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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-12-13 · 49 (13.12.1918) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
49 (13.12.1918)
Date
1918-12-13
Page
– (sequence 16)
Language
German
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SM 800 Dr. Ploch'Z oft öffentliche Ausdruck verliehen Hat, auchwirklich! ResMt im .Staate zu verschaffen gewillt ist und zu verschaffen vermag.- Dem Polnischen Volke aber soll sie es als heilige Pflicht >auferlegen, diese Grundsätze getreu Au befolgen; und wer sich gegen sie ^vergeht, soll der öffentlicher Achtung verfallen als 'Schädling an der Wurde des polnischen Namens. Genug des Unglücks und der Opfer und des unschuldig vergossenen Blutes!! Die Nation, die die Schandtat verdammt, weist sie von sich. Sollte aber die Regierung schweigen, sollte sie durch ihre Passivität derartige Geschehnisse duldieA dünn lädt sie die Schuld -auf die ganze Nation;.' Herr Ministerpräsident der polnischen Republik, tun. Sie Ihre Wicht! Dr. Nathan v. Löwen st ein ehemaliger Reichsratsuiid Lsandtagsabgeordueter Dr. Jgrra^ Steinhaus . ehemaliger Reichsrats'äbgeo rdneter. Wien. (Ein jüdischniationaler Protest gegen D -a s z yusk i.) Gegen die Behauptungen 'des Abgeordneten. Diaszynskr und der. übrigen Polen, die, um bei der Entente Stiminung zu machen, Deutschland und Deutschösterreich für die Judenpogrome in 'Galizien verantwortlich machen, pimW die nationale Judeuschaft in einem Protest scharf Stellung. Der Protest richtet sich in erster Linie Hegen Daszynski, der irr einem! TelegramNi an den Sozialisteusuhrer Brantingbehauptete, daß die Pogrome von'Teilen Ärr Mfgelösten Österreichischen Wme veranstaltet werden, uE> in einem' anderen Telegramuil an den Vorsitzenden des Politischen Komitees im Haag Henri Polak bemerfte, HM hie Pogrome auf eine deutschösterreichische Agitation zurlickzüsuhren seien. D-iese Unwahrheiten, Heißt -es in derp Protest, richten sich von selbst nttd bedprfen keiner Widerlegung. Wir Juden Deutschösterreichs können aber den Anlaß wahrnehmen und Mer Welt ercktären, daß per deutschöstexreichische Staat und seine Bevölkerung bisher keinerlei Ausschreitungen gegen die Juden MgAassen habep. Die UmHnälzung in Deutschösterreich hat sich in geordneten Bahnen vollzogen. _ . Wie». (Die deutschö sterreichischen Juden b e i m S t a a t s r a t.) Eine Wo rdnung Aktionskomitees deutschösterreichischer Mden wurde -am 9c d. M. vom Präsidenten des Staatsrates Seitz empfangen und überreichte ihm die von uns bereits veröffentlichte Kundgebung, in der.die Vertretung.des jüdischen Natioualrates von der überwiegende?! Mehrheit der deutschösterreichischen Judenschaft abgelehnt und das Bekenntnis zrim Deutschtum ausgesprochen! wird. Dem Wtionsloutitee sind spontan viele Tausende von Zustiminüngserkläruugen zngekommen. "Weitere 'Zustimmungserktärungen wollen an die Oesterreichisch«-Jsraelitische.Union in Wien, 9. Bez., Uuiversitätsstraße s, gerichtet werden. iZerchrwng des Jüdische NMionakrates auf die Staats- MMr. Die Korrespondenz der deuLschöfterveichischen Nationalvers-ammlung teilt Mit: Wie wir Hören, hat der Jüdische NationÄrat in Wien Ms'die deutWösterreichische Staatsanleihe einen Betrag von 100.000 K. gezeichnet. Dadurch soll, wie-jausdrückLichi bewirt wirddas Vertrauen in die Msichöen desneuen Staates) soweit sie die Ideen der jToleranz und ftie IJudenfrage wu allglrnieineu in Frage kominen, Msgedrückt werden. Ue-berdies hat sich! der Jiddische Nationalrat mit einem energischen Protest gegen die Aufrechterhaltung -der Blockade an alle national-? Wischen Vereinigungen der Welt gewendet unddie Forderung nach einer schleunigen jVebensnrittelversorgung der GesamtbevvKerung Beutfchösterreichserhoben. WochLNschNst ' Nr. 49 JudMlMp M PkM Prag. Um' die MÄLaWMinbePm>meltenlffch. mffl' dem Graöeu mehrere hundert Personen an, die Herausgabe der Mischen - Besitzer -verlangen Mit der Begsrjün-; düng, daß die Juden., m dem. Elend' schuld, seidn, das' der Krieg gebracht habe. W gelmtg ihnen auch, mchrsjrer Geschäftsleute habhaft zu werden. Diese wurden tätlich angegriffen. Das rasche- Eingreifen! von Soldaten und Sokols (freiwillige SLcherheitswjachK.