Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-07-26 · 29 (26.7.1918) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
29 (26.7.1918)
Date
1918-07-26
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3020846-3022300-3022330--27042-3052436
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Zeile 46Ü . i \; Dir. MochenWrLft . I r Kr. 29 daß Korr Gemeind erat .Joses Stein, der Ms ein „jüdisches Programm" kand.ioiert hat, und als-„Protest gegen Renegatenrum" gewählt wurde, um dann zum Helfers- Helfer der Knnscha.k und Genoß en sich zu — „erheben", eure Figur vttoet, die der Komik nicht entbehrt, darum mehr Heiterkeit aN Entrüstung MsW. AjUZ der famiosen Rede des Gemeinderates! Stein reproduzieren wir noch folgende „Schlager": „Ich sage das von. diesem Platze aus, damit es die 'gesamte Bevölkerung von Wien weitz. wer in diesem Staate verfolgt wird: Nicht der Verbrecher, sondern der Anwalt ihpLc Interessen. Ich füge dem hinzu, dag ich es als. Ehre betrachten werde, -für vre Botrsrnreressen zu reid.en, und ich werde mich viel höher schätzen.als alle jene, die rm Kriege profitiert haben, fei es mcrte.ieU oder »durch. Auszeichnungen. (Auf: Wir werden Sie alle besuchen!) — Gemeinderat Eigner: Wir bringen Ihnen ein Beefsteak hin! — Lebhafte Heiterreit.). Verhungern wchde ich nicht, ich verlasse michdiesbezüglich, auf meine Kollegen von der chri.Itlich>ozialen Partei. (Schallende Heiterkeit.)" ] („Gemeinderat Pichler: Noch zwei solche Reden und Sie.werden in unseren Klub ausgenommen werden! Lebhafte Heiterkeit. — Vizebürgermeiner Hierhammer gibt das .Glockenzeichen.)" > Herr Stein hat somit ein Reifetzeugnisi zum,Eintritt ftr den.Anch'emftmklnb öffentlich. erhalten. Uabeanr »it>i! Wir verlieren in ihm wenig. Sein Talent steht nur auf der Höhe seines Charakters. Myx Vertretung Her JMen der MlfelmKAte heim MrMvesir. WM sch.reM uns! aus KonstMtmopel: Bei seiner Anwesenheit in Berlin zu Beginn dieses Jahres sprach der GroMesir einer jüdtschen Abordnung gegenüber den Wunsch Ms, mit einer Vertretung der Juden oer Mittelmächte ür Konstantinopel über die Wische Einwanderung in üie T-ürkei und andere hiemit zusammenhängende Fragen Zn verhandeln. In der Tat ließ die ottomanische Regierung 'W'AWhjDr" Einladungdü :$u ettifet solchen Konferenz gn einige Organisationen ergehen, die sich. -mit der Wischen Kolomsiernng der Türkei, insbesondere Palästinas beschäftigen, so. a.n die „Freie Vereinigung des.gesetzestreuen Judentmns", die „Zionistische Organisation", die „Viod^ (Vereinigung Wlscher Organisationen DenrschlMds), und! das „Oesterreichssche Komitee für den Orient". Von der „Freien Vereinigung" traf in Konstantinopel eine fünfgliedrige Delegation unter Führung des Herrn Rosenb aum Ms Frankfurt a. M. ein, die „Zionistische Organisation" vertrat ein Viererkomitee, das Zn seinem Sprecher Herrn Dr. Ja.co b sohn gewählt hatte, die „Viod" hatte Herrn Dr. Kah n, das,F)esterreichische Komitee für den Orient" Herrn Rgbbiner Dr. Grunwald entsandt. Einig e Delegierte waren in letzter Stunde am Erscheinen verhindert worden, so Dr. Nathan und Dr. HanLke von der >,Viod" durch eine Reise nach Bukarest Dr. .Brutto Pvl lack von Par na n JWien). vom „Oesterreichs schon Komitee" durch fein militärisches! Dienstverhältnis, kgl. Rat Dr. F. Mezey (Budapest) durch eine Verzögerung in der Paßerteilung!. Jm> Schoßt dieser Delegation fanden zunächst eingehende Beratungen statt, um der ottomanischen Regierung, die in ihrer Mn-- ladnag. ausdrücklich von der .Schaffung- Feines! Wischen Zentrums! .in Palästina gesprochen hatte, ein einheitliches Programm Vorlagen zu können. Diese von allen Beteiligten Mit dem ernsten Streben nach gegenseitiger Verständigung geführten Erörterungen Zeitigten schon an und W sich wertvolle Ergebnisse. Mitten in diese Besprechungen drangen höchst beunruhigende Nachrichten über verschiedene an Juden in Palästina und sonst in der Türkei verMte Gewalttaten. Um die Unterdrückung dieser Ansschreitungen bei der Hohen Pforte mit Nach?