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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-11-29 · 47 (29.11.1918) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
47 (29.11.1918)
Date
1918-11-29
Page
– (sequence 15)
Language
German
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ffc 47 De. Wtam G«^chrßft Rosenidld Hugo, geh. 27. Dezember 1881 Wien, 2. Bezirk, Vereinsgasse 35. Rulckä geb. Tegel Margaretha, g«b. 24. Dezember Wien, 4. Bezirk, Frcündgäise 10, KÖpaesl AldLdüdSr, Mag. Pfiarm., geb. 4. Juli 1684 Raab, Ungarn. it, Bezirk, Starhembergga&se 33. Sir. Laökanbafcher Atma, Aerxtin, geb. 7. März 1882 Wien, 3. Bezirk, Jaquingasse 1. Wilhelm geb. Jakobi Badoleiae, geb. 18. Noreiiiber 1893 Wien, 7. Bezirk, Halbgasse 2. Herg'ehsteirn Oskar, geb. 23. Juni 1885 Soberiin, Ungarn, 2. Bezirk, Praterslraße 56. Landesberger Alfred Ka»l, Student, geb. 4. August 1896 Wien, 9. Bezirk, Pörzellangasse 5. Fareht Elsa, Gesangslebrerin, geb. 8. August 1885 Wien, 9. Bezirk, Berggasse SO. Salfdr Üikelaas, geb.. 15 Oktober 1850 Gzernolritz, Bukowina, 6. Bezirk, FilJgradergaSfee 12. Söhleilnger geb. Eckstein, geb. 6. Juni 1863 Wien, 6. Bezirk, Liniengasse 4. GÖtll;Panl, Fabrikant, geb. 4. Jänner 1884 Wien, 19. Bezirk, Voltergasse 2. Weiner, geb. WeatfriedljÖlga, geb. 20. September 1883 Brünn, 1. Bezirk, Hotel Bristol, Kaiserin Zitaring 18. Stainer geb. Teich Erhestlaa, geb. 5. Juli 1875 Lipto Taroocz, 2. Bezirk, CastellezgasSe 80. Qrünspasn Frans, geb. 9. März 1897 Wien, 2. Bezirk, Untere Augartenstrafie 28. Teich Bertha, geb. 29. April 1883 Partschendorf, Mähren, 3. Bezirk, Gasteliezgasse 20. FrShlloh Emma, geb. 8. Oktober 1889 Wien, 2. Bezirk, Rote Sterngasse 33. Langer Alexander, Privatbeamter, geb. 17. Dezember 1889 Tarnopcl, 3. Bezirk, Czapkagässe 8. Lustig Valerie, geb. 23. März 1895 Wien, 1. Bezirk, Gisalastraße 9. Freund Grete, geb. 14. Juli 1897 Wien. Lohnt Wilhalmina, geb. 1. August 1877 Wien, 2. Bezirk, Ennsgasse 1. Köhut HUrla, geh. 18. Mki 1898 Wien, 3. Bezirk, 'Ennsgasse 1. Preßbnvg. Vom Bicepräses des Sportklubs „Makkabäer" Eduard. K a lm Ar, Sekretär des Sportklubs „Makkabäer" Max Wachsmann, Präses des „Zerre Zion" Lr. Leo Sipos und Bicepräses des „Zerre Zion Soma Komlpssy ^würdeam 31. Oktober d. I. eine jüdische Wehr gegründet,, die aus 78 Mann 'Fußballer und Mitglieder des Sportklub „Makkabäer" und aus 30 Mitgliedern des „Zerre Zion" besteht. - Diese 108 Mium starke jüdische Garde wurde vom hiesigen Kommanda ten komplett Militätisch üniformirt, ausgerüstet und mit. Maschinengewehren und Handgranaten versehen. Sie besteht aus lauter strammen, jungen Leuten, die alle ohne Ausnahme als Soldaten im telde wären und unter hem Namen ^Oberleutnant Dr. Kohn KLlmau?äch-Detachemerit" Wachdienst im Ghetto sowie in den umliegenden Gassen des Ghettos Wachdienst versehen. Bis heute ist kein wie immer geartetes Vorkommnis zutage 'getreten, welches auch nur die^leiseste Beunruhigung hätte hdtvorrufen können. Dieses Detachement steht unter dem Kommando des Oberleutnants Dr. Koh n, Oberleutnants König, Leutnants Kohn, Leutnants K r e i l i s hei m und Fähnrichs N a g e l und ist in der ganzen Stadt ob seiner Strammheit auch sehr bekannt und gut gelitten. Und allenthalben wird auch gesagt, daß durch die gute Organisation und zielbewußtes »'Borgehen dieses Detachements in ganz Pozsony Ruhe herrscht. Das stattgefundene Einschlagen von Fenstern in zumeist nicht, jüdischen Geschäften und Kaffeehäusern hat vor der Gründung dieser Mischen Garde stattgefunden. Am i. /November, also eiiwn Tag Nach der Gründung, hat dieses Detachement schon seinen Dienst, 'täglich von Beginn der Dunkelheit M 3 Uhr früh und auch während des Tages, angetreten. Nebft der nationalen Kokarde auf der Kappe tragen sie auch ein sichtbares, blanwrißes Abzeichen und wären sie auch