Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 24 (21.6.1918)
- Date
- 1918-06-21
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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J 388 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 24 durch die Orgelbegleitung des Hoforganisten Louis Dite an Weihü und Innerlichkeit noch gewann. > Die Soli der Fräulein Hanna und Sidonia Schwarz erwiesen sie als hervorragend stimmbegabt und Dion Fuchs als den begnadeten'--Sänger, dertrotz stimmlicher Indisposition durch sein reizvolles 'Piano und künstlerische Feinheiten interessierte und fesselte. Den stärksten Beifall brachte tfj'nt Morris -Rosenfelds „Tränensmillionär" und Ballade „Juda" in der.kongenialen Vertonung Artur Wolfs iünter der 'meisterhaften Klavierbegleitung Prof. Alexander Manharts. Diese beiden Kompositionen in der eigenartig ursprünglichen «Melodikedler jüdischer Tonweisen mit den Zeichen Ausdrucksmitteln unserer Leit sind uns eine schöne Verheißung für .das künftige Schaffen Artur Wolfs. Wie' sein hebräisches „Wanderlied" . >(Schir helech) auch geradezu als VoKslied anmutet. Mit 'Neubauers schönem Chore „Baum des Lebens" (-Ez chajrm) fand der Abend einen erhebenden Abschluß. Und üun zur Frage na,ch der Berechtigung, nach Sinn und Wert <der Veranstaltung über den Tag-hinaus noch den erwähnten Hinweis ^darauf, daß es gerade Vollsliedsr gewesen sind, die mit stürmischer ^Begeisterung ausgenommen wurden. In hebräischer, jüdischer und deutscher Sprache vorgetragen, hörten unsere Herzen vor allem die Völkersprache? der Musik und die Offenbarung einer Wwlksseele, unserer Seele. Eigenen und fremden. Volks-, liedern iMner wieder lauschen, ist Pftege ider einzigen Sprache der Wahrheit, in dersich die Menschen'verständigen können, ist — im Geiste unserer Mission — Bereiten des «kostbarsten Kulturlandes : Verbrüderung durch Stunden der Schönheit und Freude. Denn Kultur ist Verbrüderung zums Glücke, zur -Freiheit, zu ewigem Frieden aller Menschen. Doch nur durch «die himmlischen Pforten, der Kuckst gelangen wir in das -Reich der Kultur. - ' - ___ Prof. Ludwig Mahler. Wien.. (B a x m izwa h f ei e r.) Sonntag den 22. Juni, d Uhr vormittags?, findet im! türkischen Tempel, 2. Bez., Zirkusgasse, die Barmizwahfeier des' Josef Haberfeld, Sohnes, der Frau Charlotte Haberf eld. statt. . ' . Austritte ans dem Judentum Vom! .9. bis -15. Juni 1918. Adler. Hilda,. Hilfsarbeiterjp,, geb.. 3.. April >1696 Wien, Wiener- 'Neustadtl "?'?"'''? . . '' 'i "' Beck Mara, geb. Rothmann- Jngenieürsgattin, geb. 1. September 1892 Budapest, 4. Bezirk, Pxetzgässe 8. - Goldberg Alice, Gesangsmeisterm, geb. 11. Dezember 1877 Wien. 1. Bezirk, Elisabethstratze 14. - . / KLansner Leopold/ Ing.- k. u> k. -Leutnant, geb. 257 April 1687 Wien, J9. Bezirk, Jungherrnsteg 13. *, Löwy Rosalia, Prioatbeamtin, geb. 17. Oktober 1891 Kety (Galiziens, -1. Bezirk, Reu orgatze ö7 Mdndller Marie, Dienstmädchen?, geb. 7. November 1897' Straßnitz, 7. Bezirk, Kaiserstraße 23. > Opprnhedner OsIar, Ottokar?, Eisenbahnbediensteter, geb. 4. August 1890 Pischely (Böhmen), 20. Bezirk, Mortaraplatz >1. Schönwald Mdokf, Prokurist, geb. 11. Oktober 1851 Wien, 1. Bezirk, Liebiggasse 4. ' Eschönwakd Anna, geb. Wernerh geb. 26, Oktober 1860 Wien, 1. Bezirk, Liebiggasse. 