Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 26 (5.7.1918)
- Date
- 1918-07-05
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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«r. 26 IH' Dr. MöG'S W-HenWE Seit« 4,5 Auf; deMr-.Ietde. fcg& gefasser;. Oberleutnant Bruno Sch n ab l, im Zivilberuf Gesellschafter der Firma SchnürMann & Witrosskys Nachfolger in Brünn, hat als Adjutant eines' Sturmbataillons bei einem Angriff aus den Monte Asalone den Heldentod gefunden. Der Fliegerleutnant Miecislaus Josessthal ist am 8. v. M. auf dem südwestlichen KriegIschäuplatze im Luftkampfe gefallen. Der für seine hervorragende Tapferkeit vielfach /ausgezeichnete junge Osiiz'er wurde vorläufig, am-' 17. v. M. mit militärischen Ehren auf dem Militürfriedhofe in Felbre bestattet. Kriegführung der, Juden, in. asten Zeiten. Die Ausgrabungen - des : Deutschen Patästinaoereines in der Nähe des Marmel haben manche Aufschlüsse über israelitische Krisgsführung gebracht. Das älteste Bild eines Vermutlich kanaanitischett Kriegers stammt aus demi 12. oder 13. -.Jahrhundert vor Christi und zeigt dies!e Krieger in der Art, gvt: sie den. Scharen Moses/ und Iosuas entgegentraten. Vs zeigt, roh auf Tori gemalt, einen zottigen, halbnackten Streiter mit einem' dreieckigem an einem Band um' den Leib geschnallten Brustschild mit runden -Metallbuckeltt, in der linken Hand einen kleinen runden »Leder- oder Holzschild und in der rechten eine- Art. Wie die sAegypter und -dir Kanaaniter längst das Pferd und den Streitwagen in den Dienst des Krieges gestellt hatten, so fing, man in Israel feit Salomon damit -an. Noch David hatte nichts von Streitroffen und Wagen wissen wollen; er dankte seine Siege ausschließlich dem! überlegenen Ansturm seiner tapferen Speer- und BogeNkäMpser. Eine ganz andere Art von Kriegern, die uns aus der Bibel »wohlbekannt sind, waren die kriegstüchtigen Philister, die, von unbekannter Abstammung, dem Lande Palästina seinen Namen sPhilisterland) gegeben haben. Vermutlich sind, sie bald nach der. mosaischen Zeit wohl aus dem südlichen Kleinasien über Kreta eingedrungen und haben sich in derfruchtbaren- Küstenebene südlich, von Jaffa festgesetzt. mit den Israeliten lange und erbitterte Kämpfe führend. Statt »des ehernen oder eisernen gellstes' tragen sie. gefeit durch -Zauber, eine Federckappe; denn der Krieger , stellt sich , unter »den Schutz eines als Aar oder Geier gedachten Gottes oder gottgleichen .Ahnherrn. So kann er. selbst Mit der jeden Feind" Äwaufhaltsam niederstoßen. Großartig waren auch die Festungsbüuien im alten Megiddo, Mauern, Türme und Bastionen. > Eine beliebte Art, den Kampf einzuleiten, war auch. hier, -einzelne Vorkämpfer vor. die Schlachtreihie> zu schicken, damit sie -sich in einer Art Turnier Mit einem oder mehreren Recken des -Feindes messen. Die! Schlachtselbst war häufig nicht viel anders' als ein Ringen der einzelnen miteinander. . Der FriMnspMrM mit Rumänim im HauMüsfchütz . m RrichstMM ■ - Aba. S ch e i d e m a n n (Soz.) bemängelt' die Ulm klärheit der Bestimmungen über die Einbürgerung der Staatenlosen; fte genügen nicht infolge her Beschränkung auf einen Bruchteil der Juden. Grundsätzlich müssen wir staatliche Gleichberechtigung verlangen. Warum hat man nicht mehr erreicht? Ministerialdirektor Dr. Kriege gibt eine längere Darstellung -über die historische Entwicklung und die. Rechtslage. Da es' sich um einen starken Eingriff in die innerrumänischen Verhältnisse handelt, so forderte man Vorschläge. Rumäniens-. Diese sind' im Artikel 28 niedergelegt und treffen den überwiegenden Teil der in Betracht kommenden Landeseinwohner. Die Handhabung der Bestimmung wird eine loyale sein. Der Berliner Vertrag gelangt" dadurch zur Ausführung. - - Mg. Graf Pr a schm a (Zentr.): Die Frage ist, ob Juden in Rumänien Grundbesitz