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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-06-14 · 23 (14.6.1918) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
23 (14.6.1918)
Date
1918-06-14
Page
– (sequence 6)
Language
German
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T«tr» ^64 tr. Vlöch'S Wochenschrift Rr. 23 « S oü r« « *12 r-ü V.1 SV LS ev kS CO ö rV-i. ', Äff!1 -r fr, .52 &C SÜ K «pj i? « 'f fr* f*' fr, r O??" £ FrÜN'Mioe. Larchjau, Wien,' 1. B^. K.. . 160.— Herr GenemRrirektor Fritz Lenrberger, ' Wien, L. BG. Herr^ Isidor Kunitz, Wien, 3.- Bez. Herr Robert Kolisch, Wien, 1. Bez. Firma Karl Grün & Co., Wien, 1. -Bez. Herr Wolf Robitschek, Wien, 2. Bez. Herr LanbtagiÄaLgeorÄneter Josef Hatschek, Troppau -; Firnra Filiale L-andsmann 'L Co., Wien, 2. Bch. ' '^v- Herr Samnel Sachs- Wien, 2. Bez. Herr Wilhelm LindenVauml, Wien, 1. ÄG. Herr k. k. KomMertzinlrat Moritz Hacker, Wien, 4. 'BeK. J ‘ Zusammen - ^: V.Mer auZigewiesen ’ ■ GesamlsitmMe K. 861.458.30 und noch viele andere Beträge, die wegen Platzmangels erst in ider nächsten NumMer MssgeMiesen werden können. 100.— 300 — „ 50.- „ 200.— „ .. 50.- „ 500.— „ 300.— „ 50.- , 200.— „ 300.— K. 10.800.— „ 850.658.30 ZWZ Lew JahreDerichte der „Jsr. Wstm!z" zu Wien. Der in der Generalversammlung der Israelitischen Allianz am'10. Juni 1918 vom Präsidium des Vereines erstattete und an die Mitglieder versandte Jahresbericht meist mit Bezug auf die K r i eg s h il fea k t i o n des -Vereines zunächst auf die traurige Tatsache hin, daß das vor einem Jahre erfolgte Eintreten der Vereinigten Staaten in den Krieg ein vollständiges Versiegen der amerikanischen Hilfsquellen zur Folge gehabt hat, wenn auch speziell für Russisch-Polen äurch eine mit dem Niederländischen Hilfskomitee im Haag getroffenen Vereinbarung durch einM Monate Unterstützungen erlangt .werden konnten. Glücklicherweise hat die Allianz noch kurz vor Torschluß, bevor die diplomatischen Beziehungen mit- Amerika abgebrochen wurden, vom Joint Distribution Committee' in Rewyork für die Flüchtlinge in Oesterreich, für die Aktion in Galtzien und für die okkupierten Gebiete eine letzte Sendung von über'2 >MilliSnen/Kronen erhalten. Durch diese gleichsam zum Abschied dargebotene Beihilfe konnte das Hilfswerk noch immer auf einer stattlichen Höhe.erhalten werden. 'Vom Mai 1917 bis Mar 1913 wurden-über eine halbe Million Kronen für die Flüchtlinge im Westen, ungefähr 1,700.000 Kronen an Unterstützungen in 246 notleidenden jüdischen Gemeinden Galtziens und der Bukowina und ungefähr 1 «Million Kronen Ln zirfla 150 notleidenden Gemeinden der okkupierten Gebiete verwendet. Seit Beginn der Aktion wurden an -Flüchtlinge 4,100.000 Kronen, in Galizyen und in der Bukowina 14,400.000 Kronen, in den okkupierten Gebieten 2,800.000 Kronen, zusammen 11,300.000 Kronen verteilt. Gegenüber denk großen Umfänge des Elends, welches wirksam zu bekämpfen die prisoate Wohltätigkeit überhaupt außerstande ist, ist dieser Betrag sehr gering; der Verein war aber doch in der Lage, durch diese Subventionen viele Tausende, der allerärmsten Juden, hie infolge der grenzenlosen Not dem Untergänge preisgegeben wären, mit Nahrung und Obdach zu versehen und viele Hunderte verlassener und verwahrloster Kinder vor dem Verkommen, zu retten. - . Die Verteilung der amerikanischen Gelder geschah auf Grund eingehender Beratungen ineinem hiefür gebildeten besonderen Komitee, in welchem alle sich für das Hilfswerk interessierenden jüdischen