- drnck einzuschreiten, erMräe die Delegation für eine unaufschiebbare Pflicht. Ät Sonntag bett 14. d>. Wfand d!er feierliche Echpfang beim Großwesir statt. In gewohnt liebenswürdiger Form sprach Talaat Pascha seine Bereitwilligkeit a.us> im Sinne der von ihm an die Delegierten gerichteten Einladung dem Problem der jüdischen Einwanderung und der Kolonisation in die Türkei, insbesondere in Palästina, näherzntreten. Ditz Prüfung der Einzelheiten soll die Ajnfga.be eines Komitees bilden, in das die Hohe Pforte bereits zwei Regier.nngsbeamte und drei Notab eln der türkischen Ju- Lenheft Zn entsenden gedenkt. Der von der Delegation vorgetragenen Beschwerde über die Grausamkeiten gegen einzelne türkische Juden und, jüdische Gemeinden versprach der Großwesir sogleich tatkräftig. Folge zu geltzn. Im übrigen wurden die Dielegierten als! Gäste der Regierung sowohl von dieser, als auch seitens der Judenheit der türkischen Hauptstadt durch besondere Aufmerksamkeiten geehrt. Die Vorbereitung des° jüdischen Vorparlaments der Ukraina. Der bedeutungsvollste Beschluß- -den der Prodisorische Iüdische Natio nalrat in der Ukraina bis jetzt gesaßjt hat und der geeignet ist, manch.es! gntzumachen, was der Nationalrat selbst verschuldet hat, ist die Resolution über die sofortige Einberufung der Vertr etüng all er jüdisch eit neugewäh lten Gemeind everw altun gen in der Ukraina. Für die Zionisten war es! von Anfang an klar, daß eine Körperschaft, die aus Vertretern der Zentralkomitees^ zusammengesetzt ist, nicht die wahre Stimmung der Judenheit wiederzngeben vermochte. Diie Einberufung eines jüdischen Kongresses in der Ukraina; stellte sich, unter den gegenwärtigen Verhältnissen - als unmögliche herausl Den einzigen Ausweg bieten die neuen, .auf d e m! o k r a t i s ch e n Grün d l a g e n gewählten Gem eind ev erw altun ge n. Ueberall vollzogen sich die Wahlen nach! einem hartnäckigen Kamps aller bestehenden Richtungen miteinander und die neugewählten Organe — diese vorläufig vielleicht wertvollste Errungenschaft der Judenheit der Ukraina — dürfen daher mit Recht als legitime Repräsentanz der Wischen Bevölkerung betrachtet werden. Den Zionisten, im Verein mit der Orthodoxie (Achdut). und der Volksp artet, gelang es, den -Nationalrat dafür zu gewinnen, eine Konferenz der Vertreter aller nengewählten jüdischen Gemeindeverwaltungen nach^ Kiew einzuberufen, die das leitende Organ des" ukrainisch.en Judentums an Stelle des bisherigen provisorischen Nationalrates! zu wählen berufen sein wird. Das vom Nationalrat zwecks Einberufung dieser Konferenz- oder — wie man sie in der Ukraina nennt — dieses V orparlament e s eingesetzte Wahlbureau besteht aus acht Mitgliedern: drei Zionisten (von denen einer den Zeire Zion - angehört) undje einem Vertreter der Achhut, der Volkspartei, der Poäle Zion, der Vereinigten und! des Bundes. In der ersten Sitzung dieses Wahlbureaus vom 7. Juni erstattete der Direktor des Departements für nationale Selbstverwaltung, der Poale-Zionift Rewutzki, einen eingehenden Bericht über den Stand der Gemeindewahlen in der ukrainischen Provinz. Bis jetzt wurden vom Departement, die Wahlen in 94 Gemeinden bestätigt. Shn' Verlauf der letzten Tage liefen Berichte von Wahlen in neuen 20 Gemeinden hin. In allen bedeutenden Städten der Ukraina bestehen bereits' neue, demokratische gewählte Gemeindeverwaltungen. Das Wahlbureau beschloß seinerseits dafür zu sorgen, daß auch, in allen anderen kleineren Städten im .Verlaus der nächsten Woche die Wählen der Gemeindeverwaltungen vorgenommen werden können.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.