zur Republikfeier mit dem blauiveitzm Abzeichen zur Spafterbildung auSgerückt. Bequartirt und verköstigt werden diese jüdischen Gardisten in der rituellen Soldatenküche die unter der ausgezeichneten Leitung des Feldrabbiners Heinrich Weiß steht. _ NhMbitttz. Laut Zuschrift des Auffiger Rabbiners Prof. Dr. Rosen zweig ist Otto Körner (früher &arpeles), Oberbuchhalter der Anglo-österreichischen Bank in Aussig, geb. 20 Dezember 1892 in Nymburg, aus "der isr. ReligiönsgtzMeiNschaft ausgetreten und ist konfessionslos. »>ita 76? „London" (ft* Gdessarr Körfe). Bon Schalem Alechem, übersetzt von Abraham Kohane, dz. Prag . . ' I. Menachem Mendel aus Odessa an seine Frau -Scheine Scheindel in Kasrielewke: „An weine werte und gescheite Frau Scheine Scheindel in Kasrielewke! Vor allem will ich Dir berichten, daß ich gottlob gesund bin, möge es doch, nur so bleiben, daß wir voneinander nur Gutes hörest, von nun an und m Me Ewigkeit. Amen! Ferner teile ich Dir, meine geliebte Gemahlin, mit, daß ich ganz außerstande bin. Dir die riesengroße Stadt Odessa zu beschreiben, was da getrieben wird, welcher Reichtum hier liegt, und wie prächtig alles ist> wie gütig und, edel die Menschen, wie entgegenkommend sie, und wie grobangelegt die hier porhandenen Handelshäuser sind! Denke Dir, ich begebe mich, mit dem Stock in der Hand, zum Taubenplatz. — so wird hier in Odessa jener Ort genannt, wo unsere Ieudchen ihr Leben lang herumlaufen und allerhand Geschäfte machen —, und schon finde ich tausend Geschäfte, welche Meiner, vom Frühmorgen angefangen, harren! Ich will Weizen, er ist zu haben. Kleie, auch diese steht zur Verfügung. Ich bekomme auch Wolle und selbst Mehl erhalte jd* über .Wunsche Möchtest .Du gerade Salz, Federn, Rosinen, Säcke. Heringe, Gebäck und Seidenstoffe haben, was Du verlangst und brauchst, vermagst Du nach Belieben rasch zu kaufen, denn ganz Odessa steht Dir zur Verfügung! Vorerst haben mich zwei bis drei Geschäfte interessiert, ich wollte auch zugreifem, allein ich sah, daß sie mir doch nicht ganz entsprechen. So begann ich strich wieder am erwähnten Taubenplatz herumzudrehen, und schlich hin und her, bis mir doch ein ansehnliches Geschäft unter die Hand kam, ein Geschäft. von welchem man sozusagen gut zehren kann. Das heißt» ich arbeite mit ,,London'^ und perdiene enorm. Zuweilen werden fünfundzwanzig Rubel verdient, ein anderes Mal fünfzig, und geht es gut,, dann erhascht man auch hundert mit einemmak. Kurz, dieses Londoner Geschäft kann einen Mann meinesgleichen innerhalb vierundzwanzig Stunden reich machen! Es war vor kurzem, da kam ein Mamr her, ein ehemaliger Tempeldienet, und bald wußte er sich dreißigtausend Rubel zu „schaffen", und letzt vermag es niemand mit ihm aufzunebmen. Wer also Lust hat, greift zu den Schätzen . . . Ich habe, Gott sei Dank, gar nicht zu bereuen, daß ich nach Odessa gekommen bin. Und möchtest Du aber wissen, wieso ich denn nach Odessa hergereist, nachdem ich doch nach Kischenew reisen sollte?- Das ist eben göttliche Fügung! Es war mir scheinbar beschießen, viel Geld zu verdienen. Also höre mal. wie Gott wirtschaftet: Ich kaM nach Kischenew zum Onkel Manasse und wollte die deponierte Mitgift beheben, da sagte Mir der Onkel Manasse: „Wozu denn die Mitgift?" Darauf ich: „Dü kannst dich darauf verlassen, daß jch sie haben Muß, hätte ich sie nicht gebraucht, ich käme nicht!" Darauf er: „Bargeld habe ich augenblicklich nicht, ich kann dir bloß eine Anweisung an Brodsky in Jehupez Mssteklen lassen." Darauf ich: „Es kann auch sein an Brodsky in Jehupez, wenn ich nur. das Geld bekomme!" Darauf er: „Ich bezweifle, ob jetzt in Jehupez Geld sein wird. Du kannst", sagte er, „von mir eine Anweisung auf Bachrach in Warschau erhalten." Darauf ich: „Einverstanden, sei es Bachrach in

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