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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-12-20 · 50 (20.12.1918) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
50 (20.12.1918)
Date
1918-12-20
Page
– (sequence 15)
Language
German
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»MöO Lik. WoM WsHenWrD Seite 819 Löaig Lson, Baukbeamler, geh. 3. Mai 1889 Sambor (Galizien), . XII., Fuchseihofgasse 6. Kallner gell. Kimb&cker Rosa, geb. 7. März 1884 Wien, XIII., Jenueügasse lv. . Kobs Rebsrt, geb. 18 Dezember 1878 Wien, VIII., Alserstraße 35. Lendvai Elise, gab. 1. Oktober 1873 Wien, III., Küdengasse 14. Lemberger ßltel, Oberstensgaltin, geb. 6. April 1870 Oswiecim (Galizien) IV., Wiedner Gürtel 58. Lemberger Albert, Oberat, geb. 19. August 1859 Lipnitz (Galizien), IV., Wiedner Gürtel 58. Lemberger Engen, Oberleutnant, geb. 15. März 1894 Linz (Ob.-Oeat.), Wien, IV., Wiedner Gürtel 58. Lemberger Blanka Dorothea, geb. 18. Oktober 1895 Großwardein, Wien, IV., Wiedner Gürtel 58. Lemberger Karl Josef, Leutnant, geb. 27. Juli 1897 Wien, IV., Wiedner Gürtel 58. Lehr Kurt, Hochschüler, geb. 17. April 1898 Wien, IX., Kolingasse 1. Lnka Josef, geb. 4. Noreaaber 1891, Hadinkovce (Galizien), II., Venedigerau 2. Lendvai Friedrieh, techn. Praktikant, geb. 19. August 1899 Wien, HL, Rüdengasse 14. Lendvai Ladwlg, Fabriksbeamter, geb. 17. Mai 1872 Budapest, 111., Küaengasse 14. Markus geb. Weissmann Bafeette, geb. 23. März 1889 Wien IX., Pramergasse 6. Mahler Ham, geb. 11. August 1898 Wien, II., Kaiser Josefslraße 't. Neufeld Hans, geb. 36. Mai 1896 Wien, II., Eembrandstraße 33. PollitzerJSlisabeth, geb. 7. November 1889 Wien, I., Löwelstraße 8. Piovati Leopold, geb. 12. April 1862 Damboritz (Mähren), II., Ferdinandstrasse 2. Pf an Oskar, Student, geh. 14. Juni 1894 Veldes am See, (Kram), XIX., Döblinger Hauptstraße 43. Politzer Georg, Hochschulei, geb. 22. Mai 1898 Wien, I., Laurenzerberg 4. Poliak Sepnie,. Klavierlehrerin, geb. 12. März 1877 Wien, XIII., Maxing»traße 2. Patzaner Henriette, geb. 20. Oktober 1850 Wien, XIX., Barawitzkagasse 8. Ravrner Moritz, Privatbeamter, geb. 6. August 1874 Wien, IX., Thurngasse 4.' Robitscher Br. Xuil, Arzt, geb. 19rMärz 1890 Winterberg (Böhmen), XV111., Martinstraße 4. Reich Otto Eduard, Reserve-Oberleutnant, geb. 7. Mai 1894 Biala, lll., Reisnerstraße 36. Schilder Br., Pani, geb. 18. Februar 1886 Wien, II., Taborstrasse 11 Schlesinger Prof. Br., Hermann, Arzt, geb. 2. Juni 1866 Poszcony (Ungarn) I., Ebendorferstrasse 10. Schneck Jaques, Kaufmann, geb. 4. Dezember 1882 Wien, IX., Liechiensteinstraße 52. Schick Oskar, Jurist, geb. 7. Oktober 1893 Leitmeritz, XV., Mariabilierstraße 158. Steinfeld Bertha, geb. 13. Oktober 1885 Wien, IX., Nußdorfer Straße 4. Stricker Richard, Hochschüler, geb. 8. Februar, 1893 Wien, IX., Berggasse 21. Thenen Rudolf, Hauptmann i. R., geb. 6. Februar 1855 tysmieuica (Galizien), VII., Burggasse 6. Taußig Josef H., Kaufmann, geb. 26. Juli 1876 Wien, IX., Spittelauerlände Werner Richard, Handelsangestellter, geb. 27. Februar 1895 Wien, VII., Burggasse 79. Krakau. Montag, den 9. d. M. veranstaltete die jüdische Gemeinde in Krakau eine Trauerandacht zur Erinnerung an die ermordeten Juden in Lemberg. Um 11 Uhr vormittags wurden sämtliche jüdischen Geschäfte gesperrt und aller strömte dem Tempel und der alten Synagoge zu. Im Tempel trug die Trauergesänge (Ps. 49 und JiSkorgevete) Herr Oberkanter Sam. Dyvinsky mtt- Gyorbegleitung unter lauschender Andacht der Anwesenden vor. Hieraus bestieg die Kanzel Rabb. Dr. Thon, d-r in flammenden Worten Protest erhob gegen all die unmenschlichen Verbrechen, die der jüdischen Bevölkerung gegenüber verübt worden find. „Lemberg ist ein Schandfleck,. Lemberg ist eine Niederlage, aber nicht unr trifft die Schande, nicht unser ist die Niederlage." Doch sei jetzt nicht die Zeit" zum Jammern uno zum Klagen, vielmehr zum vereinten, rastlosen Handeln, dis mit dem Sieg der wahren Gerechtigkeit auch daS jüdische Volk als solches zu seinen Rechten komnit, sowohl in der