zu erwerben erlaubt sein soll. Das läßt sich'nur bei gründlicher Kenntnis der Verhältnisse beurteilen. Materiell ist die Hage der Juden günstig, sie begegnen aber einer großen Abneigung im Lande. Die Gewährung weitergehender Rechte hatte dem Haß und der Judenverfolgung neue GDT"' CP. {D&: ***** er ■ SSte9.;- ecp |p» Nahrung gegeben. Man muß diese Frage sehr behutsam lösen. ' -,j .' «Mg. v. Gräfe (Kons.): Es handelt sich um,einen - schweren Eingriff in die innerrumänischen Verhältnisse,. j—- und das Entgegenkommen der rumänischen Regierung ' war sich erlich kein freiw illig es. Warum müssen wir uys, g» die Finger verbrennen mit diesem Engagement? Die Berufung auf den Berliner Vertrag reicht nicht zur Begründung aus. Ob wir den Juden einen wirklichen - Menst geleistet haben angesichts des Hasses der Bevölkerung, erscheint Zweifelhaft. Mcp Go thein (Fortschr. Vv.): Artikel 28 bringt - nicht so viel wie die entsprechende Bestimmung des Berliner Vertrages, der sich die Rumänen trotz dem Druck der Signatarmächte stets entzogen haben. Deshalb wirb auch Artikel 28 den Juden keinen Vorteil bringen. Ge-- wiß stehen die Ostjuden'weit tiefer als Äie Juden anderer Länder, besonders in Deutschland, aber dieantisemitische Bewegung in Rumänien geht nicht Won den Bauern aus, sondern von den Intellektuellen und Hand-» werkern. Auch die staatsbürgerlichen Rechte der Juden in Bessaräbien müssen'gesichert werden. Wenn gesagt wird, wir würden uns die Finger verbrennen, io macht man uns im Auslände einen schweren Vorwurf darauch im Friedensvertrage nicht genug für die Inden getan zu haben.-. Mg. Dr. Cohn (U. Soz.): Tatsächlich bleibt Ar-» tikel 28 hinter dem Berliner Vertrag zurück. Mg. Noske (Soz.): Gestern wollten die Konservativen den rumänischen König beseitigen, also in die inneren Verhältnisse des Landes eingreisen. Heute werfen sie uns das vor, wo es .sich um Millionen unglücklicher Menschen und um die Durchführung des Berliner Vertrages handelt. Mg. Erzberger (Zentr.) dankt dem Siaatssekretär für. die Förderung der Interessen der:, ruhiÜm-s. schen Katholiken. Die Fortschritte für die-Juden begrüßen wir aus allgemein menschlichen Gründen.- - Mg. Dr. R o e s i ck e (Kons.), bestreite!', daß die Kon- : servativen' das rumänische Königshaus stürzen wollen.., Ministerialdirektor Dr. Kriege: Die Vorschläge cÜ&T der rumänischen Regierung sind auf unser bloßes Ertlls suchen gemacht worden. Es liegt also ein Beschluß Ru- £& mäniens seWst vor. Selbstverständlich werden wir uns, das von den Rumänen zu erlassende Gesetz ansehen. Aber zunächst besteht, lein Zweifel cm. der loyalen Mssüh-. rung des Vertrages. l . Jüdische ErWäruüg-rn iinl polnischen' Stjäjät.Zrat. /, In der Eröffnungssitzung des polnischen Staatsrates wurde unter anderem Einlauf auch ein BegrüßungstelegraMm der jüdischen Ratsmänner des Petrikarler Stadtrates folgenden Inhaltes verlesen: „Namens unserer Wähler übersenden wir dem Staatsrat die herzlichsten. Glückwünsche und die besten Wünsche auf erfolgreiches Wirken. Wir sind überzeugt, daß der Stgatsrat die gegen die Juden in Polen bestehenden Rechtsbeschränkungen abschaffen und die volle, Gleichberechtigung der Juden als Bürger des zu-neuem Leben erstandenen Landes anerkennen wird. Die Juden haben eine tausend-, jährige Tradition und Geschichte, die eng verbünden sind "mit der Geschichte ihres Landes." Der Lodzer Deputierte Dr. Rosenblatt hält eine €ÜÄ längere Rede, in welcher er darauf hinweist, daß die LÜ» Regierung passive Politik treibe. Er selbst sei gegen den resignierten Ton, der ans der Deklaration der Re- » gierung vernehmlich sei. In weiterer Ausführung erklärt Dr. Rosenblatt, daß der Staatsrat nicht der wirkliche Vertreter "des Volkes sei, es müsse vielmehr eine Konstituante aus Grund allgemeiner, direkter, ge- 4T Im*' 94 •e* 8ß 9».