Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 36 (13.9.1918)
- Date
- 1918-09-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/3020846-3022300-3022337--27166-3052567- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Ar. 36 Df« Blocks S-chr,««» xxl¥ ^eaüralotasn Mr M sesamten.MtemKeen .fc* ZudMMw g™' ... j ..... ^-Do .... Q I.!• RyKüMSNMLVt oo ttnk «dmintstratt<»l W4 «« U/i, Prsterstr«-« v # T«lcpkdBt 45*35* a<* «um . t- ■ ■• — Wien, 13. September 1918 <• Erscheint jeden Freitag <• »ie». H/i, VrszerKrszr ß XtUemmMbnlf*: Blech s WeGMchM «kW * ... 9 s Bezugspreis: Halbjährig 10 Aron« DO TauzjShriz 20 Xrsnerr LüqÄexemplare b0 HM« mfam W» »«a ß-sp«tt«« e ' »«Stptii<94<l« Jtthott: Lert a r.t i k et: -Ein Wort über die „Tausepidemie". — Die politischen Forderungen der Juden in Litauen. — Zwei alte jüdische Prüfungszeugnisje und Ms sie.erzählen- — Aus der Moche: Trauriges Geschichtsmaterial. — Die Fernhaltung der jüdischen Flüchtlinge aus Polen. — Arbeiterdemonstratiönen für den Zionismus in England. — Louis D. Brandeis. — Kriegsdekoratione» jüdischer Offiziere, und Soldaten. — Sonstige Auszeichnungen. 7— Hohe Auszeichnung eines Reserveoffiziers. — Gen.e.ralstabsgrzt Dr. Kirchenberger. —.Auszeichnung eines Militarseelsorgers. — Deutsche Kriegsdekorationen. — Auszeichnung nach dem Tode. —Heldentod. -=r .. L'kiddusch haschem!" — K.o r re s p ondenz e.n: Kaiserin Elisabeth-Heim für Kriegswaisen. Lehrmädchen und Arbeiterinnen. ' — .Ausruf! — Zur Ethraugimfrage. 7— Juden! — Beurlaubung von eingerückten Kantoren und Schächtern zu den Feiertagen. — Ein interessanter.archivarischer Dünd. — Die jüdische Mission in Konstanrinopel. —Die StatistL der Bevölkerung in PMn — Vermischtes. — Fenill eton: — Romain Rolland im Jean ChristoWer Juden und Judentum. — Litergtur. — kästen. — -Notiz. — Inserate. Ä1« W«rt «der hie ^TsvApid.eM«e". Es sei auch mir gestattet, in den 'Spalten der seit 35 Jahren für Judenheit und Judentsum heldenmütig und erfolgreichkämpfenden „Oesterr., Wochenschrift" einige Benrerkungen über die „Taufepidemie" einzuschalten. Wie aus den im ~ erwähnten 'Blatte jüngst erschienenen, van geschWen Federn Mchriehepen Artikeln zn entnehmen ist, empfinden die Set- und 'hochsinnigen Juden einen tiefen gerechten Schmerz über die -schnöde Fahnenflucht vieler unserer.Glaubensgenossen aus der jüdischen Gemeinschaft. Jeder gute Jupe möchte gdrne ein Mittel ausfindig machen, welches den Strom »bjatr Apostasie wenigstens eindämmen könnte. Die resignieren? den Warte als: „Sie mögen uns -verlassen, die Tr eulosen" oder bildlich: „Sie -mögen abfallen, die faulen, 'windbrüchigen Aestevom Stamme Juda" oder — -noch stärker — mit dem Kaiser Josef nach, der bekannten Anekdote: „Die Juden haben einen.Schurken verloren und die Christen einen bekommen", sind nur Verlegenheitsphrasen, urit denen wir uns Luft machen, denn .es ärgert uns doch, daß wir so viele „Treulose" Haben. Ich. habeckein neues Mittel, etwa ein Antitoxin gegen die Gifte dK ePkvanRen Judentums erfunden, aber ich glaube, daßpie alten Mittel heilkräftig 'genug sind. Erstens, die Mligion für die gottgeschenkten, schpn empfindenden Herzen von gewissetthästen, den Bestand des Judentums ehrlich! wollenden -Rabbinern und Lehrern gelehrt.-Zweitens wie fiMische-EHE, Äie aus derhMscheu GeschWe und dem jüdischen Schjrifttum fließe, für minder Religionsbed'ürftige, die viel mehr verklärende Och erziehende Machtals anders Mthiken 'besitzt. Drittens dasdarauLi folgende -national: ^Empfinden für diejenigen', die ihr eigenes Ich Hochhalten und nicht zertreten lassen wollen. Der Stolz auf unsere Vorfahren, die Träger großer, erhabener Ideen, und einer leuchtenden Intelligenz, auf die- Helden, 'die der Welt einen Gott Md eine Moral gegeben und auf allen Schlachtfeldern, des Mepankens kämpft und gelitten, haben, ferner auf die Wunderbare, man darf es kühn sagen> übernatürliche Erhaltung des jüdischen Volkes erzeugen, den edlen Wlten zur gehörigkeit zu seinem Stamme. -Wögen nun -die . Rabbiner Md Lehrer, 'Me.-MamM vom unsterblichen Geiste Serubabels und Esras, dieZe hehre Arbeit intensiver verrichten! Denn nW '.diese sind dc^u berufen und haben die süße MögkichWt, WK zu erhalten: Rabbiner und'Lehrer Wunen Pie JugMp W - echt jüdischem Geiste durch BeispiÄ und-BelMruyg „WW ziehen, für die schönen Ideale hegMtern und HuM E> ligion, national -Empfinden und Worgl beK-rWMN. Unter Moral, sagt Schopenhauer, versteht mgn Mch.im übertragenerr "Sinne dhe Fähiigkeit, starke Ein-- drücke auszuHalten und Über hr.eftjAe M,r-r schütterungen hinwegzugehen. Die Worte der Rybbiper.besitzen MHpMische KMt, ein Leuchten geht von ihueü aus, mag ä nöch so fiyst^r sein, wio sie gesprochen find. Sie. erleuchten den Berstgjch und erwärmen das Herz. Ein ^uMendtzs MuiprW stzahst von ihnen aus!, Pas dann .eine geheimnisvolle VerbiM düng bewirkt. Mägen fie diese ihre köstlichen Worte nur fleiUg in den Menst.Wes VoWes stellen! In der jammervollen Verwirrung zurzeit der Zer-? störüng des jüdischen Staates rsttete Rabbi Jähananchen Sakkai aus dem brennenden Tempel nicht die kunstreichen goldenen Gefäße, auch nicht dje unschätzbaren Juw^en des urim wettrmyn, sondern — sin Buch, .die Thora. Und dieses Buch? hat das jüdische Volk ^Hallen. MMK Jochanan ben Sakkai fammette kein Heer, stiftete ^keinen Aufstand an, frondern gründete eine 'Schule- Und Presse Schule war der Mimixsbrunnen, woraus! das jüdische Nokk seine Verjüngung! und das beMiigende UMU Ewigkeit schöpfte. Das .Wort Rabbi Jochanan ibenSMvM war der Rettungsanker des jüdischen Mst.WA schen Meere Per'Zeireu, der Pharus in den finstern 'Go- Mnächten. ' < „