Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 27 (12.7.1918)
- Date
- 1918-07-12
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Mr. 2? M^ Möch's Wochenschrift Seite, 43? teiligung von Freunden und > Bekannten statt. Im Drauerhausq widmete Räbbinats-Assessor Bäümgarten dem Verblichenen einen ehrenden Nachruf und Oberkantor Müller (von der Schiffschul") versah .die kantoralen Funktionen in gewohnter, überaus -würdiger Weise. Das' Andenken des Verewigten wird stets:in Ehren bleiben, —n—< .. Austritte ans dem Judentum Woher stammt der Glanbe an Eitualmorde? ’ - Vom/ 30. Juni bis 16. Juli 1918. Kafka Johänim, geb. 11. November 1331 Brünn, >18. Bezirks Hofstätigasse 7. . r Gal MarM, geb. 16. September 1892 Oedeuburg, >13. Bezirk, Hietzinger Hauptstraße 124 a.. Geiringer. Manfred, stud. med., geb. 12|. Juli >1892 Wien, 3. Be- ' zirk, 'Hetzgasse 19. . > Geiringer Moritz, Platzmeister, geb. \3. Februar 1869 Slv.nfa (Ungarn),. 12. Bezirk, Hauptstraße 51. Hajek Emil, Beamter, geb. 16. Januar 1897 Mien, 10. Bezirk, Landgutgasse 41. - -- -\ Kraus Esther, geb, 7. Juni 1875 Pmsk ((Rußland), 3. Bezirk, SechÄkrügelgasse 2. ( Krön Alfred, Korneuburg. ( Meth Jakob, Pionier, geb.- 7. Juni 1885 /Lemberg, 5. Bezirk. Schwarzhorngasse 1. t Pollak Jetty, Köchin, geb, 11. Juli 1891 Wien, 14. Bezirk, Diesenba^chgasse 24. -! - Polkak Johanna, Köchin, geb. 22. Januar 1886-Wien, 14. Be- - zirk, Kauerhof 5.'; ~ Msenthql Wok, Beern Seifenfabrikant, 'geb. 22. April ,1874 Nagyszentmiklos,- 18. Bezirk. Wahringer Totlage 3. Durcsany Margarethe, geb. 17. Juni 1886 Wien. 19. Bezirks - Dionys Andrassystraße 5. Zug Josef, Kaufmann, geb. 27.- Januar 1870 Koflelan, Bez. Ang.- Hradisch, 3. Bezirk, Hetzgasse 45. Leniberg. Zu einer durch ihren Verlauf und /die Zahl ihrer TeilNehncer gleich imposanten Manifestation der jung-jüdischen Bewegung gestaltete, sich die heurige Gedächtnisfeier für Dr. Theodor Herzl s. A. Schon geraume Zeit vor-Beginn des Gottesdienstes war der Tempel in all seinen Räumen l dicht gefüllt. Die Anwesendemrekrutierten sich aus allen Ständen, Jugend >und. Alter, Frauen und -Mädchen; chrthodoXe^JudeN'meben- Veäretern-'der JNtelkigenzf ' sehr zahlreich war das Offizierskorps vertreten. Sehr viele konnten nicht Mehr Einlaß finden und gruppierten sich!vor dem Tempel. .In den ersten Bankreihen hatten sich die «Mitglieder der Exekutive des zionistischen Zentralkomitees und der verschiedenen zionistischen ' Vereine, in Vertretung der Kultusgemeinde der Regierungskom- Missär Dr. Parnas mit den Beirätsmitgliedern Dir. iB rausch und Moritz, Rappaport, ferner die Mitglieder der Temipelderwaltung -eingefunden, unter anderen auch die Herren UnkoersitStsprofessor Dr. Schar und Feldrabbiner Dr. Hausner. Den «Ehrendienst leisteten die inihrer schmucken Tracht zahlreich erschienenen >„Schomrim". Nachdem Oberkantor Saitz mit dem Tempelchore die «Trauergesänge, in ergreifender Weise vorgetragen-hatte, hielt Rabbiner Dr. Euttmann eine nach Inhalt und Form! vollendete «Gedenkrede in polnischer und hebräischer Sprache. Als nach dem-Kadischgebete die Jugend unter dem Eindrücke des Augenblickes das Lied der Hoffnung „Hatikwah"- anstimmte unddas tausendköpfige' Publikum mit einstimmte, glaubte einer der Herren Bethäusverwalter in ziemlich auffallender Weise .dagegen ^demonstrieren zu müssen.! Eswäre denn doch an der Zeit, daß (unsere Offyiellen sich mit dem - Inhalte der von der jüdischen ^Jugendgesungenen ihebräischen Lieder einigermaßen vertraut machten; sie würden dann.einseheu, daß diese Lieder weder stäatsgefährlich sind, noch.auch der Wurde des Gotteshauses irgendwie' nahetreten. Der kleine Zwischenfal! vermachte jedoch dem erhebenden Eindrücke der Feier '-keinen Eintrag zutun. . V B(/. . . k. v Ein Vortrag - im Verein für jüdische Geschichte und Literatur in Breslaugehalten - -. - von . '; Dr. Joseph 8. Bloch publiziert aus Anlaß der »Begnadigung« Leopold Hilsners.; / Ein. Photograph aus Fogaras, welcher tröj^L seiner christlichen Glaubenszugehörigkeeit durch seit* Exterieur einem Juden ähnlich! zu sein scheint, diesieif sonst brave Christ reiste. einmal nach dem romantisch gelegenen Zer ne st, um dort photographisch# Aufnahmen für Ansichtskarten zu machen. Di % weisen Insassen der ‘ Ortschaft vermuteten /hpt diesem unheimlichen Fremden, der mit Semem-' schwarz bedeckten Apparate herumzog — leinen Juden vor sich zu haben, welcher behufs! Auffangung von christlichen Kindern erschienen; Sei,, die zur Einweihung irgendeiner Synagoge geopfert.- werden sollten. Der Pöbel hat den Photographen in. solch -unmenschlicher Art mißhandelt, [daßle-r kaum! hus der Rotte davonkam- und. nach Fogaras zuröckgekdhrb ist*) Kraftlos schleppte er sich bfs zur Wohnung eines jüdischen Arztes Dr„H Beim Arzte angelangt, bat;er denselben,1 ihm ein Visum repertum auszustellen. Der Arzt stellte ihm, däs (gewünschte. Dokument;. aus und der Mißhandelte trug um die Taxe. „Vier Kronen!- war die Antwort. „Das ist viel,“ erwiderte hierauf dei^ Photograph;,da-ich doch eigentlichalis‘ 0^fer;Äif'‘iÄr4- Glaubensgenossen fiel und für Ihre Glaubensgenossen?* leiden mußte.“ „0 nein1,“ antwortete d>er «Arzt, SieV fielen/der Dummheit Ihrer Glaubensgenossen' zttnif. Opfer.“ — „Das muß doch mit I h x e m Glauben irgend»?; wie'- Zusammenhängen.“ — „Nein,“" sägte der Arzt;.:.' „das hängt irgendwie mit der Dummheit Ihrer Deute / zusaiumen.^ . -• --- ‘ Dieser Frage also, womit das wirklich sammeuhängt, oh „mit dem Glauben der Juden“. Am 13. Juli 1899 hat in Wien eine Strafverhändlung gegen mehrere Ziegelarbeiter, welche bei Wiehert Neudorf einen Franzosen Rouss ean schwer mißhandelten, weil sie ihn für einen Juden hielten, der den Kindern* das Blut abzapfen wollte, was sie auch alle glaubten, - R-, ein glaubenstreuer Katholik» war längere Zeit. ' heiiungsbedüi ftig. Der Staatsanwalt Dr* v. K l e eb or h? sagte in seinem. Plaidoy er.: „Schuld an diesem Falle ist / allein der Wahn, daß die Juden Ohristenkinder schlachten, und dieser Wahn ist böswilliger weis ei genäh r t worden. Es würde den tatsächlichen Ver- . WWam AHoM Lunz. Aus Jerusalem konfint die Nachricht, j>aßj dort der bekannte jüdische Gekehrte As. M. Ln'nz - im Alter von 61 Jahren gestorben ist. Sein "Tod bedeutet für die jüdische Wissenschaft im allgemeinen und sstr^ die Pa- - lästin-aforschung. int besonderen einen bedeutenden Verlust. In Kottmo geboren, kam er nochals! Jind nach Palästina. Er verfaßte mehrere bedeut) ante Arbeiten in hebräischer Spruche über Palästina und chesondersl /begannt und anerkannt ist seine periodisch erscheinende - Samntelschrift „Jerusalem", welche, streng wissenschaftlich gehalten,aucheine Anzahl christlicher Gelehrter zu ihren ständigen Mitarbeitern -zählte. Auch auf dem Gebiete der Philologie hat L u n-z manches«' von bleibendent Werte geschaffen.- . . ... - . hältnissen nicht entsprechen; wenn gerade die heutigen Angeklagten ihre Schuld allzu hart büßen müssen/1 während diejenigen, die bös willig diese G erhöhte verbreitenten und den!Irrwahn nährten, allerdings von der Entrüstung jedes ehrlich denkenden Menschen verurteilt, nicht aber von dem strafenden Arm , der Gerechtigkeit getrofien werden.“. Die Angeklagten; n selbst deponierten übereinstimmend, sie hätten geglaubt, Rousseau sei eia Jude, der ihre Kinder ab* schlachten wolle, um jChristenbJut zu haben. Jedoch , zu ihrem Verteidiger erwählten, sie einen jüdi^ - sehen Kultus vorst eh er aus Mödling, Dr. B. — Die Aus- ' führungen das Staatsanwaltes y. Kleeborn, der um eine milde Bestrafung der Angeklagten bat—weil, sie nnschul- * dige Opfer gewissenhafter Hetzer sind — wurde von der antisemitischen Presse unterdrückt.