Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 26 (5.7.1918)
- Date
- 1918-07-05
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/3020846-3022300-3022327--26992-3052383- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Wr. BkoMS Wochenschrift Seit» 413 Schiff nicht der Gefahr des Unterganges aussetzen wollen. Das ist keine Frage des Liberalismus oder Kon-- Nr. 26 es nur eines äußeren Anstoßes, eurer Aufreizung bedarf, um unsere erträumte. Sicherheit, unser stolzes Glück zu zertrümmern, ja daß schon'das friedliche Feuer auf unserem Herde dem Ungeheuer» Aergernis genug ist, unr uns von der trügerischen Höhe jählings hinabzusturzen- Daher „die antisemitische Hitzwelle in Ungarn". Am Scheitern der Assimilation waren die Juden nicht die Schuldtragenderr, denn: der Jude war assimilationssüchtig bis zum Fanatisbrüs. Sein bestes Selbst, die heiligsten Heiligtümer feiner Ahnen, die. ruhmreichsten Traditionen seiner Geschichte hat er vreisgegeben, um die Volksgunst einzutauschen, oderwie er sich ausdrückte, dem „Zeitgeist" zu huldigen. Seine Synagogen hat er in Tempel umgewandelt, seine Rabbiner: sind Geistliche geworden, aus seinen Gebeten, hat er die erhebendsten Erinnerungen an die Tage der Leiden und Drangsale ausgemerzt und er verschmähte selbst die gesellschaftlichen Untugenden nicht, nur um jede Besonderheit abzustreifen und eine Gleichförmigkeit, Mit den Sitten und Gewohnheiten der christlichen Bevölkerung herbeizuführen. Wie viele jüdische Familien in Ungarn sind.zugrunde gegangen, weil sie der Gentry nachäffen wollten. ' Was im Bereich ihrer Möglichkeit war, haben sie unternommen, um sich assimilieren zu lassen, d. h. national zu verschwinden. Zur Assimilation gehören aber nun einmal zwei, ein Volk, welches das andere aufsaugt und in sich aufnimmt, und. ein VolksistamM. der sich assimilieren lassen will. Allein die Berdauungsorgane manchen arischen Volkes reichten hiezu nicht aus. .Der Organismus vertrug eben nicht viel.Judentum. Was. aber geschieht, wenn einem Organismus mehr von einem Stofs zugesührt wird, als er verträgt? D'as ist,'der. HrtisemitisMrs.. ^,, , Die krankhaften Zuckungen des nationalen Körpers, welchen alle Völker Europas unterworfen sind, haben ohnehin deren Verdauungsorgane geschwächt, den nationalen Hochmut, den Fremdenhaß gesteigert: je rapider also wir uns zu amalgamieren streben, ein desto größeres Unbehagen empfinden jene Nationalitäten, in deren Rachen wir hineinspringen. Der Antisemitismus ist nichts anderes als eine Reaktion, eine Aeußeruna des Unbehagens von seiten derjenigen Völker, in deren Wagen wir un'verdaut liegen! Unsere Schuld ist es nicht!. Allein, je mehr wir den Prozeß der Assimilation beschleunigen wollen,, desto illusorischer werden, alle unsere Bestrebungen'. Der Antisemitismus ist eine Völkerkrankheit. Nur insofern haben wir diese verschuldet,' als wir der damaligen schwachen nationalen Verdauungskrast, die unter der nationalen Nervosität und Gereiztheit gelitten hat/zuvieb zugemutet haben. Der Antisemitismus ist somit eine Folge unserer Liebedienerei, unserer Sucht nach Assimilation. Je^mehr wir uns zum Anschluß hi.ngedränat haben, um so deutlicher wies Man uns zurück. Je stärker wir uns in die' christliche Gesellschaft drängten, desto schärfer der Widerstand. Der nationale Ehauvinismsts ist der Nährboden « des Judenhasses, während die Niederlande mit einer zahlreichen vollständig emanzipierten jüdischen Bevölkerung von der modernen Barbarei' verschont