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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-07-19 · 28 (19.7.1918) · page 3

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
28 (19.7.1918)
Date
1918-07-19
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Seit« 443 Kl, 28 Dr. VtoÄ's WoHenWrift „O. R." Nr. - 118 vom 26. Mai. 1918 heißt es: „Sie sind die tollsten Kriegshetzer gegen Deutschland, es sind gerade aus- Deutschland ausgewanderte Juder^, die in -fremden Ländern die Haupthetze angestrengt haben, jedenfalls sind es Juden, so auch in Italien der Bürgermeister von,Rom> Nathan, der besonders grimmige Reden gehalten Hatz, ferner, die Minister Luzzatti, Sonnino und Barzilai, lauter Juden." I „O. R." Nr. 137 vom 13. Juli wiederum: >„An der Spitze der Bande, di^ in >Rom die deutsche Botschaft ausraubte, stand der herrliche Römer Barzilai, der bekanntlich Bürzel heißt und ein aus Triest' übergelaufener Rabbinerssohn ist. Sonnino, Nathan, Rappaport, Bürzel — was fag 1 Rabbi Bloch z U d i e s e n e ch t e n R ö m e r n?" Zunächst ist es eine schamlose Lüge, daß es sich um „in Deutschland geborene .Juden" handelt, sondern es sind 'Mische Bürger in den Ländern der Entente, die für ihr Vaterland Partei ergreifen. Nun kommt die Ueberraschung: Wie das „Neue Wiener Journal" in einem offenbar von sehv gut informierter Seite stammenden Aufsatz über den Abgeordneten Kt H. Wolf mitteilt, hat sich dessen Sohn (von der Mutter im englischen Geiste erzogen) in die Reihen der englischen Kämpfer gegen sein Vaterland gestellt. Also ein Sohn des? Teutonen Wolf kämpft auf deur Schlachtfelde gegen das deutsche Volk. Das wurde bis null natürliche verheimlicht. In Nummer '159 vom' 16. Juli 1918 der „Ostdeutschen -Rundschau"'wird Herr K. H. Wolf mit der bezeichnenden Bemerkung entschuldigt: ,,Daß dem Abgeordneten Wolf der bloße Gedanke, sein Sohn könnte von der Mutter hiezu erzogen oder vom Feinde hiezu gepreßt. Dienste im englischen Heere tun, entsetzlich äst. wird jeder verstehen, derden Abgeordneten Wolf kennt, cs wird ihm aber -daraus wohl kaum jemand, der sich auch Mur einen Funken menschlichen Fühlens-, auch nur eine Spur von (Anstand und Gesittung bewahrt hat> einen Borwurf machen wollen." Ja, warum hetzt denn die „Ostdeutsche" unablässig gegen die österreichischen und deutschen Juden, weil ihre Glaübensgenossen iit den Ländern der Entente ihre patriotische Pflicht erfüllen? Warum ruft sie immer wieder höhnisch: „Was! sagt Rabbi Bloch?" Oder fehlt auch ihr der „Funke menschlichen Fühlens", „die Spur von Anstand und Gesittung"? Man sollte nicht glauben, daß die Biedermänner, die täglich soviel Gift in alle Welt ausspritzen und nrit den schmählichsten Verleumdungen um sich! werfen, mit einemmal so wehleidig tun. Im "übrigen gestatten wir uns die Bemerkung, daH wenn einem Mitgliede des protestantischen Presbiteriums das Malheur passieren würde, daß sein Sohn gegen seinen Willen, ja, wenn auch zu seinem größten Schmerze, zum Judentum übertreten würde, er als! Ehrenmann die Konsequenzen -aus der) wenn auch! unverschuldeten, Tatsache ziehen und auf seine kirchlich-en Stellen in der protestantischen Gemeinde verzichten würde. So handelt, der „eine Spur von Anstand und Gesittung bewahrt hat". Ist etwa das Deutschtum Herrn K. H. Wolf nicht so heilig, wie der Protestantiswus? Und wenn die „Ostdeutsche Rundschau" höhnisch gefragt hat: „Was sagt Rabbi. Bloch?" so weiß sie nunmehr, was Rabbi Bloch sagt. * ,* * Wie uns aus Lublin berichtet wird, hat der k. u. k. Generalgouverneur vor wenigen Tagten das österreichische Okkupationsgebiet