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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-09-10 · 37 (10.9.1918) · page 1

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
37 (10.9.1918)
Date
1918-09-10
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Dr. 37. xxxv Lentralörgan kür Sie gsssmten.TnLeressen des ZüdenMms r=~~- w ". ■..o O S. k. Vosts-erkiissensnrr Ekearrrrg-Gerkehr: 816.S7S ©O CUöaäSloi* aVib Bb'wiatfÖ:Vn5n r ■' Ei « >7 IS/i, Prstsrftrasieb Ä TWifpÄttSte 43*3*9 ---r -.T' Q o o o~~ Men, 20. September ISiKW Erscheint jeden Freitag «VPWrH»: «i^r. II/i, Praterstra-r 0 LeSWckm^Mr Blech e WsDkRWM, Wter ö Brxs^ZPrsis: HalLjäh-riK 1V Krone» Gcmzjähriz30 Krone« Tmzelexemplarr bd Hell« 9ür m*i, a_'J«— ' yffllJplÄ' W»" MvWWv ‘ “*0 J O Inhalt: Leitartikel: — Der Friedensschritt der österreichisch-ungarischen Regierung. — Zwei alte jüdische Prüfungszeugnisse und waS sie erzählen. — Zur „TaufepideMie,,. — Aus der Woche: Die galizischen Juden in Englands — DaS rumänische Judengesetz. — v Zketrd'erungen in der jüdischen Gemeindeverwaltung Polens. — Holzschuhe im Mittelalter. — Die Zahl der Juden. — Kriegsdekorationen jüdischer'Offiziere und"Soldaten. — Weitere Auszeichnungen. — Ernennung. — Neuerliche Auszeichnung eines Feldrabbiners. — Hohr Auszeichnung nach dem Heldentode. — Korrespondenzen: Der Dank des Ministers. — Die galizischen Pogrome vor .Gericht. — Eine Anregung. — Der Antisemitismus in Ungarn. — Regine Neisser. — Lage und Strömungen der Juden Rußlands. MM'ltngstknßerlMgen des^Zionifienführers'Israel Rosow. — Eine Klindgebung Wilsons zugunsten eines jüdischen Palästina. — ' - V ermi'sch'tes. —..Fe tri lleton: — Romam Rolland int Jean Christof über Juden und Judentum. — Literatur. — Briefkasten.— Inserate. fcc Frirde«sMtt>sr -sterrerchisch- «»SDVifchr« R«si«M«A. Am Vorabend des jüdischen Versöhnungsfestes, am Tage der Emkehr und der Besinnung auf sich selbst! und seine Pflichten den Mitmenschen gegenüber, hat die österreichisch-ungarische Negierung ganz offiziell die Einladung verläutbärt, welche sie an^alle kriegführenden Staaten zu Vorberatüngen über die- Möglichkeit von Friedensverh'andlüngen hat" ergehdU lassen. Wenn dieser Schritt auch noch lange nicht den Frieden bedeutet, fa hat er dennoch überall, wo Haßi,.. Neid/ Verblendung- oder gemeiner Egoismus nicht den letzten Funken von Menschlichkeit ausgelöscht haben, als eine erlösende Tat gewirkt Md die Hoffnung erweckt, datz der Weg.den die k. u. k. Regierung betreten hat, doch in nicht allzu langer Zeit zum> Frieden führen werde. Die Juden Oesterreichs' und' — wir dürfen es wohl, weüil auch ahne Mandat, ruhigen Gewissens /atzen — die Juden der ganzen Welt begrüßen es aus tiefem Herzen, daß nach mehr als vierjährigem Morden und Verwüsten denk 'Völkerfrieden, der Völkerversöhnung ein Weg gebahnt wMr D'eM nur blinder Hatz, Verleümdüng,- VerM Duelle gefchäftsmätzitze Selbstsucht ist, vermag edMU hMte' noch zü verkünden, datz die' Juden den Krieg" gWöllt, Md ihn auch heute noch' wollen und seiM VerMgÄung Müschen'. Die Kriegshetzerund KriegsderMgeter wüten iMMen und sindauch heute noch in jeneN KreiseN. M jenen nätrönMn Zirkeln zu' finden, die' sich gchen dtzn' jüdischen Mnfkutz-stzets hernketisch abzuschlietzen' verstanden und ihren Stolz und ihre-Ehre in7 det' tässenWWgen Judenreinheit erblickten. Dort sind aber auch dis ganzgtoW Kriegsgewinner zu Haufe und nicht jene Kleinen, gegen welche sie ihre bezahlte Presse Tag um Tag loslassen. - -! Das Judentum sehnt sich nach dem Frieden nicht aus Feigheit, denn es ist in Jahrtausende altem, ihm stets aufgezwungenen EXistenztampfe gestählt worden: es sehnt sich nach dem Frieden, weil ihm religiöse und nationale Tradition die friedliche Kulturarbeit, den geijte* gen, wirtschaftlichen Und sozialen Fortschritt als Wesensinhalt nationalen Levens vorzeichnsn. und nicht zuletzt, weil es durch diesen Friedensschlutz, durch welchen alle, die Völker entzweienden Streitfragen restlos geschlichtet werden sollen, ,guch das Ende der Leiden, der Angerechtigkeiten gegen das jüdische Volk erhoffen. Nur Kurzsichtigkeit oder bewußtes NichLsehemvokken vermögen es in Abrede' zü stellen, datz die Judensrage vor dem Kriege zu den brennendsten und dringlichsten .Problemen aller Staaten gehörte, und daß, von deren vernünftiger, gerechter Lösung in demselben Matze die künftige -Ruhe und der dauernde Friede in Europa abhängen, wie von der alle Parteien befriedigenden Lösung jener Probleme, derentwegen allein angeblich der Krieg geführt wird. Es liegt klar zutägd, dütz die Art der Behandlung der Juden in den' einzelnen Staaten wesentlich dazu beitragt, das Ansehen und den moralischen Wert einer Staatsregierung im Auslande höher oder niedriger einzufchätzen. Die Verfolgung und Bedrückung der Juden in einem Staate, sei es durch einschränkende Gesetze oder durch die nicht ehrliche' Einhaltung der auf dem Papiere gewährleisteten' vollen Gleichberechtigung, tragen den Keim der Anzufriedenheit, das Gefühl der Ansicherheit in breite Schichten der Bevölkerung des betreffenden Staates. Mißtrauen erzeugt Mißtrauen. Anfruchtbare Diskussionen in Presse und Volksvertretung, Angriff und Verteidigung vergeuden die besten Boltskräfte und entziehen sie einer fruchtbaren, dem Staate nützlichen Arbeit. An Stelle, ruhiger, friedlicher Entwicklung tritt der dauernde Hader und kukturverheerender Zwist. Anzufriedenheit greift Matz und bq-

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