Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 41 (18.10.1918)
- Date
- 1918-10-18
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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Seite 672 -Er. BlVchkS rech ining äuf zu st eilen. Denn seit einem! Jahrhundert sind Äse Völker durch ihre gegenseitige Durchdringung und durch die ungeheure Ueberschwemrnung mit allen Intelligenzen der Welt verwandelt worden und bauen nun die neue. Sittlichkeit, die neue (Wissenschaft und den neuen Glauben auf. I edes Volk nt'u tz sein G ewissen prüfen und sich genau darüberRech enschaft ableg.en, was es ist und was ihm! gehört, bevor es mit den anderen in das neue Jahrhundert eintritt. Ein neues Zeitalter beginnt. . . Jeder reinigt seine, Wohnung und will, datz sein H aus sauber sei, bevor er mit den anderen vereint vor hem gemeinsamen Gott tritt und miE ihm den neuen Bund schließt." (604 f.) Wie es sein Traum war am' Schlutz seiner Wanderjahre, daß sich die Edlen aller Rassen verbrüdern möchten (II, 529), so ruft er jetzt am Ende seiner Meisterjahre in prophetischer Begeisterung -aus: „Wer ahnt in Frankreich die Kraft der Sympathie, die so viele große Herzen des Nachbarvolkes nach Frankreich drängt? So viel treue Hände strecken sich aus, die für die Verbrechen der Politik nicht verantwortlich find. Und auch ihr, deutsche Brüder, seht uns nicht, die wir euch, sagen: Hier unsere Hände! Trotz aller Lügen und allem Hatz wird man uns nicht voneinander trennen. Wir haben euch, ihr habt uns zur Grötze unserer Geister und unserer Rassen nötig. Wir sind , die beiden Schwingen des Okzidents. Wenn die eine zerbricht, ist auch, der Flug der anderen zerstört: möge der Krieg kommen! Er wird unsere verschlungenen Hände nicht lösen, wird den Aufschwung unserer Bruderseelen nicht hemmen." (III, 587.) Scheinbar ist dies alles ohne jeden nutzeren Zusammenhang mit-Zuden und Judentum: innerlich aber auch Mr jeden denkenden Juden, von geradezu -zentraler B.e deutung. Mit gutem Recht beginnt Rolland das letzte Buch semes mächtigen Werkes mit folgendem Geleitwort: „Indem E dieses Werk hiermit vollende, . widme ich es den freien Seelen — aller Völker —, die leiden, die kämpfen und die siegen werden." Also den freien Seelen aller Völker. Also auch denen des jüdischen Volles.. (Fortsetzung folgt.) MexstE Dr. Mer RosenfsA: ,.D i e p o l« i sch-e I u d e n f r a ge." Problem und Lösung. R. Lömit Verlag, Wien-Berlin 1918. Preis 10 St. (8 M.) Die, weiteste Kreise interessierende -Frage des Nationalitäten Prinzips auch für.das 'jüdische Volk gestellt zu haben, ist das große Verdienst Dr. Mar Rofenselds, dessen Schrift „Nationales Selbstbestimmungswcht det Juden ,in Polen" denn auch überall lebhaft als „erste (Behandlung des brennensten Problems der-ostjüdischen Massen" begrüßt wurde.' Adolf Böhm bezeichnet die praktischen Vorschläge Rosenfelds als in sehr weitem Ausmaße geeignet und stellt fest, daß jeder weitere Schritt auf dem Wege zur Klärung der Frage (der jüdischen Autonomie die Schrift Nosenfelds zum Ausgangspunkt nehmen «müsse. Nun bildet aber das 'Selbstbestimmungsr^cht der polnischen Juden.nur einen Ausschnitt aus dem gewaltigen Kompler -übereinander geschichteter Probleme, deren Lösung Rosenfeld nichtsdestoweniger Herzhaft in Angriff,'ninnnt. Ost uNd West. Illustrierte Monatsschrift für das gesamte Judentum. Herausgegeben und redigiert von Leo W i n z. Ver- , lag Berlin-CcharlottenbUrg. 