von Polen bereist und in den verschiedenen Städten auch Abordnungen der jüdischen Gemeinde empfangen. Die Vertreter der Judengemeinden informierten den Generalgouverneur eingehend über die herrschenden Zustände und die Lage der Juden im Okkupationsgebiet. Sie brachten eine Anzahlvon Wünschen und Forderungen vor, verlangten'die Abschaffung verschiedener noch aus dem zaristischen Regime zurückgebliebener Rechtsbeschränkungen gegen die Juden usw. Der Genecalgouvernenr nahm die -Wünsche der Juden entgegen und gab die Versicherung, daß denselben nach Tunlichkeit entsprochen werden wird. * * * Wie die Berliner „Neuen Jüdischen Monatshefte" in ihrer dieser Tage erscheinenden Nummer vom lO. Juli 1918 ^Nr. 19) mitteilen, hat der Herr Reichskommissär für die Ostseegebiete und- Litauen, Exzellenz v. § alle ritz aus en, am 6. d. M. die Herren Dr. Adolf Friedemann und Professor Dr. Moritz Sobernheim vom „Komitee für den Osten" .empfangen und ihnen folgendes erklärt: „Wir verkennen nicht die große Wichtigkeit des Ostjudenproblems. Grundsätzlich überläßt die kaiserliche Regierung dem soeben anerkannten litauischen Staate die endgiilrige Regelung seiner inneren Verhältnisse. Das ffchließt indessen nicht aus, daß sie beim inneren.Ausbau gemäß, den Wünschen des Landesrates mitwirkt und ihren Einfluß für die Erfüllung der berechtigten Wünsche des Judentums einsetzt, wie sie dies 'übrigens auch! bisher getan har. In dem Litauengrößeren Umfanges, das' voraussichtlich bei der endgülrigen Regelung der Verhältnisse im Osten entstehen wird, muß allen nationalen Minoritäten ihr Recht auf b ü r g e r l i ch e G l e i chberechtigung, freie Religionsübung und Pflege ihrer Eigenart und Ueberlieferung voll b e w a h r t w e r d e u. Deshalb soll auch der Mischen Nationalität das Recht auf selbständige Ordnung ihrer kulturellen Angelegenheiten, also eine weitgehende kulturelle Autonomie, zustehen, und sie rann darüber hinaus auf Zugeständnisse, z. B. auf deur Gebiete der Selbstbesteuerung für ihre eigenen Angelegen - heiten, rechnen. Die Regierung verfolgt die nach dieser Richtung hin geäußerten Wünsche mit ihrer vollen Sympathie. Sie teilt auch die - auf berufliche Umschichtung der Juden Litauens gerichteten Wünsche und ist bered, die auf landwirtschaftliche Betätigung gerichteten Bestrebungen nachdrücklich zu fördern. Der' Herr Reichstommissär wies dann noch darauf hin, daß schon die gegenwärtige Verwaltung Litauens ihr Wohlwollen für die Mische Bevölkerung durch zahlreiche Maßnahmen erwiesen, sogleich wei Beginn ihrer Tätigkeit die volle Gleichberechtigung.:ttnt der übrigen Bevölkerung verkündet und alle einschränkenden Bestimmungen der russischen Jud engesetzgebnng außer Kraft gesetzt habe. Ein besanderes Referat für jüdische Angelegenheiten sei errichtet und ans dem Gebiete der Schulen der Mischen Eigenart nach Möglichkeit Rechnung getragen worden. Der Arbeiterfürforge und den Wohlfahrtsbestrebungen der jüdischen Komitees werde volles Interesse zugewendet. Der.Herr Reichslommiffär gab zum Schluffe seiner Hoffnung Ausdruck, daß es bei gegenseitigem Entgegenkommen aller litauischen Nationalitäten bald gelingen werde, die durch den Krieg geschlagenen Wunden zu heilen und das an Hilfsquellen reiche Land einer freundlichen Zukunft entgegenzuführen." AriegsdeLorationen jüdischer Kffiziere und Soldaten. Seine Majestät der Kaiser hat verstehen: den Orden der Eisernen Krone 3. Klasse mit der Kriegsdekoration und den Schwertern dem vor denr Feinde gefallenen Leutnant d. R. Richard Heller, Fliegerkompagnie;

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