Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 22 (7.6.1918)
- Date
- 1918-06-07
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/3020846-3022300-3022323--26920-3052307- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Ir. 22 Dr. Bloch’ Aa-'«->»V jjjf Zentralorgan kür die gesamten Interessen des Judentums Wim, 7. »31918 Erscheint jeden Freitag : Lriif-Adreffe: Wie» U/i. Pratrrstrsftc 9 rele-e««»-Adveffe: V!»ch'< Wocheuschrtft. Wir» 0(F- ■ -—-^0 Q Q O R. L Voftsparkassenilmt Eieariug-Berkehr: 81Y.S76 OO - VUbtftton unb KbrntniftsatU«: «Bt c » II/i, Pralerstraße 9 ^Telephont 4S>359 vb o OO— -- - w-Oo O Gr 9 =t>o Q Vci»ttSprctS: Haldläyrig io Krone» Ganzjährig '20 Krone» Einzelexemplare 60 Heller Ri|ii|nit Li» Iml j ftrilieil* 40 (dn t O v C f\0-- -.. - - ~Oo Inhalt: Leitartikel: Ein ernstes Mahnwort! — Pros. Dr. Slarck über die Judenpuukte im Bnkarester Frieden. — Kriegsdekorationen jüdischer Offiziere und Soldaten. — Weitere Auszeichnungen. — Zum fünften Male ausgezeichnet. — Eiserner Kronen-Orden. — Deutsche Auszeichnung. — Das Eiserne Kreuz 2. Klasse. — Die Rede des preußischen Abgeordneten Turnlehrer Heins im Schützen» graben. — Korrespondenzen: Die Notwendigkeit einer gesamtösterreichischen Organisation zwecks Fürsorge für die vorschulpflichtige jüdische Jugend. 7— Eine Kundmachung des Magistrates der Stadt Wieliczka. — Die Wiederauffindung von Moritz Gottliebs „Betende Juden". — Kultusvorstand Emannel Grünwald (gest. 2. Juni 1918). — Die „Norddeutsche allgem. Zeitung" zum rumänischen Friedensvertrag. — Ungarischer Jsr. Handwerks- und Ackerbauverein. — Stiftung für die Heranbildung von Musterlandwirten. — Eine ostjüdische Kunstkolonie in Franken. — Flüchtlingsfürsorge in Holland. — Im jüdischen Nationalrat in der Ukraina. — Noch einmal die Lazienki-Frage. — Großer Brand im Judenviertel von Tomaszow. — Ein jüdisches Jnformationsbureau in Bukarest. — Noch ein Bewerber um Palästina. — Einziehung der russischen Juden in England. — Vermischtes. — Fruilleton: Eine Esches Chajil. — Literatur. — Briefkasten. — Inserate. Em Frnües I vereinbar. Diese Passivität wurde uns angekreidet als “ ’ " * hündische Feigheit von der einen, als Schuldbekennt- " II. nis und Anerkennung der Richtigkeit aller uns diffamie- Die nach Erscheinen des Aufsatzes „Ein ernstes renden Anwürse von der anderen Seite. Nun sagen wir: Mahnwort" von einer Anzahl Leser dieser Wochenschrift bis hieher und nicht weiter. Wir sind mit tausend' erhaltenen an eifernden Zuschriften, wie nicht minder die Freuden bereit, mit allen unseren Mitbürgern in vollin den letzten Nummern dieses Blattes abgedruckten stem Frieden zu leben, wenn sie uns in Ruhe lassen, Briefe haben hocherfreülicherwelse bewiesen, daß ich nrit ' und wollen geradezu mit Begeisterung Schulter anSchulmeiner Mahnung nur ausgesprochen, was viele denkende ter mit ihnen wider alle Auswüchse auf allen Ge- und mit starkem Charakter ausgestattete Juden lange bieten ankämpfen, wider jüdische und christliche. Aber schon beschämt empfinden. Diese überaus günstige Ausdie Auswüchse unter den Juden müßten eben als Ausnahme meines „ernsten Mahnwortes" habe ich, ganz wüchse und nichts als Juden bekämpft werden und schon offen gesagt, nicht erwartet. Die verfluchte Gleichgülgar nicht dürsten diese jüdischen Auswüchse dem gantigkeir und Indolenz in Dingen der.jüdischen Ehre auf zen Judentum angehängt, gewissermaßen als seine thpiseiten der Betroffenen war schon sprichwörtlich. Die schen Repräsentanten hingestellt werden, sträfliche und sich bitter rächende Wurstigkeit und Teil- Da aber gewisse politisierende Kreaturen dies nie nahmslosigkeit der Juden aller Klassen, besonders der wollen werden und gar nicht wollen können, ohne brvb- Besitzenden, gegenüber allen Versuchen einer kräftigen los zu werden, bleibt nichts übrig, als Kampf! Be- und wirksamen Abwehrantisemitischer Pöbeleien beginnen wir ihn, indem wir für unsere jüdische Kriegsgründet man entweder damit, daß, es ohnehin nichts anleihe zeichnen. Schaffen wir uns in kürzester Zeit nütze, oder daß die Judenhetzer doch von niemandem die „silbernen Kugeln", ohne die es nun einmal nicht ernst genommen würden. Dies konnte mich zwar nicht abgeht. Und ungeheuer viele solcher Kugeln sind nötig! halten, öffentlich zu sagen, was dringend nottnt, ließ Jeder jüdische Mann und jede jüdische Frau muß aber in Mir nicht eme Sekunde lang die ^llufton es sich zur heiligsten Pflicht rnachen, sofort — denn .Auskommen, mehr als ein Rufer in der Wüste zu doppelt gibt, wer schnell gibt — fein Scherflein je bleiben. . nach Vermögen zu diesem Abwehrfonds an die Schrifd- Da es nun glücklicheriveise doch anders gekommen, leitung der,L)esterreichischen Wochenschrift", Wien, II., ist es ein Gebot der Klugheit und Nützlichkeit, ^diese von Praterstraße 9, einzusenden, die alle eingelaufenen unseren Feinden ungewollt selbst vorbereitete Stimmung Spenden veröffentlichen wird. Niemand soll ab heute sosort^äu^unützen und ohne. Verzug ans.Werk zu gehen, ruhig schlafen können, ehe er seinen Beitrag in der Wenn wir denen, die an unsere Ihre, Menschenwürde „Wochenschrfft" .ausgewiesen findet. Doch nicht nur bei- *!i ’ ,-'üE.materielle Existenz mit schmierigen Händen greisteuern muß jeder und jede, sondern wir dürfen alk> f sen, den Krieg zu erklären längst.gezwungen und endsamt unseren Bekannten - und Verwandten, kurz wer | - Hh gewM. siüb, müssen wir' zunächst herbeischaffen, immer uns in hen Weg läuft, keine 'ruhige Minute J was zur Kriegführung unerläßlich ist: Geld und -wiegönnen, ehe sie nicht herzhaft in die Tasche gegrifftpr I der Geld! Wir haben diesen Krieg gewiß nicht ge- und in der Spendenliste für den WwehrfontB ftgw- . H wollt und uns passiv verhalten, viel länger, als es rieren. Da dürfen wir keine Schonung kennen, da ß mit d»c Würde ^aufrechter und seWstbewußter.' Menschen müssen wir daS mahnercke Gewissen sein. JnMÄrckere? »er ire» ,u Leiser andlHeich ateht.zelchnet die 8. Kriegsanleihe