18. Jahrgang. / Heft 9. September 1918. Inhalt: Sein oder Nichtsein? VI.,— Der Schutz gegen den „zersetzten jüdischen Geists — Lassalle und Marx, die' Unverantwo'rtlichen. — Prof. C. Weiß: Arthur Markowicz. (Mit 8 Abbildungen.) — Dr. H. «Wars-chauer: Stimmen des Friedens. — D. L. F.: Bogumil Zepler. — Bogumil Zepler: Altes Ghettoliedchen. (Nown.) — Der (Wert des Lebens.in der jüdischen Weltanschauung. ' i .;; , . HesrnkShrSer «Nd vesantworüicher Rödakteim Kr. Issef Wochenschrift Nr. 41 KMMaste« Dr. M. F. Wenden sie sich selber an den Herrn Oberrabbiner .P. 1, 132, 1 wird ihm nicht unbekannt sein, sowenig wie die Sätze in „Ma towu". - ' K. L. Das „Judentum in der deutschen Freimaurerei" ist eine antisemitische Legende Dr. Karl Erhard Weiß -in Stuttgart schreibt darüber an die alldeutsche „Deutsche Zeitung": „Etwa.zwei Drittel der deutschen Freimaurer gehören Großlogen an, die auf christlichem Prinzip stehen, das heißt, -die Nichtchristen überhaupt nicht aufnehmen, Auch in den Logen und Großlogen, die auch Nichtchristen aufnehmen, spielen die Juden weder zahlenmäßig noch tatsächlich eine führende Rolle, was jederzeit bewiesen werden kann." N. M. Unter den neuen deutschen Staatssekretären befindet sich auch ein Jud e, und zwar der Sozialdemokrat Dr. David. Das ist jedenfalls ein guter Anfang. Jsr. Te-nUelvjeriein -Me dje beiden Genteindehezirke MaHaW mM Neubau. Am 18. Dezember d. I. gelangen die Zinsen der Schlo C o huschen Wohltätigkeit s-S tiftung zur Verleihung. Anspruchsberechtigt sind verarmte. Mitglieder oder ehemalige -Mitglieder der israelitischen Tempelvere'ne für Mastiahilf und Nöubau. , Die mit einem Armutszeugnisse pnddem Nachweise einer mindestens fünfjährigen Mitgliedschaft bei dem genannten Vereine belegten Gesuche sind bis längstens 20. November an das Sekretariat 6. Bezirk, Schmahhofgasse 3, zu richten. Wien, im Oktober 1918. Der Vorstand. Dr. KM Batter-WidtzAng M RqWshorer'. Anzahl der Plätze: Unbestimmt, im -Betrage von 'zusammen 1100 Kronen. ' VeWerbunZsSerrichtigt find: Würdige, unterstützungsbedürftige, israelitische'Absolventen der Wiener k. >k. juridischen Fakultät. Bevorzugt Wnd: Solche/Bewerber, welche-sich an juristischen Seminarübungen hervorragend betätigt haben. - - GesuchsbeKagen: Geburtsschein,, Zeugnis Aber die -rechtshistorifche Staatsprüfung, Absolutorium, Seminarzeugnisse, Armutszeugnis. - Letzter Tag der EiprMjüngsfrist : 31. Oktober 1918. Einreichstelle: 1. Bezirk, Seitenstettengasse 4, 2. Stock (Einreichungsprotokoll)/ > - ' Wien, 1. Oktober 1918, , D er Vorstand der israelitischen Kultus gemeinde W ien. i Zur Bewerbung find Gesuchsbögen, zu verwenden, welche in der Einreichstelle (1. Bezirk, Seitenstettengasse >4, 2. Stock) unentgeltlich zu haben sind;- diese Gesuchsbögen enthalten auch-nähere, für die Einschreiter wichtige Bestimmungen i; ' Josef Brlum'schje ALi-lm-WidMÄNg. Anzahl der Plätze: 1 Ar Beträge von 145 Kronen. Bewerbllngsberejch-tigt find: Arme Jüdinnen. - Gesuchsbeilagen: Geburtsschein, Armutszeugnis. ' Verleihungstag: 15. Januar 1919. J Letzter Tag der EinrMMgsfrist: 31. Oktober 1918. Einreichstelle: 1. Bezirk, Seitenstettengasse 4, 2. Stock (Einreichungsprotokoll). Wien, 1. Oktober 1918. -, . ' Der Vorstand, der israelitischen Kultus ge me in de ' Wien. Zur Bewerbung find ' EesMsbögen zu verwenden, welche in der Eknreichstelle (1. Bezirk, Seitenstettengasse 4, 2. Stock) unentgeltlich zu haben sind; die Gesuchsbögen enthalten auch nähere,' für die EinWceiter wichtige Bestimmungen. '!! Große jüdische Versammlung!! Sonntag, 20. Oktober d. I, V48 Uhr abeads, im Kanzerttasaal Dis zionistischen Aufgaben nach Es werden unter änderen sprechen: Dr. Otts Abeles/'Dr. Sieg* fried Berhfeld, Br.Äbraham Sonne, Dr. EUeser-Rieger (hebräisch). Regiebeitrag K 2.— und E i.— Eintritt nur gegen Karten. Vorverkauf im Zionistischen Bureau, II., Zirkusfasse 23, und in der Buchhandlung R. LÖ wit, I.^Rotenturmstraße-22. V. Bloch.— Druck von 8. Beck & SWr, .