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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-01-10 · 2 (10.1.1919) · p. Seite 29

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
2 (10.1.1919)
Date
1919-01-10
Page
Seite 29 (sequence 13)
Language
German
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Seite äs Nr. 2 Dr. Bloches WochenschrW Der Verein ,,T if er e s Bachuri in" zur Unterstützung armer Wiener Talmudschüler, der gegenwärtig bestrebt ist, sich durch eine großzügige Aktion, der Kapitalisierung seiner Mitgliedsbeitrüge, einen dauernden Fonds zu schaffen, um für alle Zukunft seinem Heiligen Zwecke, der Förderung der Thora und ihres Studiums' Dienen zu können, beging in diesen Tagen das 'Fest seines 20jährigen ^Bestandes. Aus- Anlaß dieses Jubiläums hielt Seiner Ehrwürden Herr Rabbiner S. Fürst Samstag "g vor einer zahlreichen Zuhörerschaft im Veth Hamidrasch der Schiffschul eine Deroschotz, in welcher er mit wärmen und begeisterten und auch >Begeisterung erweckenden Worten die Bedeutung der Pflicht der Förderung des echt jüdischen Thoralernens hervorhob, und es allen Anwesenden ans Herz legte, die Bestrebungen des Tiferes Bachurim- Vereines sowohl geistig als auch finanziell besonders zu fördern. Nach dieser Rede, die bei allen Zuhörern den Millen zur tätigen Thoraförderung erweckt hat, dankte der Obmann des Vereines, Herr Jakob Pinkas, im Namen der Vereinsleitung und auch im Namen jener Bachurim, beran die Fürsorge des Vereines zugute kommt,! Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Fürst für seine innigen Worte und für sein dem Vereine stets entgegengebrachtes Wohlwollen. Er richtete an die Erschienenen nochmals den Appell, nach neunmaligen, dem Staate gewährten Anlechen nunmehr gemäß dem Thoraworte . wHip rp“p in zehnter, heiligen Zwecken gewidmeter Hilfsbereitschaft dem Tiferes Bachurim- Vereine die finanziellen Mittel zu bieten, seinen edlen, jüdischen Aufgabe dienen zu können. JsMHcher KMchAlUÄAchilfsM'M'aird, 2. Bezirk, Obere Donaustraße 65.; Auskünfte an jüdische Angestellte und Privatbeamte werden füglich in der Zeit toc(n 5 bjis 6 stlhr abends Zerteilt. Sonntag von 10 bis 12 Uhr vormittags. Freitag geschlossen. Interessenten (Angestellte) für zyklische Kurse über Sozialismus und seine Geschichte, sowie jüdische Geschichte und Entwicklungsgeschichte der jüdischen Bewegung wollen ihre Namen und Adressen dem Jüdischen Aandlungsgehilfenverband bekanntgeben. Heimkehrer, Kollegen und Kolleginnen treffen sich während der Zeit der Lichtsperre Dienstag, Donnerstag und Samstag ab V2 6 Uhr abends im Jnduftriellencafs, 2. Bezirk, Kon-- kordiaplatz. » , Wie^. (N a t h a n E i b i n cf c x.) Dier Großindustrielle Herr Nathan Eid ina er hat sich auf huntani- - tärein Gebiete, bereits nianniafache Verdienste erworben. Größer aber als jedes Verbimst ist seine unermüdliche Tätigkeit >als ViMräsideüt des von ihm-gWründe-en, „Indischen Zentxalhlilfskomitein Wien, das namentlich den heimsiekehrten .jüdischen Soldaten außerordentlich hilfreich beisteht, 'wobei auch auf deren Familien Rücksicht genommen wird. Herr Ei ding er kennt ckeine größere Freude, als die, sich nienschenfteundlich betjätil^m m können, und löivsert seine ganße freie Zeit dem erwiähnten Hilsswerke, um lallen Hilfesuchenden nach Kräften -entgegenzukommen. Bekanntlich wird das „Jüdische ZmtralhilsskoMitee‘‘ auch Aon der Kultusgemeinde Wim und der Israelitischen Alianf in dankenswerter Weise gefördert, und Funktionäre dieser Körperschaften sind im Komitee durch bew,ahrte -mitwirkende Kräfte vertreten, alle aber aberkennen es freudig, daß Herr Eidinaer mit Eifer, Hingebung und Begeisterung an der Sachlr tätig ist und diesem edlen Zweck bereits namhafte Summen, teils selbst gespendet, teils durch seine persönliche Einflußnahme zugesührt hat. Jüdische Flüchtlinge, denen >er großmütig und großherzig mit Tatkraft und Opfern beigestanden, sehen sich verpflichtet, ihm öffentlich aüs tiefstem Herzen Dank zu sagen. AnstrrttL arrs dem JudsNtKvr. Vom 29. Dezember 1918 bis 4. Januar 191,9 Visu Dr. Oswald, Prioatbeamter, geb. st0. Mai 1889, .Wien, '19. Bezirk, Billrothstraße 20. Eltes Dr. MarrmNan, Advokat, geb. 2. Februar 1876, Mizuitz, . Bukowina, 1. Bezirk, Färbergasse 5. Eskeuasy Heinrich, geb. 12. April 1860, Wien 2. Bezirk, Ferdinandsstraße 15. Fremder geb. Oberheinrich Marie, Näherin, geb. 3. April 1875. Wien, 15.' Bezirk, Kühelbuckergasse 2.. Hellin Hans, Beamter, geb. 22. Februar 1396, Protznitz, 19. Bezirk Felir Mittlstraße 52. 