Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 49 (13.12.1918)
- Date
- 1918-12-13
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3020846-3022300-3022350--27406-3052820- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
: teCiIi'-fcOi 4-9 mmsw chuns ifi drr von zoologischen InWkten gereizter Russen' süfgestellt wurde. Ich. werde die Beweise natürlich nicht anführen: Lnstöndige Menschen, brauchen, sie. nicht, für die anderen find sie aber nicht überzeugend. * Idiotie ist eine Krankheit, die sich durch Suggestion nicht heilen jätzt. Für diejenigen, die an dieser Krankheit leiden, ist es klar: da es unter den Juden siebenundeinhalb Bolschewisten gibt, so ist ^das jüdische Volk an allem schuld. Folglich... Folglich beginnt der anständige und gesunde Russe wieder Angst und qualvolle-Schande für sein Rußland. und für den russischen Dickschädel zu empfinden, der in schwierigen Lebenslagen seinen Widersacher immer außerhalb seiner selbst/ nicht tm: Abgründe seiner eigenen Dummheit zu suchen pflegt. ' Ich hoffe, datz meine zahlreichen Korrespondenten mit dieser Antwort Mer die „Iudenfrage" zufriedengestellt sind. Und ich füge noch hinzu, daß es für mich diese Frage überhaupt nicht mehr gibt. Ich glaube nicht an einen Erfolg der Verleumderischen Propaganda der Antisemiten. Ich glaube an die Vernunft des russischen Volkes, an sein Gewissen, an die Aufrichtigkeit seines Strebens nach Freiheit, die jede Vergewaltigung von Menschen ausschlietzt. Ich glaube, daß „Mes vergeht und nur die Wahrheit besteht". Wochenschrrl! L. Kurt Eisner, der -Präsident des bayerischen Böttsstaates^. Landsberg und Haufe, die Minister in Preußen, ,Dr. Haasts Minister des Innern in Baden, Wurm, deutscher StaatssekreW und noch manche führende Männer fbei1 neuen Vjerhältnisse sind' tJuden. Die «meisten von ihnen haben, jedoch keinerlei bewußte Buchungen mehr tzum Judentum H»er zur Judenheit. Ä. N.. Srmrrach. Die Zmsur ist abgeschafft und, die Regierung hat keine Machtmittel, antisemitische Preßexzesse zu verhüten. Die -Reaktionsorgane treiben zu einer Kontrarevolution und somit zu einem Bürgerkrieg. ' t * . Grünhut, WarnSdorf Zur Beantwortung Ihrer Anfrage diene- Ihnen, daß der Hetzartike! in der Mittwschnummer der ,-Oesterreichischen- Volks-Zeitung" vom 4. Dezember, „Die Verluste Oesterreich-UngarnS im Weltkriege", eine bewußte Unwahrheit enthält mit der Behauptung, .daß nur 196 Juden als Offiziere gefallen sind. Das „Deutsche Volksblatt" (also auch ein antisemitisches Blatt) vom 27. .November enthalt denselben Artikel, „Unsere Verluste im Kriege", und schreibt ausdrücklich:: An „Nichtbexufsoffiziere sind 8971 gefallen, zusammen^3.336 Offiziere. Unser Statistiker führt hiezu noch an, daß davon 12.483 Arier waren und 843 Semiten, gleich 6-9 Prozent, und daß von dcr-Maunschaft ein Drittel, zumeist aus Ungarn stammende Semiten gefallen sind." Daraus ist zu Ersehen, daß' die -Verluste der jüdischen 'Mannschaft und Offiziere ganz ungeheure waren und jedenfalls höher als der Perzentsatz der jüdischen Bevölkerung in Oesterreich. - Dr. Fe. irr Br. Wenn Sie gegen ein jüdisches Palästina, „Stellung nehmen" wollen, müssen Sie sich schon au eine andere Redaktion wenden. Für ein jüdische? Palästina beten Juden seit zwei Jahrtausenden.'; ... Junges, iiitelligentestMädclien, der deutsohenund böhmischßa Sprache in Wort und Schrift * mächtig*, sucht passende Stelle. Samstag und jüdische Feiertagefrei. Gefällige Zuschriften unter Chiffre: „Tüchtig und .strebsam" an die Redaktion des Blattes. G. Die WIENER ISRAELITISCHE KULTUSGEMEINDE, in tiefer aufrichtiger Trauer vereint mit 2er ISRAELITISCHEN ALLIANZ, dem ISRAELITISCHEN WAISEN-KILFSVEREIN und der ISRAELITISCH-THEOLOGISCHEN LEHRANSTALT, beklagt, schmerzlicbst bewegt, das Hinscbeideh ibresTangjäbrigen Präsidenten, des Präsidenten beziehungsweise Vizepräsidenten und Vorstandsmitgliedes der genannten Korporationen,* des Ehrenmitgliedes der Wiener Cbewra«Kadiscba und anderer jüdischer Körperschaften, des Herrn Ehrenpräsident _d^, Wiener Israel. Kültüsgeijiemdc,. welcher am 1. Dezember 1918 im 88. Jahre seines an Arbeit und Erfolgen reichen Lebens* abberufen wurde. Begnadet durch überragende, bis in seine letzten Tage unvermindert erhaltene Geistesstärke, hervorragend durch eine ungewöhnliche Tatkraft, beseelt vom tiefsten Empfinden für alles, was Wohl und Wehe des Judentums betraf, beispielgebend in seiner unermüdlichen Hingabe für die Interessen, für Ehre und Ansehen des Judentums und der Wiener Gemeinde, wird sein Name als« der besten Einer in der Geschichte des Judentums für alle Zeiten in hohen Ehren verzeichnet bleiben. / " , . 'Das*Leicbenbegängnis des Dabingescbiedenen fand MITTWOCH, 4. DEZEMBER 1918, 10 Ubr vormittags, vom Tempel, I., Seitenstettengasse 4, aus statt. Die Beerdigung erfolgte in der Familiengruft am Zentralfriedbofe* (Israel. Abteilung). - Wien, im Dezember 1918. *} Wegen technischer Hindernisse verspätet. Der Vorstand der Israel. Kultusgemeinde Wien. LerassZe^er und Beractteöttö&ct Redakteur. Dr S. .— Druck Vsu 8. Bock L Sohr. Wien V.r.r.