Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 30 (2.8.1918)
- Date
- 1918-08-02
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Sette 488 Tr. Blocht Wochenschrift Nr. ao - laudis,. 13 bronzene Signum« laudis, 8 goldene Verdieifftlreuze mit der Krone, 12 goldene Verdienstkreuze, 16 silberne Verdienstkreuze mir der Krone, 6 silberne Verdienstkreuze, 4 silberne Tapserkeitsmedaillen 2. Klasse,^ 1 bronzene Tapserkeitsmedaille, zusammen 86 Anszeichnüngen; hievon 32 an Offiziere, 28' an Militärärzte und Militärbeamte, 26 an Mannschastspersonen. Aus der Lönigt. bayerischen Armee. Der königl. Hauvtmann der Landwehr Karl Rosenwald ans Nürnberg"wurde zum königl. bayerischen Major befördert. Die Wnigl. Oberleutnants! der Ljandw ehr Engen Mai und Mols Franksnrther wurden zu königl. bayerischen Hanptleuten befördert. Kaifertiche Ehrung einer jüdischen Soldatenmutter. . Frau Wiüve Pauline Meyer in Delmenhorst, Bahnstraße 5, hat aus dem Großen Hauptquartier unter dein 8. Juli 1918, von dem Chef des Militärkabinetts folgendes' Schreiben erhalten: ,,Se.' Majestät der Kaiser und König haben Kenntnis' davon erhalten, daß Sie während des jetzigen Krieges nenn S ö h' n e zu nt H e e - resdien st gestellt haben. Se. Majestät sind hierüber erfreut und haben Ihnen als' Anerkennung' für die Erziehung einer so ansehnlichen Zahl von Vaterlandsverteidigern Allerhöchst beifolgendes Bild im Rahmen zu verleihen geruht." Auszeichnung non IeldrabSiner. Der Kaiser hat dem von seiner früheren Wirffanrkeit in .Leinberg bekannten Feldrabbiner Salomon Fuchse eheM. QnartiermeisterM., das goldene VerdiensEreüz mit der Krone am Bande der"'Tapferkeitsmedaille verliehen. - Ebenso wurde denk Feldrabbiner Ludwig Schab (Tvbitschau) beim' Jnspiz. v- A- A. Gr. einer ehnr.t Armee 'in Anerkennung vorzüglicher und daufopfe'rungsvoller Dienstleistung vor dem' Feinde das goldene Verdienstkreuz Mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille allergnädigst verliehen. Indische Kriegsopfer aus der Steiermark. Ter Weltkrieg hat auch in die jüdischen Häuser Stciermürks Trauer und Schmerz gebracht lind viele jüdische Familien betrauern den Heldentod ihrer Allgehörigen. Auch die letzte Offensive gegen Italien hat Todesopfer von den Juden in Steiermark gefordert. So fiel bei dieser Offensive der Leutnant d.~ R. Oskar Flaschner, Besitzer des Karl-Truppenkreuzes und der bronzenen Tapferkeitsmedaille, ein treuer Allhänger der zionistischen Partei. Besonders ergreifend ist der Heldentod zweier junger Juden, die, von - Kindheit an in treuer Freundschaft nriteinander verbürrden, mitsammen ins Feld gezogen waren und, von einer feindlichen Mine getroffen am 22. Juni d. I. Seite an Seite fielen. Die Helden sürd Paul Brüßler, 171/2 Jahre alt, Besitzer der silbernen Tapferkeitsmedaille 1. Klasse, und Ernst Hermann, 26 Jahre alt, Besitzer des Karl-Truppenkreuzes, 1er silbernen Tapferkeitsmedaille 1. und 2. Klasse. Paul Bröffler hat einen Tag vor seinem Tode an seinen Vater eine Korrespondenzkarte. gesandt, auf welcher er ihm versichert, daß er seine Pflicht als 'Jude und österreichischer Patriot in vollstem Maße tun werde. Diese Karte wurde dem unglücklichen Vater vom KoMPagniekomMandanten