- der.• -Turlieiv).- verhinderte weitere "Ausschreitungen. MaN brachte die Geschästsleute in. die Josefskaserne und hielt sie dort in! Schutzhaft. Der Josefsplatz wurde abgesperrt. Die Menge zojg ilnter stürmischen MfeN:.,,'Richtet die Juden! Hängt sie auf! Sperrt sie ein! Gebt ihnen'Kraut zu ftessen und! Krieg'sbrot!" vor das„Deutsche''Haus",' wo es den behördlichen Organen gelang, die Menge zu zerstreuen.' > , Der Mische!N,ationalr.at in Präg erachtet es fstr äugcmeffen, vor per Oeffentlichkeit Monzeugenschaft Mzulegen« . ■ '» ' „Daß das tschechische Publikum tatsächlich durch offenbare Provokationen zu den Ausschreitungen aufgestachelt wurde, ist auch nach den Erhebungen des Nationalrates außer Zweifel gestellt. Mitglieder des Nationalrates sahen z. B. einen Offizier, der eine deutschnationale Armbinde ntitöer Aufschrift «Deutschböhmen" trug, ja noch mehr, es wurde ein Fall protokollarisch festgestellt, daß ein im Wiener Dialekt sprechender Offizier einen jüdischen Soldaten, der Zivil trug,- Sonntag vormittags zum Tragen der alten österreichischen Kokarde und eines schwarzrotgoldenen Bandes aufforderte und ihm hiefür 15 0 Kronen an bot. Auch daß die „Wacht anl Rhein" auf dem Graben angestimmt wurde, ist erwiesen. Wer diese Provokationen verschuldete, ^hat der Nationalrat selbst nicht in Erfahrung bringen können. Allerdings, fügt er hinzu, Laß die verprügelten M dischen Offiziere durch keinerlei provozieivendes Verhalten Grund zu ^Ausschreitungen' ^gegeben haben und daß -auch Mische Zivilpersonen überMken, mißhandelt und ausgeplü-nd>ert wurden. Nichtsdestoweuiger ML "der jüdische Nationalrat an die jüdischen sNatio na träte der verfchiedeneniL'änd er, die zionistischen Landesorganisatjonen und' jüdischen Korrespondenzbureaus W Ha ag, V e r N, Kopenhagen, Stockholm üsw.' Zirknlartele^ -gramme gesandt, daß „tätsächlich unzweffelhafte^Provokationen dieumm'ittelbare Veranlassung W Ausschreitungen waren". , ' .. . Tatsache ist, daß die Hetze zunächst gegen Juden gerichtet war, daßwiederholt Rvfe laut wurden: „Hängt die Juden auf!", paß Mische Passanten Nur wegen ihres jüdischen Aussehens Mtackiert wurden (so ist der Ausspruch eines tschechischen Offiziers verbürgt, daß, schon jüdisches .Llusfehen eine Provokation ffei), daß, jüdisches Eigentum und Mische Geschäfte bedroht wurden. Wenn .er dessenungeachtet solche'Telegramme m'die Welt hinausgesendet hat, so geschah es, wie er versichert, „nicht -aus iLiebchienerei", sondern Ms „Üle'öerKeugnng". Ein -PügrrW m -HvlkeWM m Mähren. Olm'ütz. Die Stadt Holles ch a n war in der letzten Nacht der Schauplatz von Ausschreitungen gegen die . Jildeir. ' Tsecho-slowMsche Soldatendie sich in einem Wirtshaus iversamtnelt hatten, drangen nach 10 Uhr abends in die Judmgasse und plünderten dort' alle Wdffu" und Magazine vollständijg aus. Die Wachmannschaft wurde nach einem kurzen Handgemenge -.entwaffnet. Ein jüdischer Kaufmänn, namens G rünb aum, der vor fttrzem ms -Invalide aus dem Feldzuge zurüMejkehrt war, wurde durch zwei Bajonettstiche getöLet. Der LiiMerzeuger Hugo Mr aetzer irurde erschossen. Die Ausschreitungen hielten die ganAe Nacht-Wer an und griffen morgens Ms andece Straßen Der. InFM traf tim «rMMische -Assistenz mt§ Kojehein eut, hoch heißt es, daß? der KomMrkoant 'dieserrTrupspe die Mannschaft-

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