Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-11-29 · 47 (29.11.1918) · page 16

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
47 (29.11.1918)
Date
1918-11-29
Page
– (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3020846-3022300-3022348--27368-3052780
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Warschau, wenn ich nur dM Geld enMaiM!' Darauf er: fjöjijhn;• vM. W«rWch?" Warschau ist ja vM Mer /Wr MttMem. duf damit einverstanden ^rn, so. gebe ich dir eine Anweisung auf Darbasch in Odessa!" Darauf ich: „Einverstanden,, ich Möchte aber schon das Geld haben!" Darauf er wieder: „Wpzu dir eigentlich das Geld?" Darauf ich: „^Sei Merzeugt, datz ich es brauche,, hatte M esnW gebraucht, ich käme nicht hierher darum!" Genug an dem, mein Onkel Manasse häl mir allerlei Spektakel gemacht, es hat aber nichts genützt! Ich blieb bei meiner Fox^ derung, ich mutz Geld haben. Da nahm er zwei Akzepte — jedes auf fünfhundert Anbei ausgestellt —, beide mit bloß einer fünfmonatigen Sicht; weitere dreihundert 7 Rubel in einer Anweisung auf Bärbasch in Odessa, alles übrige hat er mir. bar apsbezahtt. „Da wirst du gerade für Reisespesen genug haben!" Und nachdem, ich jetzt gerade nicht mehr Zeit habe, schließe ich. Sa Gott wül, schreibe ich Dir demnächst ausführlicher. Inzwischen lebe wohl! Grütze in meinem Namen die Schwiegereltern und die Binder liebevoll. ,Dein Gemahl Menachem Mendel. P. iS. Ich kam zu.Barbasch mit der Anweisung des Onkels Manasse, da hörte ich, datz es überhaupt keine Anweisung ist. Was denn eigentlich? Etwas, was ganz aus der Luft gegriffen ist! Komme doch nur früher der Waggon. Weizen Meines Onkels Manasse, und soll vorerst der Weizen preiswert verkauft werden, dann — sagten sie — werde ich mein Geld bekommen. Ein hübsches Geschäft? Weich darauf schrieb ich meinem Onkel Manasse, datz, wenn er nicht gleich den Weizen abschickt, so. depeschiere ich ...! Kurz, ich habe hin und wieder mit Kischenew korrespondiert, inzwischen aber hatte ich große Aergernisse. Erst gestern empfing ich aus Kischenew hundert Rubel bar und ein Akzept auf zw einhundert Rubel. Wirst Du nun schon begreifen, warum ich Dir während der ganzen Zeit nichts, schrieb? Ich, habe geglaubt, datz die dreihundert Rubel schon riskiert sind. Daraus aber «sieht man, datz man an den Ewigen nicht verzweifeln darf. Wir haben im Himmel einen grotzen Gott, der.seine Welt weise leitet. Mein bischen Geld investierte ich, in „London". Ich habe mir ein Onantum! schöner Ware angeschafft, eine Ware, welche steigt und sinkt. Gott sei Dank, man spricht davon, datz ich verdient habe! D. O." II. ' . ' Scheine Scheindel aus Kasrieleroke an ihren Gemahl Menachem Mendel in Odessa: „An meinen teuren, .'vornehmem populären, weisen und gelehrten Gemcchl usw. Herrn Menachem Mendel! Vor allem berichte ich Dir, datz wir alle wohlauf sind, mögen wir auch von Dir immer nur Gutes hören. Amen! , - i Ferner teile ich Dir Mit, datz ich wieder an meinem alten Aebel, an den Krampfeanfällen, leide. Datz davon auch bald Dein Onkel Manasse h'eimgesucht werden Möge, weil er unsere unansehnliche Mitgift von fünfzehnhundert Rubel ganz verpulverte! Wehe ist mir! , Wie pflegte meine.Mutter zu sagen? „Wer ist dumm? Derjenige, der das /nicht aufzuheben weiß, was er erhält." Akzepte nahm er von ihm! Wäre ich an Deiner Stelle,. ich Uetze nach lieber ohrfeigen, als! fünfmonatliche Akzepte von ihm anzunehmen! Hörst Du, Mendel, ich möchte wohl lieber Lügen gestraft werden, allein ich habe Angst) datz Du den Restbetrag so.sehen wirst, wie Du Deine Ohren siehst, ~ welche Du bis nach deM weiten Odessa mitgeführt hash. Heil Dir, datz meine ' Mutter von der Wechseltzeschichte noch! gar keine Ahnung hat, JoM hätte qs in unserem Hause gedonnert und! HekanSzeder und Meda^r-rir Tr. Zv geblitzt! Dü schreibst, datz. Du, Gottsei Dank, viel.Geld verdienst, Danke Dir, datz Dü uns ein wenig beschwich-- tigst! Allein, nachdem - Du schon Briese schreibst, so schreibe doch menschenwürdig! Warum schreibst' Du uns nicht alles detailliert? Um! was Mr Ware handelt es sich denn? Wie teuer ist sie? Verkauft Man sie nach Matz oder nach Gewicht? Ich weitz noch immer nicht, wgs Dein Geschäft ist und wie es aussieht? Außerdem verstehe ich Dich überhaupt nicht! Du schreibst. Du hast Ware gekauft, und gleich hat-man Dir einen.