Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 50 (20.12.1918)
- Date
- 1918-12-20
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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Seit* 820 Lr. Moch's jtzo<^nfthrift 50 und schon sank das Geld Kei'uns aufs Lutz erste, die Schlüsse dagegen gingenindie Höye! 2M heißt es wieder, daß es ihr besser geht, und alles, hat eine gegenteilige Wendung genommen! Kurz, mein Liebchen, habe keine Sorge! Alles wird schon ganz Im Ordnung sein! Infolge Zeitmangels mutz ich Schluß Machen. In den folgende Briefen schreibe ich Dir ausführlicher. Inzwischen möge der Ewige alle unsere Unternehmungen segnen. Grütze in meinem Namen die lieben Kinder und die Verwandten und Nichtverwandten liebevoll! Dein Gatte Menachem Mendel. P. 8. In Odessa ist es jetzt heiß, daß wir verbrannt zu werden glauben, bei Nacht zerschmelzen wir gleich Wachs! Also, kaum wird es dunkel, so hört in der Stadt jeder Verkehr auf. Alles zieht aus den Häusern zu den „Fontannen"! Es gibt solche größeren und kleineren Stiles. Dort bekommt man, was. verlangt wird, man kann eventuell baden oder die Musik cmhoren. Und das alles kostet keinen Heller, alles kostenlos! D. O." Scheine Scheindel aus Kasrielewke an ihren Gemahl Menachem Mendel in Odessa: „An meinen werten, vornehmen, populären, weisen und gelehrten Mann Menachem Mendel! Vor allem berichte ich Dir, daß es uns allen gut geht, mögen wir von Dir auch nur immer Gutes hören. Amen! Ferner Lerichle ich Dir, lieber Gatte, daß ich schon wieder Zahnschmerzen habe, Möge sich dieses böse Leiden des ganzen „Sängerchores" in Odessa sowohl der Großenwie der Kleinen, bemächtigen. Mögen sie tüchtige Zahnschmerzen bekommen, daß sie vor Wut ihre Haupt« an die Wand schlagen! Das ist doch unerhört! Ich plage-mich hier, fortwährend Mit den Kindern herum, und er hat kerne Ahnung davon. Geht es doch ihm m Odessa zu gut! - So läßt er sichs Wohlergehen, fährt zu den Springbrunnen, badet iM Meer und die Musikanten spielen ihm zu! Fehlt diesem Manne etwas? Mso eines von beiden, bist Du Kaufmann und hast mit jener hübschen Ware zu tun, welche man „London" zu nennen Megt, so sollst Du Dich einzig und allein um Deine Geschäfte küMmern! Was willst Du eigentlich mit der englischen Königin? Kümmere-Dich - lieber um Dein rechtliches Eheweib! Bich Du doch Vater dreier Kinder und Mann einer Frau! Du erzählst mir sonst von Deinen Abenteuern, also ich mußeingestehen, daß sich mir der Kopjf davon dreht! Schlage mich tot, ich begreife doch nicht> wieso einem Menschen die Hunderte zuzuWegen vermögen! Heret ihr dort etwa oder treibtihr Spuk? Seid-'doch umsichtig, Mendel, daß doch in d«n TetümMel nicht unsere Mitgift daraufgeht! Hüte Dich doch, die Mitgift anzutasten! Merke Dir, Du wirst dann Meine Mutter nicht los. . . Hätte er daran gedacht, «verhielte sich ganz anders seinen ' Angehörigen gegenüber! Ich glaube auchi. Du weitzt .es, daß ich ein Seidenkostüm unbedingt nicht entbehren kann!- Allein auch Wollstoff und Hemdenleinen sind unentgeltlich in Kasrielewke ebenfalls nicht zu< beschaffen. Wie ich ihm alles aufden Teller legen Mußt Er selbst empfindet nichts^ als wäre er schont -ganz gestorben . . . . Es grüßt Dich -Dein treues Weib Scheine Scheindel." L. Der verstorbene Viktor Adler, dessen Eltern, sich in Rom raufen - ließen und - Blitzer, des .Arkadenhanses waren, hatte eine Tochter 'des Herrn-Ignaz -Braun ans Ung.