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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-06-07 · 22 (7.6.1918) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
22 (7.6.1918)
Date
1918-06-07
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 22 Dr. Gloch'S Wochenschrift Seit» 857 wollten, da Weifte ihr sterbender Blick einen großen MaM- -Mtlangem, braunem Bart und Zylinders ' „Snlmenlebbist du es'?" fragte sie mit brechender Stimme. - -; ,>Nein!" hallte es. hart in die Stube zurück. „Dann reichst mir-, die Kerzen zum .Lichtbenfchen, aw -SchaVb tot-rd -j a m ein Kin d n icht fahren." / v . Und man stellte die Sabbatlichter vor die Sterbende, -stützte sie. Mit den Polstern, und da bedeckte sie mit beiden Händen das Gesicht, wie sie es immer zu tun pflegte, sprach -den Segensspruch und ein Gebet für ihr Kind und ihre Enkel, dann Murmelte sie noch das Scheni a und sank'ermattet in die' Polster zurück. Die Zunächststehenden beugten sich über die Frau und wollten ihr Erleichterung bringen, sie crber regte sich nicht mehr. — die schönen Augen hatten sich für immer geschlossen. Sofort begann ein herzzerbrechendes Schreien und Jammern, das sich von der Stube bis auf die Gassefortpflanzte. Die Frommen riefen, daß man am Sabbat nicht weinen dürfe, aber wer konnte seinen Schmerz zurückhalten, da dieses gute, warme Herz für immer zu, schlagen anfgehört hat! Witwen und Waisen, ArMe und Elende, Kranke und Gebrechliche standen auf der Gasse und wehklagten über den Verlust ihrer Beschützerin.. Wer .wird ihnen Kleidung und Nahrung so reichlich spenden? Wer wird ihnen - Linderung, für ihre Schmerzen bringen?'Wer wird ihnen fernerhin in ihrer 'bitteren Not beistehen? .. Lange-standen sie alle .schluchzend da, als müßten sie mit ihrer Wohltäterin vereint bleiben und ihr folgen, aber ein dichter Märzenschnee und eine grimmige Kälte trieben sie schließlich in ihre Kellerwohnungen zurück. ‘ Die. majestätische Gestalt der Esches Ehajil aber lag: ruhig dakeine Mienv verändert,'' ein Bild'der Erhabenheit., und der Größe auch noch im. Tode. Nur ein wehmütiger Zug umflog die fahlen Lippen, der letzte Schmerz, daß man ihreinziges Kind 'von ihrem Sterbebette ferngelassen hatte. Das war das Ende dieser edlen Frau, SrieMaKen Weratuv. KriegsbM Dr Jugend und Bo!?. Franckhsche Verlagshandlung. Stuttgart. ' .. 5 .Der Achnw Band dieses - fortlaufenden Werkes enthält die Chronik des Weltkrieges vom 11. Februar 1917 bis 15. Juni 1917 nebst zahlreichen Erzählungen. 'Schlachtenschilderungen und Beschreibungen der Kriegsmittel und ihrer Entwicklung, sowie zahlreiche Tafeln. Abbildungen, und'Pläne. ,3eitgcMtze KriegsUichr." Obst- und Gemüse-Rezepte von Marianne Stern. Preis Ä. 1.20. Verlagsbuchhandlung Moritz Stern. 6. Pezirk. Mariahilferstraste 1. Kar« . Mäys Jdhrktoch 1918. Heransgegeben vün Dr. Rudolf Beihel und Fritz Barthel. Mit 12 ganzseitigen Illustrationen. 1. Jahrgang. Verlag- S. Schottländer. Breslau 1918. - Schulmänner. Rechtsanwälte, «und Offiziere bauten mit an diesem Denkmal «für' den im Leben so oft angefeindeten genialen Jugendschriftsteller, dem «aber heute auch das reife Alter Beifall zollt. Nachrufe. Kritiken, Gedichte, von und an May und kleinere Erzählungen Mays Hilden den Inhalt des Jahrbuches.. das sicherlich bald viele Freunde gewinnen wird. Kg. .Jung-Juda." Illustrierte Zeitschrift für 'unsere 'Jugend. 19. Jahrgang. Nr. 10. Prag 16. Mai 1918. (5. Siwan 5678.) Radaktion und Administration: Prag, 2. Bezirk, ^Stefansqasse 629. Inhalt: J.1J n fe l d: Offenbarung. — Ben Jehudä: Schebuoth. — R. D.: Die drei'Wunderdinge- — Der blutige Krieg unter Hadrian. — Die-Araber in Palästina. Illustration. - M. Z. F e u e r b e r g: Das Kälbleiii. —' Rabbi Jehöfchua und der Todesengel. —- 3t. P.: Die letzte Stunde. — Irma Singer: Don fallenden 'Sternen. — Ueberfetzungsänfgabe. — Rätsel. . I. Steins. Menern.. Das- Jargonwort ,^Loib" entspricht eher dem Worte „Lob" als dem Worte ,,Laub". In jedem unserer Gebete heißt ijts: Ge lobt seift Du, Ewiger! und im ...Gott von Awrohom" wird «gebeten. Gott möge sein Volk behüten, damit es ihn l o b e. Behüte uns in „deinem Laube" (Laub —Schutz) entspricht nicht!de«r schlichten Volkspoesie. Im