Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 36 (1919)
- Issue
- 3 (17.1.1919)
- Date
- 1919-01-17
- Page
- Seite 43 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 3 «ette 4t D?. Blocht Wochenschrift 2. Die Förderung der Maßnahmen zur Erlangung und Sicherung der Politischen und kulturellen Gleichberechtigung des indischen Volkes in den Ländern indischer Massensiedlung. 3. Die Ergreifung von Maßnahmen zur Erlangung der vollständigen Gleichberechtigung der Juden in Rumänien. 4. Die Begründung einer Organisation oder Institution zur Regelung der indischen Emigration. Internationale Konferenz der thoratreuen Organisationen.. Das Schweizerische ZeEakbureau der „Agudas Iisroel" "beruft soeben die auf traditionell-gesetzestreuem Boden stehenden jüdischen Organisationen aller Lander auf den 18. Februar nach Zürich zu einer Konferenz ein, in der alle - gegenwärtig im Brennpunkt des Interesses stehenden Fragen besprochen werden»sollen. Insbesondere werden die jüdischen Forderungen zum Friedenskongreß und die praktische Pakästinaarbeit Gegenstand der Beratungen bilden. Die genauere Tagesordnung. wird noch bekanntgegeben. Der galizische Rabbinerverband hat dieser Tage eine Sitzung abgehalten und für den orthodoren Weltkongreß als Delegierte nominiert hie Herren: Oberrabbiner A. M. Steinb e r g - Brody, Rabbiner M. Mechel Leiter- Dünajow, Rabbiner T. H o r o w i tz - Rohoroczany, Rabbiner B. KaH-Borszow. Der Verein zur Wahrung der Interessen des orthodoren Judentums in Wien delegierte zum Kongreß die Vorstandsmitglieder Herrn Eduard Deutsch und Herrn Wolf Mappenheim. Marienbiad. (Verschiedene s.) 'Die hiesige^ israelitische Kultusgemeinde hat für die in Rot und Elend zurückgebliebenen Lemberger Pogromopfer den Betrag von 500 K. gewidmet, außerdem haben viele Gemeindemitglieder. entsprechende Liedesopfer aus Eigenem gebracht. — Während des viereinhalbjährigen Volkerringens hat die hiesige Gemeinde sämtliche in den hiesigen Lazaretten befindlichen Mischen Soldaten zu allen Fest- und Feiertagen mit ritueller Kost versorgt und über den Sommer stets eine größere. Anzahl Kriegswaisenkinder hieher in ihre Obhut genommen und' reichlich verköstigt. — Den Zeitverhältnissen Rechnung tragend, wurde den Herren Beamten der hiesigen Gemeinde auch für das neue Jahr eine entsprechende Teuerungszulage gewährt. — Folgende Kriegsopfer beklagt unsere Gemeinde: Feldwebel Franz Beck (gefallen in Valjevo); R.-E.-O. Mar Leitner: Leutnant Gustav Horowitz (gefallen an der ruMchen Front): Oberarzt Dr. Heinrich Löwenthal:, Feldwebel Jakob Reiß: Leutnant Mar Deutsch und Gefreiter Alfred G er stl (gefallen an der italienischen Front) und Feldwebel Rudolf Weinstein. Das Andenken der Helden wird in der Seelengedächtnisfeier stets geehrt. — Vor wenigen Wochen hat sich die hiesige jüdische Jugend zu einem Bund zusammengetan, der sich zur Aufgabe stellt, durch häufige Zusammenkunft im Klublokal bei regebnätzigen literarischen, gesanglichen und Klavierdarbietungen, sowie häufigen Theatervorstellungen das jüdische Selöstbewußtsein bei der Jugend zu heben. Mit den bisherigen Darbietungen, die allwöchentlich einmal veranstaltet wurden, hat sich die Jugend schön eingeführt und den Beweis' erbracht, daß im Verborgenen gar schone- Kräfte schlummern. Die Mische Lage in Kolomea. Am 1. November 1918 haben die Ukrainer in Kolomea die Verwaltung der Stadt übernommen und die Militärdiktatur eingeführt. Es herrscht dort seither Belagerungszustand. Gleich hierauf hat sich dort der Jüdische Nationalrat, zusammengesetzt aus Zionisten, Poale-Zionisten und der Z.-P.