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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-08-23 · 33 (23.8.1918) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
33 (23.8.1918)
Date
1918-08-23
Page
– (sequence 7)
Language
German
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allgemeinen Trauer Ausdruck und rief-dem toten Karner aden im Namen der fern in der Heimat weitenden, schwergeprüften Eltern und Geschwisterni im Namen alter. jungen Kriegers, 'der seine Treue zum Vaterland und zur angestammten Religion mit dem Tode besiegelt hat. Oberrabbmer T,r. Moriz Güdemann. Die in Krakau in, hebräischer Spräche erscheinende Wochenschrift „fiSXön" widmet in ihrer Nummer.vom- 16. d. M. dem jüngst verstorbenen Ob(errabbiner Dr. Güdemann. einen Nachruf, der es wohl verdient, der breiter: Oesf.entlichkeit zur Kenntnis gebracht zu werden. Der Schreib'er dieses mit »v .Lt" gezeich-> neten Artikels läßt zunächst der tiefen Gelehrsamkeit des Verewigten volle..Gerechtigkeit widerfahren sowie seinemwackeren Eintreten für ..das Judentum, wenn es angefeindet und angegriffen wurde. Er rühmt sein machtvolles PZort auf der Kanzel und in Schriften uüd^ nennt ihn einen- L-2L lü einen Heerführer. Er sei auch konservativ gewesen und hübe es. verhindert, daß in Wien der Samstag auf den Sonntag verlegt worden sei. (Meines Wissens ist das hier nie gefordert Wörden und war auch niemals die Rede davon.) Nun aber kommt etwas ganz Unglaubliches. Abgesehen von einiger: Albernheiten — der Schreiber kann es ihn: nicht verzeihen, da ft er sich „Moriz" genannt und es -angeblich Melgenommeu habe, wenn einer aus Versehen etwa „Moscheh" schrieb- — üitb von Unrichtigkertett — er habe, wle jeder deutsche Jude, die Juden des Ostens verachtet und von ihnen gar -keine Notiz genommen, er sei wie Satar: der Entwicklung des Neo- Judentrlms hindernd in: Wege gestanden —, will ich nur eine Stelle aussthren, die geradezu., empörend ist. Ich zitiere wörtlich: DHöWön' ■ nriTT pn nbnp ♦pro ftzn p ton jyikjcv dhiiT VM QNNU2 . v ns im. Fuc die des Hebräischen Unkundigen füge ich die wörtliche Uebersetz,ung bei: „Die Gemeinde Wien ward züm Hauptort der Täuflinge in seiner Zeit. Gegen zwanzig Seelen verließen allwöchentlich in Wien die Gemein-- schuft. Dies ist die Frucht vön Güdemanns Wirken." .Eine derartige Verleumdung ist geradezu unerhört.?? Es hieße das Andenken des von uiw! allen hochjverehrten, unvergeßlichen geistlichen Oberhauptes heräbsetzen, wollte man auch! nur ein einziges Wort, verlieren, jene haarsträubende Behauptung zu widerlegen. Sie und :hr Schreiber richten sich selbst. Herrn Sch. M. L. aber möchte ich einen Rat.'erteikm.. Wenn er schon Statistik treibt, möge er gründlicher zu Werke gehen.. Er wird izunächst finden, .daß der wöchentliche Durchschnitt der in Wien angemeldeten Austritte weit unter zwanzig bleibt, und daß schließlich bei einer Seelenzahl von fast. 200.000 dies ein äußerst geringer Prozentsatz ist, wenn er feststellt, wieviel Auswärtige, namentlich Galizianer, an ihr teilhahen. z ' Baden, August 1918. i Dir. Wolf Kaprallk. daß jede Kultusgemeinde ihren auf das allernotwendigste zu beschränkenden Bedarf gedeckt Haben soll und daß mit diesen heiligen Requisiten auch im Detail- Verschleiß nicht gewuchert werde, werden die Einkäufer daraus aufmerksam gemacht, daß nur solchen verkauft werden wird, welche vom Vorstande oder vom Rabbinate ihrer Kultusgemeinde die amtliche Bescheinigung, vorzeigen werden, daß.sie Esroghändler vom Berufe sind und daßsie die Garantie' bieten, sich beim Kleinverschleiß mit. einem bürgerlichen Nutzen zu begnügen. Wir müssen auf dieser! Forderung beharrenweil wir mit alten uns zur Verfügung stehenden Mitteln dahin arbeiten wollen, daß mit der.durch uns so schwer beschafften rituellen Ware kein Wucher getrieben werde. Wir machen bei dieser Gelegenheit noch daraus aufmerksam, daß mit grünen Palmen trotz größter Anstreugungen vorläufig kaum zu rechnen ist — ganz Mitteleuropa wird wohl keine haben —, die Inhaber von trockenen Palmen mögen selbe daher gut ausbewähren. - Die „Hilfskonrmissiou 1915 für Palästiua". Ein AjMll an die iftqeh Knltusgemeinden. Von -9f. Lo thri, ng e r.» Wie ein Hlutroter Fähen zieht sich seit vielen Jahrhunderten durch die jüdische Geschichte das grausige Märchen vom Ritualmord. Wahrheitsliebende, edle Vv«.Anf1^n/t ArVrtfAHlv«^A ID^YniAVt W*tl* S<4it Lüge bekämpft, konnten aber nicht verhindern, daß Ströme von Judenblut. vergossen wurden. .Sehr treffend sagte ein wieiser Mann: „Ob die Juden Christen-' blut brauchen, ist noch immer Nicht erwiesen, daß aber d:e Christen Judenbtut brauchen, ist klar, denn sie vergießen es sehr' oft ohne Grund." Die aufgeklärtem Jahrhunderte haben viele Gespenster des Mittelalters verbannt, aber das Gespenst des Blutmurchens spukt noch immer in hohlen Köpfen herum. Es wurde darüber so kühn gelogen, daß doch etwas daran hasten blieb. .Und doch wäre das Licht des Wissens imstande, auch dieses Gespenst zu bannen. Es muß nur Licht, mehr Licht verbreitet werden. Der Haß Legen uns steigt ja nur, wie der. Aberglaube und Ueüerglaube, aus den aistigen SÜMpftn der Finsternis empor. Deshalb sind wir Juden vom Anfang unseres Bestandes an Anbeter der Lichtkültur, deshalb (um nur ein markantes Beispiel von unzähligen anzusühren) verrichten wir allmouarlieh das symbolische Geber, daß. das Licht des Mo nbes so stark wie das Licht der Sonne und das Licht der Sonne versiebenfacht werde. Nur im Lichte erscheint der-jüdische Ethos leuchtend in menschlicher Reinheit. Auf diese Gedanken brachte müh der in der „Oesterteichischen Wochenschrift" letztens veröffentlichte Bor-trag: yw» « fit . t Stf<_£ -V .^.w» s'lJ» i-1» ■* ( h:'*!* 111 tm vertetten, ennneue. i)M 1^1 7. "7 stehuna des Kol-Nidre-Gebetes" gehandelt. w:e Erregung und schränkte Zum Wzuge pon Wvügim. ' die .Bewilligüng' der Einfuhr von Zedern uns v o rliqusiW nur für eine sehr be- ' ertM würde' uyd wir dahin .streben. temurmstraße, Preis 1 K.). Ä v O, möchte doch dieser Fonds zustande. rommen! ,A>re .nützlich wäre doch ein Separatäodruck zur uneutgelt:ul)en

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