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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-07-12 · 27 (12.7.1918) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
27 (12.7.1918)
Date
1918-07-12
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Ufa* mmmmm <D “S 'S OS OB 03 O »W»< 2 « SS o Ä o Ms ss Sm o r« "28 tzsS « s-, « Sew 4L0 Dr-., Ploch^S - WochenMriftj Ar. 27 Gesängnis verurteilt worden. R-a PP a p ö r t stammt aus Bessarabien, letzt aber seit.fünsunttzivänzig Jahren in Frankreich und ist Jude. Er gilt als! bester Kenner von Karl Marx, und mit demmeuchlings' gemordeten französischen Sozialistenführer I au r es! verband ihn innige Freundschaft. __ Bei der in Frankreich zurzeit herrschenden, schon pathologisch zu nennenden blinden Wut, mit' der alle verfolgt -werden, die dem Frieden das Wort zu sprechen wagen, ist das Urteil gegen R'appapprt noch aU -milde zu bezeichnen. Es hätte ihm schlimmer ergehen können, wenn nicht beredte Fürsprecher für ihn eingetreten wären. Ein schönes Zeugnis für ihn hat unter anderen der Dichter Anatole Fr an c e abgegeben, der, -als Zeuge, vor Gericht geladen, sem persönliches Fernbleiben von der Verhandlung entschuldigend, den Richtern schrieb: „Hütet Euch vor Uebereilung! Rappaport ist em subtiler Geist. Seine Sprache wird von einfachen Köpfen häufig nicht verstanden. Auch Sokratesan den Freund Rappaport durch seine Gerechtigkeits!- züge und die Freiheit seines Geistes erinnert, auch Sokrates stieß, wenn er in den Barbierstuben von Ach!en philosophierte, auf Sykophanten,-die seine Reden sehr entstellt Wiedergaben. Gewiß ist die Affäre meines so- - zialistischeir freundes weit weniger schwer, als die des athenischen Philosophen. Und' dann hat Rappaport bei seiner Verteidigung noch einen großen Vorteil vor Sokrates voraus. Der hätte nichts geschrieben, während Rappaport seinen Gedanken in zahlreichen Artikeln Aus!- druck verliehen hat. Dort soll man sie suchen, oder — besser noch — man soll ihn selbst danach fragen. Er wird sie. frank und frei äußern. Ein solcher Mann ' ist zu der kleinsten Lüge unfähig. Seine Rechtschaffenheit, sem Mut und sein Stolz machen es ihm unmögklich, zu lügen oder sich zu widersprechen.'^" >">" ,-e Ier Wegründer der türkischen Stenographie. Wie „L'Aurvre" meldet,' hat der türkische Unterrichtsminister beschlossen, den Unterricht der Stenographie in türkischer Sprache iit allen Schulen des türkischen Reiches emzusühren. Der Begründer dieses stenographischen Systems ist ein Jude, der die Stelle eines Professors für die französische Sprache am kaiserlichen ottomanischen Gymnasium in Damaskus bekleidet. Ier Wrand von Stamöuk. Anläßlich der Brandkatastrophe von Stanrbül wendet sich das'Konstantinovler jüdische Blatt „L'Aurore" an die. Judenschaft der mit der 'Türkei verbündeten Lä-lrder, insbesondere an die großen jüdischen Organisationen, mit einem warmen Appell, zur Linderung des Unglückes durch Geldspenden' beizutragen. „L'Aurore" gibt der Ansicht Ausdruck, Paß die Hilfe der Juden nicht nur eine Pflicht der Menschlichkeit, sondern auch ein Beweis der Sympathie für die stets judenfreundliche Türkei sem soll, und fordert die jüdischen Zeiruilgen auf, für diese Hilfsaktion einzntreten. ßin jüdisches Kymnastum in Italien. Beim lustitutio radbinieo in Livorno besteht ein Gymnasium, au dem Hebräisch und jüdische Geschichte unterrichtet wird. Die Anstalt war bisher nur für künftige Rabbmats^ndWaten zugänglich: die Beschränkung ist sollen gelassen worden, so daß in Italien jetzt ein jüdisches Gymnasium besteht. MtlonLikomitee M jüdisches KtiltnsuM WziMungs- - wesm. V-.