--S., mit Herrn Dr. Mare? Sachs als Präsident, .konstituiert. An Stelle der demissionierten Kultusgemeinde hat der Jüdische Nationalrat einen aus 20 Personen bestehenden Kultusrat eingesetzt, der ihm untersteht. Die Ukrainer haben sogleich die jüdische Nationalität mit der Mischen lIargonsprache 'anerkannt, und gewährt den Juden im Lande volle nationale Autonomie. Die gegenseitigen Beziehungen sind durchaus sympathisch. Sämtliche behördlichen Schritte. sowohl betreffs der Ernährungsfrage als auch der Aufrechterhaltung der Ordnung erfolgen pom Staatssekretariat im Einvernehmen des Jüdischen Nationalrates. Die von der Behörde ausgehenden Verfügungen, Kundgebungen sind ebenso - in Mischer wie in ukrainischer Sprache, abgefaßt. Korrespondenzen und Schriften seitens. des ukrainischen Staatssekretariats an den Jüdischen Nationalrat werden in Mischer Iargonfprache gerichtet. Es soll demnächst unter anderem auch eine jüdische Schule errichtet werden. Die 'Geistlichen in . her Kirche agitieren, mit dem Mischen Volke zu fraternisieren.! Nichtsdestoweniger lebt dort das jüdische Volk emigermaßen in Schrecken und Unsicherheit, da noch immer hie und da einzehre Erzesfe und Raubüberfälle stitens Individuen der Soldateska zu verzeichnen sind, -re aber von ider.Behörde Kricht pur nicht fgutgeheißen, sondern gebrandmarkt werden. Das Elend der Mischen Massen ist in Kolomea infolge der horrenden Teuerung unbeschreiblich. Da der Verkehr mit dieser Stadt gegenwärtig abgeschnitten ist und sowohl die Fabriksbetriebe als auch die Geschäfte infolge Waren- und Rohmaterialienmangels ruhen, ist dort jedwede Erwerbsmöglichkeit .ausgeschlossen. Sü sind die arbeitslosen Schichten, die über gar keine Barmittel verfügen, um ihren notwendigsten Lebensbedarf zu bestreiten, nahtzu. dem Hungertods preisgegeben. Es gibt in dertStadt ,eine nur geringe? Zahl-reichgewordener -Personen, und es ist insbesondere in der jetzigen kritischen Uebergangsrpoche gewiß eine Pflicht der Menschlichkeit, in erster Linie dem Elend Jbes fo tief herabgekommenen Mittelstandes, dem jetzt jede Derdienstmöglichkeit benommen istz teils in Form eines Darlehens, teils in!Form einer Subvention in weitgehendstem Matze Abhilfe zu schaffen. S. Kautyr. Vermischtes. ,Jüdische Bürger imd Bürgerirrnen. küWmert Euch MU Eure Staatsbürgerschaft; Alle, -jüdischen Bewohner Wiens oder Deutschösterreichs, welche nach Böhmen, Mäh ren, Schlesien, der.B u k o w i nasoder Ä n te r st e i e r m! a r k und K r ja isi Wständig sind, werden 'dringendst aufgefordert, sich Hufs Erwerbung der deutschösterreichischen Staatsbürgerschaft - und Sicherung ihres Wahlrechtes schriftlich oder mündlich ungesäumt an dasZRechtsschutzbureau her ,^)esterr eichisch? Jsraelitischen-Union", Wien, 9. Bezirk, Universit-äts st ruße -8, tzu wendenk, wo ihnen u n e n t-° geltlich 'jeder erforderliche Rat und Beistand gewährt wird. < Ter Porstand der .Oesterrrichifch-JsraelitischieM Union". Wien. (O e st e r r. - I s r. ll n i o n.) Mittwoch Len 22. Januar 1919, präzise halb 6 Uhr abends, findet im großen Saale des Hotels Continental, 2. Bezirk, Taborstraße, eine Vereinsversammlung statt. Tagesordnung: Die Wahlen in die Konstituante. Referenten: Oskar Schnabel,. Staatsrat Dr. Julius Ofner, Frau B e e r- Angerer, Nationalrat Paul Freiherr v. Hock, Friedrich Gl atz u. a. Der Vorstand. Kranzablosungsspeudeu zuA»nst«rr der Chewru-Kadischa in Wien l, EeireustetteNgasse 4 für arme krsrrke Glaubra-zeusffeu. Anläßlich des Ablebens der sel. Etfrjede- Löwinzer: H. Löwinger 20 K. Anläßlich des Ablebens des sel. Rath«» Günsberg: Mar Markus 20 K. > Anläßlich des Ablebens des sel. Siegimmd Bock: Leopold Schön und Bruder 50 K. Anläßlich des Ablebens der sel. Fanny Dnschmsky: Alfred Eeiringer 20 K., Wilhelm Kaufmann 40 K., Vereinigte EarbonmM- und Elektrizitätswerke A.-G. 30 K„ zusammen 140 K. Anläßlich des Ablebens der sel. Mina Atzkenasy: Blumenfeld, Bitterndorf, 50 K., Heinrich Rofie Feller 20 K>. Naftalie und Iosefine Rosenflein 20 K., E. Nassan 20 K., Hermann jSchnaKel 20 K., zusammen 130 K. '