„fetten" Nutzen gebracht! Informiere mich doch, was fstr Ware es ist, welche so. wundervoll gedeiht! Pflegt doch Meine Mutter immerfort zu sagen, datz auch Schwämme und Kitze Regengüsse haben Müssen. Hat man Dir also, soviel Nutzen gebracht, warum' hast Du Deine Ware nicht verkauft? Worauf wartest Du denn eigentlich? Wartest Du etwa, bis eine Not eintritt? Warum informierst Du mich nicht, wo Du logierst, und bei wem' Du Dich verköstigst? 'Es hat den Anschein, datz ich Dir fremd geworden bin und nicht Mehr jene Frau bin, welche Du nach den Vorschriften „Mosis und Israels" getraut hast! Ja, sagt doch auch immerfort meine Mütter: „Traurig ist, wenn das Weib den Mann nicht bewacht!" Also befolge Meine Ratschläge, verkaufe Deine Ware rechtzeitig, komme dann schnell nach Hause mit.Deinem kleinen Kapital. Dann findest Du.auch hier nettere Geschäfte als jenes, das ich sogar deM Namen nach nicht kenne. So Möge ich auch nie vonanderen bösen Leiden etwas wissen. Dies wünscht Dir Deine treue Scheine Scheindel:" Neue Bücher. Dr. Mehemcd Emiu Efendi (Pseudonym). Die Zukunft Palästinas. Ein Mahnruf an die zionistischen Juden und an die ganze Kulturwelt. Frankfurt a. M- 1918. Kommissionsverlag von I. Kauffniann. . Neue jüdische Monatshefte. Verlag Berlin-München. Heft 2.-7 JIL Jahrgang. 25. Oktober 19l8. Inhalt: Dr. Adolf Friedemann: Unsere Ostprovinzen und die Juden. — S. C.: Wie die Polen Majoritäten schaffen. — Dr. Felix G o l d m ann: Geschichtsirrtümer. — Dr. H. Kaddischu Das Donaureich.und seine Juden.!— Prof. Dr. Heinrich Loewe: Zionistischer Jugendtag. — Umschau. Moaus zur ein Channnkahbuch. Preis Mk. 5-— Jüdischer Verlag, . Berlin. Fortsetzung der mit dem Buche „Chad gadja" so erfolgreich begonnenen Serie der Festtägebücher. Wenn ein christlicher Theologe bei Erscheinen der „CHad gadja" sagen konnte, daß dieses Buch über das Wesen der jüdischen Religion und den Sinn der jüdischen Feiertage mehr Aufschluß biete, als Bände von Untersuchungen, so mögen diese Worte auch für „Moaus zur" gelten. Das bewahrte „Chad gadja"-- Programm ist beibehalten. Aus dem Inhalt: Die Kämpfe der Makkabärr. Aus den zweiten Buch der Makkabäer etc. Freyer: Die Menerah. Eine kunstgeschichtliche Studie. Worte weiser und frommer Männer. Volksbräuch. Spiel. Alte Holzschnitte, Menoraha, Trendeln usw. Treuer Leser. Die Not der Juden ist derzeit so ernst, daß wir uns mit solchen Angriffen gar nicht abgeben. Unsere Ansicht haben wir trotz aller antisemitischen Hetze immer ftei herausgesagt und werden es trotz aller anderen Hetze auch weiter tun. Wir betrachten es als unsere Pflicht, die Einigkeit der' Juden jetzt herbeizusühren, andere wollen sie erweitern. Die Ereignisse werden schließlich lehren, wer Recht gehabt hat, nur würden wir wünschen, daß nicht die Juden die hohe.Zeche bezahlen müssen. ' Innsbruck.-Der Antisemitismus der „Neuen Tiroler Stimmen" ist auch ein Manöver zur Täuschung der Bevölkerung. Sie sind angeblich gegen Wien, weil hier die Juden eine so große Rolle spielen. Sie sollen, nur zuhause nachschauen, -was streng christliche Firmen getriebenhaben! Das gäbe eine riesige Liste von großen Kriegsgewinnern, welche alle jüdischen in den Schatten pellen! Professor. Besten Dank für Ihre freundlichen Worte. Wir lassen uns in unserem Recht-zur freien Meinungsäußerung von niemandem beschränken. Vielleicht werden die Herren bescheidener werden, wenn sie beffere Informationen haben'werden. ' L. Gottlrcb in S. Unsere Zuschrift an Sie wurde uns von der Post zurückgestellt.____ _. ff E. Mvch — $■*»c? r-cn 2, Beck & -Sr 1K Wren Vijl

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.