-Ostra namens Emma zur Frau. Ihre Mutter war eine geborene Ncnbrunn aus Urmenj bei Neutra. Ignaz Braun, Schwiegervater des Dr. Adler, war ein Bruder des seligen Hermann Braun, welcher Erbauer vieler Bahnstrecken in ' Ungarn war — ein Schwiegervater des Herrn Julius Wolf. Chef der Häuser Lederer & Wolf. Er war ein Lämden, sehr fromm, dessen Sohn ist der Wiener Professor Dr. Ludwig Braun. G. B. - Ins Cafs Museum, l., Fricdr chstraße, kommt seit einiger Zeit entweder in Zivil oder in Uniform ein Oberstleutnant mit seiner Gattin, welche als Shawl Zeinen — man möchte es nicht für möglich halten — seidenen Tallis tragt. Wurde vielleicht dieser jüdische Gebetsmantel in Galizien requiriert?! Teut. Der deutschnationale Stadtrat von Karlsbad hat sich an ben Präsidenten Wilson gewendet, um Karlsbad »seines internationalen Charakters" wegen als Republik unter amerikanischer Oberhoheit zu.erklären. Bisnun haben sich die Stadtherren-von Karlsbad jeden Winter deutschnational-antisemitisch , ausgetobt — plötzlich besinnen sie sich auf ihren „internatronalen Charakter". Ein wenig zu spät. A. K. Prag. Für diese Woche zu spät. I Sch. Brünn. Für bezahlte Beilagen ist die Redaktion nicht - verantwortlich. . - " Ignatz Baum-Armen Stiftrrng. Anzahl der Plätze: Zehn im Betrage von je K. 40. Bewerbuugsberechti t sind: Arme, unbescholtene Personen israelitischer Religion, insbesondere; solche, welche verheiratet und mit zahlreichen Kindern gesegnet sind. Bevorzugt sind: a) Verwandte des Stifters, Herrrr Ignatz. Baum s. A., v, solche Bewerber, welche zwar in Wien wohnhaft,'aber aus der Vaterstadt des Stifters, Bielitz, gebürtig sind. Ver eiynngstag: 20. Februar 1919. Gcsnttröbeilageu: Geburtsschein, Armutszeugnis. eventuellVerwandtschaftsnachweis. - . Letzter Tag der Einreichung: frift: 31. Dezember 1916. Eiureichstelle: I., Seitenstettengasse 4, II. Stock (Einreichungsprotokoll). Wien, 1 Dezember 1918. \ Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien. Josef Spitzer-Stiftung für des Ernährers berankte Familien. « Anzahl der Plätze: Drei oder vier im Betrage von znsanunen K. 252. . - Bewerbungsberechtigt sind: Jüdische Familien, welche des Ernährers, sei es durch Tod, ser es durch andere llmstände beraubt wurden. . Gesnchöb.ilagcn: Geburtsschein des einschreitendcn Familienmitgliedes, sowie Bescheinigung über den Abgang des bisherigen Familnnernährers Armutszeugnis. . Letzter Tag der Einreichungsfrist: 31., Dezember 1918. Einreichstelle: I., Seitenstettengasse 4, II. Stock (Einreichungs- Protokoll). Wien, 1. Dezember'1918.; Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien. Dr. Schnerd^sche Oripendien-SLiftnng für Mediziner. Anzahl der Plätze: Einer im Betrage von K. 200. Bewerbuugsberechtigt sind : Arme, fleißige israelitische Hörer der Medizin. Bevorzugt sind: a) In erster Linie solche Bewerber, welche mit dem am 17 März 1843 in Lemberg als Sohn des Wolf und der Scheindel Schneid, gev. Gottels, geborenen, in Wien heimatsberechtigr gewesenen und daselbst am 22. August 1898 verstorbenen Arzt Dr. Moses Markus Schneid verwandt sind, d) in zweiter Linie solche Bewerber, welche ihren Studien an der Wiener medizinischen Faku'tüt obliegen. Gejuchsbeilageu: Geburtsschein, Armutszeugnis, Maturitätszeugnis, Unwersiläts-Studienzeugnisse; eventuell legaler Berwandt- Ichaftsnechweis. ' - - - Lctzier Tag der Einreichungsfrist: 31. Dezember 1918. Eiureichpelle: I-, Seitenstettengasse 4, 11. Stock (Einreichungsprotokoll). ' Wien, 1. Dezember 1918. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien. Fanny Jeitelcs-Theologen-Stiftung. " Anzahl der Plätze: Zwei im Betrage von je 260 Kr. , Bcwerbu»gsberechtigt sind: Rabbinatskandidaten, welche sich dem Studium jüdischer Theologie hier in.Wien widmen. - Gesuchsdeilagen: 'Geburtsschein, Armutszeugnis» Moralitätszeugnis, Zeugnisse über Rabbinatsstudien, Kolloquien, Index. Letzter Tag der Einreichungsfrist: 31. Dezember 1918. Eiureichstelle: I., Seitenstettengasse 4,r II. Stock (Einreichungsprotokoll). '; - Zur Bewerbung sinh Gesuchsbogen zu verwenden, welche rn der Einreichstelle unentgeltlich zu haben sind. ' Wien, 1. Dezember 1918. Das Kuratorium . _ der Fanny Jeiteles-Stiftungen. HttauS-eber »ud veraptwortlich» «cdaktenr. Tr. Josef G» Bloch. — Druck von 8. Beck & Hohn, Wien VH,