des Judentums 8 0000000000000000120000000000000 LI a a - S, ft. tu PEpardasirnaml Elearing-DerKehr r 810.976 OO : SlrtoMtoa und Admintstrald»»: töien 17/,. Praierstratze S Telephons 49.359« Q anaäbaaaaaaaaaaaoaaaaaaoaaaaaa 0 —-OOO Wien, Bl. JSnncr 1919 Erscheint jeden Frettsg Brief-Adresse: Wien, 11/1, Prslerfkratze 9 Telegramm-Adreffe: Bloch's Wochenschrift Wien. Lk02rr2aaaoaosasoor:olioaooooaaoooa2 S Z » Bezugspreis: g | Halbjährig 10 Kronen | 5 Ganzjährig 30 Kronen g g Einzelexemplare 50 Heller | Anzeige» r Sie 2mal gespattrne P.rirzcile 80 H.Ser. 0 g Q oaotfnaanaoaoaaoonoaaaaaaanaoaa O Inhalt: Leitartikel: Erziehung der jüdischen Jugend. - Vom Jahrmarkt des Lebens: Glossen znr Tagesgeschickte. Der Antisemitismus der Wahlzelt. — Offener Brief an Mr Henry Morgenthau. ehemaligen amerikanischen Botschafter in Konstantrnopel. — Die französische Politik bezüglich Palästinas. — Die jüdischen Kriegsgefangenen in Sibirien. — Franz Oppenheimer O d.nar uS für Soziologie in Frankfurt a. M. Ban ett für Emir Feifal. — Nationalität, Zionismus. Reform. - Korrespondenzen: In letzter Stunde. — Mariahilfer Tempelverein. — Der geweseue Vizepräsident der Wlener israel. Kultusgemernde Dr. Leopold Kohn. — Die Zustände in der Bibliothek der Wiener isra-llt.scken Kuitusgememde. — Antisemitische Kundgebungen. - Eine gesprengte Amisemitenvrrsammlung. — Eine gesprengte Zionistenversammlung. — Delegation .des Jüdischen Nationalrakes für Oftgalizien. Pogrom in Tarnobrzeg (Galizien). — Das jüdische Religionsgesetz als Rechtegrund. —‘ Ein Schandfleck des Judentums. — Die Juden in Rumänien. — Zürich. — Vermischtes. — Feuilleton: Die Geschichten memer Großmutter. — Literatur. — Briefkasten. — Inserate. Zur gefälligen Beachtung! An jene P. T. Leser, welche es bisher verabsäumt haben, die in Nr. 2 beigelegten Posterlagscheine zum Begleiche'ihres fälligen Abonnements ztf benützen, erlauben wir unsTindeii nächsten Tagen Postaüfträge in der Höl/e des Abonnementbetrages zu richten. Die geehrten Abonnenten werden gebeten, um Störuigen in der Blattzusendung zn vermeiden, diese Postaüfträge ^bedingt einzulösen. . Die Administration. Grzishuus der jüdischrn Irrgriid. „Nicht durch Macht, und nicht durch Stärke, sonder« durch meinen Geist, spricht der Her,. der Heerscharen.- Secharja. IV, 6. Haphtara für Cabbath-Chanuka. Wenn all LZ stürzt und allenthalben der. Erde Antlitz sich erneuert, sollte dies nicht auch un'eren ReiijgicrvZunterricht betreffen und auch dieses StieMrd der Schule sich, erneuern? Schüttle man nicht das Haupt, wenn ein ausgedienter Schulmann diese Frage aufwirft. Vieles und vielerlei hat er au?.- dem Fe.de seuuet Tätigkeit, die sich, auf mehr als Än MenschenÄter ü-streckt, erlebt, ein Menschengeschlecht und mehr nach sah er an sich.vorüberziehen, gute und schlechte, fleMge und unfleißige, aufmerksame und unausm-erksame, gehorsame und störrische Schüler, und, setzt, am Ende seiner Tätigkeit angelangt, die Bilanz zPheud zwischen Mühe und Erfolg, muß er ftch in stillen Stundet!, deren er nun mehrere erkebtz seufzend oft Lagern: Eitel,war mein Mühen, der Arbeit entspricht divr Erfolg,, der Mühe das Resultat. nicht. Klagen wN er nicht, Mklagcu um alSerwenigsten. Aber Täuschungen will .er sich auch Nicht Hingchen. -Zwar'ist es ein erhebender Anblrch zu sehen, wie sich unsere Jugend fast ausnahmslos zur Nation Be* kennt. Und gestehen wir ..es unsj, wir haben durch unseren Unterricht nicht wenig dazu beikgetragen. Aber eines vermissen wir bei dem jetzigen Geschlechts, wir wollen es nicht verhohlen: es ist dass, was Heiuü m’fc einem Stoßseufzer zum Ausdruck bringt, wenn er ausiruft: „Ach, wenn sie «nur He^err hatten. Herzen in der Brust, und Liebe, warme Lierin dem Herzen" —. Das ist's, worauf der Äelig'-onsunterricht hinarbeite» und was er erzielen soll. Wir eryogqn gegetr unseren Willen ein kaltes Geschlechts, ein GeMchht, dem der Realismus -auf allen Zügen, rein^eprägt ist. Man tvistd erwidern: Dass ist der Deist d-er Zeitz. Wer waS inan per Zeiten Geist nerns, ist der -hrer Kinder. Wiü haben gebildete Mvnschirn erzogSH ob auch gute? Mag jeder vorurteilslose Beobachter unseres Geschlechtes das Urteil selbst fällen. Der ÄeiA unseres Rüligu. nsunterrichtes besteht darin, die Herzen zu erfaßen, fte zu erfüllen mit der Liebe zur Nation -aber aüch für alles, was menschlich, gut und wahr und edel ist. Das war immer unser Streben, aber wir stießen bei diesen unf* seren Kämpfen und Mühen uns) Ringen vielfach auf Widerstand. Und jetzt, in dieser Zeit des allgemeinen! Umsturzes, da „Throne bersten, Deiche jittexnJ, möchttz man ihnen auch „die Altäre" folgen! lassen. Seien wix uns dessen bewußt, auch für dvn Religionsunterricht schlägt die Schicksalsstunbe. Man mißverstehe uns nicht. Wir fürchten nicht die geforderte Trennung von Kirchse uns) Staat. Verlangt diese die Revolutionszeit, so Wörden wir Juden am allerwenigsten uns ihr entgegen stellen. .Einen Klerir» kalismus, eine Kirche, besitzen wir, dem Himmel sei Tank, nicht, einen starren Dogmatismus auch nicht. Wir bekämpfen in unserem Unterrichte weder Tarw n noch. Hackel, setzen uns mit den modernen Weltanschauungen nicht in Widerspruch, bekämpfen keilte philosophische oder konfessionelle Richtung, kurz, wir lassen alle lebe» und alles, wünschen nur, daß anan "auch uns leben lasses Uns demnach kann kein Umsturz etwas antun. Wir sehen in ihm das Produkt von NotwendigteüeN und werden uns mit ihm Minden, wir werde» für ihn

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