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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1918-05-17 · 19 (17.5.1918) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
35 (1918)
Issue
19 (17.5.1918)
Date
1918-05-17
Page
– (sequence 5)
Language
German
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■fUt 19 Er. VWH'S MöMnWrist Sitte 297 k e h r t c n". (S. Krauß, Studien zur byz.-jüd. Geschichte, S. 44.) Das war somit inByzanz eine altgewohnte Erscheinung. Daß nach den. Bestimmungen westgotischer Gesetze „die Täuflinge den schwersten Eid zu leisten hatten, nie mehr in jüdische Ketzerei zu Verfällen", und einen Schein ausfertigen mußten „das Christentum freiwillig und der alten Ketzerei für immer entsagt zu haben", würde in meiner Schrift hervorgehoben und bildet die Grundlage der Beweisführung . (Das bekannte Plaeituni Judaebriim — es: findet sich bei Graetz in seinem Geschichtswerk sowohl wie in^Mner 'DiMrtätiön: .Me westgotische Gesetzgebung in betreff der Juden 1858, ausführlich wiedergegeben.) ... Und auch in Byzanz waren die Täuflinge zu den schwersten und schrecklichsten Beschwörungen gezwungen, nie wieder rückfällig in die jüdische Ketzerei zu werden und an keinem jüdischen Ritus mehr teilzunehmen. Die Eidesleistung der Zwangschristen, die im byzantinischen Reich offiziell eingeführt war am vollständigsten Publiziert von Fr. C u m o n t in .„Wiener Studien", Bd. 24 1902, 462.-472, u. zw. auf Grund der Codex Palatin. 2H3, des Codex Vindobon. theol. gr. 306 und anderen. Codices- — -enthält in § 11, d. i. ungefähr zum Schluffe des -von Judeu'- christen zu leistenden Schwures, folgender Fluch: Für den Fall heimlicher Uebung jüdischer Riten oder des Rückfalles ins Juden t u m mögen über mich kommen alle Flüche, die Moses im Deuteronomium geschrieben hat, und der Schrecken Kains und der Aussatz' Gehazis, wozu ich noch unerbittlich auch den Strafen der Landgesetze unterworfen sein soll; in der zukünftigen Welt aber' sei wir Schelt und Fluch und meine Seele sei mir besessen vom Satan und seinen bösen. Geistern.' Dieser Eid mußte um so niehe das Gewissen belasten, als der Wortlaut vollständig' einer jüdischen Eidesformel entsprach, wie sie in Byzanz eir.- gesührt war. (Vergl. S. K r a u ß, Studien z byz.-jüd. Geschichte; Wien 1914, S. 63, siehe auch B u x t o r f, Synag. Jud., 3. Aufl. 1661, p. 687.) Weftgotische Zwangschristen, die mit dem Orient im Verkehr standen, brachten nun die Liturgie des K. N. ich r e n L e i d e n s g e n o s s e n Palästinas und a n- .derer Länder d e s b y z a n t i n i s ch e n N e i ch e s. ' Gegen die Vermutung, K. N. sei vielleicht in Palästina entständen und daß „die ursprüngliche Formel hebräisch lautete" und erst später „ins Aramäische umgegosseu wurde", spricht mancherlei. Für. den hebräischen Text, wie er in Palästina in Uebung war, ist doch ivyhl Saadia Gäou der verläßlichste Tradeut; nun eilthält gerade seine hebräische Rezension auch aramäische Worte, n. 'zw. - die ersten, der Liturgie. Wenn der Text' ursprünglich hebräisch verfaßt worden wäre, welches Motiv hätte den oder die Verfasser bewogen, gerade die ersten Worte aramäisch zu geben? Wo war hiesür ein verständlicher Grund? Diese Frage-beantwortet sich zur vollsten Befriedigung, da die) Liturgie beider Abfassung des hebräischen Textes "bereits im-Volksmunde als „Kol Nidre" bekannt war und man Anstand nahm, diese im Munde aller Interessierten geläufigen Anfangsworte zu ändern. - In der Nationalbibliothek zu Paris befindet sich eine Vase, die man mit Bestimmtheit dem 7. Jahrhundert zurechnet, auf. welcher Fragmente von Kol Nidre aramäisch eingräviert zu lesen sind. (Babelon et M. Seliwab: „IJn vase )ivdeö-clialdeeu de la BibliOtlieque nationale. Revue des Etudes Jtiives“, p. 