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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-01-17 · 3 (17.1.1919) · p. Seite 33

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
3 (17.1.1919)
Date
1919-01-17
Page
Seite 33 (sequence 1)
Language
German
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M. S Bloch’s IaHrg-vgxrxvi Zentralorgan für die gesamten Interessen Q aoqnaoBDDaocmaaoosaaDcnasflQoQotj 3 a ' a § K. >. Ps8sr--»rdstzrna»; 2 § Clearing-Verkehr: 316.976 o RedaitÜsn rnrd 'HbmlmffwJin*: Wien IIh, Hraierstratze 9 Tetcpbo»: 43.353. Q 0O£saooaaoQa0QCKsaaDaoaoDooaoaoo Q .. ■ > oo« "...- Men, 17. Jänner 1919 ErfchLmS iLZLN FrsiSsZ vrief>Adresse: Wien,!l/1, Prslerslratze 9 Telegramm-Adreffe: Bloch's Wochenschrift Wien. des Judentums Q aaöaeauaaoannaGaaceoanaoosacitJa O a § Dozugsprsis: « 8 HalbDärig Id Kronen 8 Z Ganzjährig 29 Kronen § 8 T'.nzelexcmplt.re 50 Haler | | ' vozeigro: Die Smal g?svatt,»e Z o PrUtzrtte 68 Hello«. - Ä g o o □ OBBBBOBODoanaanBoooHcaaaonQaooO - ■■■ -.. BMflE3e»gBBme» <nchnli: Sei ravt iff'I: Zn?am:nenschlujj gümöenstreuer Juden und Christen be: den Wahlen zur Nationalversammlung in Bayern. — Bis jüdische Frau und ihr Volk. — VomJahrmarkt des Lebens: Glossen zur Tagesgeschichte. — Polnische Versöhnlichkeit. — Der Urheber der galizischen Pogrome. — Zur Orgelsrage. — Wilsons Schwiegersohn. — Hilfsaktion für die Opfer der Pogrome in Galizien. — Korrespondenzen: Wo bleibt der Abwehrausschuß? — Solidarität! — Aus dem Tätigkeitsbericht des „Jüdischen Jugendheim*. — Auf nach Zion! — Mitteilungen des Palästinaamtes. Wien, L. Bezirk. — Die jüdische Lage in Kolomea. — Ein jüdischer Weltgongreß. — Internationale Konferenz der thoratreuen Organisationen.— Nationalität» Zionismus, Reform. — Be rmifchteS: — Feuilleton: Ein englischer Arzt des 17. Jahrhunderts über die Juden. — Briefkasten. — Inserate. ZusaMwerrschlrrß KlarrderrsLrrrrer I«drrr My- Christen der dsrr WechLsrr §n? UMoual VsrsaMMLANS irr ZayErrs. AmÄI. Januar fanden in Bayern die Wahlen zur Nationalversammlung statt, und sie brachten der „Bayerischen Volkspartei" (ehemals „katholisches Zentrum") e.mn entscheidenden <Äeg. Die „Bayerische Volkspartei" allem eroberte 56 Mandate, während der Rest der Mandate unter den verschiedensten Parteien und Fraktionen sich verteilen. Das Bemerkenswerte bei diesem Wahlkampfe war, daß diese katholische Partei mit aller Entschiedenheit antisemitische Hetze verurteilte und ein gemeinsames politisches Vorgehen und Zusammenwirken aller keltgionstreuen Christen und Juden bei und nach den Wühlen proklamiert hat. Der Landesvorstand der Partei hat durch sei» Generavsekre.ariat der jüdisch-lonassicuellen P.efe nachstehende Erklärung zur Vecöffen.lichung .übetmrttelt: München, den 31. Dezember 1918. Tie Stellung, der Bayerischen Volkspartei zum Judentum ist scharf Umrissen durch Punkt 4 des Partei- PograMms: „Die Bayerische Volkspartei verlangt volle Freiheit aller Konfessionen und ihrer Einrichtungen, sowie gleichmäßige Berücksichtigung der Anstalten und Ange- . hörigen all er Konfessionen, insbesondere . bei Bereitstellung öffentlicher Mittel und bei Verleihung öffentlicher Aemter." Die „Bayerische Volkspartei" weiß sich vollständig frei von jedem Antisemitismus. Sie fordert für ihre jüdischen Mitbürger die gleiche religiöse, bürgerliche, wirtschaftliche und politische Betätigungsfreiheit > wie für die Anhänger aller anderen Bekenntnisse. Wenn aus mißverstandenen Aeußerungen der Parteipresse Ler „Bayerischen Volkspartei" antisemitische Tendenzen zugeschrieben werden,. so ist darauf hinzuweisen, daß diese Angriffe sich nicht gegen unsere jüdischen Mitbürger in ihrer Ge.amtheit richten, sondern veranlaßt sind durch das unberechtigte atlzu starke Hervortreren bestimmter jüdischer Persönlichkeiten in der derzeitigen- Regierung des bayerischen uno deutschen Voltes, fvw.e durch Akte wirtschaftlicher Ausbeutung, welche sich e.nze.ne Juden in der schwersten Zeit unseres Vaterlandes gegen un, er Volk zu Schulden kommen ließen. Das Parteiprogramm der „Bayerischen Volks ärt^i" bietet eine so breite Plattform, daß die Juden, die guten Willens sind, Raum und Gelegenheit zu austbauender Tätigkeit in unserem StaatSwesen in den Äeihen der „Bayerischen Volkspartei" finden. Wir begrüßen gern und herzlich jeden Mitkämpfer jüdischen Glaubens, der unser Parteiprogramm annehmen will. Die Landesvorstandschaft der Bayerischen Volkspartei. Die „Bayerische Staatszeitung" (vom 28. Dezember 1916) brachte zwei Tage vorher folgende Enunziation: „Tie von den verschiedenen Parteien zur Landtagswahl und zur Wahl der Nationalversammlung aufgestellten Kandidaten haben bereits mit ihren Wahlreden begonnen. \ Um auch die gläubigen I s r a e l i t e n in Bayern in Stadt und Land für den einen oder den andern Kandidaten zu interessieren, ist erforderlich, daß die Kandidaten klipp und klar sich darüber aussprechen, in welcher Weise sie für die Rechte des Israeliten und ob sie gegen Trennung res Lmares von der Kirche eintreten werden. Wenn auch die Israeliten der verschiedenen Richtungen durch ihre Beteiligung an den Wahlen dazu beitragen wollen» daß wieder gesetzliche Vertretungen entstehen, welche für das Wohl des Vaterlandes unbedingt erforderlich sind, so werden sie doch nur denjenigen Vertretern ihre Stimme geben können, von welchen sie erwarten, daß sie für Erhaltung des Glaubens im allgemeinen, des jüdischen Glaubens im besonderen ein* treten. Erfolgt die Trennung von Kirche und Staat,

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