Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 26 (5.7.1918)
- Date
- 1918-07-05
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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«Seite 424 Dr. BLchhi's! Wochenschrift Nr. 26. losophjsche/Welt in gegnerische Lager teilen. Sehr 'glücklich ist hingegenein' neuer Wurf, die Beziehung Spinozas,zu Jehuda Leion geknüpft. .. .! ' Was wir aber,au dem .trefflichen Buchs, wie an. so vielen anderen Neuerscheinungen, die jüdisch^ Gegenstände behandeln, beklagen müssen, ist ein verhängnisvoller Mangel) an Kenntnis des jüdischen Lebens. Die Folge sind Verstöße nicht etwa-nur gegen die kulturhistorische Treue, sondern auch gegen die Gerechtigkeit. In fast allen Darstellungen des Konfliktes zwischen Spinoza und. seiner. Religionsgemeinde wird aller Schatten auf die jüdische Umgebung des großen 'Ketzers, alles Licht auf seine Person verteilt. Es. ist keine apologetische,. sondern eine Forderung der .Billigkeit,., wenn man einen energischen Bruch mit dieser Tradition herbeixoünscht. Die Art, wie. diese Juden dargestellt werden, ist geeignet. von ihnen, wie von dem Judentums 'überhaupt, 'eine durchaus falsche Vorstellung zu erwecken. Wir wären 'gern bereit, zu Berichtigungen, die der ästhetischen Wirkung dieser Werke , keinerlei Abbruch tun würden, den Verfassern an die Hand zu gehen. Im.übrigen.-stellt sich.aber die Ausschließung «Spinozas aus der. Synagoge im Lichte gewissenhafter Forschung doch gary, anders dar. Der theologisch-politische Traktat beweist, daß Spinoza in seiner Verbitterung gegen die Juden seines «Kreises. zu einem der ärgsten, wenn nicht dem« gefährlichsten Feinde des Judentums geworden war, daß fein Haß ihn zu 'bewußter Entstellung der jüdischen Lehre hinreißen konnte. Seinen jüdischen Gegnern wird« män jedenfalls Ehrlichkeit zubilligen müssen. Zu dem Vorgeherl gegen Spinoza zwang sie das Gebot des 'Selbstschutzes. ©I : Aus Karl Mays Nachsatz. Karl Mays Verlag, Radebeul-Dresden. Soeben sind Mayss Gesammelte Werke, Band 34 „Ich" und Band 38 „Halbblut" erschienen, Nachlaßbände. > Das. Werk „Halbblut" enthält außer dem Titelroman noch fünf andere,. im' Nachlaß des Dichters Vorgefundene Erzählungen), die ganz-die romantische, spannende und lehrhafte Färbung zeigen, wie die meisten. May-Bände. Der Herausgeber hat dieses neuÄ Buch offenbar absichtlich so zusammengestellt, daß die verschiedensten Länder und Meere anschaulich vor dxm> geistigen Auge des Lesers vorüberziehen. Ganz anderer Art ist die zweite Neuerscheinung, >die den vielsagenden Titel „Ich" führt. Das Buch, bringt zunächst das schon in der vorjährigen Sonderausgabe bekannt gewordene . Erstlings-- werk Karl Mays, „Geographische Predigten", das 1676 geschrieben und gedrückt wurde, dann aber in'Vergessenheit, jasogar^in^Verschollenheit geriet. Der Dichter selbst konnte eS trotz jahrelangen Suchens nicht mehr auffinden, und erst vier .Jahre nach seinem 1912 erfolgten Ableben wurde es entdeckt. Hieran reiht sich seine: ebenfalls schon veröffentlichte Selbstbiographie, sowie eine bisher Unbekannte Reiseerzählung und eine Reihe - von-Briefen, worin May seine Ansichten über Kunst. eingehend dargelegt hat. Was -aber das Hauptaugenmerk des Lesers auf sich lenken wird, ist ein denk Werk beigefügter Anhang,,der. wie der Herausgeber, der Verlagsleiter Dir.' E. Schmid, im Vorwort bemerkt, eine' Ergänzung zu der unvollendet gebliebenen Biographie des Heimgegangenen darstellt. Verschiedene Kunstblätter sind beigeheftet,' vor allem eine Wiedergabe von Mays vielbesprochenem Testament; dann aber auch eine Abbildung seines'orientalischen Reisepasses, dÄrer auf einer zweijährigen Orientreise mit sich führte und dessen türkisch-arabische Ausführungen zugleich zu einer vom orientalischen Seminar in Berlin vorgenommenen und beglaubigten Uebersetzung verdeutscht wurden. Gar viele, . die bisher noch an die.mißgünstig«! Behauptung, May habe gar keine Weltreisen gemacht, glaubten, werden diese und andere behördliche Urkunden mit Verblüffung sehen und die weiteren Angaben über einige von. May tatsächlich unternommene außereuropäische Fahrten lesen. „Jung-Juda." Illustrierte Zeitschrift. für unsere Jugend. 