Körperschaften vertreten sind. Dis Hilfstätigkeit der Allianz blieb von den Kompetenten Staatsstellen nicht unbeachtet. Das k. k. Ministerium des Innern /richtete En den Verein ein Dankschreiben, in welchem das Hllfswerk als -eine wertvolle -Ergänzung der staatlichen Fürsorgeaktion bezeichnet wird. Der Bericht hebt jedoch mit .Recht hervor, daß die Aufmev^samkait un fergr vermögenden Glaubensgeno fsen sich der Hilfsaktion zu wenig zugewendet hat. Nachdem auf Hilfe aus der Ferne nicht mehr zu' rechnen ist, müsse um so mehr die österreichische Iudenheit ihrer Ehrenpflicht entsprechen, um während der restlichen Kriegszeit und nach Beendigung derselben durch Selbsthilfe die entstandene Lücke auszusüllenund durch großzügige Widmungen den Weiterbestand der Wohlfahrtseinrichtungen und die. Weitergewährung der Unterstützungen zu sich^m. - . - In besonderen Abschnitten behandelt der Bericht die Entwicklung der Flüchtlingssürsorge, sowie der Hilfsaktion in Galizien und in Russisch-Polen während des. verflossenen Jahres. Von historischem Interesse find die statistischen Daten über-die Verteilung der Flüchtlinge, deren Zahl in den verschiedenen Kronländern noch am l. Juli 191? 177.115 ausgemacht hat. Von den nahezu 200 Flüchtlmgshilfskomitees im Westen, welche mit den einzelnen - Beiträgen km verflossenen Jahre und -seit Beginn der Aktion ausgewiesen sind, haben die größten Subventionen erhalten die Bezirkskomitees in V u d w e i s .(seft Beginn der Aktion 144.250 Kronen), G r atz (84.600 Kronen), K arlsb ad (114.800 Kronen), Li nz (170.000 Kronen). M ist e k (62.800 Kronen), Pils e n (220.150 Kronen^ Prag ' (146.000 Kronen), Tro pp au (163.000 Kronen). In Wien haben mit Rücksicht auf die Ausspeisung der armen Flucht-, lrnge die Israelitische Volksküche, die Vereine „Einheit" und „Machsike Hadath", wer. Verband galizischer jüdischer Humanitätsvereine, ferner zur außerordentlichen Beihilfe in Notfällen die unter Leitung des Herrn Gemeinderates Dr. Rudolf RMer von Schwarz-Hisller stehende Zentralstelle und die Wohlfahrtsinstitutionen der Fraü Anitta Müller 'Beiträge erhallen. Für die' Opfer des Krieges in Ungarn wurden aus den amerikanischen MWeln während der"ver-— flossenen drei -Jahre 525.622 Kronen überwiesen.- D äs ö st e r r.--' un g. Hi lfsko.mite e -.fn K o penhagdsn hat der "Allkcnz in hochherziger Werfe zwei W-aggons bester dänischer g'ez u 8 e r t e r Ko n dens Mi Ich zur .Verteilung an arme FlüchtlingÄinder gesandt. DijS Korrespondenz über diese Spende, uM deren ZustandÄoMmen W besonders Herr Oberrabbiner Dr. Schornstein sehr bemüht hat. Mußte./ mit dems k. u. k. Ministerium des Aeußern und den diplomatischen Vertretungen in Deutschland und in Dänemark, ferner mit dem Kriegsministerium, welches infolge einer persönlichen Empfehlung des Ministerpräsidenten die vom Komitee in ^Kopenhagen zur Bedingung gemachte Sendung von 7500 Weißblechplatten zur Anfertigung der Dosen nach Dänemark ermöglichte, mit dem Ministerium des Innern, Mit dem? k. k. Amte für Volksernährung, ,mit dem Finanzministerium mit dem Eisenbahnmknisteriüir beinahe durch das ganze -Jahr geführt werden,, bis endlich die Milchdosen an die Flüchtlingskomitees von Wien aus versandt werden konnten. ' In Galizien -Hat das Gebiet der Fürsorgeaktion sich, durch die Befreiung der östlichen Bezirke, insbesondere der Gebiete von Stanislau, KoloMea, Czortko'w, Buczacz, Tarnopol, Czernowitz und Brody stark erweitert. Das jüdische Rettungskomitee in L e m b erg allein, welches für die