-, . - In das Aktionskomitee wuchem g'ewählk hie Herren Anton Beck, Univ.-Professor Dr. Bräpn, Kültusporsteher Brod, Ing. Czeczo w.iczka, .Kuliusvorstdher Dr Deutsch, Kommerzialrat R. v. TV clor/ Kultüs- Vorsteher Univ.-Prosessor Dr. E hm man n, KuliüWörsteher Architekt Gartn e r, Bernhard . G o l d st e i n, HerrenhausMitglied Dr. R. v.. GoMperz, Hof- Und Ger ich rsadv o'kat Dr. Th. G u t m an n, Regierungsrat Dr. § o r o w i tz, Schriftsteller Dr. K a P r ä ln k, Hof- und Gerichtsadvokat Dr. .Jakob Ko hu, käis. Rät Dr. K r üger, Felix L e der e r, Kultuspvrsteher Hofrat Dr. L o wner, Moritz Müller, Felix Freiherr v.Pollack, Kultusvorsteher Dr. S ch r e ib er, KultusvpMeher GeMeinderat Dr. R. v. Schwarz-Hitler, Hdf- und Gerichtßadvokat Dr. T h al er, Schulrat Prof. Dr./Ts ch i äßn y, Dr. Jul. Weiß, Hof- und Gerichtsädvokat Dr. Mindern itz, Kommerzialrat Jul. Wo l f.' In der Sitzung vom 26. Juni erstattete nach erfolgter Begrüßung durch den Vorsitzenden Herrn kais. Rat Dr. Krüger Herr Schulrat Dr. TschiaßNy sem Referat. Referent besprach in großen Zügen die ihm vörschw ebenden Ziele. Die Angriffe auf die Rechtsstellung und! die Existenz' der Juden Mächten es zur ernsten Pflicht, sich nicht auf den' Schutz der Staatsbehörden/ allein zu -stützen, sondern vor allen: auf die Selbsthilfe bedacht zu sein. Diese bestehe, abgesehen von der rühmeMverten Tätigkeit der Union, ber Abwehrvereine Und her jüdischen Presse, unter anderem auch darin, altes, aus deM Wege zu raumen, was Mrgernis. 'errMen..Mpü^ß.MW'..der : wichtigste!:,Mittel...jfM,, ipder Juden, namentlich' im Gotteshäüfe. Des 'weiteren ' berührte Referent die Notwendigkeit einesmodernen, zeitgerechten -Gottesdienstesbegründete die unbedingt gebotene Reform der Thoraporlesung und wies-, rrM die Wwehrfähigkeit geglen Angriffe auf das! Judentum zu erzielen, auf die Unerläßlichkeit einer kräftigen, apologetischen VolGerziehüNg hin, die von den maßgebende!: Stellen ohne jede Rücksicht auf den KöstenvünU durch die Akauirieruna der stellen..ist...Dätan knüpsreßsich eine lebhüste Debatte, gnder sich, die Herren Dr. R. v. S ch^ w a r z - H i k l e r, Hofrät Dr. Löwner, die Univ--Professoren Dr.' B r auN und Dr. Ehrmann, Dr. Thal.er, Dr. Schreiber, 'Regierüngsrat Dr. HorowiH, MoritzMulker, Doktor Jäk. Kohn beteiligten. Hiebei wurden fast alle jüMschen Kultus- und CrziehNngssrägen gestreift. Es 'wurde einstimmig beschlossen, Delegierte der Tenrpelvereitte, der BezirWvmMissionen, der ZionkstMorgMisaLiön. in Ms Aktionskomitee zu wählen, djeses MW 'Kovvlierungen zu erweitern 'unb 'SächperMMtze HiGüziehlchr. Referent reflektierte auf die gegebenen AjnreMngen, ivoraüf der Vorsitzende mit Worten des Bänkesffür' Ms lebhaft bekundete Interesse die Sitzung schloß., GrünHüng des Verh^ndG per 'Angestellten der Wiener Ein schon seit langem gehegter Wunsch der Angestellten der Wiener Kultnsgemeinde ist durch die vor kurzem erfolgte Gründung des ,Merbandes der Angestellten der isr. Kultnsgemeinde Wien" in Erfüllung gegangen. Im Sinneder von der Statthalt er ei geneh- ^migten Statuten ist diese Organisation dazu'berufen, die sozialen und! wirts<hastlichen Interessen der Angestellten der KultusgeMeindä .zu wahren und zu fördern. Die gewählte Verbandst eitung hat iiw Einver-

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