4. Schonwald Msa Ämalia, geb. 6. November 1883 Wien, 1. Bezirk, Liebiggasse 4. - Spunt jBerl, geb. 7. Juli 1884 «Tysmenica (Galizien), 21. Bezirk, Stadlauerstraße 64. ' Tagespost" Dr. Ritter von E ö> r n e r, Bankdirektor Fis ch e r- Eolbrie psw. Nach den rituellen Gesängen des Ober'kantors Löwenfö h n hielt Rabbiner...F r iedMann eine tiesergreifende -Traueransprüche, woraus die Beisetzung erfolgte. Karl sind t. Am 10. d. M. wurde Herr Jafkob Fischer. Lederfabrikant, unter größer Teilnahme unserer. istadtbevölkerung zu /Grabe getragen. Herr Jaföob bischer, aus Chomsc gebürtig'. Bruder des erst vor einigen Jahren -verstorbenen bekannten Kra- (f'aüer Oberkantors und Buchdruckers Josef. Fischer, -war eip .Kind armer Litern.-- In frühester. Jugend sich -selbst überlassen, hatte er sich aus kleinen Anfängen iemporgearbeitei. In ihm verliert unsere Kultnsgemeinde und Lhewra-Kädischa eines ihrer ältesten und nützlichsten' Ausschußmitglieder, was Se. Lhrwürdrn Herr -Dc. -'.B, Schick in seinem Nachrufe auch fzum iAusdrucke brachte. An der Bahre standen die Witwe des Verewigten-Frau Karoline F i s ch e rncit -ihren vier Töchtern und zwei Söhnen, welch letztere erst vor kurzem heimgekehrt sind: Oberarzt- Dr. Ludevik Fischer,, der, in Przemyst in Erfangen^chäst .geraten,' aus? Rußland und. Alerander F i scher vom der italienischen Front, 'wo er seit drei Jahren Kriegsdienste leistete.? Mit einem von unserem Oberkantor vorgetragenen Ei Mole fand dir Leichenfeier -einen würdigen Abschluß. . .. sJsidör Groß'. Korneuburg. (Leichenbegängnis.) In der der Stadt Korneuburg benachbarten Gemeinde Stetten wurde am 16. Juni 1918 die -Kaufmailnsgattin Frau Johanna-Eisler zu Grabe getragen. -Der -Gatte der Verstorbenen Herr Jakob.Eisler ist der einzige Jude in -Stetten.- erfreut sich aber in.,der dortigen, Gemeinde einer ungeteilten Beliebtheit« 7 Derganze Ort, die GemeinderepräsentanK nahm an der imposanten Leichenfeier herzlichen -Anteil. Nachdem der Kantor aus Stockerau, assistiert vom Mannerchor, die' Trauerpsalmen vorgetragen und der -Religionsverwes.e?r von' Kvrneüburg! die ^religiösen Gebete gesprochen, wurde der mit zahlreichen herrlichen Kranzgewinden /geschmückte Sarg inj den. Leichenwagen gehoben, der unter Glockengeläute bis zum Ausgange des Ortes fuhr, gefolgt von den Leidtragenden und der ganzen Ortsbevölkerung. Dann wurde die Leiche nach Körneuburg überführt. In d i Sioek raueü:-nwurde der Zug neuerlich geordnet. Der aus Wien erschienene!. Rabbiner Herr Prof. Reich erwartete die Leiche daselbst und nachdem sich auch eine Vertretung der Stadt Korneuburg, viele Beamte HI Dezirkshauptmannschaft, des Kreis-. und Bezirksgerichtes und die Bevölkerung angeschlossen hatten, ging es int .unabsehbaren Trauerzuge unter Absingung von Psalmen zum Friedhof. Dort hielt am Sarge" Herr Rabbiner Reich eine ergreifende Trauerrede.. .Er würdigte die Verdienste, die Menschenfreundlichkeit und den Wohltäiigfeitssinn ' it- Hirrgegangenen und sprach insbesondere der Stadtvertretung Korneuburg .seine.n Danik und seine Anerkennung aus, daß sie es ermöglichte, dis jüdische Leiche in Kprneuburg der Erde zu übergeben.