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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-12-13 · 49 (13.12.1918) · page 19

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
49 (13.12.1918)
Date
1918-12-13
Page
– (sequence 19)
Language
German
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6r. 4mum *93 'THnitzky^ Elsa, Beamtin, geh. 16. August 1896, Wien, XYI., Kirehstetterngasse 52 ' - Violas Wilhelm, Universitätshörer, geb. 19. April 1894, Wien, ' XVIU., Schöffelgasse 16. Weiaberg Isidor, geb. 23. Februar 1880, Wien,.'II., Große Stadt- ' - eutgasse 28. :2örai Leon, Kaufmann, geb. 23/September 1889, Wien, I., Dorotheergasse 8. ... s Löbliche Redaktion? Der Gefertigte beehrt’ sich pflichtgemäß zur geneigten . Kenntnis zu bringen, daß. ein Mitglied unserer Gemeinde, Herr Max Schimerlik, Kaufmann in Siersdorf, geboren am 11. Dezember 1879, samt dessen Gattin Elsa geborene Löwy aus Dürrmaul, geboren am 5. August 1889, aus dem Judentum wegen angeblich zu hoher Kultussteuer ausgetreten ist, welches der Matrikenführung der hiesigen Kultüsgemeinde seitens der hiesigen Bezirks« hauptmannschaft zur amtlichen Kenntnis gebracht wurde. ' ' - Hochachtend S. Jellinek, Religionslehrer. '♦berhöllabrunn, am 8. Dezember 1918. . P. S. Der Mann ist sehr wohlhabend und zahlt 110 Kronen Kultussteuer. « . HyMfchjMk war jtt den Nächten vmn 3. auf den 4... nd vdM ,4. .aus den 5. Dezember der Schauplatz ver- Vrecherischer Plünderungen. Fast kein jüdisches .Haus Wed verschont. Viele Familien wurden vollständig aus-- HepliMdert, außer ihrem Leben ölitzb ihnen nichts als die . Kleider, die sie mN KeÄp trugen. Wer auch die antzereis WaMilien Haben fürchterlich gelitten? Geld und Hausrat wurde geraubt, die Waren aus den jüdischen Geschäften wurden weggeschteppt/Ms noch übrig blieb, wurde vernichtet. Der .Schaden beträgt AMliönen. Jetzt im strengen, Winter stehen diese Ärmen da ohne Kleider, ohne Nahrung, ohne Erwerbsntöglichkeit. Dringende und aus- Dich-ijge Hilfe tut not! Spenden iwevddM unter der WA- Mung ,-Für. .die Opfer dar 'Holleschauer Plündchungen", entweder an die Administration dieses Blattes oder an den „Humanitären iGeselligkeitsperein der Holleschauer in Wien", |9. Bezirk, Gussenbauergasse 1 (Postspa.rkasscnlonto Nr. 103.490) erbeten. - .' . Sasvar (Ei senburger K o m i t a t). Attl 138. - November (verschied infolge schwerer militärischer Strapazen der hier zur Er-' "cholungbei seinem Schwäger Adolf Kohl mann weitende 31jährige . Tämuel Löwinger, Photograph aus Wilhelmsbnrg bei St. Pölten, N.-Oest. Der^ Verblichene, ein strenggläubiger Jnde^ der während ° reiner zwölfjährigen Geschäftsführung das Sabbatgebot streng beobachtete, »er als Chordirigent bei dem Wilhelmsbnrger' Gesangsverein durch leinen hohen Einfluß bewirkte, daß sämtliche Vorstellungen an Wochentagen stattfanden, genoß vermöge seines Charakter eitt hohes Ansehen Weit über die Kreise seiner Glaubensgenossen und sein Heimgang eräveckt allgemeine Teilnahme. Bei der unter, zahlreicher Behelligung Wtgefnndenen Beerdigungsfeierlichkeit sprachen im Trauerhause der ' Vater des Verschiedenen, Josef Löwinger, Religionslehrer aus -Milhelmsburg, und ein Knsin, Rabbiner Jizchak Steiner aus .Ähöiiöre, und am Friedhofe Gemeinderabbrner Herr Tobias Fisch e r, Zfriede seiner Asche! __ . .. WrhH Md ZudeUfratze. Unter dem Titel „Ein Jahr russische Revolution" dringen die „S. M.