Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 33 (23.8.1918)
- Date
- 1918-08-23
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Seite 529 Nr. 33 Tr. Btoch'si ihr sylidarisch und groß erst wurdet, als alle Proleitarier der Erd'e sich! vereinigten, uw ihre Lage Kr verbessern.. Und wem verdankt ihr' diesen.großartigen Zusammenschluß? Dien .Indien, die eure besten Freunde, eure Führer sind . . .. denkt. auch an Lassalle und Marx, an Singer, Cohn, Haase, Sam. Gompers, an Hvfrichter, Trotzki, Radek und Adler und an jene' ' jüdischen Nihilisten und Anarchisten, die auf der ganzen Erde ihr Leben gaben für die gemeinsame Sache der Arbeiter... Die Juden haben kein besonderes Jntere s s e a m Unt-e r g angDeuts ch l a n d s, obgleich es züm igrößten Teil antisemitisch und judenfeindlich ist; im Gegenteil, wir Semiten haben die Völker niemals aufeinander gehetzt, obwohl uns fast die Presse der ganzen Welt gphört. Wir machten aus dem Frieden jauch kein Geschäft ... - Darum, Proletarier alter Länder, vereinigt euch, wie unser Marx gesegneten Angedenkens' sagte; der Sieg wird euer sein, das habt ihr in Rußland gesehen, wo wir jetzt überall mit. den Arbeitern an der Spitze stehen..Die Bolschewiki sind-auch gar nicht so schlimm, wie die „Deutsche Tageszeitung" und andere gewissenlose Zeitungen behaupten; sie brach-D t'e n sx r st d i e jw!a hr e K u ltv r v n d,d e n 'S ch w u n gH in das von den Antisemiten absichtlich in Verblödung gehaltene Rußland. Die gerissensten Advokaten und besten Redakteure kämpfen ja nur MV euch. - Darum' tretet aus allen nationalen und christlichen Arbeitervereinen, -in die man euch eingefangen Hat, wieder heraus und tretet lieber als Förderer dem neuen Kampsbund bei, dem Zusamme nschluß aller Juden Deutschlands^ dessen Grünider und Vorsitzer unser James SiMon in Berlin ist, der sich ja, wie auch unser -Ballin, Leopold' Koppel,; Walther Rach'enau> Georg Arnhold u. a., zugleich . ein Freund des Kaisers' nennen darf." Ms Drucket dieses Flugblattes^, dass unter der Maske einer Auseinandersetzung mit antisemitischen Vorwürfendie jüdischen Staatsbürger gemeinfchaftlichier Machenschaften beschuldigt) ist der fingierte Name eines „Siegfried Breslauer „in Hamburg 6" angegeben. Die Perfidie dieses neuesten antisemitischen Agitatlonsmittels liegt darin, daß das Flugblatt nachher' zweifellos den jüdischen MitWrigepn angehängt werden 'soll, um so ihr Verhalten im Kriege' zu charakterisieren. Kein Wort kann scharf genug sein, diese gemeingefährliche politische Methode zu geißeln. „DeutschchrWich." Der „Oeskerr.-ungar. Holzm'arkt", Nr. 33, die „Continentale Kol^-Zeitung" vom' 17. August und andere Fachzeitschriften enthalten folgende Anzeige: Sägetzwerk ' oder Schneidewühle, möglichst mit Heereslieferungen und gesichertem Holzbezuge in waldreicher, deutscher Gegend, von deutschchristlichem. 46jährigent in Oesterreich dienenden Bewerber (Hilfsdienstler), der Enthebung anstrebt, sofort oder später zu kaufen oder zu pachten gesucht. Anwesen mit. Mahlmühle und Landwirtschaft, von 27' Joch auftoärts. bevorzugt. Auch Beteiligung mit' Geld und Mitarbeit, wobei Ent- ' Hebung möglich, an dAatschchristlichem Unternehmen erwünW. Ausführliche Anträge bald erbeten an Emil Leilich in statharein bei Troppaü (Oesterr.