Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 24 (21.6.1918)
- Date
- 1918-06-21
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 24 Dr. Blochss Wochenschrift Seite 381 nimmt derselbe ein: 1. im VolMeben, 2.,.im! Felde, Krieges^ 3.-nm 'Heiligturtt? Ferner: Welchse Menstgewänder soll er bei stinen. priesterlichen Funktionen anleg en, die des gemeinen Priesters oder die 'des Hohenpriesters? . 1. Jnr Bokkskeben nimmt der „Gesalbte des Krieges" . eine ganz. hohepriesteriiche- Stellung. ein. Denn - nach dem Talmud Horioth 12 b und /Joma 73 a7) sind die "D'127 7VV7„, welche im 3. Buche Moses, Kap. 21, ' S. 10—14, den im Volke kennzeichn en,- auch für den Gesalbten des Krieges bestimmt.'' | 2. Welche Stellung derselbe im Heiligtum einnimmt, d. i. ob er bei seiner priesterlichen Funktion aks"MNN als gemeiner Priester, nämlich! in den vier Dienstgewänd'ern, oder als als. Hohepriester, ncnn'lich in den acht Dienstgewändern, füngiert, ist im Talmud Joma 73 a nicht ganz entschieden?) Dagegen soll er nach Talmud Joma 73 a. im Kriege Mit den acht hJhepriest""- lichen Gewändern bekleidet gewesen sein?) Siehe auch Raschi zu dieser Stelle im Talmud^o) und S. N. H. Zu dem oben erwähnten Satze. Aus dem hier Gesagten ist zu ersehen, daß der Hohepriester eine ungemein große Achtung genoß, - und daß es im alten Israel eine ^einflußreichere Person nie gab. Denn in erster Reihe war er das Oberhaupt der Priesterschäft und des ganzen Kultus; in zweiter Reihe lvar er der Repräsentant des ganzen jüdischen Volkes nach seiner religiösen Bestimmung, der als solcher dw Namen der zwölf Stämme auf den Steinen des Brust- 'schitdes' und des! Ephodes nebst einer Inschrift .auf dem SLirnblech „heilig dem Herrn" trug. Diese Hobe Würde verpflichtete ihn ZUr besonderem Heiligkeit. Sein Dienst bestand -ander' Oberaufsicht über den gesamten Kultus und -.die Priesterschiast. „Der Hohepriester soll" — nach einem Midrasch >,unter dpn anderen Priestern hervorragen än' Weish'Ht? Schönheit/ Kraft und Reichtum!" .Er würde nur angesprochen: „Mein Herr Hohepriester." Zeigte er sich! ans der Straße,- schritt ein Beamte" voran und ließ die Menge äusweWen. In seiner Dienst- Verrichtung standen ihm mehrere Priester zur Seite, aus deren Händen er die Gegenstände empfing. Nach Beendigung des! Dienstes am Versöhnunastage aab ihm die ganze anwesende VvtksMenae 'das Ehrengeleit vom Tempel nach seinem Hause, wo Festlichkeiten veranstaltet wurden. Diese hohe Stellung und große Persönlichkeit des Hohenpriesters, seine Antorität und sein Ansehen, '-seine Würde und Ehrfurcht brachten es mit sich, daß es in Israel Zeiten gab, zu welchen Hohepriester nicht'bloß vom Rate ans^Priestern, sondern vom Senate des Volkes vöraeschlagen und eingesetzt würden, und daß diese Wahl noch vom ganzen Volke genehmigt werden mußte. Noch mehr: Es gab in Israel Zeiten, zu welchen die Hohenpriester Fürsten, Regenten und Oberhäupter der jüdischen Republik wären, und umgekehrt: indische Fürsten und Regenten waren mit ihrem Königtitel noch nichtpznvnedenr sie rissen auch mit Gewalt das Amt und die: Würde des Hohenpriesters an sich. Und diese hohe. Stellung des Hohenpriesters konnte einnehmen, diese ungemein große Autorität. und Wurde des Hohenpriesters. konnte, und durfte im. . ganzen jüdischen Volke nur dem alten Feldrahöiner zu- ' . . teil, werden, diese pompös .ausgestatteten Hohenpriester- ./ ,: lichen Gewänder durste nur derselbe anleoeu und tragen? Es könnte noch: endlich die Letzte Frage aufgeworfen werden: Warum eben wurde