- :ie.LN dem, Me Sehenswürdigkeit bildenden, im' altdeutschen Stil anfgesührten und ürrit einem prächtigen und "mächtigen Obelisk gezierten Heldenfriedhofe in der -Stockeräusrstraßa wurde nämlich gerade jetzt'.ein kleiner-Raum zur Beerdigung jüdischer Leichen geschaffen und diese Beerdigung war die erste an diesem Orte. Einen denkwürdigen Tag Mr Korneuburg nannte Rabbiner Reich den 16. Juni 1918? und er pries die Stadt glück-! lich, daß' sie ein solches Werk der -Eintracht und Menschenliebe schuf. Die Religion, sagte er — sei die Liebe. Mögen' doch die-Menschen nicht erst im'Tode nebeneinander ruhen, .mögen sie auch schon im Leben durch gegenseitige Liebe wahre Religiösität und Frömmigkeit üben. . Vulottar. (Ajintsjubiiliäuml.) Die isr. Kultusgenreinde in Vukovar teiÜ wit, daß sie das! 25 jährige AmWMWum ihres? verdienstvollen Oberrabbiners, Sr. Ehrwürden «des Herrn Dr. Julius! Diamant, - - am 23.. d. M. mit einem' Festgiottesdienste im Tempel, fe' erlich. begehen wird. - Dhej0,-teMre?tor Hanisl CAar. - -In fG m u -n d e n ist dieser Tage der Direktor 'des Lfnze: .Theaters Herr Hans C l a a r, eine auch? -in Wiener Künstlemretfen brannte und geschätzte Persönlichst, gestorben. Die irdischen lleberttste E.laars würden Sonntag auf demisraelitischen Friedhvft in Linz Leigesetzt. Da über Wunsch 'des Verstorbenen die Beerdigung rn aller Still'e erfolgen sollte, wurde Tag und Stunde d-rselben -nur wenigen Personen bÄanntgegeben, die sich nebst deck ^Leidtragenden in der Zeremonienhalle des Friedhofes versammelten: Den Sarg schmückte ein prachtvoller Enziankranz, der auf schwarzgelben Schleifen die Inschrift ,-S i a dt gemein d e Emu n den" trug. Unter den Trauergästen befanden sich der neue Direktor des' landschaftlichen Theaters. Mar Höller, die Regisseure A. Freytag und F. Schm i d 1-R e in N e r, der CheftedMeur der „Linzer Der Fall Kafaet Scherman«^! Mn unierWrW Phänomen. Ueber die aufs eh enerreg enden graphologischen Experimente RafaelS ch e r m-a ri n 's, .Wer/ die auchwir mehrfach berichteten^ sprach! kürzlich der Prager Pathologe Professor Dr. O'sfar Fischer im Wiener Konzerthaussaal. Der Vortragende ist aus wissenschaftlicher Seite?-der erste, der diese phänomenalen Fähigkeiten einer 'wissenschaftlichen Untersuchnng unterzog. Professor Fischer begann aG Skeptiker. Er sah in den Experimenten Schermanns zuerst etwas, ftas ausirgendeiner täuschenden Geschicklichkeit resultiert und? deshalb? eines! wissenschaftlichen Interesses sich entzieht. Seine Untersuchungen mit Schermann brachten ihn.jedoch zu völlig anderen Ergebnissen. "? ' ' - Schermann geht bekanntlich mit seinen graphologischen .Mhigkejten.--- .wnt-- Wer' -LlÄgewöhnliche Maß