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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-08-09 · 31 (9.8.1918) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
31 (9.8.1918)
Date
1918-08-09
Page
– (sequence 9)
Language
German
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m. 31 Dr. Blsch'A WschenMist S«M 497 4. Die vereinigten Wiener Tenchelvereine erachten als! höchstes Ziel der Erziehung die Blldung eines sittlichreligiösen Charakters, wozu vor allem! der Religionsunterricht Mitragen mSuß. Religiosität ist die höchste ForM der Sittlichkeit und b0 Fehlen von religiösen Idealen in den Familien ist die Quelle des Abfalles. Daher ist die Reform! des Religionsunterrichtes hie Hauptaufgabe des Kultusv orstand es. Auch das Aktionskomitee der vereinigten Wiener Tempelvereine soll hiezu Vorschläge ausarbeiten oder ausarbeiten lassen. in dieser aufgeregt en Zeit mit»solchen unwahren Behauptungen eine alte Gemeinde öffentlich bloßstellt und Mangel an Patriotismus vorwirft, was ein wahrer Chitulm haschem ist. W wäre vernürrstiger gewesen, d!en Schmerz der Eltern nicht nochmals auHufrischen durch die unsinnige Anregung auf Beisetzung in ein Heldengrab, das gar nicht existiert. 5. Die vereinigten Wiener Tempelvereine erblicken in einer strammen Organisation der Wiener Judenschast ein Hauptmittel zur Stärkung und Kräftigung des Judentums gegenüber seinen politischen, wirtschaftlichen und religiösen Widersachern. Der patriotische Kultusvorstzand. Ung.-Brod> am 26. Juli 1918. Zu diesem Bericht in der letzten Nummer dieses Blattes' wird^ uns von offizieller Seite Mitgeteilt: In erster Linie sei konstatiert, daß der Vater des verstorbenen Infanteristen Moritz. Fuchs fiüher als Gastwirt in ZlaManec — einem Dorfe bei Ung.-Brod — etabliert war und durch die nationjalen Verhältnisse auf dein Lande gezwungen wurde, in seine Heimahsgemeinde sich zurückzNziehen, und dort versah er das IWt eines Lieber ers eine kurze Zeit, weil er später aW Viehagent seine Existenz gesunden hatte, aus welchem' Grunde er auch die Stelle des Lieberers zurücklegte. . Diese Tatsache wurde dadurch erhärtet, daß Herr- Fuchs in der Lage war, seinen Sohn der .Spitalspftege zu entziehen ‘ und ihM häuslich e Pftege angedeihen zu lassen. Wenn, die sogenannte jüdische Jugend von einer Notlage.wuPe, war es! ihre Pflicht, in der Gemeinde aus diesen Umstand aufmerksam zu machen und ans eigenen Mitteln — die doch eigentliche die Mittel der Eltern sind, da diese Herren noch keinen Heller zu verdienen wissen uttb1 sich an der Krippe der Eltern mästen — zur Unterstützung der betreffenden Familie beizutragen: Eine Anregung des Ausfchußmitgliedes des Krankenunterstützungsvereines „Bikur Cholim^ Leopold .I. Äöwy genügte, um! dem Infanteristen ein Präsent von 70 K. zu übermitteln. Es ist gänzlich unwahr, daß es hier reservierte Wkdengväber gibt, sondern es ist hier Mich, daß sogenannte Familiengräber angelegt werden, und in solchem wurde auch der Sohin eines! vermögenden, angesehenen Kultusmitgliedes neben seiner Familie beerdigt. Auch Mit dem Vater des gefallenen Infanteristen Fuchs 'besprach sich.Kultusvorsteher M. H. Brammer, daß dessen Sohn neben seiner Familie gebettet werde. Daß dieser Platz kein entehrender ist, beweist wohl die Tatsache, daß Meine verstorbene Schwiegermutter, die Eltern des! Herrn Oberarztes, DM B o ck und andere angesehene Mitglieder in der Nähe beerdigt sind, ebenso auch der Sohn des sel. Dir. Hermann Spiegler, des gewesenen Kultusvorstehers. W wurde auch die BeerdignngszereMonie in feierlichster 'Weise vollzogen und So. Ehirw- Dr. N üruber ge r, der gerade aus Urlaub nach Hause kam, hielt eine ergreifende Leichenrede und Oherkantor H. Körner versah die kantoralen Funktionen in üblicher Weise. Die jüdische Jugend, die immer etwas zu bekritteln hat, bauschte diesen Gegenstand Mit entstellten Tatsachen auf, und