der beiden gefallenen Freunde, , Herrn Oberleutnant Ort u e r, mit einem Schreiben übermittelt, worin es heißt: „Ihr Sohn Paul hat sein junges Leben in treuester , Erfüllung seiner Pflicht auf dem Altar seines Vater-. läirdes geopfert. Am 22. Juni d. ward er das Opfer einer feindlichen Mine. Ihr Sohn ruht', neben seinem Kameraden Hermann im Distrikte Sch io, Bezirk Vizenza. Wir werden diesen - Braven stets eine kameradschaftliche Erinnerung bewahren. Nur einiger Trost in Ihrem Leide sei, daß Ihnen in Kürze die wohlverdiente Dekoration Ihres Sohnes zugesandt wird. Nehmen Sie, bitte, ctud); mein persönliches Beileid entgegen. Oberleutnant Ork ne r.",~' Trotz aller dieser Opfer, trotz affen Heldenmutes und Patriotismus) den die Juden in Oesterreich bewiesen haben, tönt lauter als je das Schreien der Antisemiten über Feigheit und Verrat der Juden. Wann werden die Juden aller Parteien endlich zu großzügiger Abwehr sich znsamMenschließen? Viel Zeit ist nicht mehr zu verlieren. Ta'. KreiMMers OrgänisatipnsMdänke. Herr kaiserl. Rat Direktor Dr. S. K r e n b e r ge r .hat mit seinem letztwöchigen Artikel in der „Oesterreichischen Wochenschirift" gewiss vielen und jedenfalls auch Mir aus der Seele gesprochen. Es ist unbestreitbar, die Sehnsucht nach Organisation faßt immer tiefere Wurzeln. Auch, die Entschließung der israelitischeir.Kultusgemeinde,-die gerade heute verlantbart wird, läßt, gewisserniaßen als' ultima ratio, den Örganisätionsgedanken hell ansleuchten. Ich halte es für einen glücklichen Einfall, zur Berwirklichnng eines gesamtstaatlichen, jüdisch-politischen Zusammenschlusses auf die „Allianz" zu weisen, die vermöge ihrer Stellung und ihrer über alle Gaue des Reiches verzweigten Verbindungen das richtige Rückgrat für einen solchen Aufbau bildet. Hieran aber möchte ich eine pikante Reminiszenz aus der jüngsten Zeit knüpfen, die wieder einMal zeigt, daß auch dies schon dagewesen ist. Ich tue es beileibe nicht, nur' Herrn Di. Krenberger e:wa die Priorität streitig^ zu n.ächen oder gar die Jungfräulichkeit seiner Ideen anzntasten; ^nein, nur um ihn , in seinem Plane zu bestärken. So sei . denn darauf aufmerksam gemacht, daß ich inmitten der Generaloer sammlnng der ,,,Allianz", die vor.zwei Jahren statcaefunden hat (der Bericht darüber müß sich in der verläßlichen Chronik der „Oesterreichischen Wochenschrift" finden), dem nämlichen Appell an den Vorstand und die Mitglieder der „Allianz" gerichtet und hervorgehoben^habe, daß die „Allianz", ihre im allen Kultur-, Liebes- und Wohlfährtsiverken so überaus segensreiche Tätigkeit in allen Ehren, in Wahr-- heit damit allein Hintee ihren statutarischen Aufgaben' zurückbleibe, weil sie berufen und auserwählt sei, den Stamin jener kulturpolitischen Gemeinschaft unter den Inden' zu pflänzen, .um! den sich alle Wäubensbrnder aller Richtung und Schattierung zur. Wahrung ihrer Bürgerrechte und zur Abwehr gegen Angriffe zu scharen vermöchten. Mir schien dies damals um so einleuchtender (und dieser Eindruck hat sich wohl^ auch jetzt nicht abgeschwächt), als uns eine ähnliche , gesamtstaatliche Institution fehlt, und der ursprünglich mit so viel Applomb vorbereitete Gemeindebnnd alle Geburtshelfer-