geblieben, weil der europäische Nationalparoxismws die Holländische. Grenze nicht überschritten hat. _ Man muß das Tempo der Assimilation ein wenig zügeln, der rasenden Magyarisierung die Bremse anlegen. Ein geistreicher Redner im ungarischen Parlament hat einmal den Satz ausgesproch en: „Das moralische, besonders'das politische Leben hat wie das Meer seine Stürme, /wo die Segel eingezogen werden müssen, wenn wir das servatismus, das ist ein FundaMentaffatz des, Latus rei publicae. D-r. Bto ch. Kriegsdekor «ziionen jüdischer Offiziere und Softmfeiu Seine Majestät der Kaiser hat vertieyerc. d as R i t t e r k r e u z d e s F r a n z I ose f-O r d e n s denr Marinestäbsarzt De. Leo Roth, dem Ldst.-Leutnant Simon Mannaberg, Ldsttdo.: dieselbe Auszeichnung mit den Schwertern dem Löst.-Oberarzt De. Max Adler, Arnreekdo.; das Militärver dien st kreuz 3. Klasse mit' den Schwertern Für tapferes Verhalten vor dem Feinde dem Oberleutnant d. R. Dr. jur. Eugen F l e sch, J.---R., dem Leutnant d. R. Siegmund Vogelfänger, Feldart.-Reg., dem einer Kriegsseuche erlegenen Leut-. imnt d. R. Richard Heller, Schütz.enreg„ dem Hauptmann d. R. Dr. Theodor Frankl, Feldart.-Reg,, dem vor dem Feinde gefallenen Leutnant d. R. Max. Fischet, J.-R.; - - anbefohlen, daß zum zweitenmal die neuerliche Allerhöchste belobende Anerkennung bei gleichzeitiger Verleihung der Schwerter bekanntgegeben werde dem Oberleutnant d. R. Dr. Maximilian Hercz, ferner dem Oberleutnant Zoltan Pinczes, Gend.-Kdo.; verliehen: das silberne Signum l a u d i s bei gleichzei-. tiger Verleihung der Schwerter den Leutnants d. R. Friedrich Popper, Feldart.-Reg, .Max Gustav Al l e rhand, Feldart.-Reg., dem Ldst.-Oberleutnant Elias Kauf er, Kriegsgef.-Abt.: , . das s ilberne S ignum l aud is mit der Kriegsdekoration dem Regimentsarzt Dr. Heinrich , T r awinski, Korpskdo., dem Ldft.-Hauptmann Dr. phil.. Israel' M a t.s u s, Bahnhofkdo., dem Regimentsarzt ' Dr. Theodor Fr an kl, Feldart.-Reg., hem Oberleutnant ä.D. Dr. Jakob F i s ch e r, Mil.-Kdo., dem Leutnant d. R. Jakob Herzt, Mil.-Kdo., dem Rittmeister Theodor Bloch, Trainretabliernng, dem Oberleutnant i. Ev. Saut Ellenbera, Ädst.-Et.-Bat., dem Rittmeister Dr. jur. Heinrich Edlen v. Mises, Div.-Kdo., dem Assistenzarzt Dr'. Mendel Brill, Gärn.-Spital; das bronzene Signum laudis mit den Schwertern den Leutnants d. R. Otto Tanssig, J.-R., Viktor Lederer, J.-?R., Dr. Markus Sternherg, J.-R., Artur Taub, bosn. J.-R., Hans Adler, Art.-- Reg., dem Ldst.-Hauptmann Isidor K nö p se lmach er, Feldart.-Reg-, dem Oberleutnant d. R. Maximilian G t ase r, Tir. .Jägerreg., den Leutnants! b. R. Karl Adle r, Fest.-Art^Bat., Erich Braun, J.-R., dem Oberarzt d. R. Dr. Natan Äöwner, J.-R., den Leutnants d. R. Karl. M ü n z, Sch iitzenreg., Leo K n ö p f e l m a ch e r, Schützenreg., Paul Kohn, Feldart.-Reg., Mojimir H e l l e r, Ldst.-Kdo., Ernst K o h n, Feldart.-Reg.: das bronzene Signum laudis mit der Kriegsdekoration dem Ldst.-Oberleutnant Karl Ster n, Telear.-Siat, dem Oberleutnantrechnungssührer Edgar Popper, Armeekdo., den Reaimentsärzten Do., Erwin Rufs,- Div.-Kdo., Dr. Alexander Band, Kmdt. eines Feldspitals, denr Löst.-Offizial Oskar Fried, Elektro- Bat., den Oberleutnants d. R. Dr. jur. Oskar D eutsch, Äusarenreg.. Dr. Phil. Arnold W e i n b e r a e r, Mil.- Kdo., den Leutnants d. R. Erwin By k, J.-R., Oswald Schweiger. Mil.-Kdo., Dr. jur. Ludwig Münz, Mit.- Kdo., dem Oberrechnnngsrat 1. Kl. Maximilian Stern-