Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-07-19 · 28 (19.7.1918) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
28 (19.7.1918)
Date
1918-07-19
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3020846-3022300-3022329--27026-3052419
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

9b. 28 Er. MoU'S WoWnMist SW» 544 i Ludwig G rün, J.-R,, Samuel Reichert, Armeekdo., dem Tit.-Feldwebel Abraham Falik Ehrenbrod, J.-R., dem Rechnungsstnteroffizier .Isidor Ai b r a h a m o w i c z, Trainbat., dem Tit.-Feldwebel .Jakob Meier 'Birnbaum, recte Handle r, KreisDö.; das silb erne Verdienstkreuz am Bande der Tapferkeitsmedaille dem Artilleriemeister Markus Goldberg, Geb.-Art.-Reg., den Zugführern Jgn.Steuer, . schw. Feldart-Reg., Isaak Kersch Reist er, Res.-Spital. Vorstehend sind verzeichnet: 1 Orden der Eisernen Krone 3. Kl., 3 Ritterkreuze des Franz Josef-Ordens, 4 Militärverdienstkreuze 3. Kl., 13 silberne Signum laudis, 45 bronzene Signum landis, 24 goldene Verdien stkreuze mit der 'Krone, 24 goldene Verdienstkreuze, 17 silberne Verdienstkreuze mit der Krone, 3 silberne Verdienstkreuze, zusammen 131 Aucheichnungen; hievon 73 an Offiziere und Kadetten des! Soldatenstandes, 38 an Militärärzte und -Militärbeamte, 20 an Mannschafts- Personen. I „Km dringender Appess." „Streffleurs Militärblatt" veröffentlicht feit einiger Zeit nicht meh!r die Namen der mit Tapferkeitsmedaillen dekorierten Soldaten. Da es'jedoch von großer Wichtigkeit ist, daß diese Daten, insofern sie Juden betreffen, nicht verlorengehen, ergeht hiemit die dringende Bitte an alle Glaubensgenossen, sie mögen uns die zu ihrer Kenntnis gelangten Verleihungen von Tapferkeitsmedaillen mitteilen. Es handelt sich in diesem Falle vor allem um die goldene, große und kleine.silberne und die bronzene TapferkeitsMedaille. Diese Bitte richten wir vor allem an alle jüdischen Offiziere und Soldaten, ferner an die ehrwürdigen Herren Feldrabbiner, Militärärzte und Krankenschwestern. Es genügt eine knvzgefa.ßte Feldpostkarte, enthaltendVor- und Zuname, Charge, Truppenkörper und- Grad der Auszeichnung. Zuschriften wollen an die Redaktion unseres Blattes, eventuell auch an den Referenten unserer militärischen Rubrik, /Herrn Jakob Bode?,?. t Postoberoffizial in Lemberg, gerichtet 'werden. fc Wettere Auszeichnungen. Die Allerhöchste belobende Anerkennung bei gleichzeitiger Verleihung der Schwerter wurde bekanntgegeben für tapferes Verhalten und vorzüglicher Dienstleistung vor dem Feinde dem Oberleutnant Siegfried Se kul es. Mit der bronzenen Tapferkeitsmedaille wurden ausgezeichnet: k. k. Einj.-Freiw.-Korporal, Tit.-Feldwebel, Kadettaspirant Dr. Siegfried Weinstein, k. k. Res.- Schütze Heinrich Zwerling. Iürsorgelätigkett russischer Inden für gakizische Müder. Aus dem Bericht über die Tätigkeit der russischen Juden im okkupierten Galizien und in der Bukowina während der Jahre 1914 bis 1918, von Dr. F. Lander.) Im Juli 1914 wurde ich als Militärarzt zum Dienst in Petersburg einberusen. Schon in den ersten Kriegslagen kamen erschreckende Nachrichten ans Galizien. Russisches Militär und russische Behörden verübten schauererregende Greneltaten an der jüdischen Bevölkerung. Detaillierte, genau geprüfte Nachrichten, konnten wir nicht erlangen, da die Kriegfensur solche Nachrichten unterdrückte und! auch kein einziger jüdischer.Publizist oder ein anderer in'der jüdischen Oeffentlichkeit wirkender Jude einen Passierschein nach Galizien bekommen konnte. . ' ' Damals