19/ Jahrgang. Nr. 11. Prag, 31. Mai -1918. (20. \Stroan 5678.) Redaktion und Administration: Prag, 2. Bezirk, Stesansgasse 629. Inhalt: Pirke Aboth. — Der,Archs und '.das Wiesel. —!J. F r ied: Das Schulklopferl. — Der 'blutige Krieg unter Hadrian. — Moritz A ntsch e r l: Sambation. — I. Fr i edi:- Hochmut hiMmt vor den Fall. — Guck' in die. Welt. — Eule Gesellschaft — gute Sitten. — Merk dir's. — Ilebersetzungsaufgabe. — Rätsel. - ' Kriefkasterr H. Thau. Wie Sie aus der dieswöchentlichen Nummer ersehen, ist Ihre Zuschrift erledigt. j,,Cönservativ'." 1. Die gegenwärtige Zahl der Juden in Lemberg läßt sich nicht feststellen, das Resultat der letzten Volkszählung ist noch nicht bekannt geworden. 2. Karl Emil Franzos war ein assimilatorischer Schriftsteller. Postbus 197j,; Scheveningen. An L,. K. nach B. geschrieben. Tr. S. In Kitzw.erscheinen derzeit die /,Neue Zeit", das tägliche Organ der Vereinigten Jüdisch-Sozialistischen Arbeiterpartei, und die etwa wöchentlich,' erscheinende zionistische Zeitschrift „Auf der Wacht"; außerdem als Organ des >,Bundes" die („Volkszeitung!". In Odessa erscheint eine poäle-zionistisch^ Tageszeitung „Das neue Leben". Die Zionisten planen die Herausgabe einer jüdischen Tageszeitung, was aber bisher infolge des Mangels von Druckmaschinen sich noch nicht ermöglichen ließ. Direktor IQImiann in Sch. Brief erhalten. Besten Gruß.. Holländer. Nach Neu-Sandez geschrieben. * Hartmann, Lesen Sie den heutigen/ Leitartikel nebst Räch,-, schrist. Manuskript von Neumann leider unverwendbar. Bitte! über die Retournierung zu verfügen. Manuskript Ditrich erwünscht/ jedoch nicht zu großem und nicht zu kleinem Umfang. Manuskripte kanadischen. Inhaltes interessieren österreichische Leser nicht. Berichtigung. In dem Aufsatz: ,,Karoline Pichler und das Judentum", S. 408 der Nr. 25, hat der Setzerteufel bedauerlicherweise «sich einige derbe Spässe erlaubt, welche sinnstörend wirken. Wie der 'aufmerksame Leser wohl bereits heräüsgefunden haben wird, würden einigemal' die Zeilen und - Worte durcheinandergeworfen, außerdem hat es zu lauten: „Eskeles" anstatt „Esteles" in 'Zeile 14 von oben und . Zeile 11. von unten — ferner^,,gewährten" anstatt „gejVehrten" in Zeile 12 vonunten; in der zweiten Spalte hat der Schlußsatzrichtig zu lauten „Was für Bemerkungen wir wieder in den Tagesder ersten Spalte, 20. Zeile von . oben,' der Satz über das Massengrab selbstverständlich den. Sinne, daß es wieder die Pereiras waren, ge sprächen usw." anstatt „Tagebüchern usw.". Endlich hat, in die dieses traurige Ende verhüteten/ Die. Redaktion. % Zur gefälligen Beachtung! Wir ersuchen unsere geschätzten Abonnenten um rechtzeitige Einsendung der laufenden Abon uewentsgebiihr, damit die Zusendung des Blattes keine Unterbrechung erleide. Zur Einsendung der Beträge wolle man sich des in voriger Nummer beigelegten Post» er jagschein es bedienen. Karl Hans Strobl: Die -Vaclavbyde. Ein -Prager Studentenroman. Umschlag- und Titelzeichnung von «Professor Hugo Steiner, Prag. Geheftet M 3.50, gebunden iM!. 4.50. Verlag von L. Staackmaun in-Leipzig., > Der -'^Wmplatz dieses für «die österreichische Studentenschaft geradezu Hpffchen Romanes ist jbas goldene Prag, die Stadt, in welcher der- Rationalitätenstampf zwischen »Deutschen und Tschechen am heißesten entbrannt war. > Zwischen dem deutschen und dem russischen Studenten mitten drin »stehend, ffaihit der österreichische Student nicht unberührt bleiben von «den großen Fragen der Oesfentlichkeit. Der Roman, der in »der Zeit «der Badeni-Gkandale voN 1897 spielt) bringt die Gegensätze, die >an der Moldau jn einer..unerhörten heit herrschten, zu einem iglänzenden Ausdruck. Strobl hat feinem Romane, eine so charakteristische Md interessante Färbung gegeben, daß er in Deutschland fäls ungewöhnlich und in Oesterreich geradezu als Sensation ausgenommen wurde. ^.Mft diesem Büche schuf Strobl, dün ersten realistischen Studentenroman, «er gibt nicht nur die idealisierte Außenseite des Studentenlebens, isondern auch seine Abgründe bekannt und zeigt, w^lch sti^fer unversiegbarer Strom von Volksbewußtsein darin steckt. V Die Administration. No- RestäupaüOD im grössten Kurort Böhmens,; in bestem Betriebe, ist wegen Zurückziehung: vom Geschäfte zu verkaufen. Briefe an die Exp. des Bl. II;, Praterstrasse 9. Herausgeber nnd verantwoülicher Mdakteur: Dr. Josef E. Bloch. — Druck von L. Beck & Sohn, Men, VH. 48534823234853535348234853