- Schlesien). — Vermittler erhalten Vermittlungsgebühr. Das ist allerdings ^cht „d'eutschchristlich", und es würde uns von diesem rassenreinen Patrioten nicht weiter Wundern, wenn chm sein Vorhahen gelänge und wir ihn dann unter den Hinterlandspatrioten wiedersänden, die ihren Mund vollnehmen damit, daß die Juden alle enthoben sind und sich« im Hinterland herumtr eiben. Wochenschrift / Ein SchHchtverbot in Finnland. iEine seltsame .Illustration zu den von uns mitgeterlten Dementis der finnländischlen Gesandtschaft in Berlin gegen die Nachrichten über Judenverfolgungen in Finnland bildet der Umstand, daß seit der russischen Revolution, die den Finnen in der Judenfrage vollkommen.fteie Hand ließ, erst ein ein- ' ziger Jude die Naturalisation erlangen konnte. Alle Juden in Helsingsors, Abo und Viborg, die ihre Natu'ralisationsgesuche vor mehr als einem Jahre eingereicht haben, sind bis heute ohne Antwort geblieben, obwohl nach dem' Gesetz die Gewährung der Naturalisation binnen dreißig Tagen nach Erreichungdes Gesuches' erfolgen muß. Ein einziger reicher Jude — der der Weißen Garde eine größere Summe Geldes gegeben hatte — ist naturalisiert worden. Inzwischen haben die reaktionären Altfinnen es durchgesetzt, daß zum Gesetz Mer die Naturalisation der Inden ein Amendement ausgenommen wurde, wonach die Juden sich verpflichten, sämtliche Landesgesetze .zu befolgen, darunter auch das Gesetzl, betreffend die Tö-' tung von Tieren. Die reaktionären Regierungs- «orgäne erklären ganz offen, daß dieses Amendement, ^daß das Sch-ächtverhot in Finnland gesetzlich sanktioniert, eine günstige Handhabe biete, um die zumeist religiösen Juden Finnlands, denen der .Genuß von! Fleisch somit unmöglich gemacht wird, zur Auswanderung zu zwingen. _ Ariegsdekorationen jüdischer Offiziere und Soldaten. Seine Majestät der Kaiser Hat verliehim: das Ritterkreuz des Franz Jofef-Ord ens mit der Kriegsd^koration dem Rittmeister Ernst Poll ak, Traivbat.; dus Militürv erdienstkr euz 3. Klasse mit den Schwertern den Oberleutnants d. R. Alexander Stein, J.-R., Dr. Alfred Perl, Sapp.-Bat., Ernst G rün s elb, Marschkomp., dem Leutnant d. R. Otto Karpele's, Tiroler Jag erreg., den Oberleutnants d. R. Adolf Flesch, Hüsarenreg., Adolf Aufricht, J.-R., dem H'auptmann Samuel Wobos, ung. Ldwreg.; das silberne Signum laudis bei gleichzeitiger Verleihung der Schwerter den Oberleutnants d. R. Artur Weisz, J.-R, Isidor Pahorille, schw. Art.- Reg., Arnold Bl um en th al. Trainbat.; das silberne Signum laudis mit der Kriegsdekoration dem Regimentsarzt Dr. Samuel Meisels, Stadtkommando Lemberg,^ dem Oberstabsarzt 1. Klasse D«r. Wilhelm Frank, Korpsarzt, den Hanptleuten Fr. Gvld stein, J.-R., Gustav Glücks mann, Sanitätskompagnie, den'Oberleutnants d. R. Dr. jur. Ludwig Holder, schw. Art.Meg., Leo Kohn, Sappeurbat., Dr. jur. Artur Morgenstern, J.-R., Heinrich! Knöpfelm ach er, Sappeurbat., dem Oberleutnant d. R. Max Schwarz, J.M.; das bronzene Signum laudis bei gleichzeitiger Verleihung der Schwerter dem Oberleutnant d. R. Armin Bergmann, bosn. Jägerbat., den Leutnants d.!R. Dr. jur. Edwin Kanitz, Hüs.dReg, Hermann S p i tzi k o p f, Feldart.-Reg, Alft ed Wettendorfer, schw. Art-iReg., Karl Kohn, J.-R.> Marttls Kreindler, IM, Öskar Zweigenthal, J.-R., Kornel Nascher, schw. Art^-Reg., dem Oberarzt d. R.' Bernhard Pistiner, J.-R, dem Assistenzarzt d. R. Isaak K a n c z U g e r, J.-iR, den Sanitätsleutnants' d. R. Karl Elster, J.-R., Armin Weiner, J.E, Oskar Lederer, IM, Julius 'Hirsch und Erwin Sandmann, Jägerbat.; '