Winter gibt es zum Beispiel kein Laub. Die Uebertragung des Herrn Dr. Land a u, der den östlichen Jargon kennt, ist zweifellos richtig und eine Disbission hierüber unnötig. : Neugierde. Der ^Verfasser des Feuilletons ..Esches Chajil" ist ein junger Doktor 'jnris, der jetzt als Einjährig-Freiwilliger Zugsführer -Militärdienst leistet. Die Novelle erscheint demnächst in Buchform, und kann das Exemplar vom Verfasser ums 2 Kronen bezogen -werden. St. M. Ein solches Internat ist in Frankfurt a. M-. Theobaldgasse (Dr. Heinemann). A, 3- Einen Beitrag zur- Geschichte der Juden in Italien liefert die von Umberto Eassuto ,in den .^Veröffentlichungen des kgl. italienischen Institutes für Höhere Studien" in Florenz (Verlag Galetti und Cocci) eine Geschichte der Juden in Florenz im Zeitalter der Renaissance erschienene 'Arbeit: Gli Ebrei a Firenze nell'eta di rinascimento 448 SG. Das Werk besteht aus drei Teilen: ..Die Gemeinden und chre Schicksale." „Soziales und privates Leben." „Literarische und . wissenschaftliche Tätigkeit." Dir. Fr. Es lohnt wahrhaftig nicht die Mühe, uns mit der Blamage der antisemitischen Presse in der Mordaffäre Emo Davit und Kurt Franke in dieser eingehenden Weise zu beschäftigen. Beide. Gmo Davit und Kurt Franke, «sind erwiesenermaßen Urarier, ersterer sogar ein strenggläubiger Katholik. Die „Reichspoft" und die „Ostdeutsche" haben also ihre giftigen Pfeile gegen ihre - eigenen Rassegenossen abgeschossen. Daß diese beiden Ehrenjournale ihren Fehlgriff nicht eingestehen und ihre verführten Leser nach wie vor in dem Glauben belassen, daß Emo Davit Jude ist, ist eine alte Kampsmethode dieser 'Presftgattung. Man möchte fast .diese kaltblütige Verführung der Bevölkerung zum Hast gegen die Juden der, wie wir es in Krakau und Wieliczka gesehen, auch zu Raub, Totschlag und ähnlichen moralischen Handlungen führt. v als den journalistischen Davitismus bezeichnen. __ Sasoar. Gegenwärtig in Wien nicht möglich. Höchstens über «Stockholm (Oberrabbiner Dr. Ehrenpreis) zu versuchen.- Rabbiner. Dir,. I.. H, in B. Gin solches Internat existiert unseres Wissens m Wien nicht. A. Auch die Rationierung soll in grauer Vorzeit schon bekannt gewesen fein,, und rcheder ist. es di; Bibel, die den Beweis dafür liefern must. Diesmal ist es ein englischer Bibelkundiger. der «mit Erfolg die Bibel nach einem Analogon der Rationierung durchforschte. In den „Daily News" gibt es aus dem 25),- KapfteK des Buches . der Könige folgende zeitgemäste Stelle wieder: „Und er (Jeojachim, König von Juda) ast stets Brot vor ihm (Merodach, König von Babylon) alle Tage seines Lebens. Und diese Erlaubnis war ihm als dauernde Erlaubnis gegeben. Und es stand ihm für jeden Tag, eine bestimmte Ration zu," ' ' : I. L. K., Okmütz. Ihre Anfrage erwidern wir mit einer Mitteilung, die das „Grazer Tagblatt", bekanntlich eine unverfälscht deutsch-arische Zeitung, selbst als ein „Musterbeispiel der Dokksausbeutung". betitelt. Der Einsender der betreffenden Notiz schreibt also deM genannten -Blatte: „Aus allen Gemeindetaseln werden die Bauern aufgefordert, die Queckenwurzeln zu - sammeln. Zu reinigen. Kl trocknen und dann altzuliefern. Der Bauer bekommt dann für 100 Kilo — 18 K. Ich benötigte QueckenwUMln als Pferdefutter und erhielt von -Wurzingers Nachfolger in Graz Lagergasse 4, ein Angebot: 100 Kilo kästen 150 K. .Der Bauer bekommt also für die wirklich mühevolle Arbeit des Reinigens und Trocknens 18 K.. der Händler für da^ einfache Häckseln und die Frachtkosten 132 K.!" —,So der -gut christliche Gewährsmann. Und da bringt diese iPresse die Unverfrorenheit auf. fortgesetzt von jüdischer Ausbeutung zu. sprechen. Statt besonderer Anzeige. Unser Sohn. Salomo wirf rpR am Sabhat rpUp nt#2B (den 15, d. M.) um 10 Uhr vormittag in der großen Synagoge zu Baden bei Wien als *12 feierlich zur Thora aufgerufen. Empfang der Gäste und rn£?22 des PHSfJE 22 - 0,2 pj2 .22T2 V21 p»2tr 222 K^1D) finden in unserer Wohnung, Erzherzog Rainer-Ring 11, um halb 3 Uhr nachmittag statt, wozu wir unsere Freunde und Bekannte berzlichst einladen. - Baden hei Wien, im Juni 1918. Dr. Samuel Rappaport and Fraa Blume ged. Kadinsky.

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