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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-08-09 · 31 (9.8.1918) · page 1

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
31 (9.8.1918)
Date
1918-08-09
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Nr. 31 ♦ Zentralotöan für die gesamten.Unteressen des Judentums K. k. yostspLrkessrnLMt Tleariug^Berkehr: 810.978 DS Wie» ll/r. Präterstraste s 45‘J5S> Oör =ÖO Wien, 9. August 1918 Erscheint jeden Freitag <* «ie». II/i, PrMtzrstnche» Wvnw«»#: Vlsch » «schONschrift, DezuKsprskr: tzatöjähLig 10 Kronr» Vaüzjührig ÜS Krone» GinHr1«LrmMre bv cheL« f 1 MtotGr»; ffo Cf ^ftawwiiiwiii«i-njn<'ii'«.«i .in» 'Qfl Inhalt: Leitartikel: Oberrabbiner Dr. Moriz Güdemann. — Während der Ruffenherrschaft in Lemberg. — August Wünsche über „Judentum und Griechentum". Aus der Woche: Bon der Badener Kunstausstellung. — DaS Judentum im Lichte objektiver christlicher Geschichtsforschung. — Verfügung des deutschen Kriegsernährungsamtes über den Berkaüf von Ksscherfleisch. — Kriegsdekorationen jüdischer Össiziere und Soldaten. Auszeichnung eines Bürgermeisters. — Jüdische Soldatengräber an der italienischen Front. Oesterreich und die Juden Rumäniens. — Die Judenvorlage in der rumänischen Kammer. — Korrespondenzen: Amtsantritt des Oberrabbiners Dr. H. P. Chajes. — Kultus- und Erziehungsfragen. — Der patriotische Kultnsvorstanb. — Ostjüdische Sakralkunst. — Das Beileid der Petersburger Judengemeinde zum Ableben Hermann Cohens^ — Bom jüdischen Leben in Japan. Vermischtes. — Feuilleton: Woher stammt der Glaube an Ritualmorde? — Literatur. Briefkasten. — Inserate. iener konservativen Linie bewegt, die eine Spaltung der OvelTlwMNet Dt. Mvm GÜdMMN« I Gemeinde verhinderte, die Anerkennung des Wiener ' ■ 'S Rabbinates in religiösen Fragen auch im Auslände erwirkte und die es ermöglichte, daß in der Wiener Ge» Meinde jede religiöse Richtung ungehindert sich betätigen. urü> ihre Bedeutung, zur Geltung bringen kann. Wiese Wesensart Dr. Güd eman ns und diese Auf- .. „ , „ o als Rabbiner in Wien nnd^machdem er 26 Jahre hindurch die Wörde eines OberraoMreb bekleidete, ist Dir. Moriz Gnd em'ann im nach kurzem Leiden fast in demselben MgendMb^ storbien, als sein Stellvertreter und nunmehriger Nachfolger in sein Amt eingeführt wurde. Diese, man möchte fast sägen, elegante, weltmännische Geste, mit welcher GüdeMann aus dem Leben Med, paßt so sehr tn Vas ganze Lebensbild dieses bedeutenden Mannes, daß Man versucht wäre, zu sagen, sie sei bewußt geschehen. Denn Dr. GudeMann hat es nie ganz verwinden können, daß die eigenartigen Wiener Verhältnisse den Oberrabbinertitel, den er trug, in den wichtigsten Belangen eben nur einen Titel bleiben-ließen, was auch darin zuM Ausdruck kam, daß dieser Titel zu gleicher Zeit zwei Wiener Rabbinern verliehen wurde. Wenn der Geschichtschreiber Dr. Güdemann als Rabbiner, als Oberrabbiner mit einem..'sein ganzes Wesen und Wirken kennzeichnenden Worte wird in der Geschichte des Wiener Rabbinertums festhalten wollen, so wird er nicht anders ihm gerecht werden können, als indem er ihn „den Klugen" bezeichnen wird. Seme -Klugheit, Ae rhM in vielen Satten, , wo - ein anderer an seiner Stelle ein scharfes, zurückweisendes Wort gesprochen hätte, Reserve auferkegte und manches geschehen ließ, was ungeschchen geblieben wäre/ Hätte-Tr. GüdeMann den Kampf suchen wollen/ drese Klugheit hat den Verblichenen über all die SchwierigSerten hinweggebracht, welche die österreichischen und ganz besonders die Wiener Verhältnisse während seiner 52 jährigen AMMätigkeit iw Wien bereiteten.' -Dieser sprich^ wörtlich gewordenen Klugheit Dir. G.üd eManits ist es zu danken, daß die Wiener Kultu'sgemeinde sich aus , vtlu « jj«t gegenkoMmMiMit wählte, weil sie eben überallhin ent?» überall besriedigte ' Mß^im Grunde.genommen nicht - Gegnerschaften wenig geWnrmer^nIhat sich um diese stes und 'wichtigstes Prinzip die EimgE^M ober- _ heitlichkeit der Gemeinde nach innen und eine unerschrockene Vertretung der in diesem. Sinne einheitlichen Gemeinde gegenüber allen Versuchen vonauMn,. die Rechte dieser Gemeinde und ihrer Mitglieder anzutasten.; Bedenkt Irtan, welch große Wichtigkeit die ernhertliche und ungetellte KultrtsgeMeinde M die. Stellung und das Ansehen der Judenschast OesterreiW während dch letzten halben Jahrhunderts hatte, wird Man Dr. GKdeMann, der in diesem Sinne als das religiöse Oberhaupt der ersten und größten Gemeinde des Reiches tätig war, den Dank und die Anerkennung nicht versagen können, selbst wenn Man in EiWelftagen mit ihm nicht eines Sinnes war. War Dir-. And e M a n n nachgiebig in allen Fällen, wo M d er Friede in der Gemeinde erheischte, so war er UM so energischer, unerschrockener und in den Formen nachdrücklicher, wenn eüsT galt, die Angriffe, ldie aus diÄ- Judentum von außen her gerichtet wurden/ aHuwehren und gegen die Verlegung der Rechte deN Judentums als Ganzen Stellung zu nehmen. Da fand Dr. GüdeMann, der ganz besonders als Gekegenheitsredner hervorragend war, Worte von solcher Wucht und Macht, M sie nur aus dem Munde eines Mannes

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