reifte in mir dir Gedanke, um Versetzung an die gakizische Front anzufuchen, um auf diese Weife die Möglichkeit zu gewinnen, die Situation an Ort und Stelle zu untersuchen und hierauf die russischen liberalen Kreise und das russische Judentum über die 'Vorgänge in Galizien aufznklären. Nach mühevollen Verwendungen gelang es mir, an der galizischen Front Verwendung zu finden. Schon Ende September 1914 war ich in Brody, wo ich so manches erfahren. In Lemberg bin ich eingetroffen, unmittelbar nachdem dort ein „Pogrom" in dem! Judenviertel stattgefunden hat, bei welchem russische Soldaten auf Juden losfeuerten, manche Meten, andere verwundeten. Es drängte mich, mit den Vertretern der Kultusgemeinde und der jüdischen Bevölkerung in Fühlung zu treten, aber trotz! aller Mühe war dies nicht leicht zu erreichen. Einerseits eingeschüchtert durch! das strenge russische Regime, anderseits aus Furcht, durch den Verkehr mit einem Mitglied der russischen Armee den Verdacht der Sympathie für Rußland zu erwecken, waren die Vertreter der jüdischen Kultusgemeinde sehr reserviert. Ich versuchte es dennoch. Um nicht bemerkt zu werden, schlich» ich mit Meinem Kollegen, ebenfalls einem jüdischen Arzt aus Rußland, an einem Freitag abend in die Wohnung des Lemberger Kultu'spräsidenten. Ich schilderte ihm den Zweck meines Herkommens und die Absicht, zugunsten der Juden im besetzten Galizien zu wirken. Angstvoll hörte er. uns an, mit besonderer Vorsicht, sehr Zaghaft erteilte er Auskünfte über die Lage der Juden, wobei er ringsum erschrocken Umschau hielt; zuM Schluß ersuchte er unA 'ja niemand gegenüber diesen Besuch irgendwie zu erwähnen. Aus all dem erkannte ich, wie schwer der russische Druck auf die Juden lastete. Die traurigen Verhältnisse schilderte ich brieflich in einem ausführlichen Bericht nach Petersburg mit deM Ersuchen, veranlassen zu wollen, daß meine Beobachtungen in der äüsländischen Presse, insbesondere der schwedischen, italienischen und! amerikanischen, die damals noch neutral waren, einen Widerhall' fänden. Nicht nur die politische und' rechtliche, sondern auch die ökonomische Lage der Juden war sehr beklagenswert, und zwar nicht allein in Lemberg, sondern noch mehr in der Provinz, in den kleinen Städtchen Galiliziens. Die jüdische Bevölkerung war nämlich im allgemeinen ohne sed'e Hilfe, oder es wurde ihr eine sehr klägliche, wie z. B. in Lemberg, geboten. Das' Elend steigerte sich mit jedem Tage. So unternahm ich denn eine Reise nach Rußland, um die dortigen Juden in einem warmen Aufruf zu Beistand und Hilfe für die notleidende Bevölkerung in Galizien zu gewinnen. Jedoch das. erforderte die Zustimmung der führenden jüdischen Faktoren der Stadt Lemberg, etwa der Kultusgemeinde. Wenn auch die jüdische Kultusgemeinde aus politischen Rücksichten keine Initiative durch eisten persönlichen Aufruf an die russischen Juden geben konnte, so war es dennoch notwendig, daß diese wenigstens ihre Zustimmung erteilte, daß zumindest ich mich nst Namen der galizischen Juden an die russische jüdische Öffentlichkeit wandte. Dariiber aber zeigten sich in der Knltusgemeinde zwei Strömungen. Eine, mit Dr. Hausner an der Spitze, wollte in in er philanthropischen Aktion der russischen Juden kein Politikum sehen und vertrat die Meinung, daß es geradezu unumgänglich notwendig äst, angesichts der großen Not sich! an die russische jüdische Bevölkerung um materiellen Beistand zu wenden. Die

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.