Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-09-10 · 37 (10.9.1918) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
37 (10.9.1918)
Date
1918-09-10
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3020846-3022300-3022338--27192-3052594
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Sette «02 ' M. WoGnfchrlfk Nr. 37 Die Not der Flüchtlinge. Die Aufgaben der Palästinako m'mission. Entsetzlich ist die Lage der Kriegsflüchtlinge. Un- Ueber seine ReiseMission sagte Herr Ro.sow, worauf gef ähr 75.000 Seelen sind buchstäblich de dt es jetzt ankoMMe, ist, den. vom Kriege schwer heimge- H'ungerkv de preis'g eg eben, falls es nicht gelingt, suchten Juden'Palästinas die Lage Zu erleichtern und vom Auslände rasche Hilfe herbeizuschaffen. Die russidie politischen . Möglichkeiten für die Zukunft vorzubereischeu Juden können bestenfalls' nur ein,Drittel der für ten. Erbetonte den ForfchungSzweck der Palästinadre Flüchtlinge nötigen Minimalsummen aufbringen. - kommission und sagte, daß man den Moment nicht un- Dom Zentralhilfskomitee in Petrograd chat Herr genützt voiÄbergehen lassen darf, Vorbereitungen für die Ro sow den Auftrag übernommen. die in Betracht kom- Zukunft zu treffen und sich mit allen in Betracht kom?- menden jüdisch en Kreise des Auslandes für eine Menden Kreisen in Palästina zu verständigen, großzügige Neitungsaktion zu gewinnen, und" : Herr Rosow gedachte mit besonderer Wärme der er hofft, daß sein Appell den gewünschten Widerhall großen Unterstützung Amerikas und Englands für die wecken werde. palästinensische Judenheit. G eMeiNÄekonferenz und'alljüdischer Kongreß. Trotz der so' fatalen Umstände lassen' die Juden den- Mut nicht sinken und setzen den Kampf für ihre Emanzipation, ebenso wie ihre Organisationsarbeit unverdrossen fort. Von der ungebrochenen Energie der russischen Judenheit zeugte namentlich die Anfang Juli stattgehabte jüdische Gemeindekonferenz in Moskau, auf der alle vo- MscheN Richtungen innerhalb der Judenheit sich auf einer gemeinsamen Plattform zusammenfanden und den festen Willen bekundeten, sich! von der Not der Zeit nicht unter* kriegen zu lassen, auf kein Jota der jüdischen. Rechte zu verzichten und in dem' so schicksalsschweren Moment zusammen- und dürchzuhalten. Es war für alle Teilnehmer der Konferenz eine 'Sache der Selbstverständlichkeit, daß der Gedanke des' Kongresses der allrussischen Judenbeit keineswegs aufgegeben werden darf und daß, er bei der ersten sich bietenden Gelegenheit verwirklicht werden Muß. ' ' . Friedenskongreß! und Judenfrage. Der Palästina'gedanke ankert fest im! Herzen der russischen Judenheit. Die Erklärungen der englischen, französischen und' italienischen Regierung zugunsten des Zionismus wurden von der erdrückenden Mehrheit der russischen Judenheit Mit unbeschreiblichem Enthusiasmus auf* genommen. Die Tatsache, daß man in volitischen und intellektuellen Kreisen Deutschlands' sich für das jüdische Palästinawerk ernst zu interessieren begonnen hat. hat gleichfallsauf sich die Aufmerksamkeitder Juden in Rußland Mögen. Die bekannte Erklärung von dem Dussches hat infolge ihrer unklaren und zurückhaltenden Fassung keinen großen Widerhall wecken können: sie wird Mehr als tastender Versuch der deutschen Regierung betrachtet, sich äuf