164 usw.) - Die Verwendung des Bibelsatzes Num. 15, 26 für die Liturgie des K. N. hat P. nicht in Erwägung gezogen und nicht nach Gebühr gewürdigt. Kabbalistische Autoren weisen darauf hin, daß dieser Satz weder m't Gelöbnissen zu tun, noch zu Jom-Kippur Beziehungen - hat. >2 m '»2 MV W? I"6d3T 21N22 TWl 2",M2 ps (Machsor Saloniki 1778) und vermuten darum hier. kabbalistische Motive der Zahlenmystik. Für Saadia Gaon war die Anlehnung an den erwähnten Bibelabschnitt, ein Beweis, daß es sich nicht um Einzelpersonen, sondern gm'Bereinigungen handelt. Darin hat er zweifellos das'Richteiu getroffen, wenn auch er sowenig wie die früheren Gaonim über die Entstehungsgriinde im Klaren war. Die Tradition in Horajot 8 a >2N2 O'221I N21V2 -'*np '22 bietet auch dafür die einfache und befriedigende Aufklärung. Gewissensnot schwerster Verfehlungen religiösen Abfalles wendet sich in ihrer Angst und in ihrem Seelenkummer an diese gnadenreiche Verheißung des göttlichen Schriftwortes, denn sie enthält Trost und Erlösung. Dr. B l o ch. Kriegsdekoraiiorren jüdischer Kfstzrere und Soldaten. . Seine Majestät der Kaiser hat verliehen: das' Offizierskreuz des Franz Josef- Ordens mit der Kriegsdekoration dem Oberstabsarzt I. Klasse Dr. Theodor Feßler, Mil.-Kdo.; den Orden der Eisernen Krone 3. Klasse mit der Kriegsdekoration und den Schwertern in Anerkennung tapferen und erfolgreichen Verhaltens vor dem Feinde dem Oberleutnant Samuel Dörr, J.-R.; dasR i t t e r k r e u z d e s Iran z I ose f-O r d c u s mit der Kriegsdekoration in Anerkennung aufopferungsvoller und pflichttreuer Dienstleistung im Kriege dem Ldst.-Regimentsarzt Dr. Bernhard Stein, Refervespital; ' ' - I';!!!! das Militärv erdienstkreuz 3 Klasse mit den Schwertern für tapferes Verhalten vor dem Feinde dem Leutnant d. R. Getzel Leibowiez, Kaiserschützenregiment, den Lmtnants d. R. Arpad F r e n k e l, J. -R., Moses Werthammer, recte Ranchwerger, J.-R., dem Leutnant d.. R. Bruno Rubin stein, Schützenreg., den Oberleutnants Lorenz Fried, Ignaz Altmann, dem Lmtnant d. R. Bela Steiner, dem Hauptmann Philipp Steinberger, ung. Ldwreg.; . das silberne Signum laudis bei gleichzeitiger Verleihung der Schwerter den Ldst.-Leutnants Karl Ro tb, Bez.-Kdo., Adolf Mr.aham Lieb eskind,J.-R., dem Ldst.-Leutnant Jakob Steiner, ung. Ldwreg., dem Leutnant d. R. Hugo >A r n st e i n, Schi'chenreg, idem Oberleutnant d. R. Geza Ullmann, J.-R.; ' das silberne S ignüm laudis mit der Kriegsdekoration dem Rittmeister Hugo Popper, Kmdt. einer Staffel, dem Ldst.-Oberleutnant Adolf Feuerstein, Bdst.-Et.-Bat, dem Oberverpflegsvetwalter Moritz Bermann, Verpflegsmagazin: das bronzene Signum laudis bei. gleichzeitiger Verleihung der Schwerter den Leutnants d. R. Max Bard, J.-R., Samuel Erdelyi, Feldart.-Reg., Paul Bachrach, Ltnd-wig Wo lisch, Feldart.-Reg., dein Oberleutnant d. R. Emmerich Freund, Trainbat., den Leutnants d. R. Oskar Stern, Feldart.-Reg., Hans Licht en ste rn, fchw. Feldart.-Reg., Hugo K ohn, Trainbataillon, dem Oberarzt d. R Dr. Ladislaus Lichtenstein, J.-R., den Lhst.-Lentnants Dr. Abraham Morgen, Schützenreg., Dr. Heinrich David Besen. Schutz'.nreg., den Ädst.-Oberleutnants Wilhelm Pollak. Ldst.-Kdo., Felix Politzer, Lfist.-Kdo., den Leutnants d. R. Alexander Weisz, Moriz Wei.sz.mann, Moriz- Schönfeld, Rudolf Heller, Samuel Klein, Ludwig Guttmann, Dr. Bela Fischer, Eugen Blatt, ung. Ldwreg.: . das bronzene Signum laudis mit der Kriegsdekoration dem Ldst.-Äffistenzarzt Dr. Egon L ö - wit, ung. Ldwreg., dem StaWarzt Dr. Wilhelm Kulka, Korpskdo.: . das goldene Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaitle Mit den Schwertern dem Mil.-Avokhekerassistenten d. R. ÄeMsch Mannheim, Garnisonsspital:

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