nach dem Talmud dieser alte Feldrabbiner dem Hohenpriester gleichgestellt? Die * Antwort ist ganz einfach und ergibt sich auch selbst ans der Betrachtung unseres ganzen Stoffes. So haben wir erfahren, daß in Friedenszeiten im alten Israel, imZ; jüdischen Volke der Priester für seine Glaubensgenosse^..' .alles war: der Lehrer, der Richter, der Berater, fcit , Arzt nfw., gleichwie noch heute im Osten, d. i. in Galizien, Ungarn und Rußland, wo unsere Glaubensgenossen in Massen wohnen und wo jeder Rabbiner; ein Richterkollegium, bestehend aus einigen Rabbinars-p'' assessoren, bei sich hat, und'im eigenen "p7 fl’2,, Ge-' richtssaale Recht spricht, Rat erteilt usw. Selbstredend;; meinen wir hier außer den verschiedenen rituellen Fra- -;. gen auch rein juridische Angelegenheiten. Bei dieser Gelegenheit sei auch bemerkt, daß oft in galizischen Ge-.? . richten verwickelte juridische Angelegenheiten dem rabbinischen 'Richterkolleginm zur weiteren Verhandlung abgetreten werden. Es ist auch bekannt, daß ein. beim. v: Rabbinerkollegium abgeschlossener und gefertigter Ver- ' trag, Ausgleich usw. so rechtskräftig ist, wie ein vor : < einem Gerichte zustande gekommener. Wenn also dieser Priester in den alten Zeiten dem Israel, seinem Volke, daheim alles war, um so mehr war er alles seinen Glaubensgenossen im Kriege, draußen-, , im Felde. Das können wir am besten am heutigen ' Weltkrieg erkennen, wo Tausende. Glaulensgenossen fern von der Heimat sind, fern von Vater und Mutter, von Weib und Kind. Und dieser jüdische Krieger findet . Trost- Rat, Stärkung und" Erbauung nur. bei seinem Feldrabbiner, - gleichwie vor .Jahrtausenden der alte jüdische Krieger beim alten „Gesalbten des Krieges". Und .. darum ist es nicht zu verwundern, sondern es ist zu staunen, daß unsere Weisen es schon vor Jahrtausenden verstanden haben, den P r i e st er mit M acht und Ansehen, mit Wurde und Autorität ins' Feld anszurüsten, kurz daß er im Felde das sei, was der Hohepriester zu Hause ift.u) .. ’ (Fortsetzung folgt.) ■r, St m cd « cd * "34.; CD ^5^ :• m *4* I* I» jfcy CD*- s <D CD LL»-, I ** Ä-' ' t '§«6» "4 .CD i I5Ü:; i int ganzen jüdischen Staate nur der alte „Gesalbte des rr» pn "nön^b. mtrpü»- pnu |\s* jta (7 Nöfcö'.pfl-.s) -Kbl 2) inia-K1? i* :-*'rrch&2 - . pMi 5> n.^nnrr 4> n^^pb .7p2-,X2">^' WWPÖ C' ■ .Jpm sN22.N^Ü^2 P722 nivfc»; (72 tfbiPb' s722p;2'7)2. >jn2 . ■■■ : '! ' /. ’; ♦?72 Kriegsdekoralionen jüdischer Kfstziere und Soldaten. Seine Majestät der Kaiser hat verliehen: d a s R i t t e r k r e u z d e s F r a n z I o s e f-O r d e n s mit der Kriegsdekoration in Anerkennung vorzüglicher und aufopferungsvoller' Dienstleistung vor dem Feinhe-.. dem Regimentsärzt d. R. -Dr. -Emil Eiben s ch ütz. Grnvpenkdo., dem Rittmeister a. D. Heinrich Grünzweig, Militär gorcv.; das Militärverdienstkreuz 3. Klasse mit den Schwertern für tapferes Verhalten vor dem Feinde dem Leutnant d. R. Viktor Weinberg, schw.; Feldart.-Reg., dem vor öm Feinde gefallenen Leutnant d. R. Moritz Liebermann^ J.-R-, dem Ldst.- Hauptmann Adolf GrÄncherger, Div.-Kdv.- dem Hauptmann d. R. Josef .Pollak, J.-R., den Ober-:! *3 IttbH CD ■ *■#; 3»$ CD ade "■ ZfcW gjg CD ll) Auch heute, in diesem großen Weltkriege, genießen sämtliche Feldrabbiner in allen kriegführenden Staaten ein ziemlich hohes. Ansehen, indem sie ausnahmsweise von allen anderen Berufsklallen. wie z. B..von den Aerzten, Juristen rc., gleichsam ersten Tage der Einberufung zur aktiven Dienstkeistu -g in den Rang eines Hauptmannes versetzt.werden. : * ■ CD