Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 35 (1918)
- Issue
- 20 (24.5.1918)
- Date
- 1918-05-24
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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S*tt« -£Ü4 Dr. Vloch'S Wochenschrlst 7 20 Corrry Von Dr. M Gins bürg er. Colmar. „In den jüngsten Kämpftn an der Westfront wurde oft die stolze Ruine Don C o u c y - le -i C h L t e a u erwähnt, die aus mi-ibärischen Gründen niedertzeleat wer- Lerr mußte. Der 61 Meter hohe, riesige Bergftnefr gab einen unvergleichlichen B eobachtnngsposten für das Gebiet an der Aisne ad. Er durfte bei der Verlegung unserer Front nicht in die Hände der Feinde falten. Gegenüber dieser harten Notwendigkeit des Krieges' müssen alle Klagen Der den Untergang dieses geschichtlichen Denkmals verstummen! Und doch wird keiner, der. je dieses Schloß vom Sonnenglanz umflutet auf seiner luftigen Höhe schauen durste, den nachhaltigen Eindruck vergessen, den er dort oben empfing. Wuchtig und trotzig wie seine Burg war auch frag Geschlecht, das hier hauste. Die Herren v'on. Concy erkannten nur den König von Frankreichs als ihren Lehnsherren an, .und schon zu Barbarossas Zeit sagte Raut I. (nicht ZU verwechseln mit dem gleichnamigen und gleichzeitigen Minnesänger) von sich: Roy ne suis, ne prince ne comte, ne duc aussy, je suis le sire de Coucy! Mit vorstehenden Worten hatseinerzeit ein bekannter elsässischer Schriftsteller einen kleinen Aussatz eingeleitet, der den Einfall der wilden Engländer im Elsaß unter dem Fürsten Enguerrand VII. von Coucy' in den siebziger Jahren des 14. Jahrhunderts zum Gegenstände hatte. Der Verfasser und sicherlich.auch die meisten feiner Leser wußten wohl kaum, daß der Name Couch, wenn auch nicht Coucy-le--Ehateau, sondern Couch-la-Ville, noch anderweitig viel genannt wird, nämlich als Geburts- oder Wohnort berühmter jüdischer Gelehrten.^ lieber die jüdische Gemeinde von Coucy besitzen wir keine Nachricht. Sie wird nicht einmal genannt in dem Verzeichnis der von den Juden in Frankreich um 1298 bis 1300 gezahlten Steuern. Aber wenn Groß „(Gail Saica,“ S. 554) daraus den Schluß.zieht, daß nur wenige Juden in Coucy gewohnt haben können, so scheint mir dies kaum stichhältig, da auch in diesem! Falle das Fehlen des Namens Coucy in der Steuerliste keineswegs gerechtfertigt wäre. Vielmehr Halte ich dafür, daß Couch einst eine bedeutende jüdische Geureinde beherbergt haben mußdie jedoch! aus uns unbekannten Gründen schon vor 1298 nicht mehr existierte. Diese Meinung dürfte durchs die, nachfolgenden, aus die Gelehrten von Coucy bezüglichen Angaben ihre Bestäti-, gung finden. 'Ein in mehreren Handschriften erhaltenes philosophisch-kabbalistisches' Werk, Seftr Massores Habrith, über die göttlichen Attribute, wird auf R. David bar R. Abraham den R. Jehüda, Rabbiner von Coucy, zurückgeführt. Die Bezeichnung des Großvaters dieses R. David als „horaw mi Coucy", des' Rabbiners von Couch, weist meines Erachtens, mit Bestimmtheit daraus hin, daß R. Jehud'a in Coucy die rabbinischen Funktionen ausgeübt. hat, was Zur Annahme .zwingt, daß dort auch eure ansehnliche jüdische Gemeinde bestanden hat. Der Verfasser kann frühestens in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts.gelebt haben. Wir können daher wohl annehmen, daß sein Großvater etwa um das' Jahr 