diesem für sie neuen politischen Gebiet zurechtzufindett. Den Standpunkt der politischen Neutralität der zionistischen Weltorganisation hochhaltend', hoffen die "Zionisten in Rußland, daß die zionistischen Forderungen auf dem Friedenskongreß von allen Regierungen werden unterstützt werden. Das' russische Judentum verlangt aber auch die Behandlung deriüdischenFrageinrhrem ganzen Umfang auf dem FriedenSkongreß und' die Sicherstellung der bürgerlichen Rechte und der nationalen Autonomie der Juden Osteuropas. " Praktische Vorbereitungen für Palästina. - Das Interesse für das praktische Palästinawerk ist unter den Juden Rußlands außerordentlich! stark. Mack kann geradezu von einer bevorstehenden M o b i ki sa t i o n des Kapitals und der Arbeit für Palästina' sprechen. Zahlreiche leistungsfähige GesMch'asten für die ökonomische Erschließung Palästinas sind bereits gegründet worden oder sind im? Entstehen begriffen. Unter den Massen der Juden ist ein großer Drang zu konstatieren, nach Palästina überzusiedeln. Wenn die äußeren Bedingungen gegeben sein werden, so wird es' hier weder an Kapital noch an Arbeitskräften noU an Intelligenz -ff fl-! . I Eine Kundgebung Wilsons zugunsten eines jüdischen Ein vom zionistischen Komitee in Newyork publizierter Brief Wilsons drückt das tiefe Interesse des Präsidenten der Republik an der Wiederaufarbeit, die die zionistische Palästina-Kommission mit Dr. Weizmann an der. Spitze und unter dem Schütze der britischen Regierung durchführt. In der Botschaft des Präsidenten heißt es dann weiter: / „Ich begrüße die Gelegenheit, meine Befriedigung über den Fortschritt der zionistischen Bewegung in den Vereinigten Staaten und den alliierten.Ländern seit Valfours Erklärung im Ramen der britischen Regierung und Großbritanniens Zustimmung zur Errichtung Palästinas als nationales Heim des jüdischen Volkes zum Ausdruck zu bringen." Wilsons Brief ist die erste offizielle Kundgebung der amerikanischen Regierung zugunsten des Zionismus. Vermischtes. Der WrMrjaüfbau des Leopoldstädler Tempels. Dem Komitee (2. Bez., Tempelgasse 3) sind in der abgelaufenen Woche nachstehende Spenden zugekomMen: XXX. Spendenliste. - Here Dr.. Josef Kranz. Wien, 9. Bez. K. 10.000.— K. k. priy. Wiener Bankverein, Wien, 1. Bez. h „ 3000.— Herr Em. Schweinburg, Wien, 18. Bez. ,7 300 — Herr Leopold Mayer, Wien, 2. Bez. ,7 ' 100.— Herr Louis Modern, Wien, 2. Bez. ,7 100.— Herr Ludwig und Frau Julie Müller, Wien, 2. Bez. 100 — Herr SiegM. Kauders, Wien, 2. Bez. ,7 100.— Herr Daniel Holzer, Szeged 20.— Herr Moritz Steinitzer, Wien, 1. Bez. ,7 . 40.— Herr Alfred S., Wien, 2. Bez.; ,7 12.— Herr M. Operer, Wien, 2. Bez. >7 " 100.— Herr A. Krißi, Wien, 2. Bez. . ,7 100.— Frau Dr. Ludvika Mevs, Sosnovice „ 100.— Herr Adolf Duschak, Wien, 2. Bez. ,7 50.— Firma Julius Baumgarten L Söhne, Wien, 16. Bez.' ' l „ 25 — Herr Oskar HaMMermänn, Wien, 2. Bez. ,7 50.— Herr Marimilian Kaiser, Wien, 2. Bez. ,7 50.— Herr Eduard und Frau Marie Lemperh " Wien, 2. Bez. \ ",5 36.— Herr Ingenieur EM. Klausner, Wien, 1. Bez. .,7 , 50 — Herr Jakob Mayer, Wien, 2. Mz. . ._,a ~ 30.— Nicht genannt sein wollend 5.— „Gelübde zur Ehre WotteS" - 77j . 20.— Frl. Rosa und Mufg Stehi, MM Z. Uez.- 10.--

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.