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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-09-10 · 37 (10.9.1918) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
37 (10.9.1918)
Date
1918-09-10
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Sette L98 Dir. Bkoch's Wochenschrift : Nr. 37 Das «nMLnhche Judengesetz. Aus Bukarest wird offiziös berichtet: Zu den Durchs führungsbestimMungen zum Jud enge setz, deren Festsetzung in den beteiligten Kreisen mit besonderer Aufs- Merksamkeit begleitet wird, gehören jene Abschnitte, die sich auf die Erbringung von Nachweisen beziehen, wie sie das Gesetz verlangt, damit die Gesuchsteller der Vor- _ teile des Gesetzes teilhaftig werden. Die rumänische Judenschaft legt besonderen Wert auf eine möglichst! karge Auffassung der Behörden in der Erbringung dieser Nachweise, weil die Mehrzahl der hiesigen Juden nicht nach, europäischem Muster in Gemeinden organisiert ist. Es war daher, wenn man dem Gesetz seinen die große Mehrzahl der hiesigen Juden umfassenden Charakter bewahren wollte, notwendig, für die Erbringung aller Nachweise, dis im Artikel 57 des Bürgerlichen Gesetzbuches vorgesehen sind, Zeugenausfagen zuzulassen, ferner die Erbringung des Nachweises für das militärische Verhältnis möglichst zu erleichtern. - Mit dem Gesetz und den Durchführungsbestimmungen, wie sie in Kraft treten, ist dies nun geschehen. A«MchMen in der jüdischen Gemeindeverwaltung Polens - Die Regierung verlangt von den jüdischen Gemeinden Material über die Wichten der Rabbiner und über die Arbeiter der Zivilstandsämter der Gemeindeverwaltungen. Die MaterialsaMmlung soll im' Zusammenhang mit den Reformen stehen, die in Kürze in dem Standesamtswesen durchgeführt werden sollen. Nach den Vorschlägen, die eine besondere Kommission im Bildungsministerium ausgearbeitet hat, soll die Leitung der 'jüdischen Zivilstandsämter den Sekretären der Gemeindeverwaltung übertragen werden, die in diesem Amte vom polnischen Ministerium bestätigt werden. Die Zivilstandsämter bei den jüdischen Gemeindeverwaltungen werden in staatliche Einrichtungen verwandelt, die Zahlungen sollen an die-.Staatskasse weitergeleitet werden. auf die Reinhaltung des Gotteshauses bei dem Verbot der Holzschuhe aelegt, zu haben, während die christlichen -Prediger mehr die Rücksichten der Ordnung im Auge halten. Die Zahl hex Juden. . - In Heft 1/2 der von Buber herausgegebenen ZeitschriftDer N Jude" veröffentlicht Dr. A. Ruppin, der bekannte Verfasser!der «Bücher „Die Juden de.r Gegenwart" und „Syrien als.Wirtschaftsgebiet" eine interessante Studie über die. Zahl der Juden. Hienach betrug die Gesamtzahl der Juden in der ganzen Welt im Jahre 1915 13'3,/4, Millionen, eine Ziffer, die in keiner früheren Epoche der jüdischen Geschichte auch nur annähernd erreicht worden ist. Die Volkszahl der Juden betrug , im «Beginn der christlichen Zeitrechnung 4^/z Millionen. Diese Zahl, die später ständig sank, ist erst im 19. Jahrhundert wiedch erreicht-worden und!hät sich im Laufe des einen «Jahrhunderts etwa verdreifacht. - Der austerordentliche Bevölkerungszuwachs der Juden in dent letzten Jahrhundert wird besonders deutlich, wenn man sich vergegenwärtigt,, dast es am Ende des 17. Jahrhunderts nur Millionen Juden gegeben hat. Wenn man die Zahl von 13Vi Millionen mit den Bevölkerungsziffern anderer Nationalitäten vergleicht, so ist festzüstellen dast die Polen (in Rußland, Oesterreich und «Deutschland); etwa 17 Millionen, alle christliche^ Balkanoölker (Rumänen, Bulgaren. Serben, Griechen) zusammen etwa 171f2 Millionen, diel Irländer (in Irland und Amerika) etwa 7 Millionen,--die Armenier (in Rußland und der Türkei) etwa 3 iMillionen zählen. Würde das Wachstum der jüdischen Bevölkerungszahl anhalten, so hätten die-Juden in wenigen Generationen die großen europäischen Nationen an Zahl eingehvlt. Da sich. aber das Wachstum' in her! letzten Zett mehr und mehr