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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-10-25 · 42 (25.10.1918) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
42 (25.10.1918)
Date
1918-10-25
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seile 688 Dir. BloHssI fetzung, der sich leise, höflich schleichend LN alles Große in der absherbeirden alten Gesellschaft macht: die Familie, die Ehe, die Religion, das Vaterland; in der Kunstz an alles Männliche, Reine, Gesunde, Volkstümliche; der jeden GlMben an eine Idee, an Gefühle, an große Männer, an den Menschen benagt".-Jeder Satz, jedes Wort ein Peitschenhieb. Diese Juden, die ihr eigenes Ich verloren haben und dem Ich der Nationen verständnislos gegenübershehen, das sind die Blasen, die im Sturme ans dem Sumpf an die Oberfläche steigen und die Lust verpesten helfen. O, gewiß gab es in diesem Zeitalter,, .unter diesen Juden, die jo gern fast restlos mit ihrem Geiste und ihrem Herzen Franzosen sein wollten auf Kosten ihrer alten, großen Vergangenheit, edle, vornehme Naturen: einen Thadäus Mooch, den wir voll Liebe ins Herz schließen, einen Felir Weil, vor dem wir respektvoll den Hut ziehen. Aber tonangebend für die Zeit der Zersetzung bleiben doch jene junge Literaturjuden, die mehr Verstandals Charakter besitzen, die auch in der Kunst, in der Literatur nur Geschäftsmenschen sind, dabei sich einbilden, die Großen der Kunst besser zu verstehen, als irgendein anderer, und mit Kohn- Hamilton sprechen: „Wir sind — Frankreich!" Was nützt es uns, wenn Rolland zugesteht, die Juden feien „hei der schlaffen Untätigkeit der zeitgenössischen Gesellschaft ein Gärungsshoff der Tat, ein Sauerteig des Lebens"; daß sie „im heutigen Europa dje zähesten Agenten alles Guten und alles Bosen sind", daß.Europa an Intelligenz und Tatkraft zurüMeiben und womöglich den völligen Untergang gewärtigen mußte, „wenn das UngNck es. wollte;, daß man alle Juden aus Europa ragte". (Forts, folgt.) gttnwtxr. Otto Abetzs: JüdHche Flüchtlinge. Wien, R. Löwit Verlag. E-> sind müde, abgehärmte Gestalten, die hier in bunter Schar an uns -vorüberziehen. Von einem plötzlichen -Schicksalsschlag jäh auÄ Hrem Alltag -herausgerissen, verwandeln sich diese Menschen in eine, geschlossene (Schar eigenartiger Existenzen, die zum Typus ejnes Menschenschlages während des Weltkrieges cheranwachfem Als Juden in -unübersehbaren Massen Kopf über Hals aus ihrer Heimat flüchteten, da ließen sie all ihr Hab und Mt Zurück, retteten nur das -nackte Leben, doch schleppten sie ihr altvererbtes Judenweh als unentwirrbares -Geschick in die Fremde. Unter wildstemden Menschen verdichtete -sich die Trauer zum Schmerze jäh Entwurzelter und die -Eigenart östlichen KulturansLrich.es steigerte sich zum Anormalen. > Und dieses Stigma des Anormalen hastet hier an allen (Gestalten und allen Schicksalen. Äus her Art geschlagen sind diese 'Männer, die in blinder Hast an jeden Erwerb sich Lämmern und -diese Frauen, die in wildfremder Umgebung sich zum wahren Heldentum von Opferwilligkeit und stiller Duldung emporschwingen. i. In zarten, weichen .Strichen zeichnet Abeles einezlne Lharaktertypen der jüdischen Flüchtlinge. Einige Worte nur, ein kurzer Abschintt und in (bildhafter Plastik entrollt sichvor unseren Augen ein Menschenschicksal. And -'eben diese Schlichtheit und wortkarge Anspruchslosigkeit eines echten Dichters wirkt' hier ergreifend und mitunter erschütternd.' Anklagen? > Vorwürfe? Flüche? Es w.äre ein müßiges Beginnen.. die Menschen in die Wirrnis des Krieges einzupressen und sie «nur als Opfer unentrinnbarer Geschicke hinzustellen. Es sind «zwar Opfer durchaus fremder Mächte, aber sie entbehren nicht eigener 'Krastentfaltung. Die Flüchtlinge aus den östlichen Judengassen ersticken -zwar im Moraste fremder Plattheit und höhnender Protzerei, >aber sie wissen eigene Wsürde zu wahren und im durchschnittlichen «Typus die' hergebrachte Eigenart beinah'e resllos allstechtzuerhalten. Dieser 'Typus in hundertfachen Schattierungen zeichnet Abeles -mit der Feinfühligkeit eines Dichters und tiefem Mitgefühl eines Juden. Erbelauscht die Gespräche der Flüchtlinge Ln den! Gassen und hinter vier Wanden, zeichnet den Alltag und die 'Feiertage, die Trauer der Heimatlosigkeit und den Jubel über die Befreiung der Heimstätten aus Feindeshand. Es ist eine tiefe WHmut, (die all diese flüchtigen Auszeichnungen durchzittert und ihnen >emen eigenartigen Rjeiz verleihen. Lose Blätter und sichüich in der eilenden Haft des Tages hingeworfene Silhouetten und doch -schnritzt alles unter dem Hauch dichterischen Gestaltens zu einem Ganzen zusammen, das wie ein vollendetes Eemälde erst aus der Perspektive an Fülle, «Farbenpracht und Harmonie gewinnt. DaS «Buch von Aböles ist' ein persönliches Doku- Hcroukxeber vrd Verouttvvrtticher BedakLeu» Dr. 