ostgalizischen Gemeinden seines Fürsorgesprengels — für 80 bis 100 Gemeindenvon der Allianz im Jahre 1915.150.200 Kronen, iM Jahre 1916 814.769 Kronen.erhalten hat, .empfing iM Kalenderjahre 1917 Subventionen in der Höhe von 981.230 Kronen und von Januar bis Mai 1916 weitere 517.680 Kronen, insgesamt bis jetzt 2,371.879 Kronen zUr Ver- .teilung. . Weitere bedeutende Beträge erhielten für allmonatliche Unterstützungen in je einer großen Anzahl von Gemeinden die Zentralkomiteesin ^PrzeMysl, Stänislau, Jaslv'„- Rzäszow und .Tarnow, sowie die separaten Hilfskomitees in V r-ö d y und-K o l o Me ä. Für eine große Anzahl der unterstützten Gemeinden sind statistische Daten über die Zähl wer notleidenden Familien, die erhaltenen Volksküchen und ändere Wöhlfahrtseinrichtungen enthalten. - « - v ". Mit Bezug auf Russifch-Polen verzeichnet der Bericht mit Bedauern, daß'eine Verschlechterung der Situation der Juden geradezu eme Folge des Erstarkens der autonomen Faktoren iM Königreiche und des wachsenden Einflusses dev national-polnischen Verwaltung war, welche sich zum Schaden des Landes, unter Gefährdung seines Rufes in der zivilisierten Welt, von. den -in den letzten Jahren vor dem Kriege unter' russischer Herrschaft -angefachten antisemitischen Instinkten leiten ließ. Durch gewerbepolitische Maßnahmen, namentlich bei -der Einrichtung verschiedener Handels- und.Approvisionie- .rungszentralen, wurde auf eine Ausschaltung her Juden und rücksichtslose Einschränkung ihrer Lebens- und Erwerbsmöglichkeiten hingearbeitet. Die Allianz hat in dieser Angelegenheit -beim Generalgouverneur Grasen Meptycki interveniert und daräuf hingewiesen, daß die wirtschaftliche Npt der Juden, zu deren Linderung die private Wohltätigkeit .bei weitem.nicht ausreicht, .nicht zum geringen- Teile pine Folge dieser gewerbepolitischen Maßnahmen ist. Die Unterstühnngen Mußten trotz der steigenden Rot wegen der Unzulänglichkeit der Miftel reduziert werden. Als sich -jedoch im Herbste 1917 im Haag das Niederländische Komitee konstituierte, welches auf -diplomatischem Wege für eine Fortführung der amerikanischen HilfsaFtion -in hen okkupierten Gebieten-emtrat, setzte sich der . Vorstand, der Allianz mit diesem Komitee duvch freundliche Vermittlung des k. u. k, Ministeriums' des Aeußern, -sowie des königl. niederländischen Gesandten in Wien, Herrn Dr. Wilhelm Marc Jonkheer Weede de Berencamp, in Verbindung. Dufch eine Reise sdeS Sckkretärs der Allianz Herrn Dr. Armand Kaminkä näch dem Haag konnten dort,m Januar 1916 persönlrche Verhandlungen über.den- Umfang und die Modalitäten der weiteren Geldsendungen nach den okkup.irrten. Gebieten (für Gäli(z'ien,.als ein für -Amerika feindliches Gebiet, war nach den Weisungen deS Staatsdepartements in Washington jede weitere Hilfe vollkommen ausgeschlossen) stattsmden. Infolge derselben wurden von' Februar ab weitere 100.000 bis 150.000 Kronen monatlich durch die holländische Gesandtschaft in Wien nach Russisch-Polen gesandt, zu welchen Sunrmen die Allianz vereinbarungsgemäß auch ihrerseits Zuschüsse, insbesondere für notleidende.Schulen, gewährte. Die Geldsendungen aus Holland sind jedoch im Mai wieder ins fStörten geraten. Seine Erzellenz der königl. niederländische Minister des Aeußern ‘ Dr. London hat der Hilfsaktion persönlich ein warmes Interesse entgegengebra'cht, wofür ihm der Delegierte der Allianz anläßlich der Konferenz im Haag in einer Audienz im Namen der Vereines, so-

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