verlangsamt, so kann-mit einer ähnlichen Steigerung wie im 19. Jahrhundert nicht mehr «gerechnet werden. Immerhin ist es nicht unwahrscheinlich, daß die «Zahl der -Juden im 20. Jahrhundert ° auf 25 oder auch sauf 30 Millionen ansteigen wird. <- Die größte relative Bevölkerungsziffer erreichen die Juden in Palästina. Dort leben' 100.000 Juden, gleich 1400 unter 10.000 der GesamtbevölL.rüng-. Die von Ruppin gegebene Gesamtzifser von 132/4 Millionen mutz nach einer neuesten amerikanischen Zählung, die Ruppin noch nicht kannte, noch um mindestens 500.000 «erhöht werden,, so daß sich die Gesamtzahl gegenwärtig auf 147* Millionen stellt. - Rach der erwähnten neuen' amerikanischen' Zählung erreichte die -Zähl «der Juden allein in den Vereinigten Staaten im Jcchre,1917 3.012.141 gleich 3 Prozent, der' Juden, in Chicago 250.000, in Philadelphia 1175.000. Das jüdische Viertel in Newyork bildet eine -Großstadt für sich mtt ausgeprägtem eigenen jüdischen Leben, V - WtzWOe dn> MttWAM. Holzschuhe.find während des Mittelalters^ zumal im 15. und 16. Jahrhundert, äußerst beliebte Gegenstände der damaligen eleganten Welt gewesen. Sie vertraten die Stelle der heutigen Gummischuhe, und bereits Sebastian Br ant wettert in seinem „Narrenschiff" gegen die Edelleute, die nicht nur Hunde und mit.Schellen behängene Jagdfalken mit in die Kirche brachten, sondern die Kühnheit besaßen, sogar mit Holzschuhen diese heiligen Stätten zu betreten. Wenn Brant sagt, daß es' infolge dieses Schnipp-Schnappmachens in der Kirche oft noch schlimmer zuging, als in der Judenschule, so erfahren wir damit, daß auch« die Juden jener Zeit mit solchen Schuhen in ihre.Synagogen kamen. So gab der berühmte Rabbiner MoseS Minz ein Gutachten ab, nach dem es verboten war, das Gotteshaus mit „Sandalrm" (gemeint sind lleberschuhe aus Holz) zu betreten. Ausdrücklich werden Holzschube erwähnt in dem kleinen „Buch der FroMmen" des Moses Co hm in dem es heißt: „Wenn Du Dir ^Sandalen" kaufst, die man in unserer Sprache „Holzschüh" nennt,- so sei Deine'Absicht, sie zu dem Zwecke LU benützen, daß Du Deine Füße nicht beschmutzest, auf daß sie rein seien, wenn Du in das Bethaus komimst, um so zu erfüllen, was Salomo gesagt (Pred. 4, 17): ^-Hüte Deinen Fuß« wenn Du in das Gotteshaus gehst." Einmal hörte ich die Erklärung: „Es komme nicht zu mir der Fuß der.Hoffahrt" <M. 36, 42) — das sind die Sandalen —/ und: ,?Die Hand der Frevler scheuche mich nicht""— das find die Handschuhe. Indessen scheinen die Rabbiner mehr Wert Kriegsdekorationen jüdischer Hfstziere und Soldaten. .Seine Majestät der Kaiser hat verliehen : den Orden der Eisernen Krone 3. Klasse mit der Kriegsdekoration und den Schwertern dem als Flieger gefallenen Oberleutnant Karl Rosenbaum, J.-R., dem Oberleutnant Josef Gold Hamm er, Sapp.- Bataillon,' - - das! Ritterkreuz des' Franz Josef-Ordens mit den Schwertern dem Ldstz-Regimentsarzl Dr. Bela W i t t Ma na, Krankenstation, dem Oberleutnant d. R. Leo StraU J.-R., dem vor dem Feinde gefallenen Oberltzutnant-Oekonomieoffizier Siegmund Läufer, ung. Ldwreg.: - das Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens mit der Kriegsdekoration dem Oberstabsarzt 1. Kl. Dr. Oswald B y k, Varackenspital, den Stabsärzten a. D. Dr. Wilhelm Wolf, Reservespital, Dr. Jakob Stein,- Erg.-Bezirkskdo.-, dem Regimentsarzt Dr. Mar Jerusalem Reservespital, dem Oberarzt Dr. Mar Berliner, Reservespital, den Landshurmärzten Professor Dr. Viktor Hamm erschlag, Kriegsspital, Dr.' Paul B iach, Garnisonsspital, Professor' Dr. Aleründer M a rg u l i e S, Garnisonsspital, Hugo. W i en e r,- .Garnisonsspital, dem Rittmeister Dr. Ernst G r ü n f e l d, Ldst,- Bezirkskdo., dem Militärrechnungsrat Philipp Blau, Kriegsspitäl, den. Regrmentsärzten a. D. Dr. " Karl Zucker, Kmdt. eines' Feldsyitals> Dr. Hugo Löwy^ Reservespitak, Dr. Alfred.S p i tz> 'Kmdt. einer Kranken-

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