1200 in Coucy gewirkt hat. Den Beinamen „hafar mi-Coucy", also französisch ne de Coucy, Herr von Couch, führte der in der talmudischen Literatur rühmlichst bekannte SiMson ben Simson aus Couch. Er ist identisch mit dem „hervorragentden Rabbiner Simson", der unter den namhaften Rabbinern von Frankreich! erwähnt wird!, an welche Meir ben Tydrys Wülafta um' 1204—1205 sein Sendschreiben über die Auferstehung gerichtet' hat. Es unterliegt demnach keinem Zweifel, daß auch er lange vor 1298 in Coucy gelebt hat. Noch berühmter als Simson war sein Schwager Moschrh ben Jakob aus Coucy, Verfasser des „Semag", eines Kompendiums der. Ge- und Verbote, und einer der vier Rabbinen, die als Vertreter der Juden von Frankreichs und als' Verteidiger des Talmuds im Jahre 1240 an der Religionsdisputation zu Paris teilnahMen. Er genoß den Ruf eines bedeutenden Redners und bereiste in den Jahren 1235 und 1236 die verschiedenen Provinzen Frankreichs! und Spaniens, um seinen Glaubensbrüdern die religiösen Vorschriften zu erklären und ihnen deren Beobachtung zu empfehlen. So dürfen wir denn mit ziemlicher Sicherheit annehmen/daß Coucy noch int 11. und! 12. Jahrhundert eine bedeutende jüdische Gemeinde beherbergt hat. Heute ist in Coucy-Schloß. und in Couch-Stadt wohl kaum ein Stein mehr auf dem anderen. Sein Vater Jakob ist vermutlich! der als Tossafist bekannte Jakob von Coucy, der ein Zeitgenosse von Isaak ben Abraham aus Dampierre war und demnach etwa von 1120—1195 gelM hat. Ariegsdekoratronen jüdischer Offiziere und Soldaten. Seine Majestät der Kaiser hat verliehen: . dasRitterkreuz des Franz Josef-O rdensv .mit der Kriegsdekoration und den Schwertern dem Hauptmann Moritz BerMann, Kmdt. einer Baukomvagnie, dem RegiMentsärzt Dr. Karl Brenner, J.-R.; ' , dasRitterkreuz des Franz Josef-Ordens mit der Kriegsdekoration dem Hptm.-Rechnungssührer Martin Könitz, J.-R , dem Oberarzt Dr. Ignaz Abeles> Res.-Spital; ' das Militärverdienstkreuz 3. Klasse mit deiG Schwertern, den Leutnants d. R. Geza Diam a n t, bosn. Jägerbat., Leo. K o h o r n, J.-R-, Fritz. Schön seid, J.-R., Herbert Frankel, Feld'art.-Reg., Emil Lebov icz, ung. Ldwreg., dem Oberleutnant d. R. Michael Oblath, ung. Ldwreg.; angeordnet, daß zum zweitenmal die neuerliche Allerhöchste belobende Anerkennung brkanntgegeben werde dem Rittmeister cmD. Dr. jur. Adalbert Pick, Trainbataillon; . verliehen: ( ■ '; das silberne Signum lau dis bei gleichzeitiger Verleihung der Schwerter den Oberleutnants d. R. Friedrich Pollak, Schützenreg-., Armin Taub, J.-R., den Leutnants fr. R. Alexander B o t hj, J.-R., Eugen R o s e n s e l d, Feldart.-Reg., Walter G. u t m an n, Feft-Art.-Reg., den Oberärzten Dr. Joses Roth, schw. Feldart.-Reg., Dr. Eduard Kugel, Feldart.-Reg., Dr. Jakob Schärf, Div.-San.-Kol., dem Assistenzarzt fr. R. - Dr. Hugo M-anfrel, J.-R., dem Hauptmann d. R. Samuel Del Emil Meisler, J.-R., dem Leutnant d. R. Jacques Kaufmarin, J-R., dem Ldst.-Oberleutnant Ludwig Weinseld> Et.-Stat.-Kdo., freu Leutnants' d.R. Wilhelm Geiger, J.M., Abraham Reiner, Ldst.- Bat., Adolf Lefrerer, ung. Ldwreg.,'Karl Her z selb,^ Kanonenbatterie, dem Assistenzarzt Dr. MendelW e isz, J.-R.; ' ' ,!; V das silb erne Signunr lg u d is mit der Kriegsdekoration dem Oberleutnant David B reue r, J.-Div., - dem Hauptmann SaloMon B öhm, J.-Div., freM Ober-