es ist sehr bedauerlich daß Man gerade Die verehrliche Redaktion Möge in Hinkunft mtt der Veröffentlichung solcher Sachen,vorsichtiger sein und sich erst an kompetenter Stelle erkundigen. Mit vorzüglicher Hochachtung Ihr treuer Abonnent . Jakob H. Glück. Ostjüdische Sakralkunst. Die Prager Deutliche Zeitung „Bohemia", Nr. 174 (Jahrgang 1918), Veröffentlicht folgende interessante Ausführungen, die au^ch weiteren Kreisen zugänglich gemacht zu werden verdienen. Behandeln sie do,ch ein Thecha, welchem infolge der Protzen Ereignisse der Gegenwart eine gewisse Aktualität nicht abgesprochen werden kann. Diese lauten: Unter der Uebersichrift „O stjüdischs S a k r a l k u n st" reproduziert die Deutsche Zeitung „Bohemia" in der letzten Sonntagsnummer 163 eine Notiz aus;den „Monatsheften für Kunstwissenschaft", die darüber Verwunderung ausfprhcht, datz die Synagogen der orthodoren Judengemeinden im östlichen Kriegsgebiete äußeren architektonischen Stil und inneren Bilderschmuck aufweisen. Trotz Verbot des Dekalogs sind dort Tier- oder andere Bilder als Wandschmuck anzutresfen. Auch die Dachkuppel des Bethauses überragt die übrigen Bauten, wofür ein Beleg aus dem Talmud (Traktat SabbaM pag. 11) 'erbracht werden kann. Interesse verdient jedoch die hiefür von späteren Dezisoren gelieferte Erklärung, die Synagoge solle den höchsten Bau deÄ Ortes darstellen, genau so, wie der Rabbiner sämtliche.Ortsmitglieder an Wissen übertressen müsse. Aber auch der bildliche und plastische Schmuck wird mit einem ethisch-religiösen Motiv belegt. So gab eine (Sprüche der Väter, V.» 27)'zitierte Sentenz: „Gleiche dem Leoparden an Mut, dem Adler an Raschheit, dem Hirschen an Schnelligkeit und dem Leu an Stärke, wenn idu eine gottgefällige Handlung vollführest" — Veranlassung, datz gerade diese Tierbilder als Wandschmuck der Synagoge zu entdecken sind. Mn religiös-ethisches Motiv wird auch den aus Metall geschaffenen Vögelköpfen vindiziert, welche sehr oft als „Cherubim" ^Erodus 25. 18) vor die Bundeslade angebracht werden. Diese Cherubim, rgelche Genesis 3 als Paradieswchchter (arabisch Karib — Wächter) und Mechiel 1 und 10 als Träger des Gotteswagens.bezeichnen, waren, der talmudischen Auslegung zufolge, im ersten Tempel wie Hähne oder wie Kinderköpfe beiderlei Geschlechtes, gestaltet. (Baba bathra 99. Sukka 5. Chagiga 13.) Im zweiten Tempel kamen sie jedoch in Wegfall, nachdem die Nachbarvölker sich -über sie lustig gemacht hatten. (Jomma, pag. 54.) Freilich erklärt sie der Midrasch (Tadsche. Ed. Epstein. S. 15) als Symbolgestalten der Engel, bezw. für Himmel und Erde (Philo, Das iLeben Mosis 58; Josephus, Altertümer III., 3), oder endlich für Recht und Ethik*) (Gebit, R. 32). wie auch das kabbalistische Soharbuch.treffend bemerkt: „Wehe, wenn die gegeneinander gerichteten Vogelköpse sich lockern, das' heitzt wenn Recht und Gerechtigkeit sich -gegenseitig nicht ergänzen oder einander widersprechen. (Sohar, Erodus 176.) So sehen wir die Kunst im Dienste der «Ethik, wenn sie auch ein mosaisches Kardinalgesetz verletzt. Dr. I. Eisenberg, Gerichtsdolmetsch und Translator für Arabica et Hebraica. TM Beileid der Petersburger Judengemeinde zum WWW, Hermsann Cjohens. Anläßlich des HeiMjganges von Professor Hermann Cohen ist Mi dein Vorstand der Berliner jüdischen Gemeinde das folgende Telegramm des Präsidiums der jüdifchien Gemeinde in Petrograd eingegangen: „Das Präsidium der Mischen Gemeinde in Petrograd ist tieferschüttert durch die Nachricht vom! Tode des Professors Hevmlann Cohen. Der Rat der Petrograder Gemeinde .übermittelt Ihnen den Ausdruck der allgemeinen Trauer der Judenheit anläßlich des Todes' dieses Großen in Israel, des unermüdlichen Verkünders des' jüdischen Geistes. Das Präsidium: Dr. S alkind." *) Nur Targam Dnkelos erklärt sie als bedeutungslose Ver- -c^rung. «I

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