^H." in ihrem Oktoberheft eine Zu- AnMenstellung von Aufsätzen des russischen . Dichters Marim G o r ki aus seiner Zeitung „Nowaja Shisn". Wir glauben, daß folgender, die Iudenfrage betreffender Artikel das besondere Interesse unserer Leser verdient: 18. Juni 1917. Juden. Die Gleichberechtigung der Juden ist.eine her schönsten Errungenschaften unserer Revolution. Indem wir den Juden dem Russen gleichstellten, nahmen ■ wir von unserem Gewissen ein blutiges und schmutziges Schandmal: . . Diese Handlung enthält nichts, was uns das Recht gäbe, auf sie stoltz zu sein. Schon auS dem Grunde., weil die Juden viel ehrlicher und energischer für die politische Freiheit Rußlands > gekämpft haben alS viele Russen, weil sie viel weniger Renegaten und Lockspitzel geliefert haben, können und dürfen wir uns nicht als „Wohltäter, der Juden" bezeichnen, wie es gewisse .^gutmütige" und. „weichherzige" Russen in ihren Briefen an mich tun. . Wie schamlos verstehen übrigens diese gutmütigen und weichherzigen Menschen zu bellen! . Indem wir die Juden aus dem „Ansiedlungsrayon" und dein für uns beschämenden „Kerker der Ausnahmegesetze" befreit haben, gaben wir unserer Heimat nur die Möglichkeit» die Energie von Menschen auszunützen, die besser als wir zu arbeiten verstehen; es ist aber allbekannt, dätz wir solche'Menschen, die die Arbeit lieben, besonders gut brauchen können. Wir haben also gar keinen Grund, stolz zu'sein; aber wir sollten uns freuen, daßwir ein praktisch und moralisch gleich gutes Werk" getan haben. Bon dieser Freude ist aber, nichts zu spüren : vielleicht aus dem Grunde, weil wir keine Zeit haben, uns zu freuen: wir sind gaiy von der „hohen Politik" in Anspruch genommen, die wesentlich darin besteht, datz wir die Knochen unserer Nächsten nagen. . Von Freude ist nichts zu -sehen, der Antisemitismus lebt aber fort. Er hebt allmählich vorsichtig sein garstiges Haupt, zischt, verleumdet und spritzt den giftigen Speichel des Hasses um sich . ' Was ist denn los? Man bedenke nur: unter den anarchistisch gesinnten .Bolschewisten befinden sich zwei Juden. Ich glaube sogar, drei. Manche sprechen von sieben und sind überzeugt, daß diese sieben Simons den von 170 Millionen Menschen bewohnten Tempel Rußlands niederreitzen werden. Das könnte man dumm und komisch nennen, wenn es nur nicht so gemein wäre. Der rachsüchtige Gott der Juden wollte eine ganze Stadt verschonen, weil sich in ihr unter lauter Sündern ein einziger Gerechter befand. Und Menschen, die sich zum milden Heiland bekennen, glauben, datz für die Sünden von zwei oder sieben Juden das ganze jüdische Volk bützen mutz. Dann mützte man auch sagen, datz für den reinrassigen russischen Sünder Lenin alle Bewohner des Snn-. birfker Gouvernements sowie der angrenzenden Gebiete austzukoMMen haben. Unter 'den Menschewisten gibt es sehr viel Ehr Juden als unter den Bolschewisten; aber meine Korrespondenten stellen sich unwissend' und tun so, als ob sie überzeugt wären, datz alle Juden Anarchisten seien. Das ist eine sehr üble Verallgemeinerung. Ich hm Überzeugt, ich weitz, datz die Juden in ihrer Masse — zu Meinem Erstaunen — viel mehr vernünftige Liebe »u Rutzkand zeigen als viele Russen. Die Meisten merken es nicht, obwohl es sehr-in die Augen fällt,* roemt man die Artikel jüdischer Journalisten liest. / Die „Rjetsch", eine Zeitung, die mgtn auch nicht liehen darf, die aber trotzdem Ächtung verdien^ hat sehr viele jüdische Mitarbeiter. Auch unter den Mitarbeitern (der „Rowoje Wremjä" gibt es»Juden, aber diese Zeitung nannte vor nicht langer Zeit die „Rjetsch" ein „Judenblatt". - Die Mitarbeiter der „Rjetsch" zeigen auch nicht die leiseste Spur von Sympathie für die Bolschewisten. Es gibt noch tausend andere Beweise dafür, datz M MleMsng: Jude — Bolschewik, eine dumme «ei-

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