1 Huppert Dezfö, Inhaber eines Ilebersetznngsbureaus, geb. 2. No» vernber in Eperjes. Ungarn, 8. Bezirk, Florianigasse 12. Lenzer Norbert, geb. 17. August 1873, Sereth, 2. Bezirk Schüttelstraße 27. Löw Erich, Student, geb. 7. März 1896, Wien, 3. Bezirk, Untere Diadnktgasse 35. Ratyn, Rudolf, Schneider, geb. 24. Januar 1339, Wien, 15. Bezirk, Tannengasse 9. Rind! Johann Mar, Hochschüler, geb. 16. November 1895, .Wien, 5. Bezirk, Zeinlhofergasse 6. Parasko Artur, geb. 25. Januar 1835, Temesvar, Ungarn, 6. (Bezirk, Damböckgasse 2. Parasko geb. Porges Jda^ geb. 6. September 11891, (Prag, 6. Bezirk, Damböckgasse 2. Schwär; geb. Metz Anna Katharina, geb. 24. März 1362, Wien, 18. Bezirk» Sterneckstraße 8. Weißberger geb. Schutz Hecmü'.e, geb. 26. August 1870, Wien. * * RLckerntritt. Karman Anton, Mediziner, geb. 7. Juni 1896 in Budapest. GeÄsnkseirr. Außig. Zu der am 1.Januar, halb 5 Uhr abends, im Tempel von der Aufsiger isr. Beerdigungsbrüderschaft zu Ehren der im Kriege gefallenen Mitglieder der Knltusgemeinde v-ran.sLalteten Gedächtnisfeier fanden sich die Gläubigen in sehr stattlicher Zahl, die Angehörigen der auf dem Felde der Ehre Gebliebenen nahezu vollzählig ein. Herr Oberkantor Borodkin leitete die Feier durch Absingen einiger Psalmen ein. Herr Rabbiner Professor Dr. Rosenzweig hielt eine der Feier an gepaßte Büßpredigt, die auf die Andächtigen ergreifend wirkte. An die Predigt schloß Seine Ehrwürden einen die Opfer des Krieges ehrenden Nachruf an. Mit dein für das Seelenheil üblichen Gebete schloß die erhebende, würdig verlaufene ,Feier. _ WljdLpeft. (Trauung.) Dienstag den 14. Januar 1919, 2 Uhr, findet km Tempelhofe der orthodoxen israelitischen Gemeinde (VII., Kazrnczygasse 29) die Trauung des Frl. Reno Tauber, Tochter der Frau Witwe Ignaz Tauber, mit Herrn Philipp Ernst, Sohn des Herrn Philipp Ernst, statt. Dr. Leo Brods?>. Aus Zywiec wird uns berichtet: Am 9. Dezember starb in Teschen nach einer Blinddarmoperation der angesehenste Bürger unseres Ortes, der hiesige Advokat Dr. Leo Br oder, Hauptmann im polnischen Heere und Präses der israelitischen Kultusgemeinde. Einen schweren Schlag hat dadurch die ganze hiesige Bevölkerung erlitten. War doch der Verblichene durch seine Herzensgüte und seltenen Edelsinn bei allen, die ihn kannten und mit ihm iw Berührung kamen, außerordentlich beliebt. Als Vorstand der Kultusgemeinde war er stets unermüdlich in ihren Diensten. Es muß rühmend hervorgehoben werden, daß es Ihm immer gelang, die Gegensätze im Schoße der Gemeinde derart zu mildern und au^usöhnen, daß sämtliche Mitglieder, ohne Unterschied von Partei und religiöse Ueberzeugung, stets zufrieden waren. Wer die galizischen Verhältnisse kennt, wird auch begreifen, was das bedeutet. Während der ganzen Kriegszeit im Militärdienste an verantwortungsvollen Stellungen als Bahnhofskommandant in Bochnia, Bieliy und Dziedzitz, unterstützte er mit wahrer Selbstverleugnung die ihrer Heimat entrissenen Flüchtlinge. Tausenden leistete er bereitwillig Hilfe und milderte nach Kräften ihre bittere Not. Wie sehr der Verblichene beliebt und verehrt war, beweist das Begräbnis, an dem fast die ganze hiesige Bevölkerung, ohne Unterschied des Standes und Glaubens, teilgenomnren hat. In Begleitung einer unzählbaren Menge und einer Ehrenkompagnie des polnischen Militärs wurde die Bahre vor die Pforten des Tempels gebracht, wo Rabbiner Dr. Bau im Namen der Gemeinde und der Advokat Dr. Nehmer im Namen der Amtskollegen die großen Verdienste des Entschlafenen hervorgehoöen haben, worauf dann die Bestattung in einem Ehrengrabe stattgesunden hat. Die Trauer vermehrt noch der Umstand, daß sich die Familie und alle Gekannten auf seine bevorstehende Rückkehr, die Man ungeduldig erwartete, so sehr gefteut haben. Wer hätte daran gedacht, fhn, den kaum 52jährigen, in solchem Zustande heimkehren zu sehen?! I £D i Rabbiner Dr. H. G au.

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