eigenen, uralten Heimat, wie überall dort, wohin ti die Beschicke im Lause der Beschichte geführt haben. In der alten Synagoge sprach Rabb. Pinkas Demvitzer. Zn Aorten voll Erregung uud Wehmut gedachte er der Gefallenen in Heiligung des göttlichen Namens und forderte das jüdische Volk aus, durch Tugend, Ausdauer und rechte Jugenderziehung sich zu stärken, würdig der Märtyrer, um dem Feinde gegenüber sid) bewähren zu ' ^unen. Auch nachmittags wurden Trauerandachten fast in sämtlichen Bethäusern veranstaltet. Außerdeni wurden den. ganzen Tag hindurch Beiträge und Gaben für Lemberg gesammelt. (Die v-rffaer Kerfe). Bott Scholem Mechern, übersetzt von Abraham rrvhane, dz. Prag Menachem Mendel aus Odessa an seine Frau .Scheindel in Kasrielewke: „An mein wertes, keusches und gescheites Weib Scheine Scheindel mitsamt meinem Hausgesind. Alle mögen gegrüßt sein. Vorerst teile ich Dir mit, daß ich, Gott sei'Dank, gesund und wohlbehalten bin, möge es nur so. bleiben, daß wir voneinander nur frohe Botschaften vernehmen von nun ,a,n und in alle (Ewigkeit. Amen! Ferner berichte ich Dir, liebes Weib, daß die Baissepaprere in den letzten Tagen stark in die Höhe gingen, deswegen ha.be ich mir „London", soweit es ging, angeschafst. Ich habe mir siebzehn Stücke und acht Schlüsse davon mit einemm.al gesichert! sähest Du, mein liebes Weib, wie hier die Geschäfte untereinander mündlich abgeschlossen werden, dann würdest auch Du Dich überzeugen, was Odessa eigentlich bedeutet. Hqt jemand mit denn stopfe genickt, so. bedeutet dies soviel, daß er einen Vertrag.abgeschlossen! Ich komme zum Tauhenplatz, gehe ins Kaffeehaus, setze mich an einen Tisch, bestelle mir einen Tee oder einen Kaffee, oder was. man sonst , zu.trinken pflegt, und schon taucht ein Maller auf, bald darauf ein zweiter und ein dritter! Ich brauche weder einen Vertrag, noch eine Bestätigung, noch einen Federzug zu machen. Jeder Makler und Sensal besitzt ehr Aotizbuch und einen Bleistift, gleich zieht er dasselbe heraus, und notiert darin, daß ich bei ihm zwei Baissepaprere geschlossen habe. Ich wieder ziehe aus. meiner Tasche die nötige Anzahl Rubeln heraus, und alles ist fertig! And verstreichen dann einige Stunden und der Kurs wird festgesetzt, dann kommt der betreffende Makler schnell hergelaufen und gibt mir fünfundzwanzig Rubeln zu. Vergeht dann wieder eine Weile, wird die Eröffnung populär, dann steckt Dir der Betreffende fünfzig Ruhet in die Hand, Und ist einem! der lhwige gewogen, dann geht es soweit in die Höhe, daß es hei .Schluß 'bis auf ganze Hundert komjmt, zuweilen auf ZweiuM manchmal sogar, auf Dreihundert! UM was soll denn da wundern? Haben wir doch mit einer Börse zu tun, und bei einer Börse sind derlei Dinge üblich. Es hängt alles vom Glück ab! Es kommt mir vor, wie wenn einer einen Haupttreffer gewinnt! Du schreibstdaß Du dem Onkel Manasse und seinen Wechseln nicht viel traust — allo höre mal: ich habe die Interessenten hiefür schon gefunden! Den Beweis hast Du davon, denn woher sonst könnte ich alle diese Schlüsse perfektionieren? Du fragst, wie man eigentlich, mit einem solchen.Schluß schlafen gehen kann! Dgs zeigt, daß Du die : Sache nicht richtig verstehst! Ich will Dich daher genauer informieren. Merke Dir, meine Liebe, daß der Schluß ein höchst einfaches Kapier ist. Es wird von N. N. unterfertigt, womit er sich verpflichtet, zu Ende des Monates — in Odessa-pflegt man das . Ultimo LN nennen — eine gewisse Summe von KfuM Sterling zu geben, bezw. abzunehmen als Komplettierung dieses oder jenes Kurses. Das heißt soviel, es bleibt Dir die freie Wahl .überlassen und Du kannst nach Belieben handeln. Du kannst nach Wunsch geben oder nehmen. Also, wirst Dn das. schon jetzt verstehen? Würde der Ewige jetzt günstige Wechsel bringen, käme jetzt ein Bericht in den. Zeitungen, daß ein Krieg beoorsteht^ dann wird das.Geld bei uns entwertet und „London" behält die Oberhand! Vor einigen Tagen zückulierte ein Gerücht, haß die englische Königin nicht wohl u«d erMt»t ist.

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