'Jr Wochenschrift Nr. 42 ment dichterischen Zartsinnes eines westlichen Juden' und' ein historisches Dokument, das in halblauten Worten das tiefste Weh von Hunderttausendon herausschreit. - Z. F. F. Eduard Bernstein. Aus den «Jahren meines Exils (Völker zu Hause). Erinnerungen eines «Sozialisten. 3. und 4. Auflage. Berlin 1918, Erich Reiß Verlag. Jung-Juda. Illustrierte Zeitschrift für -unsere Jugend. Redaktion- und Administration: Prag, (2. Bezirk, Stefansgasse 629. 19. Jahrgang. Prag, 4- Oktober 1918. Nr. 19: Inhalt: Ben I e h u d a: Zum Wo'chenabschnitt. — «Direttor Franz D o o t s ky: Zur Geschichte der Juden in Böhmen, Mahren und Schlesien. —> Zur Ethrogimfrage. — I. >L. Perez: Ein Fasttag. — R. Sokolow: Im leeren Kinderzimmer. >— Die Kriegsflüchtlinge in Palästina. (Illustration.) — Aus 'unserem Leserkreise. — Ben Schefer: Kinder. — Uebersetzungsaufgabe. >— Rätselauflösungen., — Rätsel. : - Landesrabbiirer Dr. Rieger, VraunWweig: Ein Vierteljahr- Hundert im Kampf um das Recht und die Zukunft der deutschen Juden. — Ein Rückblick lauf die Geschichte des Zentralvereines deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens-in den Jahren 1893 bis 1918. Verlag des Zentralvereines «deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Berlin SW. 68.' ___ Der Jude. Eine Monatsschrift. R. L ö w i t, Verlag, Berlin und Wien. Heft 6, -September' 1918. Inhalt: August Bevend; Grenzschutz. — Hermann Kran old: «Das Interesse der deutschen Sozialisten am Zionismus. — «Am'itai: Chronik. — Varna Krupnik: Micha Josef BerdyczewÄi. '— E. M. Lip schütz: Vom lebendigen Hebräisch. (Schluß.) t— Die rechte Zeit. — Deutsch von Ernst Müller, —'Bücherschau. Andenken zum Besuch «des Herrscherpaares in Poszony. 16. Juli 1918. Ein Album. Heraüsgegeben von der Verwaltung des „General der Kavallerie -Ritter Eerstenberger-Eerstberg-Fondes" des k. u, k. Militärkommandos Poszony. Ein prachtvolles Andenken, dessen Neinerträgnis wohltätigen «Zwecken gewidmet ist,: « SViefkasteW. B. in K. - Besten Dank! Oesterreichische Juden, die noch vor dem Jahre 1848 den Adelstand erhielten, werden genannt: Jakob Bassevi von Treuenberg, k. Diener und Prager Judenvorsteher, geadelt am 18.-Januar 1623; Israel Honig, Edler von Königsberg, Tabakgefällsadininisttator, geadelt -am 2., September 1789; Joachinr Edler von «Popper, Primator der böhmischen Landesjudenschaft, geadelt am '1. April'1790; Simon Edler von Laemel, israelitischer Großhändler, geadelt «am' 5. Dezember 1811; «Moses und Juda Porges Edle von Portheim, Kattunl- und Drucksabrikanten, der erstere geadelt am M. Februar (1841, der letztere am 5. Juni'desselben Jahres'; Leopold Jerusalem Edler von Salemfels, Kattundruckfabrikant, geadelt «am 13. Mai 1841. K. F. Welchen Anteil die Juden der Vereinigten Staaten am Kriegsdienst nehmen, «beweisen einige Bemerkungen des Herrn 'Walter M. Ehandler,-Mitglied des Unterhauses,, der im, „Congressional Record" folgendes «schreibt': „Von der gesamten Bevölkerung des Landes (Vereinigten Staaten) sind 10 Prozent waffenfähig und 2 'Prozent sinö tatsächlich bei der Armee. Von den Juden des Landes «sind nur 5 Dozent waffenfähig, aber 2 Prozent bei der «Armee." Das heißt also» daß, während von demj gesamten Volke nur 20 Prozent der „Fähigen" zurzeit dienen, von den Juden schon 40. Prozent, ihre Pflicht aktiv erfüllen. Auch leisten einzelne Juden Kriegsdienst von der größten Wichtigkeit, wie zum Beispiel Professor Felix/ Frankfurter, Mreetor ot a War Labour; Juljus 'Rosenwald aus Chicago, Vorsitzender der Vorratskommission; Bernhard Baruch, (Vorsitzender des Kriegsindustrieamtes, und Jakob (Schiff, Schatzmeister des amerikanischen Roten Kreuzes. Auch (zu erwähnen sind dis (Generale Otto Rosenbaum und Ehäs Lauch^iiner und die Konteradmirale Marix und Strauß. i " ' Adas Jisroei (Schifischule) Wien, a. Bex., Grosso Solilffgaise Nr. 8. Gebetstunden in der Zeit vom 19. bis 26. Cheschwan 5679 (25. Oktober bis 1. November), Freitag, 18. Chesehwan: Sabbat$ingang 4 Uhx 55 Min. ' Samstag: Morgengebet 7 Uhr — Min. und 9 Uhr 30 Min., Mineha ’ 12 übr 15 Iffiin/und 8 Uhr SO Min . « Sabbatb-Ausgang: 5 Uhr 40 Min. An Wochentagen: Morgengebet 6 Uhr 30 Min., Mineha 5 Uhr — Min. f ®f« Bloch. — Druck von L. Beck & Schn Wien. YII.

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